Beiträge von Markus

    Die Nadel im Heuhaufen finden! Wir sind wieder unterwegs ins zentrale bzw. südliche Texas. Konvektion der Nacht zuvor hat die Luft bereits angefeuchtet. Aus Westen naht trockene Luft und wir haben eine stationäre Front quer über Texas liegen, die langsam Richtung Süden vorankommt. In diesem Bereich der ganzen Mitspieler gibt es nochmal einen Sektor, wo die Luft gut durchgeheizt werden kann und sich zum Abend Superzellen bilden können.


    Um es rechtzeitig zu schaffen, müssen wir aber noch ein paar Stunden fahren. Um 9:30 Uhr gings in Lawton los. Sechs Stunden später waren wir in der Nähe von Big Lake im südwestlichen Texas. Die ersten Zellen hatten sich bereits nordwestlich gebildet. Wir setzten aber auf den Süden und die noch leicht gedeckelte Luftmasse.


    Solange erstmal zugucken wie es quillt:



    Nordwestlich von uns hatte sich inzwischen eine vielversprechende Zelle gebildet, die auch beständig blieb. Die Blitzaktivität nahm zu, wir verlagern uns nochmal ein Stück nordwärts für einen besseren Blick.



    Bei Ankunft war zunächst noch nicht viel zu sehen:


    …dann aber zeigte sich am Horizont eine tiefere Basis:



    Wir schauten dem Aufzug der Zelle zu, die nun wieder einen neuen Zyklus begann und eine Wallcloud ausbildete:


    Sehr schön ist auch die Tailcloud zu sehen:



    Dann müssen wir aber wieder weiter, denn wir wollen gern davor bleiben. Während wir durch Big Lake fahren, zieht der RFD (rückseitige Abwind) hinter uns durch. Währenddessen gibt es auch kurze Gustnadoes (Böenfrontwirbel) und natürlich Mengen an Staub.



    Wir machen erstmal wieder Weg gut und halten auf dem Highway östlich von Barnhart. Die Superzelle geht nun mehr in den HP-Modus. Noch ist sie recht fotogen.




    Da uns die Routenoptionen hier ausgehen, müssen wir uns entscheiden, auch in Anbetracht des Hagels. Wir entscheiden uns für den Punch an der aktuellen Stelle. Der Hagel sollte mit den größten Steinen nördlich von uns durchgehen. Es ging dann recht schnell los mit 2-4 cm großem Hagel. Dazwischen waren auch größere Exemplare. Eines davon hat sich in die Motorhaube verewigt. Als der Regen und der Hagel nachließen, hat Anton schnell ein paar Exemplare gesammelt.





    Es hatte sich bereits eine zweite Zelle direkt hinter der ersten gebildet. Wir fingen diese in der Stadt ab. Erneut Hagel, allerdings nur 1-2cm groß. Zum Abschluss gab es dann noch aus Westen das Bogenecho mit schöner Shelfcloud im Aufzug…





    …und Mammatus im Abzug.


    Da wir außer Frühstück und Snacks zwischendurch noch nichts gegessen haben, wählen wir direkt in Big Lake ein mexikanisches Restaurant. Wie immer bei lokalen Dinern ohne Kette dahinter eine qualitativ hervorragende Wahl und auch wirklich „authentisch“.


    Wie geht’s weiter? Peak Season is coming! Die Wettermodelle stimmen sich bereits auf eine aktive Zeit ab 19.05. ein. Bis 29.05. können wir das Spiel auch mitspielen. Bis es soweit ist, gibt es jetzt 2 Ruhetage. Am Freitag wird es in die Carlsbad Caverns gehen. Am Sonntag müssen wir in Kansas nach jetzigem Stand sein, sodass ein Teil des Samstags Fahrtag werden wird.


    Viele Grüße vom gesamten Team!

    Von Amarillo verlagern wir uns nach Oklahoma City für die nächsten Tage. Es ist noch etwas unklar, ob sich im Panhandle, dass wir verlassen, noch etwas tun wird, aber die Würfel sind gefallen. Christoph und Claudia bleiben in Amarillo, wir fahren nach Oklahoma City.


    Wir laufen eine Runde durch den Stadtteil Bricktown und planen den morgigen Tag bei einem exzellenten Mexikaner.


    Zur Auswahl stehen das Science Museum und das National Cowboy & Western Heritage Museum. Wir machen beides 😊


    Im Vergleich zum Science Museum in Dallas, wo wir 2017 waren, ist dieses kleiner und mehr für Kinder und Jugendliche konzipiert. Aber mal ehrlich, so etwas Kind bliebt in uns und experimentieren kann man immer.




    In der City legten wir einen weiteren Zwischenstopp in den Myriad Botanical Gardens ein.







    Danach ging es ins National Cowboy & Western Heritage Museum. Das Museum ist samt Außenbereich recht groß. Innerhalb des Museums gibt es eine nachgebaute Westernstadt. Ein paar Eindrücke:







    Da für morgen wieder Chasing im nördlichen Oklahoma ansteht, verlagern wir uns nach Enid als Ausgangspunkt. Die Modelle sind noch nicht ganz einig, was morgen eventuell an der Warmfront passieren wird oder nicht.


    Wir sind jedenfalls wieder aufgetankt (bzw noch nicht leer😉)

    Bilder

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    Nach 2 Tagen Pause inklusive Sightseeing in Oklahoma City steht heute wieder Chasing an. Berichte zu den letzten Tagen werden noch kommen.


    Das Zielgebiet ist heute die Grenze Oklahoma – Kansas, wo wir an der Warmfront eines Bodentiefs mit Superzellen am Abend rechnen. Wir sind in Enid und starten dort bereits mit Gewittern in den Tag. Blick aus dem Motelfenster:


    Zur Mittagszeit zeigt sich bereits ein wunderbarer Himmel, der die Konvektion für später ankündigt:



    Nach einem tollen BBQ fuhren wir nach Wakita ins Twister Movie Museum. Dort empfing uns Linda und erzählte uns ein bisschen was über die Geschichte vom Filmdreh in Wakita, ihren Erlebnissen und auch vom neuen Twister-Film, der im Sommer in die Kinos kommt (USA).







    Danach ging es in den üblichen Gedulds- und Wartemodus bei Medford. Wir sind hier nicht alleine. Immer wieder fahren Chaser an uns vorbei. Das wir später noch Konvergenz haben werden, ist in Oklahoma sowieso sicher. Mit der Zeit quillte es immer besser:


    Wir verlagerten uns ein Stückchen nach Norden, als sich die ersten vielversprechenden TCU bildeten und beobachteten von einem Feldweg aus. 3 TCU standen zur Auswahl, welcher würde das Rennen machen? Wir stehen jedenfalls perfekt für alle 3. Die Zelle in der Mitte wird das rennen machen und alle anderen Türme in sich einverleiben.


    Wir haben unsere Zelle. Vorhersage und Taktik gingen bis jetzt perfekt auf. Wir können noch eine Weile trocken stehen und die Entwicklung beobachten. Zum vorherigen Bild sind bis zur folgenden Aufnahme 13 Minuten vergangen.



    Rotation ist zu erkennen, allerdings passt es im ersten Zyklus noch nicht, etwas auf den Boden zu bringen. Die Struktur ist aber weiterhin schön anzusehen.




    Jetzt müssen wir aber weiter und fahren mit der Chaserkonvergenz über Feldwege und viel Staub ostwärts, um vor der Zelle zu bleiben. Zwischendrin halten wir kurz, da ein vermeintlicher Funnel zu sehen war. Schnell geht es weiter. Erstmal Platz gewinnen, denn die Zelle schert nun deutlich nach Südosten aus und wir wollen noch davor bleiben. Kurz hinter Braman können wir nochmal kurz halten. Hier entsteh die schönste Aufnahme der Superzelle inklusive Wallcloud. Leider haben wir an diesem Standort nur kurz Zeit.




    Die Jagd geht weiter. Stück für Stück geht es nach Süden bzw. Südosten. Wir lassen viel Platz, um auch das übliche Spiel „wir stehen vor allen anderen schon da“ fortzusetzen. Das hat wieder hervorragend westlich des Highway 60 westlich von Burbank geklappt. In der Ferne ist schön die Böenfront des RFD zu sehen.



    ..und bald auch die Lichterkette (Chaserkonvergenz):


    Mehrere Chasergenerationen sind unterwegs, auch technisch. Jeff Piotrowski mit seinem Tesla Cyber Truck, daneben der gute alte TIV 2, inzwischen im Besitz von Ryan Shepard.







    Wir fuhren dann weiter mit allen Anderen und positionierten uns noch einmal auf einem Feldweg, als die Sonne bereits untergegangen war und schauten der Zelle beim blitzen zu. Kräftiger Abwind fegte über uns hinweg. Die Jagd war an dieser Stelle vorbei. Für das Setup am nächsten Tag fahren wir noch 4h bis Lawton.


    Viele Grüße von der Straße!


    Markus & das gesamte Team

    Spätestens jetzt mögen alle diese Landschaft im südwestlichen Texas. Ich habe mich schon lange verliebt. Nicht nur weil wir hier schon mehrfach Erfolg mit Tornados hatten (2019, 2023), sondern weil die Landschaft eine Einzigartigkeit im Vergleich zu allen anderen Regionen hat. Das Gebirge mit einer Mischung aus einzelnen Bäumen und Kakteen, dazu die Ruhe und Einsamkeit ergeben ein ganz besonderes Gefühl.


    Nach dem besten Hotel aller Zeiten in Abilene stand am 10.05. ein Fahrtag nach Fort Stockton für den nächsten Tag (11.05,) an. Geplant war nichts, Spontanität bringt gern die besten Ergebnisse. Eine schöne Föhnmauer war über den Bergen zu sehen. Die wollen wir uns natürlich dort nicht entgehen lassen.


    Wir entscheiden uns für einen Besuch auf dem McDonald Observatorium auf Anton’s Vorschlag. Die Fahrt dahin war schon scenic genug. Zwischendrin auch etwas Tierwelt (Rehe, Hasen, Pekaris).





    Wir umfuhren den kompletten Bereich und kamen zunehmend ins Abendlicht. Wir fanden den perfekten Spot, um die Föhnmauer im Abendlicht zu fotografieren. Das war ein wirklich spezieller und schöner Moment.








    Zufrieden ging es ins Motel in Fort Stockton.


    Der nächste Morgen brachte alle bereits in Stimmung. Fort Stockton ist ein gewisser Garant, dass etwas passiert. Die Föhnmauer war schon toll, gibt’s heute konvektiven Nachschlag?


    Genug vom Jefühl (wie Andre es sagen würde), zur Lage und Jewittern heute: In einer feuchten Ostströmung erwarten wir Auslöse an den Davies Mountains bzw. der Dryline von Westen. Ein Kurzwellentrog ist ein weitere Mitspieler.


    Im Tagesverlauf soll sich ein kleines Leetief an den Davies Mountains bilden und nach Osten ziehen. Wir erhoffen uns, dass das Bodentief die bessere Luftmasse aus dem Süden anzapft. Wenn das alles passt, könnte es eine Superzelle geben, die entlang der I-10 nach Osten bzw. Südosten zieht.


    Nach dem obligatorischem Auftanken an Tankstelle und Walmart schauten wir noch am Paisano Pete vorbei, einem Wahrzeichen von Fort Stockton:


    Danach ging es in Bereitstellung und in den Geduldsmodus westlich von Fort Stockton. Er sollte gute 5h dauern. Solange kann man etwas laufen, spielen, warten, essen, trinken und immer wieder die gegenseitige Erwartung steigern und senken. Bei Anton trat nach einer gewissen Zeit etwas Ernüchterung ein, als zum Abend immer noch keine vielversprechende Zelle unterwegs war (sondern nördlich von uns).




    Wir hatten bereits Midland als Ziel für den Abend festgelegt, doch unser Gefühl sagte uns, dass noch etwas passieren wird. Lange Wartezeiten werden doch immer belohnt 😉Oder ist es jetzt doch anders?


    Westlich von uns bildete sich in diesen Minuten eine beständigere Zelle. Da wir sowieso in die Richtung müssen, können wir sie auch mitnehmen. Wir fahren über Landstraßen nach Toyah und positionierten uns nördlich der Zelle. Sie würde an dieser Stelle genau zu uns ziehen.


    An einem breiten Feldweg angekommen, konnten wir bereits eine recht passable LP-Superzelle in der Distanz sehen. Auch das Licht dürfte im Verlauf durch den Sonnenuntergang noch interessant werden.







    Die Geduld hat sich gelohnt. Nun sind auch alle wieder glücklich und zufrieden. Begeistert schauen wir zu, wie sich die Platte auf uns zuschraubt. Immer wieder sind auch Erdblitze dabei, die in dieser Steppe einschlagen. Kitsch vom Feinsten.






    Je näher die Zelle kommt, umso schöner werden die Strukturen. Besonders zum Schluss hin wird es nochmal spannend. Als Niederschlag und 2 Erdblitze nicht weit von uns einschlugen, verlagerten wir uns etwas aus der Gefahrenzone und sahen ihr im Licht des Sonnenuntergangs zu, wie sie von uns weg zog.





    Danach fuhren wir glücklich nach Midland. Am Ende wird bekanntlich alles wieder gut.


    Viele Grüße aus den USA nach Hause!

    Warme Stratussuppe zum Frühstück! So fühlt sich das östliche Texas an. High Calories Risk beim Frühstück – so schmeckt Amerika 😉Die Jagd beginnt bereits am Vormittag, da wir noch den Dallas/Fort Worth Metroplex (DFW) umfahren müssen, um westlich davon zur Mittagszeit die Bildung erster Gewitter zu erleben.


    Zur Lage: Ein Bodentief liegt über Zentral-Texas und verlagert sich im Tagesverlauf südostwärts. Wir möchten entlang der Warmfront chasen und spekulieren darauf, dass sich am frühen Nachmittag hier erste Zellen bilden und ostwärts ziehen. Im weiteren Verlauf des Nachmittags werden an der Kaltfront erneut Zellen entstehen, die nach Süden ziehen – und wir im Idealfall mit.


    Die Gefahren sind ähnlich wie am Vortag: Starkregen, großer Hagel, mit viel Glück ein Tornado (durch Zellmerger oder passende bodennahe Vorticity) und wenig Sicht.


    Während wir 2019 noch „finde einen Baum“ spielten, ist die 2024er-Version „finde Gebiete ohne Bäume“. Denn das ist auch heute wieder östlich von DFW eine Herausforderung. Wir haben aber dank Zeit und Geduld einen Spot gefunden. Dort warten wir erstmal und beobachten die Entwicklungen westlich von uns. Zwischendrin Storm Talk mit dem State Park Ranger und den Locals.




    Als sich die Zelle besser organisiert, fahren wir ein Stückchen nach Norden in den südlichen Teil von Mineral Wells. Hier sollten wir bald in direkter Zugbahn liegen. Die Superzelle kommt langsam hinter dem Wald hervor und zeigt nun schön die Basis mit viel Inflow.





    Die Stimmung an dieser Stelle ist etwas für das Chaser-Herz: Rotation, Geflacker, ständiger Donner, der zum Ende hin immer tiefer und lauter wird. Als wir uns wieder verlagern müssen, gibt es zahlreiche Naheinschläge mit regelrechtem Kanonendonner.


    Wir weichen erstmal wieder ostwärts auf, um uns südlich wieder vor die Superzelle zu setzen.


    Doch leider machen uns Verkehr (Verzögerungen) und Zelle (schert immer weiter nach Südosten aus und wird schneller) einen Strich durch die Rechnung. Wir müssen also die Jagd beenden und uns irgendwo noch vor dem Hagel unterstellen. Die Zelle hat laut Reports zw. 2,5 und 3,5 inch Hagel (6-9 cm) produziert. Mit unserem Dachhimmel müssen wir da schon aufpassen. Aus früheren Erfahrungen haben sich Tankstellen oder noch besser Waschboxen als Schutz für gut erwiesen. Wir finden eine und lassen uns überrollen. Der Hagel ist bei uns nur klein unter 2cm. Wir sitzen den Core noch aus und beenden die Jagd. Für den Folgetag geht es nach Fort Stockton, as always.


    Viele Grüße vom gesamten Team!

    Am Morgen des 05.05.2024 stand die Entscheidung fest: Wir fahren heute 6,5 Stunden lang die Interstate 70 bis kurz vor Denver durch und vermeiden damit, dass wir auf der Route in den nächsten Tagen durch Schneefall und Eis in den Rocky Mountains ausgebremst werden, was sich im Nachhinein als die absolut richtige Entscheidung herausstellen sollte.

    Ein paar Bilder vom X-Account des NWS Boulder:


    Die Überlegung, die Rockys zu durchfahren und auf Aktivitäten zu verzichten, fiel uns nicht leicht. Wir überlegten verschieden Optionen. Letztlich wollten wir aber keinen Druck haben, denn am 07. Mai stand der Termin für Mietwagenwechsel und Erweiterung des Teams und Anton und Andre fest.


    Wir haben zwar Allrad-Fahrzeuge, aber wenn die I-70 gesperrt ist, bringt uns das auch nicht weiter. Und die größere Sorge sind die unerfahrenen Amis beim Autofahren. Sie können es bewegen, aber nicht steuern. Schon gar nicht bei Schnee. Letztlich war die I-70 mehrfach gesperrt wie wir erfuhren und es gab wiederholt Unfälle.


    Das war auch am nächsten Tag noch der Fall. Und spätestens da hätten wir nach Denver gemusst. Rockys, Wir holen das nach! Denn solche Bilder machen Appetit:

    Der erste von 22 möglichen Chasing-Tagen führte uns ins östliche Texas, genauer nach Paris. Ja, wirklich! Paris!


    Aber von Anfang an: Wie geplant holten wir Anton und Andre am 07. Mai von Ihrem Flug in Denver ab. Wir wechselten daher auch den Mietwagen auf ein passendes Exemplar:

    Im Walmart füllten wir die wichtigsten Vorräte auf und trafen noch Jens Winninghoff und Ingo Bertram, die auch gerade angekommen waren. Man sieht sich eben hier in den Staaten eher als in Deutschland.


    Danach besprachen wir das weitere Vorgehen. Anton und Andre möchten gern nach Missouri, um die dortige Lage noch früh mitzunehmen. Das bedeutet aber auch viele Stunden Fahrt (die grundsätzlich möglich sind), aber das Zielgebiet und die Lage haben das restliche Team nicht überzeugt. Nach einigem Austausch der Pro und Contras entschieden wir uns für das östliche Texas, auch im Hinblick auf die Lage übermorgen. Damit konnten sich alle arrangieren und wir teilten die 14h Anfahrt auf 2 Tage auf. Ich fuhr die knapp 7h von Denver nach Amarillo und Andre dann am Folgetag von Amarillo ins Zielgebiet.


    Die Nacht war entsprechend kurz und morgens galt es noch das Auto einzurichten. Pünktlich konnten wir dann Richtung Südosten starten:


    Zur Lage an sich: Am südlichen Ende einer schleifenden Kaltfront, die vom Bodentief nach Osten verlagert wird und beginnt zu schleifen, erwarten wir isolierte Superzellen. Wir fokussieren uns auf die Zellen, die an der stationär werdenden Kaltfront südlich des Red Rivers auslösen. Dort findet sich eine sehr labile Luftmasse mit moderater Scherung. Mit 30 Knoten Verlagerungsgeschwindigkeit rasen uns die Zellen nicht davon. Tornadopotential ist vorhanden, da viel storm relative inflow in den untersten Kilometern zu finden ist.


    Inklusive Mittagspause im mexikanischen Restaurant kamen wir rechtzeitig im Zielgebiet westlich von Paris an. Nun war Geduld gefragt. Nördlich von uns bildete sich eine erste vielversprechende Zelle. Problem: Straßenoptionen und viel Wald im Red River Gebiet. Leider unvorteilhaft. Unter dem Deckel war die feucht-warme Pampe nur schwer auszuhalten. Die kleinen Cumuli sollten noch ein bisschen brauchen bis sie größer werden.


    Wir setzen auf südliche Aulöse, die auch bald in Gang kommt und unser Ziel werden wird. Die Standortplanung ist aufgrund der Wälder auch hier etwas komplizierter und erfordert mehr Planung. Westlich von Commerce haben wir einen ersten Punkt mit passendem Namen gefunden:



    Wir verlagern uns erneut nach Südwesten, um die südlichen Neuentwicklungen an unserer Zelle zu erreichen. Nördlich von Greenville stehen wir trocken im Inflow-Notch unserer Superzelle. Anton hat den Standort perfekt geplant. Wofür er nichts kann, ist die schlechte Sicht aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit.





    Als der Niederschlag näher kommt, müssen wir uns wieder verlagern. Nach kurzer Dusche müssen wir aber feststellen, dass wir nicht mehr viele Optionen haben. Wir fahren noch einmal in einem Wohngebiet etwas näher heran und lassen uns an einer Tankstelle überrollen.


    Schöne Stimmung, während in der Entfernung die Sirenen heulen.




    Neben Starkregen ist auch Hagel kleiner als 3cm dabei. Die Jagd ist an dieser Stelle vorbei. Wir fahren noch bis Rockwall, um für den nächsten Tag im Großraum Dallas zu chasen.


    Taktisch und strategisch ein erfolgreicher Auftakt zur diesjährigen Tour. Visuell ist es im östlichen Texas aufgrund von Feuchte und Bäumen grundsätzlich anspruchsvoller mit Neigung zur Enttäuschung, wenn man mehr erwartet. Organisatorisch müssen sich noch ein paar Kleinigkeiten einspielen. Das ist aber völlig normal bei einer jährlich anders besetzten Crew. Schnell eingespielt haben sich Spaß und Chasing-Modus.


    Viele Grüße


    Markus

    Hallo allerseits!


    Wir sind nach einem langen Flug glücklich und gut in Los Angeles gelandet. Leider waren diesmal viele tiefe Wolkenfelder über Grönland, Neufundland und großen Teilen Kanadas vorhanden, die uns die Sicht auf die tolle Landschaft versperrten. Zwischendrin gab es aber auch mal kurze Lücken, sodass wir Berge und Eis sehen konnten.




    Als gewisse Entschädigung gab es einen schönen Anflug über Los Angeles in einer Kurve direkt über die Metropole.


    Nach der Landung ging es zur obligatorischen Abholung des Mietwagens. Chris und ich werden nochmal wechseln, wenn wir am 07. Mai Anton und André in Denver abholen. Christoph und Claudia behalten ihren Mietwagen bis zum bitteren Ende (theoretisch).

    Da die Einreise und die Abholung des Mietwagens einige Zeit in Anspruch nahmen, mussten wir uns entscheiden, ob wir Strand oder Griffith Observatorium wählen. Die Entscheidung fiel auf das Observatorium zum Sonnenuntergang. Nur leider war dort in der Nähe eine größere Veranstaltung mit entsprechendem Verkehr. Bis wir oben waren, war die Sonne schon weg. Die riesige Metropole mit ihren vielen Lichtern im Dunkeln zu sehen, hat aber auch ihren Reiz:



    Danach ging es in unser Hotel in Burbank. Im Walmart deckten wir uns mit dem Nötigsten ein. Am nächsten Morgen haben Claudia und Christoph im Pazifik angebadet.




    Für Chris und mich blieb es Burbank, denn ich konnte mir nun einen langen Wunsch erfüllen: Die Firma Filmtools bietet umfangreiches Equipment fürs fotografieren und filmen an. Hollywood ist eben nicht weit. Ich hatte schon länger den Blick auf ein Saugnapfstativ für Camcorder und Kamera. Und so ist der Gripper 115XL endlich mein.



    Es steht ein langer Fahrtag bis zum Bryce Canyon in Utah an. Nachdem wir L.A. mit Stratus und Nieselregen verließen, wurde es nach San Bernardino schnell klarer. Auch im Verkehr.




    An Las Vegas sind wir so schnell es ging nach kurzem Stopp zum Essen vorbei, um noch die Fahrt durch den Zion Nationalpark zu schaffen.


    So langsam wurde es auch landschaftlich interessanter:



    Nach der Stadt „Hurricane“ wurde es schnell scenic:


    Und dann schließlich noch mehr:




    Eine Einstimmung auf den kommenden Tag in Utah. Später am Abend bezogen wir unser Motel bzw. unsere Hütte in Tropic und gehen erwartungsvoll ins Bett für den nächsten Tag.



    Viele Grüße von uns!

    Am Donnerstag steht am Nachmittag und Abend eine "High shear - low cape" Gewitterlage an, die aufgrund der Dynamik Potenzial für Sturmböen/schwere Sturmböen und Tornados bietet.


    Diese Darstellung heißt „Hodograph” und zeigt den Windscherungsvektor über alle Höhen. Die Krümmung im untersten Kilometer (rot) weist auf mögliches Superzellenpotential (Gewitter mit rotierendem Aufwind) hin. Dieses ist morgen erhöht. /V



    Ein wichtiges Video von Skip Talbot ist nun frei auf Youtube verfügbar. Ich habe es bereits auf der NSCS im Februar gesehen und kann es nur empfehlen:


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    Veranstaltungshinweis:


    Mittwoch, 06.03.2024 ab 09:00 Uhr (nur online)


    Mittelgebirgskonferenz: Anpassung an die Folgen des Klimawandels Veranstaltet durch die Klimakompetenzzentren der Bundesländer Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen


    Anmeldung notwendig (kostenlos): Mittelgebirgskonferenz Klimawandel - Mittelgebirgskonferenz Webinar-Anmeldung


    Im Programm finden sich einige interessante Themen zu den Vereinszwecken und für interessierte Mitglieder aus dem Katschutz.


    Zum Beispiel:

    Zitat

    Wasser und Stadtplanung


    (Dr. Heike Hübener, HLNUG)
    10.00 Uhr Starkregenfrühalarmsystem Landkreis Fulda (Ramona-Margarita Ruppert, Landkreis Fulda)
    10.30 Uhr Kommunale Hochwasser- und Sturzflutvorsorgekonzepte in Rheinland-Pfalz (Dr. Annalena Goll, Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz)
    11.00 Uhr Das Flutinformations- und Warnsystem FLIWAS im Hochwassereinsatz (Dirk Weinmann, Feuerwehr Neckargemünd)

    In anderen Sessions werden auch regionale Projekte aus Thüringen vorgestellt, die im Zusammenhang mit Klimaanpassung sind und auch für einige interessant sein dürften.

    Da ist er: Der Trailer zu "Twisters", dem 2. Teil zum legendären Twister-Film:


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    Hallo Anton,


    vielen Dank für den ersten Überblick zur Lage!


    Man sollte die gefrorenen Böden und die örtlichen Kaltluftseen nicht unterschätzen. Erfahrungsgemäß wird dort sehr spät der Wechsel vollzogen und die Eisregenlage könnte sich dort umso länger auswirken. Das sind aber Details, die wir erst näher am Dienstag und Mittwoch herausfinden.


    LG