Beiträge von Markus

    Gestern war ich mit Rüdiger eine Runde in Kamsdorf laufen. Das Feeling erinnerte mehr an April als September. Knallig-grüne Wiesen, grüne Bäume, Kaltluftschauer - als würde der Sommer bald kommen.



    Cirrostratus fibratus (andere Meinungen?)

    Ja, Cirrus fibratus.


    Die feinen Fasern mögen zwar dicht erscheinen, überziehen aber nicht große Teile des Himmels, wie es bei Cirrostratus der Fall wäre. Wir sehen hier ja auch einen herangezoomten Teil und nicht den gesamten Himmel. Und vor Cirrostratus kommt ja noch Cirrus spissatus für dichter werdende Cirrusbewölkung.

    Am Freitag und in der Nacht zum Samstag sind in Teilen von Thüringen Schauer und Gewitter zu erwarten.

    Hauptgefahren sind Blitzschlag und besonders Starkregen mit Überflutungsgefahr. Durch langsame Verlagerung und hohem Gehalt an niederschlagbarem Wasser drohen örtlich Überflutungen/Schlammlawinen.


    Grober Ablauf: Bereits mittags über den Bergen erste Entwicklungen. Von Osten her im Bereich der Tiefdruckrinne ebenfalls auflebende Konvektion, mit retrograder Entwicklung (rückwärtsziehend, in diesem Fall nach Westen anbauend). In der Nacht zum Samstag ist teils noch längerer Stark- und Dauerregen möglich, wo die Gewitterreste des Tages liegen und ausregnen. In Regionen, die zu erst von Gewittern und dann von von konvektivem Regen getroffen werden, sind die höchsten Regensummen zu erwarten. Die Gefahr von Überflutungen ist in diesem Bereich am größten. Wo genau diese Bereiche liegen, wird erst sehr kurzfristig nach Entstehung der Gewitter zu sehen sein.



    Karten (2): Modellzentrale



    Am Freitag und Samstag besteht Potenzial für einige teils kräftige Gewitter mit Starkregen und vielleicht auch länger andauernden Niederschlägen.

    Die Verteilung von Gewittern und Niederschlägen ist mit Stand Donnerstagabend weiterhin noch sehr unsicher, da die Entwicklung von einem Bodentief abhängt, dass vom Süden Deutschlands Richtung Böhmen zieht. Die Zugbahn wird über Intensität und Ausbreitung von Gewittern und Schauern entscheiden.


    Freitag: Am Morgen aus Franken heranziehende Schauer/Gewitter, die tendenziell mehr die südlichen Landkreise tangieren. Diese Konvektion schwächt sich am Morgen bis in den Vormittag mehr und mehr ab. Tagsüber leben Schauer und Gewitter im Süden und besonders über den Bergen wieder auf. Hauptgefahren sind Starkregen und örtlich kleinkörniger Hagel. Später können auch in den übrigen Landesteilen einzelne Schauer und Gewitter entstehen. Die Gewitterreste könnten dann im Verlauf zu einem Cluster heranwachsen. Bedingt durch die "Einkringelung" um das Tiefzentrum sind dann in diesem Bereich länger andauernde Niederschläge mit anfangs eingebetteten Gewittern wahrscheinlich. Hier liegt insbesondere noch die eingangs erwähnte Unsicherheit der Position.


    Je nach Entwicklung am Freitag halten Regen/Schauer/Gewitter in der Nacht zum Samstag noch an. Der Samstag ist derzeit (Donnerstagabend) noch nicht geanuer zu prognostizieren. Grundsätzlich wird das Tief an diesem Tag abziehen. Rückseitig sind einzelne Schauer zu erwarten.


    Updates folgen.

    Schadensüberblick und Nachrichtenmeldungen zur Gewitterlage am 25.07.2022

    Stand 26.07.2022; 17:00 Uhr: Der erste Schadensüberblick zeigt zum Großteil abgerissene Äste und viele umgestürzte Bäume mit Schwerpunkt im Unstrut-Hainich-Kreis und Wartburgkreis. Häufig waren Bundes-, Landstraßen außerorts betroffen. In einigen Ortschaften wurden Dächer beschädigt. Im Wartburgkreis war im Nordteil die erste Zelle gegen 16:00 Uhr verantwortlich, ebenso im Unstrut-Hainich-Kreis im Verlauf. Der Südteil des Wartburgkreises war durch die Zelle am Abend, die aus dem gesplitteten Gewitter hervoring, betroffen (Bilder im Rhönkanal unten).


    Eine Windböenmessung aus den Zellen mit Downburst (Fallböen) liegt leider nicht vor. Anhand von Videos lässt sich die Geschwindigkeit mindestens zw. 90 und 100 km/h abschätzen. Zur Erklärung von Fallböen: Wetter und Klima - Deutscher Wetterdienst - Thema des Tages - Wie Dürre Gewittern in die Hände spielen kann


    Am Rand der Gewitterzelle bei Großengottern (UH):

    video-1658821383.mp4

    Video: Tom Höfer (VÖ mit Erlaubnis)


    ...und direkt drin:

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    Nachrichtenmeldungen:


    Thüringen allgemein:

    Gewitter über Thüringen: Zahlreiche Einsätze der Feuerwehr | Eisenach | Thüringer Allgemeine


    KYF:
    Sturm spaltet Weiden am Greußener Sportplatz | Sondershausen | Thüringer Allgemeine


    UH:

    Sturm trifft auch Teile des Unstrut-Hainich-Kreises | Bad Langensalza | Thüringer Allgemeine


    WAK:

    Unwetter in der Rhön: Chaos und Schäden - Bad Salzungen - inSüdthüringen
    Rhöner Unwetter: Lebensader im Feldatal stundenlang dicht - Meiningen - inSüdthüringen

    Wartburgkreis & Osthessen – Feuerwehren 55 mal im Sturmeinsatz – Rhönkanal | Schafe Videos Online |

    Sturm wütet in der Rhön – Unwetter zerstört Lagerzelt in Föhlritz – Rhönkanal | Schafe Videos Online |

    ACHTUNG – Bundesstraße B285 bei Neidhartshausen voll gesperrt – Rhönkanal | Schafe Videos Online |

    Abgedeckte Dächer – Entwurzelte Bäume – Sturm & Hagel beenden Hitzewelle – Rhönkanal | Schafe Videos Online |

    Wehren mussten 35 Mal ausrücken | Eisenach | Thüringer Allgemeine

    Lageupdate 25.07.2022, 15:00 Uhr

    Soweit erst einmal keine große Änderungen zum gestrigen Lageupdate. Die Unsicherheit in der Entwicklung ist nach wie vor noch gegeben. Gegenüber dem Nowcast-Modell von kachelmannwetter sind die Gewitterzellen, die im Saarland nordostwärts ziehen sollen und für Thüringen relevant wären, südlicher in den nördlichen Vogesen entstanden. Das würde bspw. eine südlichere Zugbahn bedeuten. Man muss hier einfach weiter in den kommenden Stunden aufmerksam die Entwicklung verfolgen. Das betrifft auch die derzeit aktiven Schauer/Gewitter in Hessen mit Nordostkurs.


    Gewissheit zum Potenzial der Lage liefert der Radiosondenaufstieg von Meiningen von 14:00 Uhr:


    Das große "umgekehrte V" (rot markiert) aus dem Prognosesounding findet sich auch in der Realität wieder. Somit besteht das Potenzial für starke Windböen und Fallböen. Die Wolkenuntergrenze liegt um bzw. knapp über 2.000 Meter. Die Konvektion wird durch einen relative starken Deckel (blau) unterdrückt. Die Scherung (grün) ist dagegen für gute Organisation der Zellen und auch Rotation (unten Südost, nach oben auf Südwest bis Westsüdwest drehend) äußerst günstig.


    Quelle: University of Wyoming


    Es gilt in den nächsten Stunden die Entwicklung neuer und heranziehender Gewitterzellen aus Westen her genau zu beobachten.


    Mit Gewittern ist besonders das Potenzial für Fallböen erhöht. Im Fall von Clustern/Linien mit Böenfronten auch auf etwas größerer Fläche. Aber auch ohne Gewitter treten wiederholt Böen auf und wo die Konvektion schwächer ausfällt, sollte man dennoch auf kräftige Böen vorbereitet sein.


    Christoph G./Markus

    Großwetterlage: Trogvorderseite, Tief über Schottland nach Norwegen ziehend. Zufuhr heißer Luftmasse mit südlicher/südwestlicher Strömung. Low Cape - High Shear Lage.


    Ablauf: Konvergenz und Kaltfront. An der Kaltfront "spielt die Musik". Die Konvergenz zieht zuerst durch und wird voraussichtlicher weniger wetterwirksam sein. Einzelne Modelle lassen einzelne Zellen an der Konvergenz auslösen, das ist aber sehr unsicher, zumal die Luftmasse sehr trocken ist. Die Konvergenz sorgt für eine Durchmischung der unteren Luftschicht, d.h.

    weder labil noch stabil und die Luft ist bis 3km hinauf komplett trocken ("umgekehrtes V" im Sounding). Das bedeutet, dass Windböen aus der Höhe heruntergemischt werden können -> Fallböen!

    In 850 hPa 55-70 km/h, in 700 hPa 70-80 km/h, damit hohe Scherungswerte, jedoch kaum Richtungsscherung. Somit schnelle Verlagerung, aber weniger SRH für rotierende Aufwinde.


    An der Kaltfront lineare Entwicklungen mit Böenfront wahrscheinlich (in den Modellen mal mehr und mal weniger durchbrochen), die aus Hessen ostwärts zieht. Je weiter nach Osten, umso schwächer werdend, auch tagesgangbedingt. Schwerpunkt zw. 18:00 und 21:00 Uhr (von West nach Ost)


    Stand 24.07., 19:00 Uhr:

    SHD: Linie aus Westen (Hessen)

    ID2: Linie mit einigen Segmenten von Westen, Konvergenz tw etwas diskrete Zellen

    EZ4: Linie mit einigen Segmenten von Westen

    Böen ID2 am realisitischten, andere Modelle teils höher bzw. zu hoch


    Gefahren: Wind! Windböen zw. 70 und 80, vereinzelt 90 km/h möglich. Fallböen können lokal höhere Geschwindigkeiten erreichen. Bitte beachten, dass die Bäume einerseits trocken und noch belaubt sind und somit ein hoher Impact-Faktor sind. Starkregen ist eher weniger ein Thema, da einerseits schnelle Verlagerung und schnelle Verdunstung.


    Updates folgen morgen. Zu 12Z Analysekarte Boden und Soundings checken.


    Lagebesprechung von Felix

    Gewitter am 23.07.2022

    Heute Morgen zogen aus Westen einige Gewitter auf. Ich hatte mir vorsorglich den Wecker auf 4:30 Uhr gestellt und wurde pünktlich wach, als die blitzaktivste Zelle kurz vor Erfurt war. Ich fuhr auf einen Beobachtungspunkt bei Buttelstedt und konnte eine Shelcloud beobachten, die zeitweise von Blitzen erleuchtet wurde:



    Sie schwächte sich dann ab und die Blitzfrequenz ging zurück. Ich fuhr zurück nach Weimar und beobachtete noch 2 nachfolgende Zellen. Der beste Blitz trat natürlich auf, während ich das Stativ aufbaute ;) Dennoch ein schöner Morgen mit toller Stimmung. War wieder mal Zeit für eine Auffrischung.




    Markus

    Am 20.07.2022 wurden neue Allzeitrekorde der Tageshöchsttemperatur in Thüringen gemessen:


    Neuer Rekord in °C




    Datum




    Alter Rekord in °C




    Datum




    Stationsname




    39.1



    20.07.2022




    38.8




    30.06.2019




    Jena(Sternwarte)




    38.9




    20.07.2022




    37.8




    04.07.2015




    Dachwig (GTH)




    38.8




    20.07.2022




    37.5




    25.07.2019




    Schwarzburg (SLF)




    38.7




    20.07.2022




    38.0




    04.07.2015




    Mühlhausen-Görmar




    38.7




    20.07.2022




    37.8




    04.07.2015




    Olbersleben (SÖM)




    38.5




    20.07.2022




    37.9




    07.08.2015




    Krölpa-Rockendorf (SOK)




    38.4




    20.07.2022




    36.7




    25.07.2019




    Weimar-Schöndorf




    38.2




    20.07.2022




    36.8




    30.06.2019




    Bad Berka (AP)




    38.1




    20.07.2022




    37.1




    25.07.2019




    Waltershausen (GTH)




    38.1




    20.07.2022




    36.9




    25.07.2019




    Moorgrund-Gräfen-Nitzendorf (WAK)




    37.8




    20.07.2022




    37.1




    05.07.2015




    Martinroda (IK)




    37.7




    20.07.2022




    37.6




    25.07.2019




    Veilsdorf (HBN)




    37.6




    20.07.2022




    36.5




    31.07.2018




    Erfurt-Weimar




    37.6




    20.07.2022




    36.2




    25.07.2019




    Eisenach




    37.3




    20.07.2022




    37.0




    20.08.2012




    Schmieritz-Weltwitz (SOK)




    36.8




    20.07.2022




    36.1




    07.08.2003




    Leinefelde




    36.8




    20.07.2022




    36.0




    13.08.2003




    Bad Lobenstein (SOK)




    34.7




    20.07.2022




    33.0




    25.07.2019




    Kleiner Inselsberg




    33.6




    20.07.2022




    32.4




    07.08.2015




    Neuhaus am Rennweg




    32.6




    20.07.2022




    31.6




    25.07.2019




    Schmücke






    Quelle: DWD/mtwetter.de

    Lageupdate für Mittwoch, 29.06.2022

    Stand: 28.06.2022, 20:40 Uhr aus Lagebesprechung (Anton)


    Großwetterlage


    Steuernder Trog über Großbritannien, Höhenströmung fächert sich auf in Rtg Mitteleuropa, zweiter diffuser Trog östlich vom Haupttrog, leitet die Höhenströmung in zwei Äste. Sehr dynamische Höhenströmung über Frankreich, dazwischen eher Sumpf, weiterer subtiler Trog über dem Mittelmeer. Dieser läuft vom Mittelmeer Rtg Nordosten. Dazu schmales Starkwindband in der Höhe, dazu in Verbindung ein Bodentief, was sich stark entwickeln wird. Starke Südostströmung durch Leetief, dazu entsprechende Dynamik, energiereiche Luftmasse wird nach Nordwesten verfrachtet.


    Hebung


    Trogvorderseite, Bodentief, Warmluftadvektion (Schichtdickenadvektion), Erzgebirge bei starkem Südostwind

    Feuchtlabilität


    Energiereiche Luftmasse kommt im Laufe der Nacht nach Nordwesten (CZ) voran. Ausbildung des Bodentiefs ist entscheidend wie weit diese Energieluftmasse vorankommt (Bsp: GFS weit im Osten/Südosten, für uns eher weniger interessant wäre; letzte Läufe zeigen es auch mehr im Westen)

    Rund 1.000 J/kg in der Fläche, im Bereich des Bodentiefs bis max. 2.000 J/kg (aber weiter östlicher von uns)


    Deckel weniger stark ausgeprägt, dadurch flächendeckende Auslöse -> schnelle Clusterbildung


    Scherung


    GFS Soundings für beste Luftmasse in CZ: kleiner Deckel, Scherung in den untersten Schichten bis 5 km sehr gut, oben weniger (DLS sehr schwach). bodennah Rechtsdrehung und Geschwindigkeitszunahme bis 500 hPa, SRH bis 150 (Superzellen), dazu hohe Bodenfeuchte und niedrige HKN, dadurch erhöhtes Tornadopotenzial (Modus HP-Superzellen). Niederschlag wird in Höhe nicht abgeführt, Zelle bewegt sich in den eigenen Niederschlag rein, schnelle Verclusterung.


    Ablauf


    Letzte 12Z Läufe vom Dienstagabend: Leetief aus Salzburger Ecke Rtg Norden ziehend, aber weniger weit nach Norden ausgreifend, Zellen entlang der Warmfront

    ID2 im Gegensatz zu SuperHD weniger Leetief, mehr Tiefdruckrinne

    EZ4 (6Z) Südostwind weiter im Westen, vorlaufende Zellen auch über TH


    Unsicherheiten/Modellvarianten


    Bodentiefentwicklung (Zugbahn, Stärke)
    Modellunterschiede wissen nicht wo das Bodentief liegt (das ist die primäre Unsicherheit)
    Bodentief weiter nach Nordwesten -> mehr Fokus auf SN/TH


    Begleiterscheinungen

    in bester Luftmasse (östlich von uns):
    Niederschlagbares Wasser weit über 30 mm, tw. 40-45 mm

    Ca. 25-30 km/h Verlagerungsgeschwindigkeit
    Böen bis Sturmstärke möglich (feuchte Grundschicht mindert Gefahr schwerer Fallböen)
    Hagel weniger groß (um 2 cm, dafür hoher Anzahl)
    Tornadopotenzial durch Kombi Richtung-/Geschwindigkeitsscherung unten, 0-3 km CAPE sehr hoch, niedrige Wolkenuntergrenzen


    in weniger besserer Luftmasse (unserer Bereich):
    moderat-labil, niederschlagbares Wasser auch sehr hoch (30-40 mm!)
    Sounding ID2 Südostthüringen: weniger Scherung, stationäre Zellen, fehlende SRH und DLS -> ergiebiger Starkregen und Überflutungsgefahr, Hagel eher klein, Windböen unterhalb der Sturmschwelle


    Chasingempfehlung


    Im Nowcast: Drucktendenz beachten, Windfeld ebenso
    Warmfront besonderer Fokus wegen Superzelle/Tornado
    Soundings checken: Prag für beste Luftmasse, außerdem Kümmersbruck um festzustellen wie weit die Luftmasse nach Westen gekommen ist (wenn kein CAPE, dann wird es weiter östlich ablaufen)
    Langsame Verlagerung der Zellen, näher ranfahren möglich (auch um Struktur zu sehen), Überflutungen einplanen

    Lageupdate 27.06.2022, 15:12 Uhr

    Von den gestern angesprochenen Varianten erhalten wir:

    Variante 3: Es passiert nichts.

    Die Konvergenz liegt bereits östlich von Thüringen, grob bei Chemnitz. Dort werden innerhalb der nächsten Stunde die ersten Zellen entstehen. In Thüringen ist die gute Luftmasse bereits zerstört. Das Sounding von Meiningen von 14 Uhr zeigt keine Energie mehr, dazu Deckel und Inversion. Konvektion ist damit nicht möglich.


    Zerstörte Luftmasse:


    Unzerstörte Luftmasse:

    Quelle (2): University of Wyoming


    Der äußerste Osten des Landes dürfte noch die entstehenden Zellen in Sachsen sehen, aber vermutlich auch nicht mehr am Abend mit der 2. Phase abbekommen außer leichten Regen. Die Gewittercluster/-linie aus Bayern wird sich in die gute Luftmasse in Richtung Bayern, Franken, Sachsen und Tschechien verlagern. Teile von Südost- und Ostthüringen bekommen vermutlich nur den nördlichen Teilen mit Regenresten ab.


    Die nächste Gewitterlage deutet sich für Mittwoch (29.06.) an.

    Lageupdate für Montag, 27.06.2022

    Stand: 26.06.2022, 20:00 Uhr aus Lagebesprechung (Christoph)


    Zusammenfassung vorab: Die Gewitterlage am Montag ist abhängig vom Outflow des Gewitterclusters aus Frankreich in der Nacht zum Montag. Je nachdem, wo dessen Outflow Boundary zum liegen kommt, ist Thüringen mehr oder weniger im Fokus. Die erste Gewitterphase könnte weiter im Osten starten und Thüringen außen vor lassen. Die zweite Phase mit der Kaltfront am Abend/1. Nachthälfte zum Dienstag könnte für Teile Südost- und Ostthüringens noch teils kräftige Gewitter bringen. Sollten Gewitter auftreten, ist Starkregen die Hauptgefahr, gefolgt von Windböen und vereinzeltem Hagel. West- und Nordwestthüringen sowie große Teile der Mitte bleiben insgesamt bei allen Varianten eher außen vor.


    Großwetterlage

    Hoch über Osteuropa, Trog/Tief westlich der britischen Inseln bis zur iberischen Halbinsel, vorderseitig Südwestströmung.

    Bodentief (Hitzetief) an den Alpen, dass sich in der Nacht nach Norden verlagert Richtung Sachsen


    Hebung

    1. Gewitterphase: Konvergenz bedingt durch das Bodentief/Outflow der Nacht
    2. Gewiterphase: Hebung durch Trogachse -> Kaltfront des Bodentiefs

    Keine Unterstützung durch den Jet


    Feuchtlabilität

    Für die 1. Gewitterphase abhängig vom Fortschritt des Outflows

    Für die 2. Gewitterphase MU-CAPE entscheidend, da oberhalb der Grundschicht noch Energie vorhanden ist (und nur bodennah durch Kaltluft kontaminiert ist)


    Scherung

    0-1km Scherung gar nicht bis sehr gering
    0-6km Scherung besser mit Geschwindigkeitszunahme in die Höhe aus SW -> Verlagerung und Organisation der Zellen vorhanden


    Ablauf

    Unsicher. Abhängig vom Outflow des Frankreich-Clusters.


    Variante 1: Der Outflow beeinflusst Thüringen nicht vollständig und kommt nicht bis in den Osten voran. In diesem Bereich Konvergenz durch SW/W-Winde im Gegensatz zu Südostwinden in Richtung Osten. An der Konvergenz am frühen Nachmittag Auslöse wahrscheinlich. Zellen, die in diesem Bereich entstehen, sind größtenteils einzeln und liegen in guten Energie- und Scherungsbedingungen.


    Variante 2: Der Outflow ist bereits bis nach Sachsen vorangekommen: Auslöse an der Konvergenz wie in Variante 1, nur nicht in Thüringen. Oberhalb der bodennahen Kaltluft in Thüringen liegt noch die energiereiche Luftmasse. Diese kann am Abend mit der Kaltfront ausgeräumt werden. Ein Szenario mit einer Gewitterfront aus Südwesten aus Franken Rtg. Vogtland ziehend ist möglich. Südost- und Ostthüringen wären dann im Fokus.


    Variante 3: Es passiert nichts.


    Unsicherheiten/Modellvarianten


    Outflow des Frankreich-Clusters

    Modellvarianten unterstützen Varianten 1 und 2 ;)

    EZ4 lässt beispielsweise auch Outflow von "sächsischen Konvergenz-Zellen" westwärts laufen, dadurch weitere Konvergenz (fraglich)


    Begleiterscheinungen


    Einzelne Zellen: Starkregen, Hagel, Windböen (Sturmstärke möglich weil trockene Grundschicht)

    Alles Andere: Starkregen, Windböen, (kleinerer) Hagel


    Chasingempfehlung


    Sachsen, Franken, Bayern. Bei Variante 1 ab Ostthüringen starten, sonst schon dort bereit stehen.

    Ab dem 26.06.2022 deutet sich über mehrere Tage eine Phase mit Gewitter- und Unwetterpotenzial an - und ebenso viel Unsicherheitspotenzial!

    Wir betrachten die einzelnen Lagen so gut wie möglich und aktualisieren den Thread fortlaufend.

    Am 31.05.2022 konnte ich in Weimar nach langer Zeit mal wieder Mammatuswolken an Cirrus oder Altostratus beobachten. Tendenz geht in Richtung Cirrus aufgrund der Höhe und des fehlenden Eigenschattens der umliegenden dichteren Cirren:


    Am Abend gab es noch einen farbintensiven Regenbogen mit Interferenzen:





    LG
    Markus