Beiträge von Markus

    Überblick Nachrichtenmeldungen und Niederschlagssummen


    Niederschlagssummen:

    wird ergänzt


    Nachrichtenmeldungen:


    Thüringen allgemein

    Thüringen: Überflutete Keller und Straßen nach Starkregen in Thüringen - Thüringen - inSüdthüringen

    Unfälle und Überschwemmungen: Heftige Unwetter in Thüringen richten Schäden an | MDR.DE

    Unwetter-Ticker für Thüringen: Campingplatz evakuiert, Märchenwald stark beschädigt, Schlammlawine | Wetter | Ostthüringer Zeitung

    Bilderserie: Überschwemmungen in Thüringen nach Starkregenfällen | Rudolstadt | Ostthüringer Zeitung

    88 Liter Regen an einem Tag: Hier gab es in Thüringen den meisten Niederschlag | Wetter | Ostthüringer Zeitung


    Gera

    „Leute waren völlig überrascht und hilflos“: Zahlreiche Schäden nach Starkregen in Gera | Gera | Ostthüringer Zeitung


    Ilm-Kreis

    Unwetter im Ilm-Kreis: Überflutete Straßen und vollgelaufene Keller - Ilmenau - inSüdthüringen

    Starkregen verursacht massive Überflutungen: Ilmenaus Feuerwehren im Dauereinsatz | Vermischtes | Ostthüringer Zeitung


    Saale-Holzland-Kreis

    48-Jähriger will im Saale-Holzland-Kreis Hochwassereinsatz der Feuerwehr verhindern und blockiert Straße | Blaulicht | Ostthüringer Zeitung

    Wenn der halbe Trabi in Rodigast wegzuschwimmen droht | Eisenberg | Ostthüringer Zeitung


    Saalfeld-Rudolstadt

    Bad Blankenburg: Bahnstrecke nach Saalfeld voraussichtlich bis Ende Juli gesperrt | MDR.DE

    „Totalschaden“ in Aue am Berg: Stadt Saalfeld will Thüringen um Hilfe bitten | Saalfeld | Ostthüringer Zeitung

    Starkregen-Sorgen auch in Tälern von Schwarza und Rinne | Rudolstadt | Ostthüringer Zeitung

    Straßen weggespült, Zugverkehr gestoppt, Kastrophenschutz alarmiert: Kurze Nacht für Einsatzkräfte in Saalfeld-Rudolstadt | Saalfeld | Ostthüringer Zeitung

    Straßen weggespült, Zugverkehr gestoppt, Kastrophenschutz alarmiert: Kurze Nacht für Einsatzkräfte in Saalfeld-Rudolstadt | Saalfeld | Ostthüringer Zeitung


    Saale-Orla-Kreis

    Unwetter: In Pößneck sind rund 50 Feuerwehrleute im Einsatz | Pößneck | Ostthüringer Zeitung

    Pößneck: Straße wegen Überflutung erneut gesperrt | Pößneck | Ostthüringer Zeitung

    Horrornacht in der Gemeinde Krölpa: Schlammlawine in Oelsen, Bundesstraßensperrung in Rockendorf | Pößneck | Ostthüringer Zeitung

    Pößneck: Überflutete Straße nach Trannroda soll bis Mittag wieder befahrbar sein | Pößneck | Ostthüringer Zeitung

    Starkregen im Saale-Orla-Kreis: Mann aus Keller gerettet, Alpakas in Sicherheit gebracht | Schleiz | Ostthüringer Zeitung

    Dornbach-Hochwasser sorgt für Schäden im Märchenwald Saalburg | Schleiz | Ostthüringer Zeitung

    Märchenwald versinkt im Schlamm | MDR.DE


    Schmalkalden-Meiningen

    Tunnel überflutet: Tunnel unter Wasser - Meiningen - inSüdthüringen

    Unwetter in Zella-Mehlis: Starkregen flutet immer wieder Keller, Garagen und Gärten - Suhl/Zella-Mehlis - inSüdthüringen


    Weimarer Land

    Kleiner Viadukt in Apolda wegen Starkregen überflutet | Vermischtes | Ostthüringer Zeitung

    Eine potentielle Schwergewitterlage zeichnet sich für Dienstagnachmittag/-abend über Thüringen ab. Die Hauptgefahr geht inbesondere durch ergiebigen Starkregen aus, Windböen in Sturmstärke und örtlich Hagel.


    Timing: Zwischen 15 und 16 Uhr beginnend bis in die 1. Nachthälfte

    Zugrichtung: Süd-Nord, nach Osten hin anbauend


    Gefahren:

    #1 ergiebiger Starkregen -> Überflutungsgefahr


    #2 Windböen -> trockene Grundschicht durch Ostströmung -> Fallböen (Bereich zw. 70 und 85 km/h), später mit Cluster als Böenlinie auch bis 90 km/h möglich


    #3 Hagel -> bei isolierten Zellen 2-3 cm, bei Verclusterung kleiner Hagel um 1cm und örtlich Hagelansammlungen


    #4 hohe Blitzraten


    Zellmodus: Multizellen, einzelne Superzellen zu Beginn nicht ausgeschlossen, später Cluster


    Ausgangslage:


    - Trog vor Frankreich, der nach Südosten abtropft

    - Mitteldeutschland auf dessen nördlicher Vorderseite

    - Im Tagesverlauf auf der nordöstlichen Vorderseite Bildung einer Tiefdruckrinne mit mehreren Zentren, die sich bis nach Westen erstreckt (Tief über CZ, Rinne über Thüringen bis Sauerland)

    - Kleine Höhentröge laufen darüber, wann und wo ist die entscheidende Frage

    - dazu Konvergenz am Thüringer Wald (Südseite Westströmung, nördlich Nordost bis Ost)


    Details:


    - Hebung durch Konvergenz + Höhentrog

    - Unsicherheit: CAPE Zunge wird aus Nordosten herangeführt, über CZ und Erzgebirgsvorland bis nach Thüringen -> fraglich wie weit nach Westen (wie weit wird die energiereiche Luftmasse geschoben?)

    - Unsicherheit: Wo Überlappung aller Paramter am besten?

    - Dynamik Nordost/Ostströmung am Boden, oben nach Südost drehend bis Süd

    - 0-6km Scherung 33-35 kt -> Multi und Superzellen, nach Osten anbauend

    - SRH zw 90 und 120, aber variabel durch lokale Effekte, an der Grenze zur energierechen Luftmasse nach Westen erhöht durch Warmluftadvektion -> in diesem Bereich am besten und höhere Wahrscheinlichkeit für Superzellen

    - Südost-Übertströmung über dem Erzgebirge: Absinken (Inversion) hinter dem Kamm nach Nordwesten -> können hinderlich für Konvektion sein -> Deckel

    - Deckel ebenso in Thüringen beachten, aber insgesamt schnelleres Durchbrechen über dem Thüringer Wald; je weiter Richtung Abend umso eher wird der Deckel aufgelöst

    - Pluspunkt für Chaser: Garant für gute laminare Strukturen wenn Inversion gebrochen wird

    - Zellmodus: südliche Höhenströmung verfrachtet den Niederschlag nach Norden, Zelle wird sich nach Osten zur guten Luftmasse hin entwickeln -> Standpunkt östlich davon von Vorteil, generell sehr langsame Verlagerung, ggf. sogar stationär zu Beginn.

    - Im Verlauf Entwicklung eines größeren Clusters am Abend, dann schnellere Verlagerun des Systems nach Norden

    - Erfahrungswert bei Südostlagen: Konvergenz entlang des Clusters der nach Norden zieht, dann Verlagerung des Systems nach Nordwest -> Anbau nach Südost


    Modelle:


    - Modelle insgesamt recht ähnlich, Auslöse Thüringer Wald am Nachmittag, ID2 später

    - einzelne diskrete Zellen zu Beginn möglich (EZ4 besonders auffällig)

    - AROME lässt Niederschlag aus Nacht weiter ausgereifen, sollte aber spätere Konvektion nicht stören


    Ausblick:


    - Mittwochmorgen ggf. noch Cluster aus CZ auf Westsachsen übergreifend, für Thüringen unklar, maximal im äußersten Osten relevant

    - Mittwochnachmittag/-abend erneut aus Süden Gewitter als Linie oder Cluster möglich

    - generell sehr unsichere Entwicklung und Möglichkeiten aufgrund des Höhentiefs, was nahezu täglich Konvektion möglich macht


    Updates folgen.

    Einschätzung durch Anton/Felix/Christoph via Lagebesprechung

    Ab Dienstag deutet sich die nächste Gewitterlage in Thüringen an. In der Nacht zum/am Mittwoch sind dabei auch länger anhaltende Regenfälle möglich.


    Die Unsicherheiten in der Entwicklung sind noch groß. Insbesondere die Überlappung der Gewitterzutaten:



    Quelle: modellzentrale.de


    Quelle: modellzentrale.de


    Quelle: wetter3.de


    24.06.2021: F4 - Tornado in Südmähren (Tschechien)


    Linksammlung:

    24.06.21 Superzelle bei Wien, Tornado in Tschechien: Produkte des Klimawandels? | Meteo Error

    F4-Tornados in Europa ungewöhnlich? – Unwetteragentur

    silne-tornado-na-jizni-morave:a208.htm



    Bilder/Videos:




    Schäden:

    Zkáza obce Hrušky z dronu: Takhle tornádo zničilo obec na Břeclavsku | Blesk.cz


    https://www.idnes.cz/zpravy/Ftornado_morava_2021?

    Am Sonntag sind ab den Mittagsstunden bis in die 1. Nachthälfte hinein Schauer und Gewitter über Thüringen zu erwarten. Aufgrund langsamer Verlagerung und Clusterbildung sind örtlich größere Regenmengen nicht ausgeschlossen. Hauptgefahr ist Starkregen mit örtlichen Überflutungen, kleiner Hagel bei neu entstandenen Zellen und Windböen bis 70 km/h.


    Am Montag und Dienstag deutet sich eine neue Gewitterlage mit Potenzial für teils schwere Gewitter an. Am Montag sind zunächst einzelne Gewitter zu erwarten, während in der Nacht zum Dienstag von Südwesten her ein größerer Gewittercluster übergreifen könnte. Die Entwicklung am Dienstag ist noch unsicher und hängt auch vom Ablauf der Nacht zuvor ab.


    Kurzüberblick: Vorderseitig eines Höhentiefs an der französischen Atlantikküste wird mit einer südlichen/südsüdwestlichen Strömung die Luftmasse zunehmend labilisiert und der Zwischenhocheinfluss schwächt sich ab. Am Boden deutet sich ein kleines Tief an, dass vom Nordosten Frankreichs Richtung Nordosten ziehen soll. Hinter der Warmfront, die vormittags/mittags über uns hinweg gezogen ist, wird feucht-warme Luft herangeführt, in der es im Verlauf zunächst durch Bergländer (und/oder Konvergenz) getriggert zur Gewitterbildung kommen könnte. Da nur minimal 0-6km Scherung vorhanden ist, dürften die Zellen sich nur wenig organisieren. Anfangs sind erstmal pulsierende Gewitter wahrscheinlich. Hauptgefahren also einerseits Starkregen mit lokaler Überflutungsgefahr, eher kleiner Hagel mit Ansammlungen sowie Windböen. Gegen Abend nimmt die 0-6km Scherung ein wenig zu.



    In der Nacht zum Dienstag wird es dann interessanter und dynamischer, wenn von SüdSüdwesten her ein größerer Gewitterkomplex im Anmarsch ist, der sich nach Sichtung der meisten Wettermodelle bis Thüringen halten kann und im Verlauf (Dienstagmorgen) abschwächt. Mit diesem System wird auch wieder Wind in Form einer Böenfront ein Thema als Hauptgefahr, abgesehen von Starkregen, der ggf. auch länger und regional ergiebig ausfallen kann, wenn das System am Dienstagmorgen abstirbt und ausregnet. Hagel sollte eine untergeordnete Rolle spielen.


    Vom Ablauf der Nacht ist dann auch die Gewitterlage am Dienstag abhängig. Man sollte auf jeden Fall in Betracht ziehen, dass der sterbende Cluster aus der Nacht Einstrahlung verhindert und einen bodennahen Cold pool hinterlassen kann.


    Ich habe längst nicht alle Details für Montag betrachten können und bitte gern um Ergänzung.

    Updates im Nowcasting und ggf. heute Abend folgen.


    Markus

    Seltsam erschienen mir die Querstreifen auf dem Foto, dachte es liegt an der Kamera, aber hab meine 2.Kamera probiert und da war es nicht anders.

    Also muss es sich um Begrenzungen unterschiedlicher Luftschichten von der Dichte her handeln und die Blitze verstärkten diesen Effekt.

    Als die Gewitter etwas mehr vom Westerzgebirge sich ins mittlere Erzi verschoben, waren die Streifen nicht mehr zu sehen.


    Tolle Aufnahmen, Norbert :thumbup:. Das mit dem Querstreifen habe ich in dieser Gewitternacht auch beobachten können....eventuell haben unsere Experten da eine Erklärung.

    Ich habe das selbst auch schon oft beobachtet, kann es aber aber spontan auch nicht erklären. TSCience

    Update 20.06.2021, 13:15 Uhr:


    Im Groben herrscht Einigkeit in den Wettermodellen, dass heute Abend/Nacht zum Montag eine Gewitterlinie von Südwesten über Thüringen nach Nordosten zieht. Die Unsicherheit liegt noch in der genauen regionalen Verteilung: Zieht die Linie westlicher durch, ist ganz Thüringen betroffen, zieht sie östlicher durch, können auch nur Teile Thüringens getroffen werden und der Westen/Nordwesten wären weniger betroffen. Dies lässt sich aber erst erkennen, wenn sich die Linie in den kommenden Stunden aus Ostfrankreich/Schweiz entwickelt.


    Ansonsten gab es heute Vormittag/Mittag einige hohe Wolkenfelder (Cirrus durch Saharastaub) und niedrige Wolkenfelder mit leichten Niederschlägen in Bayern, die sich nordostwärts verlagern. Diese könnten einen dämpfenden Einfluss auf die spätere Konvektion haben. Aufgrund der großskaligen Hebung (Höhentrog+Bodentrog) + Eigendynamik des Gewittersystems ist wohl davon auszugehen, dass dieses nach NNO durchmarschieren wird und auch die Inversion(en) durchbricht.


    Bis es soweit ist, wird sich die Luft weiter erwärmen und noch einige Zeit Stabilisierung wirken, ehe bedingt durch das Leetief an den Alpen die bodennahe Strömung auf Nordost zurückdreht. Mit der Gewitterlinie gibt es einen frontensenkrechte Komponente an der Böenfront (davor Nordost, dahinter Südwest), was für entsprechend starke Böen im Bereich von 70-90 km/h, teils auch 90-110 km/h sorgen kann.


    Ebenso ist noch eine Konvergenz im Osten Deutschlands zu finden, die etwa von Leipzig schräg nach Nordosten verläuft. Hier könnte es am Nachmittag ebenfalls Gewitter auslösen. Diese sind für Thüringen aber weniger relevant.


    Es wird in den kommenden Stunden stark von der Entwicklung des Clusters in Ost-FR/Schweiz abhängen, wohin das System genau ziehen wird. Dies gilt es weiter zu beobachten.


    A level 1 and level 2 are issued for ..., Germany, ... for large hail, excessive convective precipitation and severe convective wind gusts.

    Update 19.06.2021, 20:00 Uhr


    Aus der Lagebesprechung gibt es zum Update für die kommende Nacht derzeit noch nicht viel neues zu berichten.


    NACHT ZUM SONTNAG


    SuperHD und Euro4 zeigen ein recht weites ausgreifen das Clusters aus der Nacht. Es ist nach wie vor fraglich, ob der gesamte Cluster aktiv (mit Gewittern) so weit ausgreift. Eher erscheint es möglich, das Westthüringen noch von Niederschlag und Gewittern gestreitft werden kann. Unabhängig der Niederschläge ist aber mit einem großen Kaltluftausfluss (Outflow Boundary) zu rechnen, die am morgen als Böenlinie über Thüringen nordostwärts/ostwärts zieht. Mit ihr könnten durchaus Böen zw. 50 - 70 km/h, teils 70 - 90 km/h und im extremn Fall bis 100 km/h auftreten. Alles ist davon abhängig, wie weit der Cluster in der Nacht an uns vorbei geht oder uns streift.


    SONNTAG


    ...sollte die Outflow Boundary aus der Nacht irgendwo zum liegen kommen (wichtig für spätere Auslöseoption). Tagsüber scheint der Deckel zunächst noch zu stark zu sein, um Einzelzellen auszulösen. Es kommt aber auch darauf an, welche Faktoren noch zusammenspielen (Outflow Boundary, Konvergenz, Gebirge, Auslösetemperatur).


    Das MCS am Abend (ggf. als Bogenecho "Bow Echo") wird weiterhin von Süden kommenden für die Abendstunden simuliert. Damit wäre dann auf breiter Fläche mit einer Böenlinie zu rechnen.


    Näheres dazu morgen.

    Der zweite Tag Sumpflage verspricht dank Konvergenz entlang der Landesgrenze Thüringen – Sachsen-Anhalt heute noch einmal etwas mehr Struktur. Die Taktik sah dabei vor, sich nicht von früher Konvektion über den Hügel- und Bergländern südlich von Weimar locken zu lassen. Im Kyffhäuserkreis hat man ohnehin bessere Chancen auf weite Aussicht und wenig störende Wälder. Also wird auch hier die Geduld gefragt sein, erst kurz vor Auslöse aufzubrechen. Außerdem war der Himmel in diese Richtung noch wolkenlos ohne störende Wolkenanteile der frühen Konvektion.


    Beim Aufbruch in Weimar gab es aber erstmal ein „Privat-Gewitter“ direkt über uns. Der Starkregen sorgte binnen Minuten für Überflutungen in der Nordvorstadt:

    Quelle: Unwetteralarm




    In dieser Zeit „zündete“ die Konvergenz in einer Kette aus mehreren Zellen im Kyffhäuserkreis:

    Quelle: Unwetteralarm


    Der Himmel zwischen Weimar und Norden war wie erhofft fast wolkenfrei und man konnte schöne freistehende Cbs sehen. Immer wieder ein schöner Anblick:




    Es ging weiter in den Raum Kölleda, wo wir uns einen passenden Beobachtungspunkt suchten. Die nächste Zelle war bereits unterwegs:


    Hier ist sie noch einmal ca. 10 Minuten später. Sichtbare Blitze waren sehr selten und an diesem Tag oft zum Ende des Entwicklungsstadium zu sehen.


    Richtung Nordwesten (Heldrungen) entwickelte sich gerade die nächste Zelle:


    Bald war der Niederschlagsvorhang sichtbar:



    Schön zu sehen, wie die Fallstreifen schon nicht mehr mit der Niederschlagsbasis verbunden sind, zu Boden fallen und seitlich auslaufen:



    An dieser Stelle konnten wir problemlos und trocken stehen und die Stimmung genießen (Erinnerung an den Vortag: nicht wild hin- und herspringen, sondern einmal mehr abwarten) ;)


    Nachdem nun der Outflow der erste Zelle bei uns durchging, gab dieser den entscheidenden „Push“ für eine neue Zelle südlich von uns zwischen Kölleda und Weimar. Mag erstmal unspektakulär aussehen:


    Im Bericht zum 04.06. schrieb ich, dass man gern den Fehler macht, eine gerade sehr aktive Zelle anzufahren und bei Ankunft 10-15min später nur vor Restregen steht. Nimmt man allerdings die Zeitspanne für das Entwicklungsstadium zuvor, also Entstehung bis Maximum (ebenso 10-15min) und kennt die Straßenverhältnisse (Fahrzeit) vor Ort, kann man die Zelle exakt zum Gipfel der Entwicklung abfangen.

    Quelle: Unwetteralarm


    Diese Zeitspanne nutzten wir aus, um die neu entwickelte Zelle zwischen Kölleda und Großneuhausen abzufangen. Standbilder aus der Gopro mit eindrucksvollem Niederschlagsbereich:


    Und genauso eng ist die Grenze zwischen trocken und starkem Abwind inkl. Niederschlag, kleinem Hagel und Fallböen innerhalb weniger Meter:


    In einer Sekunde ist die Sicht derart reduziert, dass man nur noch Schrittgeschwindigkeit fahren kann. Regen, kleiner Hagel und Blätter und Äste fliegen waagerecht über die Straße:



    Wir kehren wieder um Richtung Kölleda. An der Rückseite des Gewitters ergab sich eine bedrohliche Stimmung:


    Diesmal fuhren wir ein Stück die B 176 Richtung Ostramondra, wo wir noch einmal den Zellkern durchfuhren. Auch hier: Wenig Sicht, extremer Starkregen und kleiner Hagel:


    Lagecheck: Irgendwann ist die Warmluft durch die Zellen immer mehr verbraucht und der kühle Abwind macht sich am Boden breit. Wir müssen also dorthin, wo die Luftmasse noch unverbraucht ist und kein Abwind gestört hat. Das ist im Thüringer Becken nördlich von Erfurt/Greußen der Fall.

    Quelle: Unwetteralarm


    Ein letzter Blick zurück auf die sterbende Zelle:


    Am bekannten Aussichtspunkt zw. Weißensee und Sömmerda beobachten wir den östlichen Rand eines Clusters, der sich in unsere Richtung entwickelt. Mit den imposanten Bewegungen in den Wolken hatte auch dies seinen eigenen Reiz:


    Es war aber zu viel Outflow und zu wenig Energie vorhanden. Wir schauten noch eine Weile zu, dann ehe auch dieser Cluster ausregnete und sich verabschiedete:



    Das war auch der Zeitpunkt für uns, die Jagd zu beenden.


    Am Sonntag gab es aus der Nacht heraus und am Vormittag noch schauerartig verstärkten Regen, der in Weimar um Umland für Überflutungen sorgte.
    Dazu noch 2 Bilder:



    Viele Grüße


    Markus

    Eine mögliche Schwergewitterlage deutet sich für die Zeit zwischen dem 18.06. und 22.06.2021 an. Thüringen scheint dabei zunächst am Freitag (18.06.) nur in der Westhälfte gestreift zu werden. Die weitere Entwicklung ist noch unsicher und zeichnet grob mehr Gewitterpotential in Richtung Sonntag/Montag/Nacht zum Dienstag ab.


    Zitat von Christoph Geißler

    Heute (DO) nix
    Morgen (FR) spätabends durch outflow ggf mal eine zelle kurzzeitig im thüringer wald oder eichsfeld
    Samstag dann maximal SO Thüringen/Vogtland kurzeitig mal eine zelle. sonst sonne satt bei um 35°C

    Weitere Updates folgen bei Bedarf und sobald etwas mehr Muster zur Gewitterlage ab Sonntag erkennbar ist in einem Lageupdate.

    Weitere Bilder und Infos erreichten uns über Facebook:


    Zitat von Florian Schaarschmidt

    Von Neudietendorf aus Richtung Ichtershausen/ Thörey gesichtet um 17 Uhr

    ...

    sie ist größer geworden und innerhalb von 15 min hat sie sich aufgelöst

    ...

    größer -> Länger zum Boden hin



    Bilder: Florian Schaarschmidt, veröffentlicht mit Erlaubnis


    Auch von Arnstadt aus war die Trichterwolke gegen 17:30 Uhr zu sehen:


    Bild: Daniel Gerstmann, veröffentlicht mit Erlaubnis

    Eine mehrtägige Sumpflage brachte in Thüringen tägliche Schauer, Gewitter und Restregen-Cluster, die örtlich für schlimme Überflutungen sorgten. Mosbach im Wartburgkreis ist dadurch leider ein neues Synonym für solch eine Sumpflage geworden.


    Die Luftmassengewitter hatten ihren typischen Charakter bei mangelnder Scherung. Entstehen, schnell zum Maximum kommen und wieder zusammenfallen. Das Maximum ist meist verbunden mit sehr starkem Regen, Fallböen und eher kleinem Hagel. Der Abwind der ersten Zelle lässt die nächste Zelle in ihrem Umfeld entstehen und so geht es immer weiter bis kleine und größere Cluster aufgeplustert werden, die am Ende ausregnen. Am nächsten Tag geht's wieder von vorn los.


    Für den Chaser können diese "pulse storms" für erhöhten Puls im Sinne von Ärger und Enttäuschung sorgen. Fährt man beispielsweise eine frisch entstandene Zelle an, hat sie während der Anfahrt von 10-15 Minuten bereits ihren Höhepunkt überschritten und fällt zusammen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich direkt an der Stelle wo man herkommt die neue Zelle entwickelt. Der Abwind der Zelle und die noch unverbrauchte Luftmasse außerhalb ihres Wirkungsradius bilden die Grundlage für die nächste.


    Man sollte sich hier mit der obersten Tugend eines Chasers helfen: Geduld! Ja, es fällt schwer in greifbarer Nähe ein scheinbar lohnendes Ziel zu haben, es aber absichtlich auszulassen. Aber glaubt mir, ihr werdet ruhiger an diese Tage herangehen, wenn ihr nicht wild hin und her springt und versucht selbst die mangelnde Scherung in der Atmosphäre auszugleichen. Ein fester Beobachtungsplatz im Umfeld der Konvektion sollte bevorzugt werden. So kann man in Ruhe zuschauen und letztlich sorgt die Mischung dafür, dass es auch im näheren Beobachtungspunkt noch etwas zu sehen gibt.


    Nun aber zur Jagd: Am späten Nachmittag fuhren Birgit und ich zunächst über Kranichfeld Richtung Bad Berka, um dort eine neu entstandene Zelle abzufangen. Dabei konnten wir eine recht einmalige Szene erleben, als während prasselndem Starkregen die Sonne hinter uns schon wieder schien:



    Über Bad Berka fuhren wir wieder Richtung Nohra zurück und bemerkten eine neu entstandene Zelle über Erfurt. Wir fuhren diese von Osten her an und konnten sie bei Bechstedtstraß beobachten.


    Quelle: Unwetteralarm GmbH


    Bereits auf der Anfahrt war der Cumulus verdächtig "gewickelt" in seiner Form:



    Es war nach einigen Minuten mit bloßem Auge erkennbar, dass dieses Türmchen rotierte - was für eine Überraschung! Der Zeitraffer bestätigt:


    Das Türmchen wurde dann aber recht schnell vom kalten Abwind unterlaufen und sein Ende war besiegelt. Ein letztes Foto auf Unterkante und Fallstreifen über Erfurt:


    Mittlerweile setzte südwestlich von Erfurt Richtung Ilm-Kreis wieder die Gewitterbildung ein und wir verlagerten uns an die AS Erfurt-Ost.

    Quelle: Unwetteralarm GmbH


    Wir blickten seitlich auf die Kante des kleinen Clusters. Der Abwind schob den Niederschlag in unsere Richtung.


    In Richtung Osten auch ganz nette Stimmung:


    Das ganze kommt langsam näher...


    Hier zeigte sich eine interessante Formation, die nicht einer Böenwalze zuzuordnen ist, sondern eher einer Basis (Bildmitte). Die eher glatten Strukturen darüber lassen auf aufgleiten der warmen Luft in diesem Bereich schließen:


    Auch hier wird der Abwind bald auf die Bremse treten und die Struktur nach und nach zerstören:



    Richtung Norden war der tiefe Fraktus samt Böenwalze zu erkennen:



    Wir verlagerten uns noch einmal in den Erfurter Osten. Mittlerweile war der Cluster deutlich größer geworden:


    Wir beobachteten noch einige Minuten...


    ...und verlagerten uns noch einmal bis Dachwig. Hier war aber das Ende der Jagd besiegelt, da von diesem großen Cluster nur noch Regen übrig war:


    Das erste Chasing im Sumpf war strukturell mehr als erwartet und bot eine wirklich tolle Überraschung mit dem rotierenden Cumulus bei Erfurt.

    Am nächsten Tag wird es Richtung Nordthüringen (KYF) gehen, da dort mit der Konvergenz vermutlich noch etwas mehr Struktur erwartet werden kann.


    Viele Grüße

    Markus

    Mai und Frühling 2021 sollen hier noch mit ihrer negativen Abweichung archiviert bzw. gewürdigt werden.


    Für Thüringen verweise ich auch auf den monatlichen Klimabericht, der Mai und das Früjahr 2021 umfassen: Klimabericht | Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz


    Wie der vorangegangene April war auch der Mai 2021 im Vergleich zum Mittelwert der vieljährigen Referenzperiode für langfristigen Klimawandel (nach WMO) 1961-1990 zu kühl. Das Flächenmittel für den Freistaat Thüringen betrug 10,34 Grad Celsius und lag damit um 1,33 Kelvin unter dem Referenzwert (11,67°C). Gegenüber dem vieljährigen Mittelwert der aktuellen Klimaperiode 1991-2020 (12,6°C) beträgt die Anomalie -2,3 Kelvin.


    Damit waren seit Februar/März 2018 das erste Mal wieder zwei Monate hintereinander zu kühl. Auch in den beiden Vorjahren 2019 und 2020 blieb der Monat Mai unter dem vieljährigen Referenzwert. Für Thüringen war es der kühlste Mai der letzten elf Jahre.


    Der Mai 2021 war mit einer Gebietsmitteltemperatur von 10,7 °C der 16.-kühlste Mai in Deutschland seit 1881 und 1,4 K kühler als das vieljährige Maimittel 1961-1990.


    1991 war das letzte Jahr, in dem sowohl der April wie auch der Mai zu kalt waren. Zwei Monate in Folge kühler als die jeweiligen Monatsmittel 1961-1990 wurden das letzte mal im Februar und März 2018 registriert.


    Der kalte Frühling 2021 zeigt sich in der langsamen Pflanzenentwicklung: Der Erstfrühling und der Vollfrühling dauerten überdurchschnittlich lang. Momentan liegt der Beginn des Frühsommers um 12 Tage hinter dem Mittel – der späteste Termin seit 1996


    Zum Abschluss noch ein Blick auf die Gewitterverteilung (deutschlandweit): Außergewöhnlich wenig Blitze im Mai 2021

    Gewitterlage/Starkregen Dienstag, 08.06.2021

    :hochwasser Niederschlagssummen 1h (l/m²)

    DWD-Stationen:

    30.2 Drei Gleichen-Mühlberg (GTH)
    25.6 Frankenblick-Mengersgereuth-Hämmern (SON)
    22.8 Schleusingen (HBN)
    21.7 Martinroda (IK)
    16,9 Helbedündorf-Keula (KYF)
    16.4 Waltershausen (GTH)


    Kalibrierte Radarsummen via Kachelmannwetter:


    1h Summe HBN: Kalibrierte Niederschlagssumme Hildburghausen (1std) vom 08.06.2021, 14:50 Uhr | Wetter von kachelmann.

    1h Summe GTH: Kalibrierte Niederschlagssumme Gotha (1std) vom 08.06.2021, 19:50 Uhr | Wetter von kachelmann.

    6h Summe TH: Kalibrierte Niederschlagssumme Thüringen (6std) vom 08.06.2021, 22:50 Uhr | Wetter von kachelmann.


    Am 8. Juni gab es wieder Starkregen, lokal mit Wiederkehrzeiten von 100 Jahren. !B


    Die rechte Karte zeigt Starkregenereignisse des vergangenen Tages, die die Warnschwelle 3 des DWD für Unwetter überschritten haben. Orange markiert sind besonders starke, die bzgl. ihrer Extremität unter den Top 10% im Vergleich zu allen Ereignissen der letzten 20 Jahre liegen.




    :blitz Besonders starke Blitze


    250kA (wilder Hausrüttler), Datum: 08.06.2021, Zeit: 18:37:37 Uhr
    Weimarer Land, Blitz vom 08.06.2021, 18:37:37 Uhr (wilder Hausrüttler) | Wetter von kachelmann.


    230kA (wilder Hausrüttler), Datum: 08.06.2021, Zeit: 17:42:13 Uhr
    Unstrut-Hainich-Kreis, Blitz vom 08.06.2021, 17:42:13 Uhr (wilder Hausrüttler) | Wetter von kachelmann.


    207kA (wilder Hausrüttler), Datum: 08.06.2021, Zeit: 18:33:47 Uhr
    Weimarer Land, Blitz vom 08.06.2021, 18:33:47 Uhr (wilder Hausrüttler) | Wetter von kachelmann.


    -192kA (wilder Hausrüttler), Datum: 08.06.2021, Zeit: 14:34:06 Uhr
    Hildburghausen, Blitz vom 08.06.2021, 14:34:06 Uhr (wilder Hausrüttler) | Wetter von kachelmann.


    182kA (wilder Hausrüttler), Datum: 08.06.2021, Zeit: 18:15:41 Uhr
    Weimarer Land, Blitz vom 08.06.2021, 18:15:41 Uhr (wilder Hausrüttler) | Wetter von kachelmann.


    174kA (wilder Hausrüttler), Datum: 08.06.2021, Zeit: 18:35:31 Uhr
    Weimarer Land, Blitz vom 08.06.2021, 18:35:31 Uhr (wilder Hausrüttler) | Wetter von kachelmann.


    135kA (wilder Hausrüttler), Datum: 08.06.2021, Zeit: 18:39:41 Uhr
    Weimarer Land, Blitz vom 08.06.2021, 18:39:41 Uhr (wilder Hausrüttler) | Wetter von kachelmann.


    -135kA (wilder Hausrüttler), Datum: 08.06.2021, Zeit: 20:19:14 Uhr
    Ilm-Kreis, Blitz vom 08.06.2021, 20:19:14 Uhr (wilder Hausrüttler) | Wetter von kachelmann.


    131kA (wilder Hausrüttler), Datum: 08.06.2021, Zeit: 16:48:20 Uhr
    Nordhausen, Blitz vom 08.06.2021, 16:48:20 Uhr (wilder Hausrüttler) | Wetter von kachelmann.


    123kA (wilder Hausrüttler), Datum: 08.06.2021, Zeit: 19:28:11 Uhr
    Gotha, Blitz vom 08.06.2021, 19:28:11 Uhr (wilder Hausrüttler) | Wetter von kachelmann.


    120kA (wilder Hausrüttler), Datum: 08.06.2021, Zeit: 19:31:42 Uhr
    Gotha, Blitz vom 08.06.2021, 19:31:42 Uhr (wilder Hausrüttler) | Wetter von kachelmann.


    116kA (wilder Hausrüttler), Datum: 08.06.2021, Zeit: 18:10:02 Uhr
    Weimarer Land, Blitz vom 08.06.2021, 18:10:02 Uhr (wilder Hausrüttler) | Wetter von kachelmann.


    107kA (wilder Hausrüttler), Datum: 08.06.2021, Zeit: 17:47:29 Uhr
    Wartburgkreis, Blitz vom 08.06.2021, 17:47:29 Uhr (wilder Hausrüttler) | Wetter von kachelmann.


    -105kA (wilder Hausrüttler), Datum: 08.06.2021, Zeit: 14:40:16 Uhr
    Hildburghausen, Blitz vom 08.06.2021, 14:40:16 Uhr (wilder Hausrüttler) | Wetter von kachelmann.


    102kA (wilder Hausrüttler), Datum: 08.06.2021, Zeit: 18:04:36 Uhr
    Wartburgkreis, Blitz vom 08.06.2021, 18:04:36 Uhr (wilder Hausrüttler) | Wetter von kachelmann.


    Nachrichtenmeldungen/Videos:

    Thüringen (allgemein):

    Heftige Unwetter: Straßen in Thüringen überschwemmt - Unfälle auf Autobahnen | MDR.DE

    Thüringen: Unwetter: Drei Verletzte auf Autobahnen in Thüringen - Thüringen - inSüdthüringen


    EF:

    ▷ LPI-EF: Schlechtes Wetter mit Folgen | Presseportal


    GTH:

    Nach Starkregen: Überschwemmung in Wandersleben | MDR.DE

    Erneute Unwetter: Überschwemmte Straßen, vollgelaufene Keller | Gotha | Thüringer Allgemeine

    Nachrichten West-Thüringen um 14:30 Uhr | MDR.DE


    HBN:

    Feuerwehr im Einsatz: Starker Regen überflutet Straßen in Schleusingen - Hildburghausen - inSüdthüringen


    SM:

    Starkregen in Meiningen – Kreuzung unter Wasser – Feuerwehr im Einsatz – Rhönkanal | Schafe Videos Online |

    Am Dienstag sind erneut Schauer/Gewitter mit Starkregen in Teilen Thüringens zu erwarten. Örtlich kann auch wieder kleiner Hagel in größeren Mengen fallen. Aufgrund der langsamen Verlagerung sind wieder hohe Regensummen mit örtlichen Sturzfluten/Überschwemmungen möglich.