Beiträge von KarSteN

    Grandiose Bilder und geniale Zelle. Habt euch wahrscheinlich in den letzten Wochen allesamt zutode gechased ;-)


    Kurze Anmerkung zu Deiner insgesamt guten Analyse, Marco: Das Teil wird mit großer Wahrscheinlichkeit zwischenzeitlich mal ne Superzelle gewesen sein, allerdings mit erheblichen Schwierigkeiten den Abwind im Zaum zu halten (zu schwacher Jet etc). Dementsprechend sieht es auf den Bildern schon ziemlich fies abwind-dominiert aus, auch von Andreas' Standort (Gebesee) aus betrachtet. Da keine klare Wallcloud erkennbar ist (was nicht untypisch ist für solche kurzlebigen Superzellen bzw Superzellenversuche ... den Aufwindbereich an der Basis hat man ja trotzdem), würde ich mich gegen Inflowband bzw Beaver Tail an der eingezeichneten Stelle entscheiden (die Unterscheidung ist ziemlich schwierig und wird noch dazu oft mehr oder weniger synonym durcheinandergewürfelt). Würde ich eher als Outflow-Produkt definieren, obwohl es nicht mit der Shelf gekoppelt zu sein scheint. Das Band sieht später (kurz vorm Absterben) nach normalem Fraktus aus, wie man auf Andreas' Bildern sehen kann, was eindeutig gegen Inflow spricht. Allerdings halte ich die "Stockwerk-Andeutungen" links der Bildmitte aus dieser Perspektive für mögliche Inflow-Bänder, die allerdings dann ebenfalls schnell den Geist aufgeben.


    Versorgungslinie sehe ich auf den Bildern nicht wirklich. Denke eher, dass es der vorgeschobene "Müll" an einer der Inversionen ist. Die Flanking Line sieht man eigentlich auf keinem der Bilder, was anhand des Radarbildes nicht verwunderlich wäre. Da ist nicht viel Platz für ne vernünftig ausgeprägte Versorgungslinie.


    Just my 2 Cent. Wie gesagt, klasse Analyse und huge Merci fürs Zusammenbasteln! Nur so lernt man dazu.


    Grüssle KarSteN

    58mm übrigens an der MPI-Zweitmessstation Jena-Saaleaue. MPI Jena-Beutenberg nur 10mm. Quite impressive. Scheint ziemlich weit oben auf der Liste der Tages-RR zu stehen. Keine schlechte Lage. Hier in München gabs tagsüber leichten Dauerregen bei 12°C ... einen Tag zu früh abgeschwirrt ;-)

    moinsen,


    Zum Mittag um ca. 13.15 Uhr zog dann im Altenburger Land (wenn ich Markus richtig verstanden habe) die Kaltfront durch (in jedem Fall die zweite Front des Tages^^). Der Staub wich klarer Sicht! Dies war fotografisch ebenso wieder interessant:


    das vierte Bild möchte ich bitte als Poster ;-) ... oder zumindest nächstes Jahr im Kalender. Gosh, ein Traum!!! Merci für die grandiosen Aufnahmen (mein Dank geht auch ganz allgemein an alle anderen).


    Grüssle KarSteN


    P.S.: Zum Thema Saharastaub von Anfang April hier noch ein lesenswerter Beitrag von Manfred Spatzierer (UBIMET): www.mswetter.com

    Das ist zwar nicht die gewohnte Bildqualität, aber mir war der Sinn nach experimentieren. Hier ein Bild der aufziehenden Böenfront nach Mitternacht bei Sömmerda


    Doch noch unterwegs gewesen ;)
    Btw, sehr schicke Silvesterbilder aus J-Town von euch. Topp!
    Grüssle KarSteN

    Wow! Die Vorfreude war nicht umsonst. Wirklich großartig. Sogar die Musik passt perfekt. Eine der Kleinigkeiten, die oftmals gute Arbeit abwertet, während hier das Gegenteil gelungen ist. Manchmal möchte man einfach nur Schaf sein. Jeden Morgen diesen Ausblick ;) Gut, bei Regen und Sturm sicher weniger geschmeidig ...


    Anyways, vielen Dank! Weiter so!
    Grüße KarSteN

    So sieht also die Talsperre Schönbrunn aus ;). Schon tausend Mal im Winter oberhalb der Talsperre mit Skiern unterwegs gewesen, aber erst einmal bis runter gefahren (wenn ich mich recht erinnere), was im Winter jedoch recht unspektakulär ist, da zugefroren. Würde echt gern mal ohne Schnee dort rumwandern. Traumhafte Bilder! THX!

    Zum Thema NAO hätte ich einen klitzekleinen Tipp bzgl. saisonaler Vorhersagen (2-4 Monate im Voraus). Während ECMWF diesbezüglich noch ziemlich schwächelt, haben die MetOffice people mittlerweile ein ziemlich beeindruckendes Tool am Start. Nennt sich GloSea5 und wird hauptsächlich von Adam Scaifes Gruppe entwickelt. Unterstützt natürlich von der gesamten (riesigen) Entwicklungsabteilung. Hier die jeweils aktuelle Vorhersage: 2m Temperaturanomalie


    Der saisonale Vorhersageskill liegt bei 0.62, was ein extrem guter Wert ist (ab 0.25 hat man brauchbare Aussagen, 1 wäre perfekte Übereinstimmung). EZ liegt bei 0.2 wenn ich mich recht erinnere. Der Skill kommt durch die sehr hohe vertikale Modellauflösung (85 Schichten) und das gekoppelte hochauflösende Ozeanmodell (0.25°) zustande. Dazu jede Menge "state-the-art" Modellphysik- und dynamik ... et voila! Auf diese Art werden die 5 entscheidenden Parameter für die NAO-Vorhersage so gut wie bisher noch nie in Langfrist-Modellen abgebildet: 1. ENSO, 2. Arktiseisausdehnung, 3. Solarer Einfluss, 4. QBO (Quasi-Biannual Oscillation), 5. aktueller NAO- bzw. Nordatlantikzustand


    Diese 5 Parameter entscheiden letztlich (zumindest zu sehr großen Teilen), wie es mit der NAO weitergeht, welche ihrerseits die Tendenz hat, im nordhemisphärischen Winter einen gewissen Präferenzzustand einzunehmen. Entscheidend ist, in welche Richtung die 5 Parameter den Jetstream "pushen". Ende 2009 zogen bspw. alle Parameter (außer die NAO selbst) in Richtung NAO-negativ. Das Ergebnis war ein ziemlich strenger westeuropäischer Winter, was GloSea5 richtig erfasst hatte. Nach jenem Winter war der Atlantikzustand derart in Richtung NAO-negativ "gepusht", dass der darauffolgende Dezember (2010) fast zwangsweise wieder mit einer krassen Blockinglage starten musste. Hatte das Modell ebenfalls drin ... und so kann man 20 Jahre zurückschauen und findet nur wenige wirkliche Modellausfälle. Ausfälle, in denen vermutlich keiner der 5 Parameter verlässliche Aussagen geliefert hat.


    Lange Rede kurzer Sinn. Dieses Jahr ist der Fall weniger klar als 2009 und 2010, allerdings stehen mind. 3 Faktoren (Sonne, Arktiseis, QBO) wieder auf Blocking, sodass die Modelltendenz derzeit auch in die entsprechende Richtung zeigt. Dabei handelt es sich selbstredend nur um die europäische Großwetterlage, d.h. es ist max. eine Aussage Richtung Mild- oder Kaltwintertendenz drin. Mit entsprechender Vorsicht sind die Ergebnisse zu interpretieren. Letztlich sind es Wahrscheinlichkeitsaussagen. Der Punkt den ich hier machen wollte ist der, dass die Vorhersagekraft dieses saisonalen Produkts ziemlich gut ist. Genau genommen derart gut, dass die MetOffice-Leute um Adam Scaife selbst überrascht waren. Man beachte allerdings, dass die Vorhersageskills für den Sommer wesentlich geringer sind, was mit recht einfachen atmosphärendynamischen Überlegungen zu tun hat. Im Winter wird unser westeuropäisches Wetter viel viel stärker durch die Dynamik (also den Jetstream) kontrolliert, als das im Sommer der Fall ist. Mit anderen Worten, die Sommerzirkulation ist viel stärker durch den Zufall geprägt, als das entsprechende Winterpendant.

    Verzeiht mir mein etwas laxes umherschleudern mit diversen Pseudo-Fachwörtern. Ist beim Einklimpern der Zeilen in der Tat manchmal ein bisschen schwierig das richtige Maß zu finden. Werde das gern demnächst nochmal in Form eines Glossars nachtragen. Ein paar beschriftete Bilder und Maps sollte ich ebenfalls hinbekommen. Gib mir noch Zeit ... nur ein klein bisschen mehr Zeit ... ;-)

    Verzeiht mir mein etwas laxes umherschleudern mit diversen Pseudo-Fachwörtern. Ist beim Einklimpern der Zeilen in der Tat manchmal ein bisschen schwierig das richtige Maß zu finden. Werde das gern demnächst nochmal in Form eines Glossars nachtragen. Ein paar beschriftete Bilder und Maps sollte ich ebenfalls hinbekommen. Gib mir noch Zeit ... nur ein klein bisschen mehr Zeit ... ;-)