Thread Gewitterlage ab 17.06.

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    • Thread Gewitterlage ab 17.06.

      UPDATE

      Montag und Dienstag:
      Mit einem Cut-Off, der in Richtung Portugal gerichtet ist, wölbt sich über Westdeutschland ein Höhenrücken auf. Gleichzeitig werden heiße und energiereiche Luftmassen ab Montag Nachmittag nach Mitteldeutschland advehiert.
      Dabei besteht tagsüber eine gewisse Wahrscheinlichkeit für die Auslöse von einzelnen, zum Teil kräftigen Wärmegewittern über den Mittelgebirgen. Dabei sind auch organisierte Strukturen denkbar. (Stichwort: Pulse Storms)

      Mittwoch:
      Mittwoch sind tagsüber zunächst wieder einzelne, zum Teil kräftige Wärmegewitter über den Mittelgebirgen möglich, welche durch exorbitant hohe CAPE-Werte (bis zu 2.500 J/kg!) auch unwetterartig ausfallen können. Zum Abend hin ist im Westen von Thüringen das Übergreifen dynamischer Hebung nicht ausgeschlossen, was zu ersten Hitzegewittern im Flachland führen würde. Das kann jedoch nur im Nowcast geklärt werden. Von besonderem Interesse sollte auch die Entwicklung im Westen und Nordwesten Deutschlands sein, da dort unwetterartige Gewitter mit ihren "Cold Pools" die weitere Entwicklung gehörig durcheinander würfeln könnten. Alle weiteren Aktualisierungen und die mögliche Entwicklung von Schwergewittern am Donnerstag dann weiter unten im Thread.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von chris89 () aus folgendem Grund: Entwicklung am Mittwoch aktualisiert



    • Storm Forecast
      Valid: Mon 17 Jun 2013 06:00 to Tue 18 Jun 2013 06:00 UTC
      Issued: Sun 16 Jun 2013 21:31
      Forecaster: GROENEMEIJER

      A level 1 was issued for eastern France parts of Germany, the Alpine countries, N Italy and the W Balkans mainly for large hail and to a lesser extent for severe winds.

      SYNOPSIS

      Monday morning a mid-level low will be cutting off from the westerlies reaching the NW of the Iberian Peninsula on Tuesday morning. The system is sourrounded by a strong cyclonically curved mid-level jet with wind speeds in excess of 35 m/s at 500 hPa on its southern and eastern flanks. Along an axis from the southern UK toward the Alps, a ridge builds at mid levels with significant height rises. A plume of warm air is advected northward across much of western and central parts of Europe. Despite relatively strong lapse rates over western Europe and abundant humidity in some areas, a strong cap will likely prevent convective initiation in most places. Storms may however develop along the edges of the warm air and in the vicinity of mountain ranges. The extent to which this occurs is the greatest factor of uncertainty for this forecast.

      Eastern France, Germany, Alpine Countries, Italy, Dinaric Alps...

      Some signals of convective development are present in both the GFS and ECMWF numerical models within the warm air-mass. Given that CAPE will likely rise to above 2000 J/kg in places, a isolated pulse storms are possible. These may produce large hail, and perhaps some localized downbursts with severe winds and very heavy rain. Areas where such storms may occur include the Massif Central, Jura, Alps and many of the minor mountain ranges in Germany, as well as the mountains of the Western Balkans and the Appennines. The overall storm coverage is however low, and development of larger convective systems appears unlikely.


      Im Grunde so, wie wir es erwarteten. Über den Bergen bevorzugte Bildung von einzelnen Zellen, die sehr kräftig (Unwetter) ausfallen können. Größere konvektive Systeme werden aber ausgeschlossen. Mal schauen, was passieren wird.

      Markus
    • Ich machte mich heute nach Feierabend Richtung Saalfeld auf. Bei Stadtilm jedoch offenbarte sich, dass der große Schirm bereits von der Mutterzelle losgelöst war. Ich trat dann auch wieder die Heimreise an, liefere aber noch ein Bild von meiner Mutter :zwinker vom schönen Amboss, als er noch gesund war:

    • ... War heut ohne Kamera etc. unterwegs, war eh viel zu :heiss , deswegen und sowieso auf ein Chasing verzichtet, aber die Zelle Richtung Kreis Sonneberg ist mir natürlich nicht entgangen.

      Stand zufällig am Bahnhof Grimmenthal und da die Züge Verspätung hatten, konnte ich in aller Ruhe beobachten, wie der Zellenkomplex vor mir wuchs.

      1. Handybild ausm Auto raus- Blick Richtung Osten, man sieht die 2 abgestorbenen Zellen (ganz schwach links im Bild), dahinter als Neubildung das Teil, welches dann den Riesenschirm bildete



      2. Hier sieht man schon die leichte Ausbildung des Amboss´



      3. eine halbe Stunde später war ich auf dem Heimweg, Blick Richtung NO stand hier in Neubrunn (SM), der Schirm... wunderschöööön



      Na dann mal bis Donnerstag :grins

      Lg Dany
    • Schwergewitterlage am 20.06.2013

      Schon lange wird ausgiebig in der Internet-Wetter-Welt propagiert, angesichts der Parameter auch zurecht, dass es am morgigen Donnerstag eine überregionale Schwergewitterlage geben könnte. Die seit Wochenbeginn eingeflossene subtropische, hochlabile Luftmasse wird sich mit den entsprechenden Hebungsfaktoren Morgen auch ordentlich austoben. Sprechen zwar die Parameter für sich, bestehen die gewohnten Unsicherheiten, die im "Hype" nicht vergessen werden sollten.

      Ausgangslage: Ein Tief liegt über Frankreich, desweitern reicht eine flache Tiefdruckrinne über den Westen Deutschland, an der sich diabatisch bedingt ein weiteres Tief gebildet hat. Dieses Strömungsmuster kommt am Donnerstag nordostwärts voran, sodass die Konvergenz, die sehr wahrscheinlich von dem diabatisch ausgelösten Bodentief hervorgeht, einen ersten Hebungsfaktor darstellt, der der Kaltfront "die Show rauben könnte". Hinter diesem Gebiet folgt dann erst die Kaltfront nach. Entsprechend hoch sind die damit verbundenen Unsicherheiten im Timing Morgen -> NOWCAST!

      Die Ausgangsparamter deuten allesamt auf Unwetterpotential durch ihre hohen bis sehr hohen Werte hin (Modell-CAPE: zw. 2500 und 4000 J/kg, Meiningen hatte im 12Z Sounding von heute gute 2.000 J/kg, Lifted Index bei -9 bis -11, ...). So ist an der Konvergenz mit linienhaft organisierter Gewitterentwicklung zu rechnen, wobei nicht nur Starkregen eine Gefahr darstellt, viel mehr auch Sturm- oder schwere Sturmböen sowie Großhagel. Auch Tornados sind durch die sehr guten Scherungsbedingungen möglich.

      Nach Sichtung der Modelle scheint der für Thüringen relevante Zeitraum erst in den Abendstunden zu liegen, was aber genauer im Nocwast abgeschätzt werden muss. Im Laufe der Nacht schwenkt dann Konvergenz/Kaltfront ostwärts durch und zum Freitagmorgen könnte der "Spuk" vorbei sein.

      Auch sollte man orographische entstehende Gewitter über den Thüringer Bergländern nicht unter den Tisch fallen lassen, da sie ähnliches Potential besitzen können wie o.g. Gewitter.

      Mehr Lust und Zeit habe ich jetzt nicht auf noch mehr Parameter im Einzelnen einzugehen.

      Zusammengefasst: Ab Nachmittag erhöhte Aufmerksamkeit, abends dann von West nach Ost fortschreitend linienhaft organisierte Gewitter mit Unwetterpotential und der gesamten Bandbreite an Begleiterscheinungen.

      Markus <- der auf ein Level 3 bei Estofex (auf die Lage bezogen, nicht zwingend TH) tippt


      EDIT, 19.06.2013 20:45 Uhr: Soeben aktualisiert:

      Synoptische Übersicht - Kurzfrist

      ausgegeben am Mittwoch, den 19.06.2013 um 18 UTC

      Markante Wettererscheinungen:
      Abends und nachts im Nordwesten örtlich unwetterartige Gewitter.
      Am Donnerstag von Westen her schwere Gewitterlage und einsetzender Luftmassenaustausch.

      Synoptische Entwicklung bis Samstag 12 UTC
      -------------------------------------------------------------
      Donnerstag ... zeigt das gesamte Strömungsmuster eine leichte Progression nach Osten. Das
      Höhentief verlagert sein Drehzentrum nach Westfrankreich, und auch die Tiefdruckrinne am
      Boden verschiebt sich leicht ostwärts. Damit nähert sich auch die in die Rinne
      eingebettete wellende Kaltfront, was für einen zusätzlichen Hebungsantrieb sorgen könnte.
      Das Hitzetief mit zugehöriger Konvergenz verlagert sich langsam in den Osten Deutschlands.
      Die Modelle springen darauf allerdings noch nicht an.

      Der Westen gerät schon vormittags auf die Rückseite der Keilachse in den Bereich von
      Hebung. Trotz Energieverlust der Luftmasse (die Temperatur erreicht wahrscheinlich nicht
      mehr die 30-Grad-Marke) dürften sich damit bei großer Labilität kräftige Gewitter
      entwickeln, die sich bei zunehmend hochreichender Scherung organisieren und zu größeren
      Clustern oder MCSs zusammenwachsen können. Dabei sind Unwetter durch heftigen Starkregen,
      großkörnigen Hagel und schweren Sturmböen wahrscheinlich, die dann am Nachmittag
      allmählich ostwärts ausgreifen und abends etwa den Westen Sachsen-Anhalts, Thüringen,
      Mittelfranken und Württemberg erreichen (Die Modelle zeigen in diesen Bereich örtlich 5
      bis 15 mm Regen, vereinzelt auch über 20 mm in 6 Stunden). Tornados sind bei dieser
      Konstellation möglich.


      In der Nacht zum Freitag werden wohl auch die Regionen zwischen Ostsee und Bayern
      erfassen werden. Dort steigt die Temperatur tagsüber ja noch mal auf über 30°C, örtlich
      sogar auf 35°C oder etwas mehr. Dabei kann nicht ausgeschlossen werden, dass bereits
      tagsüber - abgesetzt vom organisierten Geschehen im Westen - einzelne kräftige Gewitter,
      vor allem im Bergland, ausgelöst werden. Letztlich dürften auch morgen die Warnungen
      weitgehend mittels Nowcasting-Verfahren erstellt werden.

      Modellvergleich und -einschätzung
      ----------------------------------------------------------------
      Die Modelle simulieren die Basisfelder ähnlich, tun sich aber schwer mit der
      Niederschlagsprognose sowie der Erfassung konvektiver Zellen.

      Nach PEPS und LEPS ist die Wahrscheinlichkeit für Regenmengen über 25 mm in 12 Stunden bis
      morgen 00 UTC in der Westhälfte am größten. Danach würden Schwergewitter erst Freitagfrüh
      den Osten erreichen.

      Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
      Dipl. Met. Olaf Pels Leusden
    • Kleine Einschätzung von mir, bevor die Großen (Estofex) randürfen:

      Im Grunde teile ich die Auffassung von Markus, möchte aber noch etwas tiefer in die Details gehen. Eine überregionale Schwergewitterlage ist sehr wahrscheinlich. Durch gewisse Parameter erhält die Lage jedoch eine wirklich außergewöhnliche Brisanz, sodass uns das Ereignis im Nachhinein noch viel länger im Gedächtnis bleiben KÖNNTE, als uns lieb ist.

      1. Feuchte: Wie bereits in der Shoutbox geäußert haben wir aktuell wahrscheinlich neue Taupunktrekorde zu verzeichnen (bis zu 24°C). Taupunkte über 20°C treten in unserem Raum äußerst selten auf und wenn, dann in der Regel auch nur kurz (meist eben vor Schwergewitterlagen). Diese Luftmasse hält sich hier bereits seit drei Tagen unter einem "Deckel" (siehe dazu die Hinweise vom DWD, die Markus gepostet hat). Die Taupunkte sind durch vermehrte Evapotranspiration, möglicherweise zum Teil auch durch die vorangegangene Hochwasserlage mitverursacht, unter diesem Deckel immer weiter angestiegen. Kaltluft wurde nicht herabtransportiert, da vorlaufende Gewitter bislang weitestgehend ausblieben. GFS hat also mit den sonst so hohen TP-Angaben diesmal nicht übertrieben.

      2. Labilität: Ebenso selten ist es, dass über unseren Köpfen Energien von 2000 - 3000 J/kg lagern. Auch diese Werte werden in den Soundings bereits seit Montag gemessen, so auch morgen sehr wahrscheinlich wieder.

      3. Hebung: Durch den Abbau des Höhenrückens und eine Vertiefung eines Bodentiefs über Mitteldeutschland auf etwa 1006 hPa verschwindet der Deckel morgen, der uns bislang vor extremen Wettererscheinungen weitgehend bewahrte.


      Modellberechnung des WZ-WRF / möglicher Ablauf:

      Wie bereits oben im Update angedeutet, verstärkt sich bereits aktuell die Hebung. Die Entwicklungen werden vom Modell bislang ganz gut, aber auch nicht perfekt erfasst. Etwaige Einzelzellen über unserem Bereich sollten in der Nacht schwächer werden. Ausschließen kann man aber auch hier vereinzelte neue, nächtliche Entwicklungen nicht. Während sich der Cluster im Norden Deutschlands in den Nacht- und Morgenstunden weiter zur Ostsee begeben soll, wandert der Frankreich-MCS nach Norden und "beglückt" möglicherweise erneut die Menschen im Norden und Westen. Möglicherweise hat es dann einige Gebiete sogar zum dritten mal intensiv getroffen, was angesichts der enormen Energie, die zur Verfügung steht, aber durchaus möglich ist.

      In den Vormittagsstunden sollten sich dann die Clusterreste allmählich verziehen, sodass es wieder einheizen kann. Ab den Mittagsstunden bilden sich über dem Thüringer Bergland wie gehabt wieder einzelne Hitzegewitter. Angesichts der früheren Tageszeit und der zunehmenden "Aggressivität" der Zellen, sollten wir aber schnell bemerken, dass diesmal mehr im Busch ist, Stichwort: Hebung. Die Gewitter können dann bereits am frühen Nachmittag auch ins Flachland ausgreifen bzw. sich dort neu formieren. Aufgrund der mangelnden Scherung dürfte das noch ein eher bunter Salat mit zufälligem Auftreten, als irgendwas stärker Organisiertes sein. Da die CAPE-Werte jedoch wohl wieder extreme Werte erreichen werden, sind auch hier Unwetter (großer Hagel, Starkregen, schwere Sturmböen) bereits möglich.

      Für die weitere Entwicklung gilt es genau zu beobachten, ob die Entwicklung von heftigen Unwettern über Belgien / Westdeutschland / Ostfrankreich / Schweiz modellkonform stattfindet. Auf die genaue Konfiguration dort möchte ich gar nicht so genau eingehen, da euch Lesern das möglicherweise die Sprache verschlagen würde. Fest steht: WRF rechnet über mehrere Läufe hinweg konsistent die Entwicklung eines MCV über Westdeutschland, was sozusagen die Steigerung eines MCS darstellt, dieser mal eben in Rotation versetzt. (vgl. auch: 10.06.2010 über Nordthüringen)
      Ein MCC wäre nicht völlig auszuschließen, aber da dieser eindeutige Kriterien aufweist, kann er natürlich erst im Nachhinein verifiziert werden.

      In den Abendstunden würden wir das Organisieren dieses Systems dann durch eine Drehung der Bodenwinde auf Ost bemerken. (Inflowwinde: Das System saugt unsere Energie!)
      Gleichzeitig nähert sich ein böses 700 hPa-Windfeld. Es nehmen also sowohl Richtungs- als auch Geschwindigkeitsscherung zu. Sollten dann noch isolierte Zellen bestehen oder sich noch welche bilden, können diese zu Superzellen anwachsen, mit allen möglichen Konsequenzen. Es kann aber auch bereits sein, dass das System weitere Entwicklungen unterdrückt.

      In den späten Abend- und Nachtstunden nähert sich nun der potentielle "Riesencluster" im Modell. Er wird an seiner Ostseite möglicherweise eine Squalline tragen, die von Bayern bis NRW reicht und weiter nach Nordosten wandert. Typischerweise geht ein solcher Durchgang mit starken linearen Winden einher, aber auch hier ist noch größerer Hagel und Starkregen möglich. Beim Durchgang sollten enorme Blitzraten (Stroboskopgewitter) möglich sein.

      So sieht es jedenfalls das WZ-WRF. Andere Modelle zu betrachten würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen, aber es zeigt doch - wie ich finde - ganz gut, was möglich ist. So wie Genie und Wahnsinn nah beieinander liegen, so liegt aber auch hier extreme Unwetter- und extreme Floppgefahr beieinander. Ja, der Frontdurchgang könnte sogar trocken vonstatten gehen. Im Osten wohl höhere Floppgefahr als im Westen Thüringens, nach derzeitiger Modelllage.

      Fazit: Abwarten und Eistee trinken und dann heißt es: Nowcast, Nowcast, Nowcast! Ganz besonders gründlich sollte auch die Einschätzung der Kollegen von Estofex gelesen werden. Wir müssen bei der morgigen Lage für jeden Expertenrat dankbar sein.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von chris89 ()



    • Storm Forecast
      Valid: Thu 20 Jun 2013 06:00 to Fri 21 Jun 2013 06:00 UTC
      Issued: Thu 20 Jun 2013 00:19
      Forecaster: GATZEN

      A level 2 was issued for south-western and central Germany, the Netherlands, western Alps and surroundings mainly for severe wind gusts and to a lesser extend large or very large hail, excessive precipitation, and tornadoes.

      A level 2 was issued for north-western Italy and south-eastern France mainly for large or very large hail.

      A level 1 was issued fo eastern France and Belgium mainly for large hail and severe wind gusts.

      A level 1 was issued for southern Sweden and western Poland to northern Balkans mainly for large hail and excessive precipitation.

      SYNOPSIS

      A long-wave trough approaching over the north-eastern Atlantic merges with the west-European cut-off low that will accelerate northwards as negatively-tilted short-wave trough. The broad ridge from the Mediterranean to Poland will extend into the Baltic Sea region. A plume of very warm air is tied to this ridge, and latest soundings indicate an elevated mixed layer over a broad region. Rich boundary-layer moisture will allow for high CAPE values especially across central Europe ahead of the approaching short-wave trough on Thursday.

      DISCUSSION

      Eastern France, Germany, Benelux countries, northern Italy

      The axis of the short-wave trough will cross western central Europe on Thursday. A mid-level jet streak ahead of the trough will spread eastward. Strong differential cyclonic vorticity advection will therefore affect eastern France and northern Italy as well as western/central Germany during the day and evening hours.

      At lower levels, a plume of very warm air is centred over Germany and an elevated mixed layer between 850 and 550 hPa is indicated by latest soundings (Meiningen). It will likely remain in place given backing winds ahead of the approaching trough axis. Rich boundary-layer moisture is present in the same region allowing for MLCAPE in the order of 2000-3000 J/kg. Severe thunderstorms affected parts of a region from France to the North and Baltic Sea, leaving a complex low-level set-up on Thursday.

      Current thinking is that remaining convection will affect the western regions on Thursday morning, and convective outflow may spread well into central Germany. Clouds will gradually disappear and strong diurnal heating is expected especially across central and eastern Germany. Within the unstructured surface low over Germany, two convergence zones are supposed to form: One between the hot air mass across central Germany and a humid and slightly cooler air mass across northern Germany and another due to the cold front that spreads into southern Germany later on. Rapidly increasing convective activity is expected along these convergence zones that may merge to one or two squall-lines moving eastward.

      Despite high CAPE in the order of 2000-3000 J/kg, vertical wind shear will be only moderate as indicated by latest GFS model run, with about 15 m/s deep layer bulk shear and 10 m/s 0-3 km bulk shear. At the initiation point, vertical wind shear may be stronger due to the approaching jet streak, and an overlap of deep layer shear > 20 m/s with the high CAPE values is possible. Therefore, very large hail is not ruled out. Due to the linear upscale growth, the main threat will likely be high winds further east. Given the strong mid-level forcing and high instability, widespread convective wind storms are not ruled out, although models indicate rather weak low- to mid-level winds. Additionally, large hail and excessive precipitation is forecast as well as tornadoes.

      To the west of the surface low, diurnal heating is expected to be weaker given clouds and increasing convective activity. However, adequate CAPE is possible as well. Given the increasing forcing, widespread convective activity is expected. Strong vertical wind shear reaching 25 m/s 0-6 km and 20 m/s 0-3 km bulk shear will be favourable for storm organization. Spitting storms may form capable of producing large or very large hail, high winds, and tornadoes. This is expected especially from southern France to northern Italy, where storms may be rather isolated for a while. Further north, the high coverage of storms will likely result in MCSs moving north-eastward with high winds and excessive precipitation the main threat. Dependent on the low-level set-up, strong heating and high CAPE values are possible, and a potentially derecho is not ruled out as well. If confidence increases during the morning hours, an update to level 3 may be required.
    • 4 erste Eindrücke eines nicht minder eindrucksvollen Chasings mit Downbursts, Hagel, Naheinschlägen, Überschwemmungen und und und...

      Bad Langensalza:


      bei Schlotheim:


      Oberspier (KYF):


      bei Kirchengel (KYF):


      Markus

      EDIT 21:01 UHr:

      Synoptische Übersicht - Kurzfrist

      ausgegeben am Donnerstag, den 20.06.2013 um 18 UTC

      Markante Wettererscheinungen:
      GWL: Übergang TRM
      In der Nacht zu Freitag in einem Streifen von Nordwestdeutschland zum östlichen
      Mittelgebirgsraum weiterhin teils schwere Gewitter, ebenso von Süddeutschland zum
      zentralen Bergland ausgreifende neue Gewitterherde. Gleichzeitig an der von Frankreich
      hereinschwenkenden Kaltfront in linienhafter Strukturierung neue nordostwärts ausgreifende
      und teils schwere Gewitter.(UNWETTER).
      Am Freitag im zunächst im Nordosten als auch in Nordseenähe teils noch kräftige
      Konvektion, sonst weitgehend Wetterberuhigung.

      Synoptische Entwicklung bis Sonntag 12 UTC
      -------------------------------------------------------------
      Aktuell ... gelangt Deutschland auf die diffluente Vorderseite eines markanten
      westeuropäischen Troges mit eingelagertem Höhentiefkern über Frankreich. Dabei beherrscht
      sehr warme bzw. feuchtheiße Luft das Temperaturregime im größten Teil Deutschlands. Die
      Pseudopotentiellen Temperaturen erreichen dabei teils Werte zwischen 70 und 80 °C.
      Am Westrande des Hitzetiefs über dem Osten und Nordosten Deutschlands hat sich bereits
      früh am Tage eine erste Konvergenzlinie mit Kaltfrontcharakter entwickelt, dann der
      verbreitet unwetterartige Konvektion in Erscheinung tritt(auch EXTREME UNWETTER-VIOLETT),
      punkto heftiger Starkregen, großer Hagel und schwere Sturmböen! Diese Linie bleibt bei
      ihrer weiteren Nordostverlagerung vermutlich noch bis in die Nacht hinein lebendig und
      hochaktiv, erst der letzte COSMO-DE-Lauf hat darauf bescheiden reagiert!

      Nach gebietsweise kurzer räumlicher kompensatorischer Beruhigung folgt im Laufe des Abends
      und in der Nacht zum Freitag die Hauptkaltfront mit erneut linienhaft organisierter
      Gewitterlinie. Ein markanter dynamischer und frontogenetisch wirksamer Hebungsantrieb
      führt dabei wahrscheinlich erneut zu heftigen Gewittern(CAPE teils 1500-2000 J/KG).
      Zumindest die neuesten COSMO-DE als auch COSMO-DE EPS liefern deutliche Signale auf das
      nachfolgen einer neuen Squalline von Frankreich aus auf Nordostkurs. Besonders markant
      ausgeprägt sind diese Prozesse beim neuesten UK-Finemash. Dabei werden Starkniederschläge
      um 50 mm sowie schwere Sturmböen(orkanartige Böen) simuliert.
      Extrem hohe Summen liefert COSMO-EU in der zweiten Nachthälfte für Schleswig Holstein und
      das nördliche Niedersachsen(Unwetter-Starkregen).
      NAE liefert hingegen eine Aufspaltung mit unwetterartigem Starkregen über Niedersachsen
      und Sachsen Anhalt im Bereich eines östlichen Randtiefs und etwas zeitversetzt ähnlich
      hohe Summen über dem nordwestlichen Niedersachsen und der Nordsee im bereich einer
      markanten Zyklogenese.

      Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
      Dipl. Met. **
    • GoPro Standbilder

      Zum ersten Mal wurde gestern meine GoPro einem ersten "Härtetest" unterzogen.
      Die Bilder sind einfach nur unbearbeitete Videostandbilder:

      1. Bei Lederhose "nahe" des breiten Zellkerns.


      Naheinschlag ca. 50-80m entfernt in einen Baum direkt an der Landstraße.
      Ich fuhr dann auch über zersplitterte Holzscheite auf der Fahrbahn.
      Das ging dann munter so weiter...

      2. Fronteinzug bei Farnstädt (Querfurt, Sachsen-Anhalt)


      Ja, das sind Ronny und Stephan vor mir im Auto.
      Leider gibt es keine Bilder von diesem in real tiefgrünen Monster. Wir hielten erst mit Einzug des Whales Mouth.

      3. Anvilcrawler- und Mammaten-Aftershow-Party bei Steuden (zwischen Querfurt u. Merseburg)


      Crawlerteilentladung - muss noch herausfinden, wie ich die Einzelbilder zum vollständigen Blitz zusammenfügen kann.
      Sollte aber machbar sein.


      Daneben - perfekt zum Sonnenuntergang - dieser sagenhafte Mammatenteppich.

      Mehr dann im Bericht.
      Ein grenzwertiger, aber dennoch einmalig schöner Gewittertag!
      Bin auf Eure Bilder/Videos gespannt,
      Lg Marco

      PS: mein Vermieter meinte heute, eine Funnelcloud zwichen dem Bodensee und Jena auf der A7 gesehen zu haben. Sein Handyfoto ist leider nichtssagend. Bin mal gespannt, ob die Sichtung von anderen Leuten bestätigt wird. Unwahrscheinlich ist es ja nicht...

      EDIT Markus, 22.06.2013, 12:50 Uhr: Rechtschreibung korrigiert

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Marco|Jena ()

    • Nein, kein Chasing, keine Bilder zur Lage, aber eine kurze Äußerung:

      Nachdem schon ein paar Tage vorher die gestrige "Schwergewitterlage" groß verkündet wurde, "erwartet" man natürlich auch bei einer SW Lage im Einzugsgebiet, also dem Thüringer Südwesten "etwas".

      Nachdem der DWD gegen 14 Uhr eine Violette Warnung herausgab:


      "Amtliche UNWETTERWARNUNG vor SCHWEREM GEWITTER mit EXTREMEN ORKANBÖEN, HEFTIGEM STARKREGEN und HAGEL

      für Kreis Rhön-Grabfeld

      gültig von: Donnerstag, 20.06.2013 14:04 Uhr

      bis: Donnerstag, 20.06.2013 15:30 Uhr

      ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst

      am: Donnerstag, 20.06.2013 14:04 Uhr

      Einzelne schwere Gewitter bringen lokal begrenzt heftigen Starkregen über 40 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit, Hagel mit Korngröße um 5 cm sowie extreme Orkanböen über 120 km/h aus Südwest. Auch die Bildung von Tornados ist vereinzelt möglich " ....


      Quelle: DWD

      ... entschied ich mich aus Sicherheitsgründen, entgegen aller Begeisterung für das bevorstehende, in meinem Haus zu verweilen.... Die ersten CB´s etc konnte ich in Richtung Sandberg (Bayern) usw von meinem Fenster aus sehen... ich nahm in baldiger Erwartung das "Schlimme" an...

      Doch dann verlief der Nachmittag ganz anders als erwartet. Nachdem sich das Gewitter in der bayer. Rhön laut UWZ etc zum heftigsten entwickelte, aber stationär dort verweilte und sich unabhängig davon, in Richtung Eisenach und hinter Suhl alles mögliche bildete, der Taupunkt hier bei mir zwar stetig anstieg... saß ich wirklich bis zum späten Abend auf dem trockenen. Während der komplette Rest Thüringens in ROT und Lila- Warnungen erleuchte, schien hier die Sonne, es war dunstig, diesig und man kollabierte weiter in der unerträglichen Hitze.
      Gegen 21 Uhr schöpfte ich erneut "Hoffnung" nachdem der Blick nach Süden etwas versprach... Doch Fehlanzeige, da wie immer der südliche Zipfel Bad Colberg-Heldburg (Kr. HBN) und Kreis Sonneberg dran war.
      Im Grabfeld als Randzone fiel gerade mal 2 Minuten leichter Regen, der auf dem heissen Boden sofort verdampfte...
      Auch in der Nacht war das einzigste, was einen wachhielt, die Böen des Sturms, der wirklich für dieses Gebiet hier heftig war....
      Tja wie soll man das als Wetterbeobachter-freund sehen? Auf der einen Seite froh sein, dass es nicht so schlimm wie in einigen thüringer Regionen abging- ich denk dabei auch immer an die Tiere, wzb brütende Vögel, die wir gerade auf den Masten haben, einige Bruten wurden hier schon oft bei Starkregen aus den Nestern gespült, auf der anderen Seite wäre etwas Regen auch für Pflanzen und die Abkühlung fürs Gemüt und den Kreislauf toll gewesen.

      Und Leider hat der nächtliche Sturm das 2. Gelege/die Brut meines "Hausstars" aus dem Mast geweht...Der Star ist auch nicht mehr da :-(


      So, das wollte ich einfach mal loswerden.

      Hier die einzigste Erscheinung des gestrigen Abends :grübel



      Lg Dany

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Dany (SM) ()

    • Hallo Dany,

      trotz mangelnder Gewittererscheinungen danke ich dir für den Bericht, da er auch für die Analyse interessant ist. Nicht nur bei dir blieb die Unwetterlage aus, auch der ganze Thüringer Wald, wo man ja eigentlich gut Hebung vermuten würde, wurde laut Markus' Karte ausgespart.

      Möglicherweise - so meine Theorie - warst du die "Leidtragende" der zahlreichen Clusterentwicklungen um dich herum, die sukzessive die Energie aus Südwest-Thüringen herausnahmen. Am Vormittag lagst du noch in einer Nordostströmung. Durch Überströmen des Thüringer Waldes hat das zwar bei dir auch noch zu unerträglicher Schwüle, aber relativ betrachtet dennoch zu einem Feuchteminimum geführt. Das war aber sicher nicht der einzige Grund. Richtung Süden (auch Bayern, Ba-Wü) mangelte es offenbar dazu noch stark an einem dynamischen Hebungsantrieb aus der Höhe. Die Musik spielte entsprechend nördlich und westlich von dir. Das war zu diesem Zeitpunkt noch nicht als besonders kontraproduktiv einzustufen, da die Kaltfront ja den Antrieb später noch liefern würde, doch...

      ... der Cluster an der Konvergenz entwickelte sich deutlich stärker als berechnet, gegen 18.30 Uhr dürfte dich leichter Outflow getroffen haben - wieder etwas Energie weg.
      ... aus den Alpen heraus kam offenbar genügend Antrieb um den Deckel nordwestlich von München zu sprengen, Verfrachtung des Niederschlags mit der zunehmenden Höhenströmung nach Norden, Verdunstungs"kälte" - wieder etwas Energie in Grabfeld weg.
      ... letzte Hoffnung: Kaltfront. Die Gewitter daran sahen bis 23 Uhr auch noch ziemlich gut aus - auch im östlichen Teil. Jedoch kamen dann vermutlich noch leicht frontparallele Winde ins Spiel, wie in einigen Vorläufen des WRF angekündigt (der Hauptkomplex verlagerte sich ja nach Norden) + die bereits deutlich verminderte Energie - Lage in Grabfeld gelaufen.

      Beim nächsten mal trifft's dich wieder. :zwinker
    • Marco|Jena schrieb:


      ...erst mit Einzug des Whales Mouth...


      Kein Einzug, entweder es zieht etwas auf (-> "Aufzug") oder Schauer/Gewitter/Gewitterfront/Warm- oder Kaltfront zieht durch ("Durchzug") oder geht durch ("Durchgang").

      Marco|Jena schrieb:


      PS: mein Vermieter meinte heute, eine Funnelcloud zwichen dem Bodensee und Jena auf der A7 gesehen zu haben. Sein Handyfoto ist leider nichtssagend. Bin mal gespannt, ob die Sichtung von anderen Leuten bestätigt wird. Unwahrscheinlich ist es ja nicht...

      Zwischen Bodensee und Jena ist ja regional eng einzugrenzen :grübel Aber ja, das Potential für solche Erscheinungen bestand durchaus. Ich denke, man sollte immer mal die großen Wetterforen durchsehen, da sich wohl hier eher was finden wird.

      Dany (SM) schrieb:


      Nein, kein Chasing, keine Bilder zur Lage, aber eine kurze Äußerung:

      Nachdem schon ein paar Tage vorher die gestrige "Schwergewitterlage" groß verkündet wurde, "erwartet" man natürlich auch bei einer SW Lage im Einzugsgebiet, also dem Thüringer Südwesten "etwas".

      Auch hier habe ich Chris nichts hinzuzufügen. Es wird auch immer wieder solche Schwergewitterlagen geben, bei denen einige Regionen ausgespart werden. Chasen/Spotten ist und bleibt auch immer mit Glück verbunden und wer weiß, was du dieses Jahr noch zu sehen bekommst.

      @Jonas: Ich hoffe, dass du auch Bilder von dieser schönen aufziehenden Front ohne das lästige "M" hast?

      Markus
    • @Markus: da muss ich dich leider ein wenig enttäuschen... Zumindest von dieser Position habe ich nur mit dem störenden M drin, da kurz nach dem Bild es auch schon mit aller Wucht losging... *schäm* Ich musste mein Hauptaugenmerk auf das Tanken legen, da ich schon fast auf Reserve zu Hause losgefahren bin *nochmal schäm*

      Lg Jonas

      P.s. Ich habe aber noch die Front von einem anderen Standpunkt, nur leider nicht ganz so ausgeprägt.




      Wobei ich finde das "M" hat irgendwie was dabei :grins
    • Der Tag danach - Das Unwetter kam, sah und siegte

      Es hat sich schon angedeutet: Viele Modelle konnten das Unheil schon
      Tage im Voraus prognostizieren. Und dennoch kam es zu zahlreichen
      Schäden und sogar mehreren Verletzten.

      Die Wetterlage machte es möglich. Deutschland lag über mehrere Tage
      auf der Vorderseite eines Tiefdruckkomplexes über Westeuropa. Damit
      verbunden wurden immer wieder sehr warme Luftmassen von Afrika über
      das Mittelmeer nach Deutschland geführt. Wie in den letzten Tagen
      schon oft beschrieben, wurden Höchsttemperaturen jenseits von 37 Grad
      gemessen. Die Labilitätswerte (z. B. CAPE - Convective Available
      Potential Energy), welche zum Beispiel für eine intensive Entwicklung
      benötigt werden, stiegen täglich. Das CAPE erreichte schließlich
      Werte nahe an die 5000 J/kg. Im Normalfall liegen diese um bzw. unter
      100 J/kg. Wie Herr Beyer am 18.06. schon beschrieben hat, ist also
      reichlich CAPE bzw. Instabilität vorhanden gewesen. Jedoch fehlte es
      zunächst sowohl an Feuchte am Boden als auch an Hebung. Daher waren
      Gewitter anfangs eher selten.

      Erst mit Annäherung des Höhentiefs aus Westen wurde vermehrt auch
      feuchtere Luft nach Deutschland befördert. Dies bedeutete dann der
      Auftakt zum großen Spektakel. Insbesondere in den Bergen konnten sich
      nun typische Hitzgewitter bilden, die am 19.06.13 und der Nacht zum
      20.06.13 vereinzelt durch einen unwetterartigen Verlauf für Aufsehen
      sorgten. Als nun am Donnerstagmorgen Hebungsprozesse vorderseitig der
      Kaltfront von Westen nach Deutschland drängten, gab es kein Halten
      mehr. Wie Herr Beyer aufzeigte, waren nun alle drei Zutaten
      ausreichend vorhanden, sodass das Spiel begann. Schon gegen 7 Uhr
      mussten erste Gewitterzellen im Saarland als Unwetter bewarnt werden.
      Diese wanderten im weiteren Verlauf nach Norden bis ins nördliche
      Nordrhein-Westfalen. In den Mittagstunden entwickelte sich zudem noch
      eine Gewitterlinie, welche sich vom Emsland bis nach Unterfranken
      erstreckte und im weiteren Verlauf eine nordöstliche Verlagerung
      einschlug. Bis zum Abend beherrschten die Gewitter weite Teile Ost-
      und Norddeutschlands sowie Bayerns. Dabei wurden im Laufe des Tages
      beeindruckende konvektive Phänomene beobachtet. So türmten sich die
      Wolken bis in eine Höhe von über 12 km auf und erreichten dort
      Temperaturen von unter -61 Grad. Der vertikal integrierte
      Wassergehalt der Wolken - Wassermenge in der Wolkensäule, die
      innerhalb einer Stunde als Niederschlag ausfallen kann - wurde vom
      Radar teilweise mit über 80 Liter pro Stunde angegeben. Zudem
      herrschten in den Wolken sehr hohe Vertikalgeschwindigkeiten (sehr
      starke Auf- und Abwinde), die für eine extreme Hagelbildung sorgte.
      In der ersten Nachthälfte sorgte dann die Kaltfront selber für
      Unheil. Durch Hebungsvorgänge an der Front selber wurden nochmals
      starke bis extreme Gewitter ausgelöst. Diese rollten mit Sturm-
      teilweise sogar mit Orkanböen (Stärke 12) und wiederholt Starkregen
      mit bis zu 60 Liter pro Quadratmeter von Südwesten ins Land. Erst in
      der zweiten Nachthälfte beruhigte sich die Wetterküche zusehends. In
      vielen Bereichen Deutschlands durften die Bürger den Tag sogar bei
      Sonnenschein begrüßen. Jetzt beginnt das große Aufräumen und für uns
      natürlich die Zeit der Analyse. In diesem Sinne möchte ich Ihnen ein
      paar Beobachtungsdaten des ersten richtigen sommerlichen
      Unwettertages des Jahres an die Hand geben.

      In den letzten 24 Stunden (06 Uhr, 20.0613 bis 06 Uhr, 21.06.13)
      versorgten die zahlreichen Gewitterzellen das ganze Land mit
      Tausenden von Blitzen. Insgesamt wurden über ganz Deutschland über
      230000 Blitze beobachtet. Bei den Hageldurchmessern wurden teilweise
      die 7 cm gemessen.

      Zudem führten die Gewitterzellen streckenweise zu extremen
      Starkregen. So fielen gleich an mehreren Orten innerhalb von weniger
      als 3 Stunden (örtlich sogar nur in kurzer Zeit) Niederschlagsmengen
      von über 50 Liter pro Quadratmeter. Herausragend sind hier die Orte:

      Deuselbach 79 l/qm (08 bis 11 Uhr, 20.06.13)
      Reken-Gross Reken 66 l/qm (14 bis 17 Uhr, 20.06.13)
      Wusterwitz 66 l/qm (20 bis 23 Uhr, 20.06.13)
      Dülmen 65 l/qm (14 bis 17 Uhr, 20.06.13)
      Monschau-Kalterherberg 64 l/qm (20 bis 23 Uhr, 20.06.13)
      Pegnitz 61 l/qm (20 bis 23 Uhr, 20.06.13)

      Im 24-Stundenzeitraum wurden dann sogar noch wesentlich höhere Werte
      erreicht.

      Deuselbach 101 l/qm
      Hoyerswerda 78 l/qm
      Monschau-Kalterherberg 77 l/qm
      Bochum 74 l/qm
      Wusterwitz 73 l/qm

      Insbesondere mit Durchzug der Kaltfront frischte auch der Wind noch
      einmal kräftig auf. Dazu auch einen Blick auf die gemessenen
      Spitzenwindgeschwindigkeiten:

      Lautertal-Hörgenau 122 km/h bzw. Windstärke 12 (00 bis 01 Uhr,
      21.06.13)
      Alsfeld 112 km/h bzw. Windstärke 11 (00 bis 01 Uhr, 21.06.13)
      Rheinstetten 112 km/h bzw. Windstärke 11 (21 bis 22 Uhr, 20.06.13)
      Nümbrecht a. d. Lindchen 108 km/h bzw. Windstärke 11 (13 bis 14
      Uhr, 20.06.13)
      Hornisgrinde 108 km/h bzw. Windstärke 11 (20 bis 21 Uhr, 20.06.13)
      Trier-Petrisberg 104 km/h bzw. Windstärke 11 (20 bis 21 Uhr,
      20.06.13)
      Bad Kissingen 104 km/h bzw. Windstärke 11 (20.06.13 Uhr, 20.06.13)
      Hoherodskopf 104 km/h bzw. Windstärke 11 (20.06.13 Uhr, 20.06.13)
      Berlin-Schönefeld 101 km/h bzw. Windstärke 10 (20.06.13 Uhr,
      20.06.13)

      Bei den ganzen Messungen müssen wir aber bedenken, dass Gewitter
      gerne "Slalom" um die Messstationen herum ziehen. Dies bedeutet, dass
      die Beobachtungen nicht unbedingt auch die wirklich aufgetretenen
      Spitzenwerte wiedergeben, sondern stattdessen nur einen Anhaltspunkt
      für die Intensität liefern. In diesem Sinne hoffen wir mal, dass die
      vergangene sehr warme Periode nicht gleich auch die Letzte war und
      wir in diesem Sommer noch viele sommerlich warme Tage - möglichst
      ohne Unwetter - genießen dürfen.


      Dipl.-Met. Lars Kirchhübel
      Deutscher Wetterdienst
      Vorhersage- und Beratungszentrale
      Offenbach, den 21.06.2013

      Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
    • Upward Lightning auf der GoPro ?

      Hallo zusammen.

      Bei der Sichtung meiner UWW-Videoaufzeichnungen (30fps) vom MCS am 20.06.2013 über Thüringen / Sachsen-Anhalt fiel mir auf, dass es postfrontal vereinzelt Blitze gab, die vom Boden in den Himmel zu steigen schienen. Ich stieß auf die anscheinend noch recht jungen Aufnahmen zum "Upward Lightning" und fand Ähnlichkeiten.

      Bei meiner Beobachtung ereignete sich in der Umgebung zunächst ein Erdblitz. Anschließend wächst von einer Antenne/Schornstein/o.ä. ein sich in die Breite verästelnder Blitz in den Himmel. Der erste Videoschnipsel ist dahingehend recht eindeutig. Beim zweiten Blitz bin ich mir nicht hundertprozentig sicher - wobei es wieder Ähnlichkeiten gibt.

      Blitz 1: Steuden, Sachsen-Anhalt ~ 21 Uhr (51.407925,11.766151)
      Blitz 2: Farnstädt, Sachsen-Anhalt ~ 19.45 Uhr (51.441991,11.545676)

      Hier das Video - bitte um kritischen Blick drauf:

      [video]http://www.youtube.com/watch?v=GxJOG3eaDd4[/video]

      Lg Marco
    • Hallo Marco,

      als Elektrotechniker muss ich dir sagen, dass es eigentlich vollkommen egal ist, von welcher Seite der Potentialausgleich statt findet... Ob von Plus zu Minus oder von Minus zu Plus scheint hierbei keine Rolle zu spielen.
      Wobei, wenn man ein wenig weiter in Detail geht, kommt es wahrscheinlich darauf an in wie weit sich beide Pole aufladen.
      0V als Potential ist sagen wir mal Minus und der Pluspol ist stark geladen, dann wird der Blitz eher vom Pluspol aus statt finden.

      Anders sieht es in folgendem Beispiel aus:

      MinusPol hat -100.000V und der PlusPol hat 10.000V dann wird Blitz eher vom MinusPol ausgehen.

      Ein weiteres Beispiel:

      MinusPol und PlusPol haben die selbe Ladung nur entgegengesetzt, dann spielt wahrscheinlich ein wenig der Zufall eine Rolle...

      Man möge mich verbessern, wenn ich falsch liege.



      In deinem Video eine Erklärung zu finden gestalltet sich als relativ einfach, wenn ich da an meine Feldmühle zurück denke.
      Durch eine Blitz wird Ladung aus der Wolke zum Boden trasportiert. Hierbei geht die Ladung am Boden dann nicht gegen Null sondern verbleibt im negativem oder positivem Bereich.
      Durch starke Blitze kann auch mehr Ladung zum Boden transportiert werden, was einen darauf folgenden Blitz in die andere Richtung erklären könnte.

      Ich hoffe ich konnte helfen.

      Lg Jonas