8. Extremwetterkongress Hamburg - Neues von Klima, Wetter usw.

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    • 8. Extremwetterkongress Hamburg - Neues von Klima, Wetter usw.

      2 Tage Extremwetterkongress liegen hinter mir und brachten eine Vielzahl an neuen Erkenntnissen, interessanten Eindrücken und zahlreiche nette Bekanntschaften. Ich gebe hier mal ein paar Wissens- und Bildereindrücke, die ich so mitgenommen habe.

      Tag 1

      Die Vorträge am 1. Tag starteten 12:30 Uhr. Vormittags erledigte ich die Skywarn-Zertifizierung und war mit ein paar Chasern aus dem Land im Gespräch. Der erste Vortrag wurde von Dr. Paul Becker (Vizepräsident des DWD) zum Thema "Findet der Klimawandel wirklich statt"durchgeführt. Anschließend ging Prof.Dr. Mojib Latif auf die Rolle der Ozeane beim Klimawandel ein. Dabei trug er vor, dass die Tiefsee in den südlichen Ozeanen mehr Wärme aufnimmt, die Forschung dazu aber noch mehr betrieben werden müsste. Die Meeresoberfläche kühlt hingegen ab. Mit einem immer wieder in den Medien betonten prognostizierten Anstieg des Meeresspiegels hat dieser Effekt allerdings nichts zu Tun. Die südlichen Ozeane könnten zukünfig bei dieser Thematik eine wichtige Rolle spielen. Er verwies auch auf den neuen IPCC-Report, der demnächst veröffentlicht wird.

      2013 ist mit Stand September das zweitteuerste Naturkatastrophenjahr in Deutschland. Die Hagelunwetter vom 27.07./28.07.2013 sind die teuersten Hagelereignisse in der BRD (2,3 Mrd. €) und haben somit den Münchener Höchstwert aus dem Jahr 1984 überboten. Diese und noch weitere weltweite Zahlen stellte Prof.Dr. Peter Höppe von der MunicRe vor. Wie schon sein Vorredner, Prof.Dr. Guy Brasseur vom Climate Service Center berichtet er von einer Zunahme der spezifischen Feuchte in der nördlichen Hemisphäre im Zeitraum 1973 - 2012. Auch eine größere Menge Wasserdampf in der tropischen Stratosphäre wurde angemerkt.

      Sven Plöger hätte gern mehr Zeit für seinen Vortrag gehabt... Die Botschaft kam hingegen zumindest bei den EWK-Teilnehmern an und kann auch hier nachgelesen werden. Welche Auswirkungen Hitzewellen auf die Gesundheit haben, zeigte Dr. Christina Koppe-Schaller von der Abteilung Klima- und Umweltberatung des DWD. Besonders am Beispiel "Hitzesommer 2003" zeigte sie u.A. auf, dass die Sterblichkeit ischämischer Herzerkrankungen bei der Sterblichkeitsrate nachweisbar und differenzierbar ist. Der Sommer 2003 zählte mit der Hitzeperiode im August in Europa zu der tödlichsten Naturkatastrophe mit 70.000 Todesopfern seit 100 Jahren.

      Guido Halbig von der Abteilung Klima- und Umweltberatung des DWD ging auf die Niederschlagstrends in der Region Köln bis Ende des Jahrhunderts auf der Basis von regionalen Klimaprojektionen und Extremwertstatistiken ein. Dazu wurde Einblick in das Projekt "KÖLN-21" gegeben, was Anpassungsstrategien u.A. für Hitze und Starkniederschläge beinhaltet.

      Weitere Vorträge lies ich am Abend außen vor. Bilder/Videos habe ich am ersten Tag nicht gemacht.




      Tag 2

      9:00 Uhr ging es mit der Wetterbesprechung los. Dipl.-Met. Wolfgang Seifert vom DWD blickte auf die aktuelle Wetterlage und gab einen Ausblick:



      Thomas Miltner stellte unter dem Titel "Voller Einsatz für den Wetterbericht" die Arbeit des meteoroglischen Fernsehteams des SWR vor. Beeindruckende Bilder und ein Blick hinter die Kulissen zeigten nicht nur die Vielfalt sondern auch Leidenschaft und viel Initiative der Mitarbeiter.



      Besonders erfrischend stellte Dipl.-Met. Frank Abel von Meteogroup die "stille Post der Prognose vom Text der Meteorologen über den Moderator hin zum Hörer/Zuschauer" vor. Hierzu ein paar Eindrücke:







      Anschließend gab es in der Talkrunde noch einen lebhaften Austausch, wie Wetter bzw. Ereignisse wie das diesjährige Hochwasser -besonders bei Privatsendern- vermittelt wurden:



      Über die Erkenntnisse der Messung von Hydrometeoren in winterlichen Cumulonimben mit Hilfe eine holografischen Messinstrumentes auf der Höhenforschungsstation Jungfraujoch berichtete Oliver Schlenczek:



      El Reno - Analyse zum größten Tornado der USA in Verbindung mit einem Gedenkvortrag zum Tode Tim Samaras trugen Sven Lüke, Ansgar Berling und Andreas Kollmohr vor:

      Sounding-Vergleich zum legendären May, 3 - Tornado 1999 (links) und zum May, 31 - Tornado 2013 (rechts):



      Für mich persönlich heikel, der Bevölkerung zu raten, mit dem Auto nach Süden auszuweichen, wenn man keinen Schutzbunker hat:



      Eine Analyse anhand der GPS-Trackings zeigt den Ablauf der Ereignisse:



      Das Originalvideo dazu hier:



      Sven Lüke während des Vortrages:





      Ansgar Berling ging noch einmal detailiert auf die Arbeiten von Tim, Paul und Carl sowie die Personen an sich ein:



      In der anschließenden Talkrunde ging es auch noch einmal darum, was die Ereignisse in der Chaserszene verändert haben (oder auch nicht?):



      Das Hochwasser 2013 war Thema mehrerer Vorträge. Dr. Annegret Gratzki von der Abteilung Hydrometeorologie des DWD ging auf die meteorologischen Bedingungen ein:





      Anschließend gab das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe Einblick in das Risikomanagement Hochwasserschutz bei Sturzflutereignissen im Rahmen der Umsetzung der EU-HWRM-RL, einer Praxisstudie durchgeführter Hochwasserschutzmaßnahmen und die Risikokommunikation in Sturzflutgebieten.

      Der Frage, ob die Schneelasten der vergangenen Winter in Deutschland extrem waren, ging Dr. Bodo Wichura der Abteilung Klima- und Umweltberatung des DWD nach. Ein paar Eindrücke:













      In positiver Erinnerung dürfte den Anwesenden der Vortrag von Dr. Klaus Arpe geblieben sein. War das Wetter in der Eiszeit kälter als im März 2013?









      Annette Ganske (Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie) lieferte neue Forschungsergebnisse zu einer Windzunahme auf der Nordsee in Folge des Klimawandels:





      Anschließend referierte Prof. Thomas Frisius von der Universität Hamburg über die Betrachtung zum Schwellenwert der Ozeanoberflächentemperatur für die tropische Zyklogenese und ob diese Größe vom Klimazustand abhängig ist:









      Vorhersage in der konvektiven Saison unter Zuhilfenahme von Ensembledaten von COSMO-DE von Marcus Beyer:









      Ist Blitzortung.org Spielerei oder ernstzunehmende Alternative? Es referierten Prof. Dr. Egon Wanke und Tobias Volgnandt:











      Es ging über zur Forschung hinsichtlich neuer Technologien für den aktiven Blitzschutz:









      Zum frühen Abend wurden die Medienpreise Meteorologie verliehen. Das Bild des Jahres lieferte Dennis Oswald, weitere 2 Preise gingen an Georg Haas und Dipl.-Met. Robert Hausen (www.wetterturnier.de). Ein paar Eindrücke:







      Marcus Beyer vergab auch an Frank Böttcher entsprechende Preise, worüber er sich sichtlich freute :grins





      Ein Feuertornado wurde präsentiert:





      Ein "Storm-Chasing Unterrichtsfach" hätte ich auch gern gehabt. In dem Sinne Respekt an Lars Prignitz:





      Der Abend endete mit dem Skywarn-Symposium und aktuellen Diskussionen zum Thema Spotten und Chasen, Rückblick auf 10 Jahre Skywarn, Meldungen vs. Warnungen und wurde abschließend beendet mit einem ausführlichen Chasingbericht von Heiko Wiechmann zur Tornadojagd in Kansas 2012.



      Es werden sicherlich noch ein paar Videos folgen, dauert noch etwas (zumal ich noch etwas am Ton der Gopro nachbearbeiten muss).

      Markus