14.08.2020 | Stationäre Gewitter in Dresden mit Shelfcloud

  • Hallöchen an die Runde,


    Ich melde mich mal wieder mit einem kleinen Bericht, diesmal aus dem sächsischen Dresden.


    Die Modelle schwankten in den einzelnen Läufen doch recht rabiat, besonders Rapid sprang hin und her, ob es in Dresden was zu sehen gäbe oder nicht. So ganz wollten die Zellen aus dem Erzgebirge nicht herausziehen, wie zuvor berechnet. Eine lokale Konvergenz, die zunächst über der Region Bautzen lag, schwenkte dann durch bzw. regenerierte sich, so dass sie dann auf einer Linie Leipzig-Riesa-Dresden lag.


    Zu Beginn, bevor es sehr dunstig wurde und es versprach, eine absolute Sumpflage zu werden, zeigte sich doch noch ein schöner 22 Grad Ring:


    Anschließend setzte Konvektion ein und die ersten Zellen außerhalb des Erzgebirges entstanden südlich und westlich von Dresden. Auch über dem Ostenrand Dresdens entwickelten sich Zellen, vermutlich mit Ourflowbedingter Unterstützung aus dem Erzgebirge. Was jedoch das eine triggert, killt das andere. Eine Zelle bei Meißen mit Backbuilding entschärfte es sofort, man konnte förmlich zusehen, wie es den südlichsten Aufwind abwürgte. Hier letzte Reste:


    Im Dunst wurden die Zellen in Ostdresden zunehmend interessant und tatsächlich, sie entwickelte eine Böenwalze, die sich später zu einer Shelfcloud mauserte:


    Ähnlich wie Ende August letzten Jahres bei mir in Bucha (SHK) kündete eine Absenkung bzw. "Pseudowallcloud" vom Höhepunkt des Zelllebens:


    Wenig später begann dann die Shelf auch schon auszurollen und sich zu entkoppeln:



    Die Reste überquerten uns und die Böenlinie kam durch. Die Temperatur wurde von 28 Grad Celcius auf 21 gedrückt:


    Dahinter entwickelte sich eine neue Zelle, welche nochmals den Ansatz machte, Strukturen auszubilden und began, die letzten Reste der vorangegangenen Shelf um sich herum zu ziehen:


    Bis auf wenige Erdblitze war an elektrischem nicht viel zu sehen, aber dennoch eines der wenigen strukturellen Highlights im karken Jahr 2020.


    Da zunehmend rings um unseren Standort neue Zellen entstanden, fuhren wir zurück und beobachteten von der Wohnung aus. Unser Standort blieb dennoch mit 2,2mm am trockensten.

    Siehe hierzu die Niederschlagskarte:

    Niederschlagssumme Dresden, 6std) vom 14.08.2020, 21:50 Uhr | Wetter von kachelmann.


    Das ganze System gewann nun auch etwas am Zuggeschwindigkeit und so gerieten wir schnell in den rückseitigen Niederschlag.

    Dennoch war der Himmel schön dynamisch, neben einzelnen Erdblitzen, u.a. einen 72kA starken Posi:


    Überraschend interessanter Tag gestern, auch wenn es mit dem Regen nicht komplett geklappt hat.


    Mal sehen, was die nächsten Tage noch kommt,

    Gruß Florian