Beiträge von Florian T. Lauckner

    Sieht irgendwie interessant aus. Als ob der Aufwindbereich irgendwo gegen stößt, breit läuft und zeitgleich aber weiter nach oben geht. :/


    Karsten hatte das (mit Vermutung von J. Zimmer) so erklärt, dass die Systeme im Westen Deutschlands einiges an Masse nach oben befördert haben, welche woanders natürlich wieder Richtung Boden muss - die Cirren, die über der Zelle hingen, waren sowieso noch Ausläufer von den Eisschirmen im Westen, was dann wiederum von der LP die Konvektion gehemmt haben könnte.

    Bin mir jetzt auch nicht 100% sicher, würde aber in der Bewertung eher zu einer klassischen SZ tendieren.

    Vielen Dank zunächst für das Feedback - das mit der LP hätte ich noch besser zur Diskussion stellen können, die Annahme stützt sich zumindest auf die Einschätzungen von Karsten und Anton, auch Oscar geht davon aus, zumindest was die Entwicklung dann ab nördlich von Leipzig betrifft.


    Und natürlich beziehen sich die Aussagen zum Lvl3 auf den Raum Thüringen, Sachsen Anhalt und Sachsen!

    Ich bin gespannt!

    Hallo an die Foren- und Vereinsgemeinde!


    Der gestrige Tag hängt noch nach, so will ich die Erlebnisse schnell hier "zu Papier bringen" :D


    Die Ausgangslage

    Am Morgen war laut den Modellen recht deutlich klar, was der Tag versprach zu werden - es sollte eine Südharzzelle kommen. Estofex erhöhte am Vormittag auch die Warnung auf Level 3 - war damit der Flopp vorprogrammiert? Oder überschlugen sich doch die Erwartungen? Fraglich, was genau da in mir nun wirkte, aber seien wir ehrlich, ich war gespannt wie selten zuvor.

    Gegen 13 Uhr brachen Anton Koetsche , KarSteN , Oscar Ritter und ich von Leipzig entlang der A38 an die Grenze Sachsen-Anhalt / Thüringen auf und positionierten uns bei Alltstedt auf einen Hügel. Die Sicht war diesig, die Luft feucht, einige elevated konvektive Reste zogen südlich vorbei und lösten sich nach und nach auf. Die Einstrahlung war gut und der Nowcast gestartet. Es wurden mehrere Prognosesoundings durchgespielt und die Lage beurteilt, während wir warteten, bewegte sich eine kleinere Konvergenz auf unseren Standort zu, an der es im Grenzgebiet Hessen / Thüringen begann konvektiv sich zu entwickeln, erste Gewitter entstanden, welche jedoch nicht sonderlich beeindruckend waren. Derweil hatte sich auf dem beschaulichen Hügel eine bemerkenswerte "TSC Chaser Konvergenz" entwickelt und die Lage wurde sondiert, über floppende Level 3 gewitzelt.


    Die Strecke von dem gestrigen Tag (Quelle: Google Maps):



    Die Jagd beginnt - Entwicklung einer Superzelle...

    Bei Meiningen entwickelte sich derweil eine markante Zelle, aber der Fokus blieb dann doch auf zwei Zellen, welche sich südwestlich unseres Standortes befanden und begannen zusammenzuwachsen (Siehe dazu: Radar HD+, Regenradar vom 20.05.2022, 18:10 Uhr - Mansfeld-Südharz | Wetter von kachelmann.).

    Dazu dieses Bild, welches das Zusammentreffen zeigt:


    Unser Team war dann das erste, welches zuckte und entschied, sich wieder entlang der A38 Richtung Ost zu verlagern und dabei darauf zu setzen, dass ich von beiden Zellen die südlichere durchsetzen und so eine eventuelle Organisation der neu entstehenden Zelle bewirken könnte. Und so in etwa sollte es auch kommen. Auf dem Radar zeigte sich, dass ein neuer Aufwind sich am südwestlichen Zipfel der beiden Vorangegangenen entwickelte und die Sache interessant machte.

    Wir suchten uns einen neuen Standort und beobachteten - der Inflow machte sich anhand der Windräder und der feuchten Luft stark bemerkbar, über uns im Eisschirm blitzte es hoch frequentiert und das nicht ohne, mehrere kräftige positive Entladungen waren langanhaltend zu hören, teilweise zu sehen - was ein Sound, es war beeindruckend (Siehe dazu: Blitzortung Saalekreis vom 20.05.2022, 19:05 Uhr | Wetter von kachelmann.)

    Einen Blitz erwischte ich auch mit meinem Lightningtrigger, Karsten schmückte das ganze immer wieder mit einem lautem "Flash!!!" oder "Donk(?)" :P Derweil begann sich, der Aufwindbereich zu separieren.


    Abermals hieß es Verlagern, denn die Entwicklung sah sehr vielversprechend aus. Auf dem Weg in Richtung Milzau und dahinter zur A38 baute sich der Aufwindteller großartig aus und der Aufwind begann frei zu stehen, die mittelhohe Bewölkung nahm immer mehr ab. Dazu immer wieder Wolkenblitze, Donnergrummeln - die Südharzzelle war wohl geboren. Kurzerhand schossen Markus , Thomas Klein und Felix L. an uns vorbei, als wir uns wieder ins Auto schwangen und zur A38 aufbrachen.


    Unterwegs waren die Augen gefühlt mehr in Richtung der Zelle gerichtet als auf die Straße, denn die Aussicht war einfach grandios. Als wir bei Kleinpößna an der A14 am nächsten Standort ankamen, klappte mir sprichwörtlich einfach nur die Kinnlade herunter. Der Aufwind völlig freistehend, mit Tailcloud, Wallcloud und nahezu das volle Programm - Niederschlag und Aufwind waren recht weit voneinander getrennt. Derweil schwächte sich die Blitzfrequenz laut Karte leicht ab - wir beobachteten das mit einer leichten Abschwächung des Aufwindturms, welcher in seiner Ästhetik leicht einbüßte.


    Die freistehende LP-Superzelle(?) direkt vor uns. Der oben rechts vom Aufwindteller leicht ausgebeulte Bereich markiert die alte Aufwindzone - dahinter ein neuer Aufwindturm, welcher für die Zelle einen neuen Zyklusbeginn bedeutete. Die Blitzfrequenz nahm stark zu und sollte noch lange anhalten - die Zelle war laut Radar sehr langlebig unterwegs. Interessant war auch zu beobachten, wie der Aufwind den Niederschlag wieder in sich auffraß und in den Wolkenturm zog, das hatte mich ein klein wenig an die Imperial Zelle von 2019 erinnert, natürlich nicht in der ausgeprägten Form. Der Aufwind hing wohl direkt über dem Stadtgebiet, so der Eindruck von diversen Bildern und Videos, die uns auf den sozialen Netzwerken zugeschickt wurden.


    Während wir dort standen, hielt kurzerhand auch ein älteres Ehepaar und fotografierte mit uns zusammen, während sich Anton mit ihnen unterhielt.


    Detaillierter Blick auf den Aufwindbereich:


    Was auffiel, dass die Zelle vergleichsweise nicht so hochreichend war, wie bei anderen Gewittern. Sich die Ausbildung eines Eisschirmes nicht ergab, sondern der CB eher als Calvus in die Höhe wuchs und dort verweilte. Dafür bildeten sich Schattenstrahlen aus, als der Aufwind darüber liegenden Cirrostratus im Abendlicht erreichte. Schön war für mich auch zu sehen, wie der RFD Live in den Aufwindbereich hereindrückte und die Wolken bogenförmig aufzerrte.

    Der neue Aufwind schien sich derweil sich um den alten herum zu schrauben:


    Während die Zelle zunehmend sich entfernte, wollten wir das sich entwickelnde Bow Echo aus Thüringen kommend abfangen und sondierten über einen möglichen Standort. Durch die infrastrukturellen Umstände war es schwer, sowieso mit ihr mithalten zu können - die Bundesstraßen führten durch viele Ortschaften und der Verkehr dort ist aus eigener Erfahrung durchweg eher bescheiden. So hieß nun auch hier, die Ausrüstung leicht greifbar zu verpacken und es ging zurück über die A14 und A38 auf die A72.


    Der letzte Blick auf die Zelle, ehe wir von ihr ablassen:


    Zeitraffer des Aufzugs bei Leipzig:

    Raffer Klein.mp4


    Der Abschluss - Shelfcloud mit Sturm und Crawler


    Während wir unterwegs waren, zeichneten sich schon laminare Strukturen ab. Parallel dazu wurde es schnell dunkel, die Sonne war untergegangen und der Schatten der aufziehenden Gewitterlinie lag über uns. Es schien, als würde erst mit Näherrücken der Linie die Blitzaktivität auch zunehmen (Was dann auch so war, die Linie erfuhr über Leipzig einen wahren Push der Blitzaktivität, siehe auch: RadarHD-Stormtracking vom 20.05.2022, 21:15 Uhr - Nordsachsen | Wetter von kachelmann.). Viel Zeit zum Fotografieren blieb nicht, denn noch während die Shelf knapp vor uns war, kamen die ersten Tropfen an.


    Der Regenkern schwach von einem Blitz illuminiert:


    Die Shelf zog soeben über Leipzig, wir standen südlicher am Haihner See bei Rötha, zwischen Borna und Lippendorf:


    Kaum im Auto, wurden wir von der Böenlinie erfasst und der Regen prasselte nahezu waagerecht auf das Auto von Anton. Dabei wackelten auch schwere Böen an uns - Am LIM in Leipzig wurde eine Böe mit 84 km/h gemessen. Das Schauspiel war nach wenigen Minuten auch wieder vorbei und es tanzten rückseitig die Crawler über uns. Wir verlagerten uns nur um wenige Hundert Meter und begannen, die Lightshow zu genießen...


    Einer der rückseitigen Entladungen, hinter uns klarte es erstaunlicherweise schnell wieder auf:



    Heimweg und Fazit:

    Alsbald die Linie abgezogen war, machten wir uns auf den nun mittlerweile recht kurzen Heimweg. Die Straßen innerhalb Leipzigs unterschieden sich teilweise recht arg im Schadensbild, je nach dem wo der Wind wohl gut kanalisiert wurde, so lagen in meinem Stadtteil recht viele größere Äste auf der Straße. Dazu war durchweg neben dem Dröhnen des Rammstein-Konzerts Sirenengeheul von Feuerwehren zu hören...


    Mehrere größere Äste liegen entlang der Philip-Rosenthal-Straße, höhe Psychiatrie:


    Doch was gilt es nun zum Abschluss zu sagen? Das große, gewaltige Unwetter blieb zum Glück für Mitteldeutschland im Allgemeinen aus. Die ärgsten Zellen waren beispielsweise bei Paderborn zu finden und auch über Bayern zog (abermals) eine kräftige Unwetterlinie hinweg, welche verbreitet schweren Sturm und größeren Hagel mit sich brachte. Zwar entwickelte sich auch die von vielen Modellen berechnete Südharzzelle, jedoch hatte diese mächtige Startschwierigkeiten und war dann in der Fläche auch nicht so ausgeprägt, auch wenn sie ausdauernd war. Auch das Bow Echo erschien, ebenfalls bedeutend schwächer als in den Prognosen. Über den Einfluss des vorlaufenden konvergenten "Gedöns" wird wohl auch noch zu reden sein.

    All in all stand wohl nicht das volle Maß der Energie zur Verfügung. Das Level 3 war somit in meinen (noch unerfahrenen) Augen zumindest für Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt nicht zutreffend - korrigiert mich gerne, wenn ihr das anders seht!

    Anton Koetsche - hast du schon was näheres herausfinden können, weswegen nun die Sicht auf die Zelle so überraschend gut war und sich keine vermatschte HP gebildet haben könnte?


    Somit war der gestrige Tag ein gelungenes erstes Highlight in der doch noch recht jungen Saison.


    Was zusätzlich definitiv nicht unerwähnt bleiben soll, ist die hervorragende Kommunikation zwischen Akteuren, sprich Chasern und präsenten Medien und dem daraus wohl abzuleitenden Warnerfolg - Markus , Hut ab für diese Leistung und vielen Dank. Auch vielen Dank an die Referenten zur Lagebesprechung!

    Allgemein in meinem Umfeld hatte ich das Gefühl, dass die Menschen zunehmend sensibler für etwaige Unwetter werden, was äußerst gut und wünschenswert ist.


    Somit sind wir am Ende angelangt! Vielen Dank fürs Mitlesen und ich hoffe, wir hören / sehen uns bald wieder.

    Viele Grüße,

    Florian

    Meinerseits auch ein paar Bilder von gestern Abend. Ich hatte die zwei Stunden Gewitterfeeling durchweg am bzw auf dem Völkerschlachtdenkmal verbracht, aber von der ersten Zelle kaum mehr als Geflacker gesehen, während ich mich wo unterstellte.


    Zweite Zelle als Nachzügler während der späten Dämmerung:





    Viele Grüße,

    Florian

    Zuerst zeigte sich ein Parry-Bogen

    Klasse beobachtet, ich würde jedoch sagen, dass es sich hierbei eher um den oberen Berührungsbogen handelt. Das gemeinsame Auftreten von ZZB und OBB lässt auf Kristalle ähnlicher Art vermuten :D


    46° Ring

    Hierbei handelt es sich wohl eher um den Supralateralbogen, denn der Halo weicht in Richtung Horizont von der Kreisform ab.



    All in all great Capture, da blüht das Herz ^^

    In der Nacht vom 22. Dezember auf den 23. Dezember trat in Leipzig ein ungewöhnlich helles und kräftiges Halo um den Mond auf, sogar ein leicht rötlich brauner Saum wurde am oberen Teil des Rings erkennbar.

    Teilweise war der 22°Ring auch vollständig umschrieben.




    Euch allen frohe Weihnachten ^^

    Im Nachgang auch paar Bilder meinerseits aus Leipzig. Neben Böen entsprechendem Rauschen war auch durchweg Sirenengeheul zu hören.


    Schon früh brachen aufgrund einer Schauerlinie samt ersten Sturmböen einzelne größere Äste ab:


    Das Laub "state" sich an gewissen Punkten:


    Nach Höhepunkt des Sturms lagen einzelne Bäume, teils recht massiv und gesund u.a. im Friedenspark. Teilweise lagen auch Autos darunter.



    Hier in Jena gab es heute zwischen 15 - 16 Uhr schöne Nebensonnen + Haloerscheinungen am Himmel zu sehen.....

    Glückwunsch zur Sichtung Kay!


    Ein tolles Phänomen hast du da erwischt:
    22° Ring
    Nebensonnen
    Oberer Berührungsbogen
    Konkaver Parrybogen

    Supralateralbogen

    Zirkumzenitalbogen


    Kann sich also sehen lassen!

    In Leipzig hat es für selbige Halos (abgesehen von Parrybogen) gereicht.

    Am 22.08. war ich zusammen mit Thomas Klein in Jena unterwegs und es kam dann spontan noch zu einem kleinen Chaisng bis kurz vor Zeitz, ehe wir es dann nicht mehr schafften, uns vor die ohnehin mit einem Mal zusammenbrechenden Gewitter zu setzen. Karsten trafen wir auch noch zuvor kurz ^^


    Von den Kernbergen aus beobachteten wir einige Schauer:


    Zunächst bei Mörsdorf:


    Und dann bei Zeitz, unterwegs bildete sich eine kleine Böenwalze heraus, welche jedoch sehr schnell wieder in einzelne Teile zerfiel:


    ...und dann doch etwas laminares mit dazu:



    Anschließend brachen wir ab und machten uns auf den Heimweg. Mein Heimatort Bucha (SHK) wurde von einem Gewitter direkt getroffen, zwei Private stationen maßen jeweils 45 u. 25mm, was nochmal aufzeigt, wie kleinräumig es begann.

    Hallo und schönen guten Abend an die Runde ^^


    Derzeit bin ich im Raum Chiemsee im Urlaub und habe heute in einem Hallenbad eine nette Überraschung erleben dürfen. Dabei konnte ich mich mit einer Bademeisterin über deren Erfahrungen dort bezüglich Unwettern austauschen. Gegenseitig konnten Erfahrungen und Hintergründe der Erlebnisse ausgetauscht werden. Parallel dazu war wieder die nicht vorhandene Achtung vor dem Wetter bei den Menschen sowohl im Außenbereiches des Hallenbades als auch im Chiemsee selbst zu beobachten - weiter rumschwimmen oder ähnliches war zu beobachten.


    Aber nun ein paar Bilder, welche die Stimmungen etwas beschreiben sollen. Schon Stunden vorher rief der Eisschirm Halos und später auch Mammaten hervor. Bei schon recht lautem Donner konnte man allmählich Strukturen erahnen, was sich zu einer prächtigen Shelf mauserte:


    Der grünliche Schimmer war für mich ein absolutes Highlight - noch nie hatte ich es so erleben dürfen und mir wurde echt bange.


    Aus einem Video konnte ich tatsächlich einen Blitz einfangen - das hat keine 10 Sekunden gedauert, die Blitzrate war echt hoch:


    Dann brach der Regen samt Wind vollends herein - Es war so dunkel, so dass Straßenbeleuchtung und alles weitere anging. Durchweg grüner schimmer, das Dach sah nicht gerade gegenüber großem Hagel gewappnet aus - durch den Regen entstand ein Dröhnen in der Halle, es war eine richtig unglaubliche Stimmung.


    Zum Schluss zeigten sich Mammatus am Himmel und das fast den ganzen Horizont entlang.


    Die Bilder entstanden mit dem Handy, daher kommen die Stimmungen nicht ganz so rüber, wollte es aber nicht ungeteilt lassen :)


    Schönen Abend wünsche ich Euch allen noch ^^

    Etwas später gegen 18:30 bessere Kristalle über Jena, welche ein kleines Phänomen mit 22° Ring, beiden Nebensonnen, oberen Berührungsbogen, Zirkumzenitalbogen sowie Supralateralbogen für ca 25 Minuten hervorbrachte. Nebensonnen hatten fast bis vor wenigen Minuten bestand.



    Heyy an die Forengemeinde!


    Auch meinerseits nun ein größerer Bilderbeitrag zum Sonntag Abend / Nacht zum Montag.


    Am Sonntag stellte sich heraus, dass ich mit Marco unterwegs sein werde - Nach einem Telefonat zur Lageeinschätzung verabredeten wir uns zunächst in Bucha. Doch etwas passte nicht so ganz: Radarbild und Prognose in den Modellen stimmten nicht so ganz überein, alles schien wesentlich langsamer unterwegs und war auch nicht so heftig, wie eigentlich simuliert. Dies ließ uns einige Zeit hadern, ob wir aufbrechen oder nicht und so blieben wir erstmal bei Bucha. Immer wieder setzte kurzzeitig stratiformer Niederschlag ein und die Luft selbst fühlte sich gar nicht gewittrig an. Marco telefonierte derweil u. A. mit Markus und Heiko Wichmann, um deren Einschätzung zu hören. Ansonsten unterhielten wir uns über die verschiedensten Dinge.

    Die Zeit verging wie im Fluge, so dass wir gegen 20:45 Uhr nach vorheriger Castellanus Bewölkung ein erstes, eher konvektiv wirkendes Niederschlagsfeld beobachten konnten, auch zunächst mit etwas einer Art Basis:


    Entlang dieser gab es einige wogige Bewegung, welcher Asperatus nahe lagen:


    Um einen besseren Blick auf die kleine Zelle sowie die Umgebung zu haben, verlagerten wir uns in Richtung Amselberg, wo Kay auf uns traf und zusammen hielten wir die abendliche Szenerie fest. Zunehmend immer höhere Wolken entstanden, parallel dazu durchweg Virga:


    Blick nach Weimar, kurz vor Ortseingang Schorba:


    So mehr und mehr fiel uns ein dunkleres Wolkenband in Richtung Milda auf, welches wir schließlich zur Beobachtung anfuhren. Wir bauten auf, erwarteten aber noch nicht viel, als es auf einmal flackerte - der erste Blitz des Tages war zu sehen:


    Kleinerer Jubel brach aus und es wurde weiter beobachtet, während über uns sagenhafte Wellenstrukturen zu sehen waren, aus denen es immer wieder mal tröpfelte ~> Gewitternetze. In längeren, unregelmäßigen Abständen blitzte es immer wieder mal, während parallel dazu neue Zellen entlang einer Konvergenz entstanden:



    Wir entschlossen uns, zu verlagern, zunächst zum Windpark bei Bucha und anschließend bei Kleinschwabhausen, um dabei die nun entstandene Linie aus der Ferne zu beobachten. Trotz mancher grelle Blitze war kaum etwas zu hören, die Luft war drückend ruhig:





    So konnten wir perfekt die Zeit überbrücken, die es brauchte, bis das aufziehende System aus Bayern in Thüringen Einzug hielt. Mittlerweile war es Mitternacht. Für die Beobachtung der wohl kommenden Shelf überlegten wir, wohin wir uns verlagern, um diese in Empfang zu nehmen und entschieden uns für das Knoll bei Bucha. Vorlaufender Niederschlag, entstanden durch neu Zellen, erschwerten die Beobachtung + neue Strommasten, welche dem Bildaufbau im Wege standen. Mittlerweile war die Shelf durch Blitze zu sehen, eine Lösung musste her und wir fuhren zurück zum Windpark.

    Kurz sah es nach Besserung aus, ehe doch wieder Niederschlag einsetzte, die Shelf mittlerweile noch näher und so wurden wir kreativ und fotografierten aus den Fenstern heraus:


    Eine gespenstisch Stimmung, mitten in der Nacht solch eine Wolke zu sehen. Selbst dass es "nur" eine Shelf war, verschlug mir dennoch den Atem, ich staunte nicht schlecht:


    Anschließend überrollte uns die Shelfcloud samt Böenkragen und -linie, so dass der Regen mehr ins Auto gedrückt wurde. Wir fuhren unter heftigstem Starkregen zurück nach Bucha um in Blickrichtung Nord rückseitige Blitze wie etwa Crawler zu beobachten, doch das große Glück blieb aus:


    Abschließend beobachteten wir eine Szenerie, welche wohl selten so zu beobachten ist: Durch Niederschlagsabkühlung bildete sich im Saaletal Nebel, welcher durch die Seitentäler nach Bucha drückte und ein mystisches Bild erzeugte, als hätte jemand eine Nebelmaschine angeworfen. Dies beendete das Chasing auf ruhige Art, da auch nichts weiter zu erwarten und zu sehen war.


    Gegen 3 Uhr hieß es dann also wieder Ankommen zuhause.


    Fazit technisch lässt sich sagen, dass es eine gute Idee war, lokaler zu bleiben und abzuwarten, dafür sahen die Entwicklungen in BaWü und Bayern zu bescheiden aus, auch weil ein so langer Ausritt nicht geplant war. Der Tag wurde super entlohnt, nachdem Ernüchterung eintrat, da z.b. nach 19 Uhr noch immer die Gewitter nicht vor Stuttgart waren. Schlussendlich kam es dann doch ganz dicke und dies mit durchaus zufriedenstellenden fotografischen Ergebnissen. Nach zwei Jahren der letzten morgendlichen Shelf (20.06.2019) an nahezu gleicher Stelle lässt sich nur hoffen, dass es nicht wieder zwei Jahre zum warten braucht! All in all also mehr als gelungen!


    Ps: ggf Links werden Morgen im Tagesverlauf ergänzt

    Ein paar Bilder meinerseits der vergangenen zwei Tage, großartig unterwegs war ich nicht als rings um Bucha (SHK) herum.


    Freitag:

    Am Freitag beobachtete ich theoretisch nicht mehr als eine Zelle über Blankenhain, welche einen teils sehr starken Niederschlagskern entwickelte. Insgesamt ging die ganze Entwicklung wohl von retrograden Entwicklungen der ursprünglichen Zellen über Rudolstadt aus.


    Mindestens 3 Mal überstrich mich der Outflow von den Zellen, welche vom Ende der jeweiligen Zelle, aber dem beginnenden neuen Zyklus einer neuen Zelle kündete. Die letzte der Zellen zeigte dann neben Grummeln (endlich) Blitze. Zwei von fünf konnte ich mit meinem Lightningtrigger erwischen, der an diesem Tag seine Premiere feierte:


    Anschließend war die Show dann vorbei und nichts weiter geschah, außer dass allmählich stratiformer Regen einsetzte.


    Samstag:

    Der Samstag startete vergleichsweise ähnlich, ich sah wieder eine Zelle über Blankenhain und die letzten Momente des Tornados, als er sich auflöste und im Niederschlagskern (ziemlich mittig, direkt neben Aufwind) verschwand - das ganze ging viel zu schnell, weil ich aufgrund der ca. 20km Luftlinie noch sehr am hardern, was ich da sah und habe es völlig verschwitzt, ein Bild zu machen.


    Die Zellen in Richtung Saalfeld triggerten durch den Outflow ebenfalls neue Aufwinde, mehr als Grummeln war aber nicht drin, obwohl die Kontraste sehr schön waren:


    Am Abend erzeugte ein neuer Aufwind neben einer Zelle über Stadtroda eine schöne Szenerie über dem Saaletal, indem es die Feuchte förmlich verschlang:


    Bisschen grummelte es noch, mehr war aber nicht zu holen. Der extreme Regen wie in Altenburg etc. blieb zum Glück aus. Ob es heute noch was gibt, wage ich zu bezweifeln ?(