Beiträge von Florian T. Lauckner

    Heute brachte die Warmfront des Tiefdruckgebietes Ingo feinstes Halowetter nach Deutschland. Verbreitet wurden ausgeprägte Halophänomene beobachtet, so u.a. von Claudia & Wolfgang Hinz.


    Im Raum Jena waren der 22° Ring, 46° Ring od. Supralateralbögen, oberer u. unterer Berührungsbogen, beide Nebensonnen sowie der Horizontalkreis zu sehen. Besonders der obere Berührungsbogen präsentierte sich nochmals wunderbar kräftig zum Ende hin...



    Schöne Eindrücke von diesem herausragenden Ereignis. Vor allem Daumen hoch zum ZZB. Dein erstes Eisnebelhalo eigentlich?

    Es war das erste wirklich sichtbare, bei vorherigen Beobachtungen zeichnete sich alles nur durch verstärktes Glitzern in den jeweiligen Bereichen ab.

    Und danke der Worte, wobei ich dir aber zustimmen muss - Zumindest haben ein paar wenige Klassenkameraden die Lage zum Skifahren genutzt.


    Tat auch mal gut, wieder so lange bzw. oft mal unterwegs gewesen zu sein, ging alles mit der Zeit irgendwie unter...

    Hallöle an die Forengemeinde


    Nun finde ich auch die Möglichkeit, mal meine Impressionen zu zeigen, die ich auf insgesamt 4 Touren in der Woche mitgenommen habe.


    8. Februar

    Schon die ganze Nacht zum 08.02.2021 verfolgte ich den Schneefall bis ca. 5 Uhr, ehe ich dann auch mal schlafen ging - Wenn das Homeschooling eine Nebenwirkung mit sich brachte, dann dass mein Schlafrythmus gefühlt non existent war. Am Morgen wachte ich dann auf und traute meinen Augen kaum. Alles weiß, tiefverschneit... Man fand keine Worte für und das Gefühl war überragend - I mean, ich war ein Stöpsel von 8 Jahren damals, da freute ich mich über den Schnee allen - Aber nun? Kein Laut war zu hören, die Autobahn völlig ruhig, dafür die Straßen im Dorf dank der Agrargenossenschaft schon geräumt, welch Ruhe....



    Nach getaner Beräumung im Hof ging es auf zum Schneehöhenmessen. Durch den vorangegangenen Schneefall sowie gewissen Herabwehungen von Dächern pendelte im Dorf selbst die Schneehöhen zwischen 37 und 46cm. Außerhalb des Dorfes konzentrierte sie sich um ca. 40 - 45cm.



    Am Nachmittag nutzte ich dann den freien Tag für eine erste Runde rings um Bucha (SHK). Die Autobahn war nahezu noch immer leer, bis dann plötzlich mit einem Mal ein ganzer Schwall an Fahrzeugen kam - Die Autobahn war also wieder offen. Mühselig kam man voran, der Schnee war teilweise knietief:


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    Dem entsprechend sah dann die Hose aus (eigentlich hätte man sie hinstellen können...) - Und ja, über entsprechende Winterklamotten verfügte ich schon seit Jahren nicht mehr.



    10. Februar

    Meine nächste Runde plante ich für den 10. Februar nach der Schule - Zunächst verfolgte ich dabei die Tiefsttemperaturen der Nacht, ob denn Rekorde purzelten. Für Jena zwar definitiv nicht, doch hoffte ich darauf, dass die -20°C wenigstens fallen würden. Es reichte knapp mit -19,3° "leider" nicht. Im Laufe des Tages - am Morgen schneite es nochmals etwas kräftiger aus der Inversionsbewölkung - fiel weiter Schnee, obwohl anschließend kaum und dann keine Wolken am Himmel waren. Ich beobachtete also zum ersten Mal Polarschnee, war aber, wie ebenfalls manche Fachleute aus dem AKM e.V., verwundert, dass der Polarschnee aus Dendriten und nicht aus Eisnadeln bestand. Dennoch hielte ich Ausschau nach Halos und wurde fündig. Als sich die Sonne über die Dampfschwaden des HKW gekämpft hatte, war immer wieder eine untere Lichtsäule auszumachen. Zur Hofpause zeigte sich dann sogar noch ein Zirkumzenitalbogen und das noch 3 weitere Male im Laufe der Woche!


    HKW Jena-Winzerla - Die Dampfschwaden winden sich wie all zu oft der Inversion entlang + "Overshooting Top" (Noch vor dem Polarschnee).

    Auffällig, wie der Wasserdampf zunächst nahezu senkrecht aufsteigt und dann entlang der Inversion verfrachtet wird.


    Originalaufnahme des ZZB


    ZZB mit USM bearbeitet


    ZZB am deutlichsten (USM)


    Weitere USM


    Danach ging es für mich auf den Hausberg und nach Ziegenhain in Jena. Die Straße nach Ziegenhain war mehr oder weniger passierbar, ein Bus o.Ä. wäre hier definitiv nicht durchgekommen. Erste Eiszapfen bildete sich auf der Sonnenseite der Häuser und offenbarte, welche Kraft die Sonne allein im Februar schon wieder hat.


    Blick zum tief verschneiten Landgrafen


    Nette Perspektive aus verschneiter Stadt- & Friedenskirche


    Blick ins Stadtzentrum - Von den Bergen wirkt alles nicht so schwerwiegend, wie es eigentlich war - Der Verkehr floss wenn überhaupt nur entlang der Hauptverkehrswege. Viele Straßen waren noch nicht geräumt.


    Blick zum JenTower aus dem Ziegenhainer Tal


    Verschneites Ziegenhain


    Blick zum Fuchsturm



    Auch am Fuchsturm stapfte ich knietief im Schnee herum. Neben weiteren fallendem Polarschnee betrug die Schneehöhe verbreitet 43cm. Neben getrampelten Wegen, die irgendwie die Horizontale und andere Wanderwege kennzeichnen sollten, waren auch erste Loipen zu finden...

    12. Februar 2021

    Für den Freitag der Winterwoche traf ich mich mit KarSteN und wir absolvierten zusammen meine dritte Winterrunde der Woche. Davor trat das dritte mal schon die Woche ein ZZB an Polarschnee aus Dendriten auf. Wir beide wagten das Risiko des Fahrradfahrens - Auf Seiten des SHK gelang das ganze ziemlich gut, spannend wurde es dann in Jena. Wir waren zunächst unterwegs auf der Ammerbacher Platte in Richtung Haeckelstein und unterhielten uns über alles mögliche - Vergangene Wetter- & WInterlagen, persönliche Erfahrungen und und und...


    Hausberg und Fuchsturm


    Panorama vom Haeckelstein ins Ammerbacher Tal


    Wir gingen weiter über den Schottplatz zum Forsthaus und zum Bismarckturm. Dabei maß Karsten immer wieder die Schneedecke, welche sich nun auf 30/35-40cm gesetzt hatte.


    Allee zum Bismarckturm


    Ab dort stiegen wir von der Schweizer Höhe herab und gingen in die Stadt, da uns nun auch mehr und mehr kalt wurde. Dabei nahmen wir die ein oder andere Abkürzung und slideten sprichwörtlich den Hang hinab, nur noch die Skier haben gefehlt. Am Abend trennten sich unsere Wege und ich ging nochmals auf die Ammerbacher Platte


    Blick zum HKW Jena Winzerla - Der Wasserdampf schien die Wolken zu suchen, um sich mit ihnen zu vereinen...


    14. Februar 2021

    Den wohl mit schönsten Tag der Woche nutzte ich nochmals für eine letzte Fototour entlang der Kernberge mit Kupferplatte, Studentenrutsche, "Funkturm" und Dietrichstein, ein Spot, den mir Karsten am Abend zuvor noch empfohlen hatte. Derweil war in Bucha der Dorfteich für die Eislauffreudigen freigegeben worden und wurde zahlreich besucht.


    Panorama von der Kupferplatte aus über das Saaletal - Der Verkehr floss nun einigermaßen wieder - ebenso im ÖPNV


    Blick zum Landgrafen und Napoléonstein - Auf ihm waren einige Menschen unterwegs, um das Wetter zum Rodeln etc. zu nutzen


    Die Studentenrutsche wurden von manchen Wagemutigen tatsächlich zum "rutschen" verwendet


    Anders als in Marcos Video war die Horizontale in Form eines schmalen Trampelpfades entlang der steilen Berghänge "auszumachen"


    Mehr und mehr zogen Schleierwolken auf, welche von der nahenden Milderung kündeten - Vom Hochnebel im Thüringer Becken keine Spur



    "Alpenglühen" am Jenzig...


    Das war sie also... die "Rekord"-Winterwelle mit der größten Neuschneemenge seit 2010 und überhaupt. Wie surreal, dass nun nach einer Woche der Schnee nur noch in schrumpfenden Dreckbergen zu finden ist und die ersten Frühblüher nur so explodiert sind - Kein Wunder bei bisher gemessenen 19,8°C an der Fachhochschule. Ein somit grob überschlagener Temperaturunterschied von 38 Kelvin ist da ja schon recht gewaltig...

    Mal wieder ein zeitlich unchristliches Guten Morgen meinerseits:P


    Diese Nacht gab es wieder ein Mondhalo zu bestaunen, diesmal reichte es sogar für ein kleines Phänomen mit einer Umschreibung, 22° Ring, beide Nebenmonde und Horizontalkreis. Zwischendurch wurde ich immer wieder mal von Altocumulus "unterbrochen", welche das Halo verbargen.


    Nach der Sichtung und ersten Testbildern provisorisch aus dem Dachbodenfenster, entschied ich mich nach draußen zu gehen. Zunächst nur fotografisch, bekam das Halo dann an Strahlkraft und war auch visuell auszumachen. Ein erstes Bild:


    Ich positionierte mich auf einem Feld nicht weit abseits von Bucha (SHK) und genoss das Geschehen. Während ein Altocumulus-Feld durchzog, verschwand das Halo gänzlich, ehe es in voller Pracht und damit zum Höhepunkt wieder in Erscheinung trat. Besonders die Nebenmonde waren dann sehr auffällig:


    Auch hier wieder eine kleine Bildspielerei:

    Guten "Morgen" meinerseits!


    Auch wenn bei weitem nicht so umfassend und spannend wie Kevin's Phänomen, probierte ich mich am gestrigen Abend an einem Mondhalo. Von ca. 10 cm Neuschnee blieben nach Tauwetter noch ca. 4-8cm übrig. Tauwetter bedingter Abfluss ließ die Straßen am Abend spiegelglatt werden.




    Einen wunderschönen Neujahrsmorgen meinerseits an Euch alle:)


    Mit dem gestrigen Jahresabschluss ging auch das meteorologische Jahr 2020 zu Ende. Das ganze Jahr über habe ich mir mal erlaubt, im Abgleich mit den Mitteln 19961-1990 & 1981-2010 und den Durchschnittswerten der vergangenen 30 Jahren für den Standort Jena (Sternwarte) das (noch nicht offizielle) Mittel 1991-2020 auszuklamüsern. Lang andauernde Trends setzen sich nach wie vor fort und gehen in eine immer mehr besorgniserregende Richtung.


    Ich weise nochmals darauf hin: Das nun Folgende ist nichts offizielles, durch DWD oder der TLUBN nicht bestätigt, sondern eigene, kleine Zahlenspielerei - möchte hiermit aber gerne zur Diskussion anregen und Kritik ist auch selbstverständlich erwünscht.


    Nun denn. Das Jahr 2020 war wettertechnisch und in unserem Fall gewittertechnisch nicht sonderlich spannend. Kann ja hoffentlich dieses Jahr nur besser werden ;)

    Summa Summarum war das Jahr für Jena das zweitwärmste mit 11,43 °C - nach 2018 mit 11,5 °C und vor 2019 mit 11,4 °C. Insgesamt traten Jahre mit 11 °C im Schnitt oder mehr 6 Mal auf, davon alle 6 im neuen Jahrtausend und 5 von ihnen seit 2014. Niederschlagstechnisch war es ein einziges Auf und Ab. Zahlreiche Monate fielen zu trocken aus, darunter der April und der November am trockensten. Die nassesten Monate (prozentual gesehen) waren neben dem Februar auch der Juni, August, September und Oktober, wobei letztere drei durch Vb oder Vb-ähnliche Lagen in der jeweiligen letzten Monatsdekade auf diese Werte gebracht wurden.

    Das Jahr 2020 grafisch dargestellt:


    Das Niederschlagsverhalten in tabellarischer Form. Neben den zahlreichen roten Zahlen fallen auch die blauen auf und in allen drei betrachteten Klimaperioden fällt das Jahr 2020 überraschend durchschnittlich aus. Ebenso auffällig ist evtl. auch schon, dass das neue Klimamittel wieder trockener als das letzte geworden ist. Dazu später mehr:


    Etwas anders ist es bei der Temperatur. Der Trend der stetigen Erwärmung setzt sich weiter fort. Nach dem Mittel 1961-1991 waren alle Monate, abgesehen vom Mai zu warm. Je aktueller das Mittel ist, desto eher "normalisieren" sich die Temperaturwerte. Mit dem Klimamittel 1991-2020 wird Jena definitiv die 10 °C Schnittmarke überschritten haben. Aufgrund von Rundungen tritt eine Abweichung der Werte um +- 0,1 auf:


    Wenn wir beim Niederschlag bleiben, dann zeigen sich theoretisch keine gravierenden Veränderungen außer im April, Juni und Juli. Der April setzt weiter seinen Trend zum trockeneren Monat fort, auch der Juni ist im Vergleich zu 1961-1991 weiter trockener geworden, während der Juli im Schnitt viel nasser geworden ist. Grund dafür können und sind wahrscheinlich zu einem gewissen Anteil Starkregenereignisse, bei denen teils große Summen zusammengekommen sind, wenn es denn Jena mal voll erwischt hatte. Entgegen des Trends für Deutschland, dass das Winterhalbjahr tendenziell nasser wird, zeigt sich für Jena, dass hier es sogar noch trockener wird. Das liegt zum einen an der geographisch-orographischen Lage Jenas und der damit verbundenen zunehmende Kontinentalität, je mehr man nach Osten kommt:


    Klimamittel bilden Mittelwerte ab - logisch - so treten beide Extrema, also Trockenheit und Übernässe auch auf. Besonders sticht im Mai der Peak von 2013 heraus, der mit der Hochwasserlage einher ging:


    Mit einer weitaus geringeren Streuung (zum Glück) zeichnen sich die Temperaturen ab. Dabei zeigt sich aber auch, dass 20 °C-Mittelwerte für die Hochsommermonate keine Seltenheit mehr sind. Die dicken Linien stufen sich besonders in den Sommermonaten verstärkt voneinander ab, als sie es in den Herbst-, Winter- und Frühlingsmonaten tun:


    Ein Beispiel eines neuen Klimadiagramms für Jena würde also so aussehen:


    Und damit würde ich zum Ende kommen wollen, was die Zahlenspielerei angeht. Besonders was das letzte Jahrzehnt angeht zeigt sich doch, in welcher Entwicklung wir uns befinden und das 1,5 °C Erwärmungsziel doch mehr und mehr ins wanken gerät. Jena ist natürlich nicht auf alle Standorte übertragbar, spiegelt aber mMn einen besonders für Städte prägnanten Trend wieder.


    Dadurch, dass ich kein Experte in dem Gebiet bin, bin ich offen für Anregungen und Kritik,


    Einen noch entspannten Neujahrstag,

    Guten Morgen an die Runde,


    Ich möchte etwas zur Diskussion stellen: Ein Bekannter aus Dresden hat mir dieses Bild heute Morgen zukommen lassen, welches die wellende Kaltfront zeigt. Die Wolkenstrukturen sind ja doch recht beeindruckend, kann jedoch nicht wirklich einordnen, was das sein soll :/ Der Blick ist Rückseitig in Richtung Südost.


    Viele Grüße,

    Florian