03.08.2013 I bei Eisenberg I Cb-Entwicklung im Abendlicht

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    • 03.08.2013 I bei Eisenberg I Cb-Entwicklung im Abendlicht

      Hallo allerseits!

      Das Chasingwochenende Anfang August wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Wir hatten generell eine gute Ausgangslage an diesem Wochenende, die mit einer südwestlichen Strömung genug Feuchte und Labilität zu uns schaufelte. Von Westen zogen Konvergenz und Kaltfront eines Tiefs bei Schottland heran, die auch den entsprechenden Hebungsfaktor liefern sollten. Schon zeitig am Morgen ging die Konvergenz unspektakulär durch, brachte Wind, Wolken und anfangs etwas Regen. Danach passierte unter KLA erstmal nicht viel. Irgendwann am frühen Nachmittag schaffte es ein TCU im Grenzbereich Kyffhäuserkreis bei Roßleben zu Sachsen-Anhalt sich rasant zu verstärken.

      Das Meiningen-Sounding vom Nachmittag:

      Quelle: WetterOnline Mitgliederbereich

      Auffallend ist die zunehmende Geschwindigkeitsscherung mit der Höhe sowie ein schwacher Deckel (CIN=33). Die anderen Indizes sprechen für recht gute Ausgangsbedingungen, aber nicht für Schwergewitter. Ein Abend-Sounding wäre interessant gewesen...

      Ich fuhr also nordostwärts, als sich südlich von Weimar ein vielversprechender Cu con bildete:


      Parallel fuhr ich mit ihm nordöstlich mit in den Burgenlandkreis. Er sollte es am Ende nicht schaffen und so wartete ich zusammen mit den Sonnenblumen ab:


      Je später der Nachmittag, umso günstiger die Entwicklungen. Über Freyburg ging es auf der A9 zurück, einer eher mäßigen Zelle bei Jena entgegen. Bei Rauschwitz (nur wenig westlich von Eisenberg) bezog ich an einem bekannten Aussichtspunkt Stellung.

      Im Südosten zeigte sich die alles Andere als kräftig ausgeprägte Multizelle. Ich rechnete mit einer weiteren Abschwächung:


      Der weitere Verlauf gipfelte dann in einem schnellen pulsieren der rechten Zelle aus dem vorherigen Bild. Das Cb-Stadium ist mit Mühe erreicht:


      Letztendlich war auch nicht mehr viel übrig:


      Typisch entwickelte sich am Ende der absterbenden Zelle der nächste Cu con, der es nun wissen wollte und rasch nach oben schoss:


      Es entwickelte sich rasch eine eigenständige Zelle mit einer interessanten runden Unterkante:


      In der geneigten Form des oberen Teils des baldigen Cb cal sieht man gut die zunehmende Geschwindigkeitsscherung mit der Höhe:


      Der Amboss bildet sich aus. Faszinierend die Mammatus am oberen Rand. Die unterkühlten Wolkentröpfchen werden so schnell hochgepumpt, dass sie scheinbar gar nicht genug Zeit haben, zu gefrieren:


      Die Zelle entwickelte sich weiter:








      Ein kurzer Zeitraffer:
      [mplayer]raff1.mp4[/mplayer]

      Das Spiel der Neuentwicklungen am Südende der Zelle ging während ihrer Ostverlagerung weiter:


      Einige Zeit stand sie beinahe klar im Abendlicht:


      Schön zu sehen, wie die absterbenden Zellen nach Norden weggeneigt sind (zu sehen an den alternden Schirmen) und am Südende immer wieder neue Quellungen auftreten.

      Mittlerweile war auch Marco zu mir gestoßen, der sich das Spektakel anfangs aus der Nähe ansah. Im Abendlicht zog die Multizelle weiter in Richtung Sachsen:




      Wir überlegten noch, ihr über die A4 hinterher zu fahren. Glücklicherweise entschieden wir uns aber in Eisenberg um. Keine Stunde später löste sich die Zelle auf.

      In der Nacht fuhren wir nochmals an die gleiche Stelle, nachdem sich einige kurzlebige Zellen rund um Jena bildeten. Diese pulsierten so schnell, dass die Hauptaktivität während unserer kurzen Fahrt nach Osten stattfand. In der Nacht beobachteten wir noch das Wetterleuchten der Gewitter im Süden bzw. dem Erzgebirge und experimentierten mit unseren Kameras. Gegen 3 war ich am Sonntag zu Hause, unwissend dass eines der größten, spektakulärsten und eindrucksvollsten Chasings meiner Laufbahn bevorstehen sollte. Der Bericht dazu dann zum Jahrestreffen.

      Markus