04.08.2014 Alach/Erfurt/Schwergewitter mit Shelf

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    • 04.08.2014 Alach/Erfurt/Schwergewitter mit Shelf

      Anbei nun meine Bilder zu dieser, ich kann es nicht anders Beschreiben, atemberaubenden Zelle.

      Meine Erwartung war, durch dieses Jahr geprägt, nicht relativ hoch. Doch wurde ich mit dieser Zelle zur besten "primetime" der Lichtverhältnisse belohnt.

      Ein Blick aufs Radar verriet, das eine Zelle die in Hessen entstand, sich auf den Weg Richtung Erfurt machte...also Kamerarucksack geschnappt und los ging es.

      Ich suchte mir einen Chasingpoint in der Nähe von Alach (Dorf bei Erfurt) und genoss was da auf mich zu kam.

      Hier nun die Bilder

      Aufzug mit einem schön schrägen Aufwind





      Die Sonne ging unter und tauchte die Landschaft nun in Angenehmere, Warme Töne...die Zelle Fraß sich näher und ein Typisches Mothership wurde sichbar.





      Die Zelle rückte immer näher und wurde immer Blitzaktiver, die 14 mm auf Vollformat reichten nun nicht mehr, um die Zelle im "Vollem" abzulichten





      Nun war die Zelle nur noch ca. 1 km entfernt, der Wind lebte merkbar auf und ich begann nun langsam mich auf den Aufbruch vorzubereiten.





      Es begann mit Hageln und "flashflood"artigen Regen...ich suchte das weite...

      Am Ortseingangschild Erfurt/Marbach konnte ich nun endlich wieder die Scheibenwischer, auf normaler Intensität laufen lassen und ging mit einem erleichterten Gefühl zu Bett.

      LG Ronny

      ps: Panoramas folgen in Kürze

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Ronny(Erfurt) ()

    • Hier mal eine kleine Mini-Analyse von den Bildern:


      Standort Andreas: Gebesee
      Standort Ronny/Marcus: EF

      Wenn man sich mehrere Radarbilder anschaut, sieht man das Ausscheren nach O deutlich. Die anderen Zellen ziehen NO-wärts.
      Hinzu kommt das auf dem Radar sichtbar werdende, markante V-Notch. Für ein Hook-Echo bräuchte man schon sehr viel Fantasie, ich konnte es nicht einwandfrei entdecken.

      Interessant sind die unterschiedlichen Standorte. Andreas blickt Rtg. Südwest und sieht die Mesozyklone wunderbar (hätte ich ja eher südöstlich der Zelle vermutet - ein Zeichen dafür, dass sie sich gut eingeschnürt hat?!). Ronny und Marcus hingegen haben eine breite Shelf vor der Nase.
      Im nächsten Foto von Andreas wird das gut sichtbar (er hat die Sonne rechts im Bild - hingegen Ronny eher hinter dem Niederschlag).



      Ich habe mal die m.E. erkennbaren Merkmale eingezeichnet. Kritik/Ergänzungen erwünscht. Ich übe ja nur^^
      Mehrere Merkmale einer klassischen Superzelle sind darin zu finden, insbesondere der Biberschwanz - nicht zu verwechseln mit der Tailcloud, die an eine Mauerwolke anschließend müsste (und die kann ich nirgends auf den Bildern finden).
      Links im Bild sieht man im Übrigen auch, dass die Zelle aufgrund ihres Ausscherens in die der Höhenströmung folgenden Zellen unterhalb von Gotha/EF mündet. Kurz danach war sie auch kaputt (was mit einem Abschneiden der Warmluftzufuhr zu tun hat?).

      @RonnyEF: Bezüglich des Begriffs "mothership". Es gibt keine konkrete Definition darüber. Es ist auch kein meteorologischer Begriff bzw. auch in der Chaserszene keine Merkmalsausprägung von Zellen. Vielmehr (so schreiben es amerikanische Foren) ist das "Mutterschiff" visueller Eindruck einer massiven, lehrbuchhaften Mesozyklone mit entsprechend überwältigenden laminaren Strukturen. Ergo: es ist eher umgangssprachlich. Auf europäischer Ebene würde ich z.B. für 2014 einzig die Superzellen in Frankreich evtl. mit diesem Merkmal versehen. Aber das bleibt wohl jedem selbst überlassen :)

      Hier noch ein Vgl. mit einer Grafik in Hermant's Gewitterbuch.




      LG Marco

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Marco|Jena ()

    • Sehr eindrucksvolle Bilder, Ronny!

      Und auch Lob an Marco für die kurze Analyse. Ganz festnageln lassen würde ich mich bezüglich Superzelle zwar noch nicht, aber du hast mit WOM auch bessere Analysemöglichkeiten als ich. Bei Andreas' Bildern sieht es mir schon sehr verdächtig danach aus, bei Ronnys Bildern eher nicht. Ob Ronny nicht einfach nur den südlicheren linienartigen Teil fotografiert hat oder aber zwar dieselbe Zelle wie Andreas, aber zu einem etwas späteren Zeitpunkt? Mit dem Auflösen hast du Recht, alle Zellen haben sich später gegenseitig "die Luft abgeschnürt".

      Mir fiel gestern Abend vor allem die (kurzzeitige) explosionsartige Verstärkung sämtlicher Zellen über Westthüringen auf. Offenbar hat hier die wellende Kaltfront trotz niedrigerer Energiewerte noch einmal einen ordentlichen Impuls zur Organisation der Zellen gegeben.
      Für weniger laienhaft formulierte Vermutungen verweise ich an Martin...
    • Danke fürs Feedback und an Marco für die Analyse!

      Also meine Bilder entstanden von 19.45 Uhr bis 20.35 Uhr und positionierte mich in der Corezugbahn, den ich später auch abgeschwächt ab bekam.

      Ein kleines Hagelpeeling soll manchmal besser sein fürs Auto als die Waschanlage :grübel

      Mfg Ronny
    • Grandiose Bilder und geniale Zelle. Habt euch wahrscheinlich in den letzten Wochen allesamt zutode gechased ;-)

      Kurze Anmerkung zu Deiner insgesamt guten Analyse, Marco: Das Teil wird mit großer Wahrscheinlichkeit zwischenzeitlich mal ne Superzelle gewesen sein, allerdings mit erheblichen Schwierigkeiten den Abwind im Zaum zu halten (zu schwacher Jet etc). Dementsprechend sieht es auf den Bildern schon ziemlich fies abwind-dominiert aus, auch von Andreas' Standort (Gebesee) aus betrachtet. Da keine klare Wallcloud erkennbar ist (was nicht untypisch ist für solche kurzlebigen Superzellen bzw Superzellenversuche ... den Aufwindbereich an der Basis hat man ja trotzdem), würde ich mich gegen Inflowband bzw Beaver Tail an der eingezeichneten Stelle entscheiden (die Unterscheidung ist ziemlich schwierig und wird noch dazu oft mehr oder weniger synonym durcheinandergewürfelt). Würde ich eher als Outflow-Produkt definieren, obwohl es nicht mit der Shelf gekoppelt zu sein scheint. Das Band sieht später (kurz vorm Absterben) nach normalem Fraktus aus, wie man auf Andreas' Bildern sehen kann, was eindeutig gegen Inflow spricht. Allerdings halte ich die "Stockwerk-Andeutungen" links der Bildmitte aus dieser Perspektive für mögliche Inflow-Bänder, die allerdings dann ebenfalls schnell den Geist aufgeben.

      Versorgungslinie sehe ich auf den Bildern nicht wirklich. Denke eher, dass es der vorgeschobene "Müll" an einer der Inversionen ist. Die Flanking Line sieht man eigentlich auf keinem der Bilder, was anhand des Radarbildes nicht verwunderlich wäre. Da ist nicht viel Platz für ne vernünftig ausgeprägte Versorgungslinie.

      Just my 2 Cent. Wie gesagt, klasse Analyse und huge Merci fürs Zusammenbasteln! Nur so lernt man dazu.

      Grüssle KarSteN
    • Meisterlich eingefangen, so eindrucksvolle und schöne Bilder sind ein echtes Highlight!
      Wenn du die Daten nicht geheim halten willst (EXIF gibts ja schonmal nicht) wäre ich froh noch etwas zur Technik zu erfahren - wie Objektiv, Brennweite und Blende. Ich lerne gerne dazu und vielleicht gelingt mir ja auchmal so ein wunderbares Bild!

      Auch die Analysegedanken im Thread finde ich vorzüglich; die muss ich mir gemeinsam mit dem Hermant in einer ruhigen Stunde nochmal vornehmen.

      Grüße

      Andreas
    • Hallo Andreas,

      Die Exif´s sind beim Einbinden verloren gegangen. Anbei nun die Exif´s für die Bilder

      Bild 1 : Nikon D700, Walimex 14mm, f/13, 1/40 s. Iso 200

      Bild 2 : Nikon D700, Walimex 14mm, f/13, 1/25 s. Iso 200

      Bild 3 : Nikon D700, Walimex 14mm, f/13, 1/13 s. Iso 200

      Bild 4 : Nikon D700, Walimex 14mm, f/13, 1/20 s. Iso 200

      Bild 5 : Nikon D700, Walimex 14mm, f/13, 1/20 s. Iso 200

      Bild 6 : Nikon D700, Walimex 14mm, f/13, 1/15 s. Iso 200

      Bild 7 : Nikon D700, Walimex 14mm, f/13, 1/6 s. Iso 200

      Bild 8 : Nikon D700, Walimex 14mm, f/13, 1/8 s. Iso 200

      Ich Hoffe ich konnte dir weiter helfen, obwohl ich immer Sage, Exif´s gucken ist nur die eine Sache, ich habe alle Bilder im "A" Modus der Kamera aufgenommen, die Blende Fest eingestellt und der Belichtungsmessung der Kamera Vertraut.

      Mfg