23.05.2016 HP-Superzelle mit Großhagel bei Bautzen (Sachsen) VIELE BILDER

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    • 23.05.2016 HP-Superzelle mit Großhagel bei Bautzen (Sachsen) VIELE BILDER

      Liebe Alle,

      Gestern bin ich mit zwei Fotografen vom Jenaer Fototreff (Anke und Markus) gemeinsam nach Sachsen aufgebrochen, um die Gewitter aus Tschechien abzupassen. Während wir Richtung Dresden fuhren bildete sich allmählich ein Cluster aus verschiedenen Zellen, der aus Süden Rtg. N/NW zog. An der Abfahrt Berbersdorf trafen wir dann zunächst an einer Aussicht auf Luise, Ronny und Stephan.



      Wir schauten gen Südwesten auf eine Zelle, die eine ordentliche Radarsignatur (lt. IRAS über 60 dBZ) aufwies (-> Hagel). Strukturell war jedoch absolut nichts zu erkennen außer Stratus und vereinzelten Erdblitzen. Letztere legten gegen 18 Uhr deutlich zu und schlugen teils auch im vorlaufenden Bereich stratiformen Regens ein (Vgl. kachelmannwetter.com/de/gewitt…chsen/20160523-1605z.html).
      Das war mir zu unsicher. Wir brachen also die Zelte ab und fuhren weiter auf der A4 gen Osten. Ronny und Co. ebenso :P

      Derweil zog eine blitzintensive Zelle mit ebenso hoher Niederschlagsintensität auf das Erzgebirge zu (sie schien kurzzeitig auch nach Nordost auszuscheren).
      kachelmannwetter.com/de/gewitter/sachsen/20160523-1640z.html

      Da wir eine ideale Routenoption mit der A17 nach Tschechien hatten, fuhren wir kurzum hinter die Grenze und fanden uns bei Tisá wieder - um nach Süden auf eine Pampe aus blitzendem Stratus bzw. stratiformem Regen zu blicken (obwohl sich nur wenig weiter südlich ein mögliches Unwetter verstecken musste). Zunächst: Außer Spesen nix gewesen...


      Inzwischen war schon lang ein MCS, also mesoskalig konvektives System, herangewachsen, welches sich von Osthüringen über das nördliche Bayern bis nach Sachsen und Tschechien erstreckte.
      kachelmannwetter.com/de/gewitt…hland/20160523-1640z.html

      Wir fuhren also wieder zurück nach Deutschland Richtung Dresden (wo uns Luise, Ronny und Stephan überholten).
      Unterwegs tauchte links von uns etwas Struktur in Form einer ansetzenden Böenwalze auf:


      Der MCS hatte zu diesem Zeitpunkt nach Norden hin die Form eines "V" und wir befanden uns genau in der Mitte (bildlich gesprochen). Es war anzunehmen, dass die Zellen links und rechts von uns weiter verclustern würden. In Dresden standen wir dann vor der Wahl die A13 nach Nordost oder die A4 nach Ost zu nehmen. Die A13 bot den Vorteil weiter vor dem MCS bleiben zu können, da man sich wunderbar mit dem Komplex hätte verlagern können. Die A4 nach Osten wies den Weg zur intensivsten Zelle zu der Zeit und bot die Möglichkeit, jenseits des Stratus ggf. mehr Kontrast beim Blick auf die östlichsten Zellen zu bekommen. Auch was die Vorhersage anbelangt, war der Osten auf jeden Fall attraktiv (Winderscherung in der Höhe und am Boden, Luftmasse)...
      Da ich den beiden MitfahrerInnen jedoch Storm Chasing nahe bringen wollte, wäre es ungünstig gewesen, sich auf eine Zelle zu konzentrieren und die beste Routenoption ziehen zu lassen. Somit fiel die Wahl zunächst auf die A13. Doch plötzlich bellte das Navi "Stau durch Baustelle auf der A13". Fragende Blicke... Lange Rede kurzer Sinn, wir fuhren auf der A4 weiter und suchten nun die Begegnung mit der intensivsten Zelle, die mit einer beeindruckenden Radarsignatur größeren Hagel in der Sächsischen Schweiz abladen musste: kachelmannwetter.com/de/regenr…hweiz/20160523-1720z.html

      Gegen 20 Uhr hielten wir dann kurz vor Bautzen unterhalb der A4 bei Salzenforst. Im Osten konnten wir unterwegs fast schon wieder blauen Himmel sehen. Die östlichste Zelle des MCS zog nun auf. Nun bekamen wir schon mehr Kontrast geboten, spürten kräften Inflow im Rücken und blickten auf eine Böenfront, 20:05 Uhr:


      Die nächsten Minuten verbrachten wir dann mit offenem Mund...

      20:10 Uhr


      20:12 Uhr Panoramen vom Aufzug




      20:14 Uhr ein letztes Panorama - schöne Shelfcloud! Beeindruckender Niederschlagskern, der nichts gutes verhieß!


      20:15 Uhr


      20:16 Uhr 11mm Ultra-Ultra-Weitwinkel am Vollformat (die Zelle war quasi schon da)


      Nun hieß es Flucht ins Auto! Es war eine Zelle mit dunkelgrünem Niederschlagsvorhang aufgezogen. Der Kern zog zwar nicht direkt auf uns zu (sondern etwas östlicher), kam uns aber dennoch immer näher.


      Whales Mouth (Bei Blende 4 und Iso4000 gemacht - die Zelle schluckte nun sämtliches Licht):




      20:29 Uhr Flucht vor Hagel auf der A4 weiter gen Osten. Beeindruckende Front, die nun weiter gen Norden zog.


      Nun ging zwischen Bischofswerda und Bautzen die Welt unter:
      kachelmannwetter.com/de/gewitter/bautzen/20160523-1835z.html

      Wir fuhren nur noch ein kleines Stück weiter bis Weißenberg und hielten dort ein letztes Mal nördlich der A4. Hier blieben wir nun am Rande des MCS völlig trocken und konnten das abziehende Unwetter sowie letzte Neuentwicklungen noch in Ruhe betrachten.








      Schön zu sehen: der Amboss zur klaren, blauen Stunde + Wolkenschleppe, die von Osten her in den Komplex führt.


      Der Komplex hat sicherlich auch viele Sprites produziert. Leider blieb uns nach Einbruch der Dunkelheit der klare Blick auf den Amboss durch Stratus bis nach Thüringen verwehrt.

      Hageldoku durch Zusendung:

      (Quelle Facebook.com: von einer Claudia, aus einem 8km nördlich von Bautzen liegenden Ort, sie fand diese 3-4cm Hagelschlossen noch Stunden nach dem Unwetter)

      Weiterhin vermuten wir einen Brand nach Blitzeinschlag nordwestlich von Weißenberg aufgrund dieses Leuchtens am Horizont (war kurze Zeit vorher noch nicht zu sehen):


      Eine schöne Zusammenfassung des Tages gibt es im Blog von Claudia Hinz:
      fichtelbergwetter.wordpress.com/2016/05/24/3101/

      Die von unsere fotografierte Zelle soll insgesamt 6h aktiv gewesen sein, in Sachsen allein Hagelschlossen bis 5cm abgeworfen und Niederschlag lokal bis 40mm verursacht haben - eine in den MCS eingebettete HP-Superzelle (davon wäre ich nicht ausgegangen).
      Hier die Niederschlagssummen: kachelmannwetter.com/de/messwe…summe/20160524-0600z.html

      Ein 600km-Chasing, das sich durchaus gelohnt hat - auch wenn hier Freude und Enttäuschung in jeder Hinsicht nah beieinander lagen. Meine BegleiterInnen Anke und Markus haben etwas doch recht seltenes zu Gesicht bekommen und waren danach überglücklich. Danke an Markus Schmidt für das Navigieren und Radarbild zeigen auf meinen Zuruf hin (hat so gut funktioniert :D)

      Zum Abschluss noch das fast schon obligatorische Youtube-Video:


      Herzliche Grüße
      Marco

      PS: Weitere Bilder / Schadensdoku / Karten etc. gern anheften!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Marco|Jena ()

    • Sehr schön für die erste, kräftigere (und sehr späte) Lage in diesem Jahr. Da ärgert man sich schon etwas, dass man nicht gefahren ist. Allerdings wäre es selbst von Leipzig aus schon eine ganz schöne Strecke gewesen, um aus der Pampe rauszukommen.

      Besonders freut mich, dass du wieder zwei Personen mehr unser Hobby nahe bringen konntest.
    • Hagelschäden am Gewächshausdach nordwestlich von Bautzen in Knappensee (02999 Lohsa)





      Quelle: Marc Natusch via Facebook.com

      Vom Hagel zerschlagenes Carportdach (wahrscheinlich Kunststoff) in Commerau (02699 Königswartha)
      "Also bis 5cm ist ein Witz ...der Großteil der Hagelkörner schon,aber es kamen auch teilweise kleine Schneebälle von oben... Carport ist ein Sieb,Pool Solarplane usw."


      Quelle: Katrin Lehmann via Facebook.com


      "Hagelkörner 5cm und extremer Wind in 01877 Demitz-Thumitz, Schäden an Terrassendach, zwei Hausfassadenseiten, sechs Außenrollos, Gartenmöbeln und Kinderspielhaus"






      Quelle: Dirk Kaiser via Facebook.com

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Marco|Jena ()

    • Marco|Jena schrieb:

      Das war mir zu unsicher. Wir brachen also die Zelte ab und fuhren weiter auf der A4 gen Osten. Ronny und Co. ebenso :P


      Das taten wir aber auch nur, weil Stephan und ich ewig auf Ronny eingeredet haben, dass wir weiter fahren sollten. Er wäre da gerne noch stehen geblieben...

      Marco|Jena schrieb:

      Strukturell war jedoch absolut nichts zu erkennen außer Stratus und vereinzelten Erdblitzen. Letztere legten gegen 18 Uhr deutlich zu und schlugen teils auch im vorlaufenden Bereich stratiformen Regens ein


      Das ist mir überhaupt mehrmals an dem Tag aufgefallen, dass es immer wieder zu Blitzen weit vor dem Niederschlagsbereich kam, auch bei der besagten "V-Formation" südlich von Dresden (vgl. kachelmannwetter.com/de/gewitt…chsen/20160523-1710z.html)

      Marco|Jena schrieb:

      Somit fiel die Wahl zunächst auf die A13. Doch plötzlich bellte das Navi "Stau durch Baustelle auf der A13".


      Uns hat leider kein Navi angebellt... Wir sind auch auf die A13 gefahren, kamen voll in die Baustelle mit Tempobegrenzung 60 und zu allem Überfluss gab es die Ausfahrt gar nicht, die wir nehmen wollten (wahrscheinlich auch wegen der Baustelle). Somit mussten wir 11km weiter bis zur nächsten Ausfahrt fahren. Von dort gab es keine vernünftige Landstraße zurück zur A4 und durch die Baustelle zurück und dann auf die A4 wäre zu langsam gewesen.

      Ich muss allerdings auch sagen, dass ich vermutet habe, dass die Zelle mit der Zeit auch vorgelagerten Niederschlag bekommt wie die anderen zuvor und dadurch dann genau so wenig Struktur aufweist. Hätte man vorher gewusst, dass das der Jackpot des Tages wird, hätte man sich früher für die A4 entscheiden müssen. Aber so ist das nunmal in diesem Hobby...

      Glückwunsch auf jeden Fall zu diesen super Bildern und dem tollen Erlebnis! :winken
    • Danke für die Eindrücke, Luise!
      Ich wollte keinesfalls darstellen, dass nur ich Sicherheitsbedenken hatte. Der Bericht war jetzt nur aus der Perspektive formuliert.
      Aber in der Tat: Ronny stand wie immer unbeeindruckt weiter hinter der Kamera - ohne Worte!

      Bei Dresden hatten wir leider damit zu tun, uns überhaupt in der Gegend zurechtzufinden. Selbst auf der A4 hatten wir noch überlegt, eine Bundestraße weiter Richtung Norden zu nehmen usw. Wäre z.B. die Staumeldung in Thüringen gekommen, wo man sich auskennt, hätte man sich gegenseitig informieren können. Aber so standen wir ziemlich unter Strom :/
      Und wir hatten ja keine Ahnung wohin ihr überhaupt davon gedüst seid.

      Warum habt ihr denn die Weiterfahrt auf der A13 abgebrochen? Weiter nördlich zeigte sich ja zum Sonnenuntergang irgendwann die entsprechende Shelf. Oder gab es auf der A13 selbst auch Stau?

      LG und nochmals danke, Marco
    • Das war auch überhaupt nicht als Vorwurf gemeint! Du bist ja schließlich auch gefahren, da kann man nicht mal eben rumtelefonieren. ;)
      Hätte es die Abfahrt Mansfeld gegeben, wären wir da auch sofort wieder runter gefahren und auf die A4 gewechselt, aber die war wie gesagt vom Erdboden verschluckt...

      Marco|Jena schrieb:

      Warum habt ihr denn die Weiterfahrt auf der A13 abgebrochen? Weiter nördlich zeigte sich ja zum Sonnenuntergang irgendwann die entsprechende Shelf. Oder gab es auf der A13 selbst auch Stau?


      Zum einen war es zu dem Zeitpunkt noch nicht ersichtlich, dass sich eine Shelf ausbilden würde.
      Zum anderen waren wir wahrscheinlich einfach auch langsam gefrustet: Wir hatten bei Chemnitz schon zwei mal gehalten und es war alles nur graue Brühe obwohl es laut Radar genau vor uns war; südlich von Pirna war es zwar schon recht beeindruckend, wie um uns herum der Cluster aufzog und ab und zu ein Blitz zu sehen war, aber struckturtechnisch konnte man das auch fast vergessen; dann die Baustelle auf der A13, der Regen hatte uns eingeholt und es war immer noch alles nur grauer Einheitsbrei... Da kam wie gesagt zumindest bei mir der Gedanke auf, dass es nunmal einfach an dem Tag bei der Lage so ist und vermutlich weiter nördlich auch nicht anders sein wird.
      Und wir mussten ja auch am nächsten Tag (fast) alle wieder früh raus, so dass wir uns dann für die Heimfahrt entschieden.
      Die Bautzen-Zelle hätte natürlich für mangelden Schlaf entschädigt, aber die hätten wir wie oben geschrieben vermutlich nicht mehr rechzeitig erreicht. Also ging´s durch zwei Stunden Starkregen mit zeitweiligem Aquaplaning zurück nach Hause.
    • Zum einen war es zu dem Zeitpunkt noch nicht ersichtlich, dass sich eine Shelf ausbilden würde.
      Zum anderen waren wir wahrscheinlich einfach auch langsam gefrustet: Wir hatten bei Chemnitz schon zwei mal gehalten und es war alles nur graue Brühe obwohl es laut Radar genau vor uns war; südlich von Pirna war es zwar schon recht beeindruckend, wie um uns herum der Cluster aufzog und ab und zu ein Blitz zu sehen war, aber struckturtechnisch konnte man das auch fast vergessen; dann die Baustelle auf der A13, der Regen hatte uns eingeholt und es war immer noch alles nur grauer Einheitsbrei... Da kam wie gesagt zumindest bei mir der Gedanke auf, dass es nunmal einfach an dem Tag bei der Lage so ist und vermutlich weiter nördlich auch nicht anders sein wird.
      Und wir mussten ja auch am nächsten Tag (fast) alle wieder früh raus, so dass wir uns dann für die Heimfahrt entschieden.
      Die Bautzen-Zelle hätte natürlich für mangelden Schlaf entschädigt, aber die hätten wir wie oben geschrieben vermutlich nicht mehr rechzeitig erreicht. Also ging´s durch zwei Stunden Starkregen mit zeitweiligem Aquaplaning zurück nach Hause.


      Respekt, an eben diesen Erfahrungen wächst man. Zumal es halt auch wichtig ist, mit voller Konsequenz zu sagen - jetzt reicht's für heute.
      Das habt ihr getan und damit alles richtig gemacht! :)
    • Hallo zusammen,

      Marco, Chapeau!
      Eins muss ich los werden: Du hast verstanden wie es beim chasen läuft. Wenn ich an die Anfänge 2011 zurückdenke und jetzt diesen Bericht und dein Vorgehen sehe - eine Freude. Mich freut es umso mehr, dass du auf dieser "gesundenen Ebene" 2 "Neulinge" bei diesem "Treffer" die Gefahren, Jagdplanung und -logistik verdeutlich hast, die erst zu den fotografischen Ergebnissen am Ende führt. Gut finde ich auch die Schadensdoku, die wichtiger Bestandteil des Chasings und nicht zuletzt auch eine gewisse "Verfikation" des Gesehenen am Himmel ist. Für die betroffenen Menschen wird es leider nicht in so positiver Erinnerung bleiben.

      Ich wäre ähnlich wie du vorgegangen, um mal auf die "Bautzen-Entscheidung" sprechen zu kommen. Alles was schon an Clusterkram da war, insbesondere der nördlich ausgreifende Regen, gilt es zu meiden. Auf der westlichen Seite, wo ich war, war nur die mäßig gute Luft vorzufinden. Die beste Luftmasse lagerte definitv schon im Osten und östlich des Clusters. Hier werden mit Sicherheit die neuen Zellen entstehen und eben diese gilt es im Anfangsstadium abzufangen, da sie hier die beste Struktur aufweisen. Sie werden am Ende auch "nur" ein großer Matschecluster mit viel Niederschlag und versteckten Blitzen sein. Eine Shelf an der Spitze ist da durchaus zu erwarten, denn diese beruht ja auf dem System, der breit angehobenen Warmluft vor der herabströmenden Kaltluft des eigenen Clusters.

      Luise, was die Vor-Ort-Logistikplanung angeht, muss man einfach Erfahrungswerte sammeln wie diese mit der Baustelle. Das kann jedem noch so erfahrenen Chaser das gesamte Chasing vermasseln. Und wenn vorher im Team festgelegt wird, dass zum Punkt x Schluss ist, weil jeder früh raus muss, dann ist die Entscheidung getroffen. Klar, man war nah an einem "Highlight" dran, was man nun verpasst hat und ärgert sich schon irgendwod darüber, aber das ist nun mal Storm Chasing und seine Entscheidungen - amen. Well... Ich hätte übrigens Bautzen locker vom zeitlichen Faktor geschafft, nur habe ich mich auch dagegen entscheiden, weil ich ebenso früh wieder raus musste...

      VG
      Markus
    • Hallo Markus,

      ich sehe das ähnlich wie du. Für mich wäre eine so weite Strecke zwecks der Arbeit am nächsten Tag auch nicht in Frage gekommen. Das ist mir persönlich zuviel, zumal man auch jedes Jahr, welches man ( oder Mann :-)) älter wird, beim Chasen merkt. Lacht jetzt nicht, das ist wirklich so. Adrenalin kann zwar ein bißchen was ausbügeln, aber nicht alles reparieren. Auch wäre mir das Fahren zu stressig, Baustellen, Unfälle etc....das würde mir einfach zu sehr an die Substanz gehen und ich hätte dann nicht mehr die Ausdauer, mich an den Naturgewalten zu erfreuen, falls ich irgendwann mal irgendwo ankomme. Ganz davon abgesehen, das man auch immer einkalkulieren muß, das der ganze Spaß in die Hose geht und man garnichts sieht bzw. sich alles in Wohlgefallen auflöst.
      Vielleicht bin ich auch etwas spießig und bieder geworden, seitdem ich Kinder habe, aber irgendwie ticken dann die Uhren anders und andere Dinge rücken in den Fokus. Mit meiner Arbeit verdiene ich mein Geld, welches es mir in einem gewissen Rahmen möglich macht, mein Hobbie neben meiner Familie auszuüben. Deshalb wird das bei mir, neben der Familie natürlich, immer Priorität haben.
      Umsomehr freue ich mich, dann doch noch solche tollen Bilder zu sehen und ich empfinde dabei keinen Neid oder Missgunst, es ist mir eine Freude nachträglich diesen Augenschmaus aufsaugen zu können.

      Den Äußerungen zu Marco meine uneingeschränkte Zustimmung, es ist schön, nicht nur einen so tollen Fotografen, sondern auch einen Super-Typen, Mensch und Zuhörer mit im Team zu haben. Das musste jetzt mal gesagt werden. Es wird Zeit sich mal wieder zu treffen :flucht

      Gruß
      Kay
    • Hachja, ihr seid toll. Danke für Eure Worte und Einschätzung! Ich kann mich wirklich glücklich schätzen, in einem Bundesland zu leben, in dem es so ein grandioses Storm Chasing Team gibt :) Da könnt ihr euch alle fleißig auf die Schultern klopfen!

      @KayJena ein Treffen kann nicht früh genug stattfinden. Vielleicht Sonntag?

      Übrigens noch als kleine Anmerkung: wenn ich alsbald beruflich in Sachen (Wetter-)Fotografie unterwegs bin, werde ich zunehmend weitere Strecken und somit die entsprechend spannendsten Lagen anfahren. Teils können wir da sicherlich auch zusammen unterwegs sein - das würde mich sehr freuen! Hauptsache es entsteht kein Neid, wenn ich mal wieder allein zu etwas Vielversprechendem spontan losfahren muss, um dazu Bilder in den Kasten zu kriegen (muss/möchte damit einen Teil meiner Brötchen verdienen). Die Geschichte vom Montag gab mal guten Auftrieb (lief z.B. auch im RTL Wetter) - denn so eine Selbständigkeit ist wirklich beachtlich komplex und nervenaufreibend. Selbstzweifel muss man da täglich immer wieder aufs Neue überwinden :P Versuch macht kluch...

      Herzlich,
      Marco
    • Marco, ein Teil von mir beneidet Dich um Deinen Chasing Job (ich weiß aber auch, daß das hart verdiente Brötchen sind ;) ).

      Andererseits geht es mir ähnlich wie Kay, man hat Verpflichtungen, die man erfüllen muß. So lange Fahrten kann ich auch nicht mehr machen, bleibe aber "der Spotter am nordthüringer Harzrand"

      Ich drücke Dir (und uns für den nächsten Kalender) die Daumen, daß Du immer gute Bilder heimbringst und nichts passiert...
      Liebe Grüße von der Deern

      honeysuckle-honeysuniversum.blogspot.de/
    • Hilfreich!

      KayJena schrieb:


      Umsomehr freue ich mich, dann doch noch solche tollen Bilder zu sehen und ich empfinde dabei keinen Neid oder Missgunst, es ist mir eine Freude nachträglich diesen Augenschmaus aufsaugen zu können.

      Ehe es zu sehr ins Off-Topic geht, genau das war der Grundgedanke aus dem die TSC entstanden ist - das teilen solcher Erlebnisse ohne Neid und Missgunst (Synonym dafür auch irgendwo Facebook) im vernünftigen Rahmen und damit wieter Erfahrungen sammeln, sich austauschen, Wissen aneignen. AMEN!

      Dieser Beitrag wurde von Jonas_Hig positiv markiert ()
      Begründung: welch wahres Wort :-)