Mai 2018 I Besuch des Tornado-Denkmals in Großenhain (Sachsen)

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    • Mai 2018 I Besuch des Tornado-Denkmals in Großenhain (Sachsen)

      Am 24.05.2010 richteten 4 Tornados in Ostdeutschland erhebliche Schäden an. 1 Person starb, ca. 40 wurden verletzt. Großenhain im Landkreis Meißen wurde zum Synonym für ein Beispiel eines starken Tornados mit Personen- und Sachschäden in Millionenhöhe.


      Deutsche Rück schrieb:

      ...besonders betroffen war ein Streifen zwischen Bad Schmiedeberg (Sachsen-Anhalt), Belgern (Sachsen), Mühlberg (Brandenburg), Großenhain (Sachsen), Radeburg (Sachsen) und dem Bereich östlich von Dresden. Im Bereich der Gewitterlinien sorgten mehrere Tornados sowie Gewitterfallböen für eine Schneise der Verwüstung. Der erste Tornado der Stärke F2 (184 – 254 km/h) richtete etwa ab 14:30 Uhr südlich von Bad Schmiedeberg (Moschwig) auf einer Länge von etwa einem Kilometer in Richtung Ost-Südost und einer Breite von rund 120 m vor allem Baumschäden an. Ein weiterer Tornado der Stärke F2 bis F3 (F3: 255 – 334 km/h) wütete etwa ab 15:30 Uhr auf einer rund 350 m breiten Schneise zwischen Colmnitz (östlich von Zeithain), Bauda, Walda-Kleinthiemig, Großenhain, Rostig und Göhra.


      Auf dieser Strecke wurden 38 Personen verletzt, ein kleines Mädchen starb, unzählige Häuser wurden abgedeckt, Fassaden beschädigt, Autos zerstört und Bäume umgeknickt. In manchen Orten – zum Beispiel in Wald-Kleinthieming – wurden fast alle Dächer abgedeckt. In Großenhain war die Zerstörung im Gebiet einer Papierfabrik besonders schlimm. Dort brach ein ehemals 96 m hoher Schornstein im unteren Drittel ab, gegenüber wurde ein Teil eines Plattenbaus unbewohnbar, und viele Bäume in den Park- und Grünanlagen der Stadt brachen um (SÄVERT 2010, ESWD 2010).


      Fotos gibt es von diesem Tornado keine, da er im Aufwindbereich von dichten Regenwolken und Hagelschauern eingehüllt war. Dieses Phänomen wird auch als „rain wrapped Tornado “ bezeichnet und kommt in Deutschland selten vor. Ebenfalls hohe Schäden durch Gewitter entstanden im brandenburgischen Mühlberg. Hier wurden mindestens 20 Dächer abgedeckt und der Kirchturm beschädigt. Laut Presseberichten (SZ vom 25. Juni 2010) brachen an diesem Gewittertag in Sachsen mindestens 200 000 Bäume um. Es entstand ein Schaden von rund 100 Mio. € in Sachsen sowie weitere 20 Mio. € in Brandenburg.


      Quelle: Sturmdokumentation 2010

      Im Stadtpark Großenhain wurde 2 Jahre später ein Tornado-Denkmal errichtet. Das Denkmal bildet in einem Glasquader fliegende Trümmerteile nach (es sind keine "originalen Trümmerteile", die waren nicht mehr vorhanden). In der Zeit des Jahrestages und bei Sonnenschein wird mit dem Schattenwurf das Datum des Ereignisses (24.05.2010) auf den Boden geworden. Natürlich gegen 16:00 Uhr, als auch 2010 der Tornado durch die Stadt fegte. Ein paar Eindrücke:

      Eine Tafel weißt bereits auf das Ereignis hin:






      Das Denkmal ist nur wenige Fußwege von der Tafel (Eingang am Sportplatz) entfernt:




      Etwas näher betrachtet:




      Die Ziffern in schwarz sind etwas schwer zu erkennen. Dummerweise zog etwas hohe Bewölkung pünktlich vor 16:00 Uhr vor die Sonne:


      Gegen 16:00 Uhr warf der Schatten das Datum auf den Boden (am 24.05. ist es am Besten zu sehen, ich war am 27.05. da):




      Das Datum ist nicht mehr ganz intakt, da bereits der 27.05. ist. Man kann es aber erkennen:










      Ergänzende Links:
      Tornadoliste Deutschland: Großenhain (SN)
      Skywarn-Forum: [Tornado] Pfingstmontag-Tornado am 24.05.2010 (BB und SX)
      UWZ: Analyse zur Tornadolage am Pfingstmontag 2010
      Jagdbericht Uwe Thieme: 24.05.10, Quersa / Großenhain

      Markus
      Gründer und Organisator Thüringer Storm Chaser
      ESSL Voluntary Observer Person (Qualitätslevel QC1) (European Severe Storms Laboratory)
      Premium Advanced Spotter & Regionaler Ansprechpartner Thüringen (Skywarn Deutschland e.V.)
      Weitere Mitgliedschaften: Arbeitskreis Meteore e.V. • Cloud Appreciation Society