13.06.2020 Gewittersumpf - Hinter Wurzen wurde es besser

  • Der Tag gekennzeichnet durch eine sumpfige Südostgewitterlage mit sehr viel CAPE, aber wenig Scherung und speziell hinter dem Erzgebirge mit trockener Luft. Bereits am frühen Nachmittag lösten südlich und östlich von Leipzig immer wieder kleine Zellen aus, die aber kurze Zeit später wieder vertrockneten. Währenddessen zündete über Süd-Brandenburg ein Cluster durch, der entlang der Elbe langsam nordwestwärts zog. Im Laufe des Nachmittags löste es auch im mittleren Sachsen-Anhalt aus. Der Outflow des Brandenburgkomplexes arbeitere sich sehr langsam nach Südwesten vor. Wir hatten uns bei Wurzen postiert. Hier bildete sich nun eine Konvergenz aus, die bereits aus einer Linie von Südost nach Nordwest einige Türmchen wachsen ließ, welche aber kurze Zeit später wieder zusammen fielen. Unter einem Kirschbaum sitzend und Kirschen essend und auf die Quellungen wettend, welche den ersten Donner produzieren würde, ging eine knappe Stunde ins Land. Dann der erste Donner und mit ziemlich viel Wind (drehte von Südost auf Nordwest) ging die erste Zelle hoch und 15min später direkt wieder ein. Die Zellen zogen sehr langsam, aber brachten heftige Böen durch die trockene Luft hinter dem Erzgebirge. An der Zelle, nach dem kurzen Downburst, zeigte deutlich Rotation und wir standen direkt drunter. Evtl. bildete sich kurzzeitig ein Funnel aus, das war aber direkt drunter stehend schwer auszumachen. Jedenfalls drehte der Wind nun munter mehrfach um 360° und endete schließlich wieder bei Südost. Der Outflow triggerte direkt südlich den nächsten Cu con, der auch 10min später donnerte und unseren Standort wenige 100m nördlich passierte. Die Zelle war deutlich besser organisiert, das Bodenwindfeld deutlich konvergenter. Und 15min später stand da eine tolle Wasserbombe vor uns.



    Sonnenschein rückseitig in die Zelle, Mohnfelder, ein tolles Gewitter. Genial!



    Wir verfolgten die Zelle durch Eilenburg nach Nordwesten. Dies gestaltete sich zunehmend schwierig, da der Downburst viele Straßen durch abgerissene Äste und umgestürzte Bäume unpassierbar machte. In Eilenburg selbst waren auch große Wassermassen vom Himmel gekommen.


    Schließlich bei Delitzsch angekommen, löste es direkt über uns am Outflow der Wurzenzelle wieder aus. Die Auslöse zog sich dann auf ganzer Linie bis Halle. Neuer Standort bei Halle-Queis.



    Während die Zelle den Norden Halles unter Wasser setzte, blieben wir dran und postierten uns bei Halle-Oppin, wo die Zelle an der Outflowboundary des Komplexes über Sachsen-Anhalt und Brandenburg stationär wurde und nordwestlich von Halle über 100mm abwarf! Auf der warmen Seite unterm Aufwind stehend, gab es Blitze zu bestaunen.



    Erste Fracti rechts im Bild wurden nun deutlich mehr und ein Band aus Fracti zog unter der Aufwind hindurch nach Südosten. Der Outflow hatte gewonnen und lief in die Wamrluft hinein und hob nun langsam aber flächig die Warmluft darüber. So löste es über dem nun nach Südost ziehgenden Stratus immer wieder Zellen nach Nordwest ziehend aus. Wir packten unsere Sachen und fuhren wieder zurück nach Leipzig.