Beiträge von Christoph Geissler

    Aktuell baut sich über dem Atlantik ein mächtiger Block auf, der in einem kräftigen Hochdruckgebiet über Grönland mündet. Dort soll nach GFS der reduzierte Luftdruck über 1100hPa erreichen, Sowas durfte ich in Wetterkarten bislang auch nicht sehen. Im Gegenzug greift ein kräftiger Trog von Skandinavien her nach Süden aus mit Stoßrichtung ME/OE. Wir kommen auf der Rückseite der Trogachse zum Liegen.


    So kommt der Trog am Montag auch nach Deutschland voran und die KF des im Trog eingebetten Tief erreicht uns sehr eindrucksvoll von der Nordsee her.


    Die KF soll am Ostermontagmittag bereits zentral über Deutschland liegen. Während in der Höhe eine kräftige swliche Höhenströmung vorherrscht, dreht der Wind am Boden auf NW. Die Scherungbedingungen sind also sehr gut. Gleichzeitig dringt aus NW sehr kalte Luft in der mittleren Troposphäre nach Süden vor. Während vor der Front in 500hPa noch -22°C erreicht werden, sinkt gegen Mittag die Temperatur in 500hPa über der Nordsee auf unter -42°C ab! Auch in 850hPa sinkt die Temperatur mit der Front von knapp über 0°C auf knapp -10°C ab. Die Luftmasse an der KF wird also nicht nur gut geschert sein, sondern auch labilisiert!


    In der Folge, so zeigt es SuperHD, kommt mit der KF aus NW eine gut struktuierte Linie voran, die neben einem deutlichen Temperatursturz auch stürmische/Sturmböen bringt, aber auch die Schneefallgrenze bis ins Flachland drückt. Entsprechend sind mit der Lnie heftige Graupel- und Schneefälle und einzelne Wintrgewitter zu erwarten. Kurzzeitig könnte es bis in tiefe Lagen weiß werden. Mit der hinter der KF einströmenden HKL wird von der Nordsee auch die Schaueraktivität deutlich aufleben. Hier sind dann heftige Schauer und Wintergewitter mit Schneefällen bis ganz runter inklusive kurzzeitiger Schneedecken zu erwarten. Auch Sturmböen sind hier weiterhin möglich.



    Auch in den Folgetagen bleibt der Trog und die HKL mit kräftigen Schneeschauern und Graupelgewittern bestimmend. Am Trog laufen auch wiederholt kurzwellige Anteile ab, die dem ganzen noch mehr Dynamik verleihen dürften. ICON, EZ und GFS zeigen eine solche Welle in der Nacht zum Mittwoch von der Nordsee kommend. Diese könnte dann recht flächig eine weiße Überrachung von einigen Zentimetern bis ganz runter bringen. Für Details muss man hier aber noch abwarten, da solche Kurzwellen häufig erst kurz vorher korrekt erfasst werden. Auch wird die Frage sein, in welchem Streifen das Skandinavienlee eine Rolle spielen wird. Grundsätzlich dürfte da ein Streifen von S-H die Elbe entlang bis nach S-A und Sachsen betroffen sein.


    Der April tut nach vielen Jahren dieses Jahr offenbar mal wieder was er will. ;)

    Update zur Lage kommende Nacht und morgen:


    Im Lee der Alpen hat sich ein Tief gebildet, dass heute Abend und in der Nacht über Tschechien nach Osten zieht, gleichzeitig rückt der Höhentrog über Westeuropa näher. Beides sorgt dafür, dass in der Höhe erneut ein großer Schwall Warmluft auf die bodennahe Kaltluft aufgleiten wird.

    So breiten sich heute Abend von Südosten her erneut kräftige Schneefälle nach Nordwesten aus und sollten bis Mitternacht das ganze Land erfasst haben. Währenddessen wird bodennah aus Nordosten weiter Kaltluft herangeführt, was die Temperatur auf -10°C absinken lässt. Der Schnee ist entsprechend sehr trocken und leicht. Auch wenn der Wind sich zunehmend abschwächt, sind vor allem anfangs Schneeverwehungen möglich. Insgesamt fallen bis Montagmittag verbreitet 15-20cm Schnee, im Stau von Thüringer Wald und Vogtland sind auch 25cm nicht ausgeschlossen. Montagvormittag lässt der Schneefall zügig nach und bis auf wenige Flocken, ist es nachmittags dann trocken. Die Temperatur steigt auch tagsüber kaum an und verharrt bei um die -10°C.


    In den folgenden Nächten könnte es, vorausgesetzt es klart längere Zeit auf, sehr strengen Frost mit unter -20°C geben. Das betrifft den Zeitraum bis einschließlich das Wochenende. Welche Nächte und Regionen wirklich unter -20°C sinken werden, lässt sich aber erst kurzfristig sagen.

    Update zur Lage, Stand Samstag 13 Uhr:


    Aktuell fällt an der Luftmassengrenze bereits etwas Schnee in weiten Teilen Thüringens, gleichzeitig ist die Temperatur auf knapp unter 0°C gesunken. Der Schneefall wird bis heute Abend von Süden her wieder in Regen übergehen bei frostigen Temperaturen. Die Problematik des gefrierenden Regens dürfte vor allem die Gebiete entlang und südlich der A4 betreffen, weiter nördlich wird es wohl durchgehend bei Schneefall bleiben. Da durchaus 5-10mm als gefrierender Regen fallen, besteht die Gefahr von Eisbruch an Bäumen und an Strom- und Oberleitungen! Im nördlichen Thüringen fallen bis morgen Mittag 20-30cm Pulverschnee, da dazu aber ein kräftiger Wind weht, mit Böen in höheren Lagen bis Sturmstärke, ist mit massiven Schneeverwehungen zu rechnen, Straßen, Wege und Bahngleise werden teils unpassierbar sein.


    Morgen im Tagesverlauf geht bis zum Thüringer Wald der Niederschlag wieder in Schneefall über, nur südlich des Waldes bleibt es noch bei gefrierendem Regen. Sonst fallen 5-10cm bis in die Abendstunden nochmal obendrauf. Der Wind schwächt sich erst im Laufe des Nachmittags allmählich ab, so dass Schneeverwehungen ein Thema bleiben. Die Temperatur fällt unterdessen immer weiter und erreicht bis Montagmorgen Werte um die -10°C. Auch in der Nacht zum Montag schneit noch etwas weiter, mehr als 5cm kommen da aber nicht mehr zusammen.


    Ob es Montag nochmals einen größeren Schwung Neuschnee gibt, ist immernoch nicht ganz klar. Ein Update gibts dazu morgen.

    Eine Übersicht über die Geschehnisse von heute bis Montagmorgen.

    Die Ausgangslage ist, dass einem kräftigen Hoch über Grönland, dem Nordmeer und Skandinavien ein Tiefdruckkomplex über dem Ostatlantik und Südwesteuropa gegenüber steht. Während das Hoch aus Nordosteuropa Kaltluft heranführt, bringt der Tiefdruckkomplex südwestlich Luftmassen aus dem Mittelmeerraum nach Norden. Beide Luftmassen prallen mitten über Deutschland zusammen. Die resultierende Luftmassengrenze ist bereits aktiv und liegt etwa entlang der Elbe. Während südwestlich davon noch +10°C erreicht werden, sind es nordöstlich davon kaum über 0°C. An der Grenze ziehen heute und morgen bereits Niederschlagsgebiete von West nach Ost über uns hinweg. Die Kaltluft gewinnt in der kommenden Nacht an Raum nach Südwesten. So sinken die Temperaturen bis zum Samstagmorgen in Nordthüringen allmählich auf 0°C ab. Schon heute in den Abendstunden geht der Niederschlag im Norden Thüringens in Schneefall über, bleibt aber kaum liegen. Ein Tief über Großbritannien und Frankreich steuert aber unterdessen in der Höhe Warmluft nach Norden.


    Diese Warmluft gleitet auf die Kaltluft auf, durch die Hebung kommt es zu weiteren Niederschlägen am Samstag, die in Nordthüringen durchgehend als Schnee fallen sollten, während nach Süden zu noch Regen fällt. Die Kaltluft flutet bis zum Samstagabend das gesamte Thüringer Becken, nur südlich des Thüringer Waldes bleibt es bei Temperaturen über 0°C. Dadurch fällt der Regen dann bei Frost und gefriert auf allen Gegenständen und Flächen. Massive Glättegefahr!


    Dies wird sich in der Nacht zum Sonntag noch deutlich verschärfen! Ein Tief, dass von Spanien nach frankreich gezogen ist, verstärkt die Wamrluftzufuhr in der Höhe, während mit kräftigem Ostwind die Kaltluft am Boden immer weiter vordringt und die Temperatur bodennah auf um -5°C absinken lässt. So kommt es in weiten Teilen Thüpringens zu anhaltendem kräftigen grefrierenden Regen. Es wird sich auf Wegen und Gegenständen eine dicke Eisschicht von durchaus 1cm Dicke ausbilden. Es ist neben massiver Glättegefahr und Behinderungen im Straßen- und Eisenbhanverkehr auch mit Eisbruch an Bäumen zu rechnen. Ausgenommen bleibt der äußerste Norden Thüringens, wo durchweg Schnee fällt. Hier kommt es bei stürmischen Ostwind zu kräftigen Schneeverwehungen, vor allem in den höheren Lagen. Für beides gibt es derzeit eine Vorwarnung vor Unwettern des Deutschen Wetterdienstes.




    Im Laufe des Sonntags werden die Niederschläge wieder schwächer, bis Mittag bleibt die Problematik aber noch bestehen. Dann hat sich das Tief westlich soweit abgeschwächt, dass der Zustrom der Warmluft in der Höhe abnimmt und auch in der Mitte Thüringens noch etwas Schnee fällt. In der Nacht zu Montag fallen nur noch wenige Flocken, im äußersten Süden Thüringens noch etwas gefrierender Regen.

    Während im Norden Thüringens durchaus 20 bis vielleicht gar 30cm Nueschnee mit kräftigen Verwehungen zu erwarten sind, werden sonst auf die vereiste Landschaft nur um 5cm fallen. So zumindest der Modellstand zum Zeitpunkt der Beitragserstellung.


    Ob dann am Montag erneut kräftiger Schneefall aufzieht, ist aktuell noch unsicher und wird hier ggf. am Sonntag diskutiert.

    Zum Abend noch ein Hinweis auf den morgigen Tag!


    Morgen zieht eine Randwelle über das Norddeutsche Tiefland und wir liegen auf dessen Südseite. Ab den späten Vormittagsstunden ziehen mit der zugehörigen Warmfront Regenfälle aus Südwesten auf, die recht zügig nach Osten durchziehen. Am späten Nachmittag im Warmluftsektor erreicht die Temperatur in 850hPa bis zu +5°C, während aber in 500hPa bereits Höhenkaltluft einfließt mit bis zu -28°C. Das führt zur deutlichen Labilisierung im Warmluftsektor, was zum Aufbau von 100-200 CAPE, je nach Modell, reichen soll. Die Modelle sehen entsprechend ab dem späten Nachmittag bis weit in die Abendstunden hinein Schauer und einzelne Gewitter, die vielleicht auch mal etwas organisiert sein können. Eine wirklich klare Kaltfront lässt sich anschließend nicht ausmachen, somit wird die Konvektion in den späten Abendstunden wieder abklingen. Weiteres Thema ist in diesem Zusammenhang der Wind, der auf der Südseite des Tief sehr kräftig (stürmische Böen) weht und mit Hilfe der Konvektion punktuell auch schwere Sturmböen ermöglicht, da hier der kräftige Höhenwind heruntergemischt wird. Durch den kräftigen Wind treten aber auch Leeeffekte auf, die die Konvektion wieder bremsen könnten. In jedem Fall wird es mit bis zu +12°C frühlingshaft mild.



    Eine Luftmassengrenze beginnt sich derzeit bereits über Deutschland zu legen und bringt uns bis Montag ziemlich krasse Gegensätze und Wetterbedingungen. Zunächst ein Überblick über die Lage und ein zeitlicher Ablauf nach den Modellen vom Vormittag des 27.01.2021

    Los geht es bereits heute Abend, wenn sich mit einem Randtief von Westen her Niederschlag über die Landesmitte von Deutschland legt. Auf der Südseite des Randtiefs wird mit Durchmischung reichlich Warmluft (+5°C in 850hPa) herangeführt, während sich die aktuell vorherrschende kühle Luft nördlich (-7°C in 850hPa) davon hält.

    Schnee fällt in den morgigen Mittagsstunden nur in den höheren Lagen der Mittelgebirge, in Süddeutschland hingegen bis in die Hochlagen Regen. Dazu werden an der Küste kaum über 0 erreicht, in Südwestdeutschland hingegen bis +11°C. Durch die hohen Temperaturen und Regenfälle kommt es zu heftigem Tauwetter in diesen Gebieten, was die aktuelle Hochwasserlage nochmal verschärfen dürfte!


    Für Thüringen bedeutet das, dass es zunächst in den tiefen Lagen längeranhaltend regnet und in den hohen Lagen schneit. im Laufe des Nachmittags wird die Schneefallgrenze durch Niederschlagsabkühlung sinken und der Schnee in den Abendstunden nördlich des Thüringer Waldes bis ins Tiefland in Schnee übergehen. Teilweise fällt dann bei Temperaturen von knapp unter 0°C auch gefrierender Regen. Massive Glättegefahr!



    In der Nacht zum Freitag geht auf der kalten Seite der LMG der NDS durch Niederschlagsabkühlung bis ganz runter in Schneefall über. Dort ist teilweise bei bodennah um 0°C und postiven Temperaturen in 1,5km Höhe in einem Streifen vom Emsland bis zum Vogtland auch gefrierender Regen möglich. Auf der warmen Seite der LMG fällt weiter Regen bis in die Hochlagen im Warmluftsektor sind wiederholt Schauer bei kräftigem Wind unterwegs. Während die Temperaturen im Nordosten von Deutschland bis -5°C sinken, bleibt es in Baden-Württemberg mit um 10°C sehr mild.


    Thüringen liegt nun mitten in der Grenzwetterlage und entsprechend sind die Gegensätze. In der Nacht zum Freitag schneit es verbreitet bei um 0°C, südlich des Thüringer Waldes bleibt es frsotfrei und bei Regen. Teilweise kann auch gefrierender Regen fallen, es besteht in jedem Fall Glättegefahr. Zum Morgen hin lässt die Niederschlagsneigung vorübergehend etwas nach.



    Freitag tagsüber zieht ein neues Randtief die Luftmassengrenze entlang ostwärts und verschiebt diese etwas nach Norden. Auf der kalten Seite schneit es langanhaltend und kräftig vom Emsland bis nach Sachsen bei meist um oder unter 0°C. Daran anschließend gibt es einen Streifen mit um 0°C am Boden, aber positiven Temperaturen in 1,5km Höhe, in dem es verbreitet zu gefrierenden Regen kommen soll. Besonders betroffen sollte davon das Thüringer Becken sein, wo einige Modelle teilweise über 5mm als gefrierenden Regen oder Eiskörner berechnen. Hier dürfte es an Gegenständen zu Bildung einer Eisschicht kommen mit massiver Glättegefahr. Noch etwas weiter südlich bleibt es durchweg bei Regen. Im Warmsektor in Süddeutschland bleibt es sehr windig und wechselhaft mit Schauern oder sogar einzelnen Gewittern. Die Temperaturkontraste nehmen weiter zu, während in der Nordhälfte Deutschlands meist leichter Dauerfrost herrscht, werden in Süddeutschland +11°C oder +12°C erreicht. Oder auf 100km liegen zwischen Erfurt (0°C) und FFM (+11°C) ganze 11K!


    Im speziellen für Thüringen bedeutet das eine Zunahme der Niederschläge in den Vormittagsstunden. Diese fallen anfangs als Schnee, gehen aber dann vor allem in den mittleren uind südlichen Landesteilen in Regen über. Da die Temperatur aber bei um oder unter 0°C liegen wird, wird der Regen auf allen Gegenständen sofort gefrieren und eine Eisschicht ausbilden, was zu Glätte auf Straßen und Wegen und zu vereisten Oberleitungen bei Zug und Straßenbahn führen wird, was entsprechend zu Problemen führen kann. Im Tagesverlauf wird im südlichen Thüringen sogar abtrocknen und ggf. etwas auflockern. Südlich des Thüringer Waldes steigt die Temperatur auf +6 oder +7°C an, während in den nördliches Landesteilen leichter Dauerfrost herrscht.



    In der Nacht zum Samstag wird rückseitig des Wellentiefs die Luftmassengrenze langsam wieder nach Süden gedrückt und ei Kaltluft gewinnt an Boden. An der Luftmassengrenze kommt es auf der kalten Seite weiter zu anhaltenden Schneefällen, im Grenzbereich zu den wärmeren Luftmassen ist auch noch gefrierender Regen zu erwarten, weiter südlich bleibt es bei reinem Regen. Die Temperaturkontraste bleiben bestehen -5°C in der Mitte und +8/9°C am Oberrhein.


    Mit lokalem Blick auf Thüringen wird der Niederschlag von Regen allmählich wieder in Schneefall übergehen und nach Süden vorankommen. Die Temperatur sinkt auf bis zu -4°C b, sodass auch Schneematsch wieder gefriert. Südlich des Thüringer Waldes bleibt es aber bei +4°C noch frostfrei und auch bei Regen. Glätte ist weiterhin ein großes Thema! Zum Morgen hin trockenet es von Norden allmählich ab, während auch in den letzten Ecken Südthüringes die Temperatur unter 0°C fällt und der Niederschlag in Schnee übergeht.



    Samstag tagsüber schwenkt die Luftmassengrenze dann langsam von der Mitte in den Süden Deutschlandsund mit ihr der Schneefall der nun von der Eifel bis nach Franken reicht. Südlich davon bleibt es weiterhin bei Regen und direkt an der Grenze zur Kaltluft kann dieser weiter gefrieren. Während nun auch in Nordbayern und Hessen kaum noch die 0°C überschritten wird, werden am Oberrhein weiter knapp +10°C erreicht. Tauwetter und Hochwassergefahr inklusive.


    In Thüringen schneit es in weiten Landesteilen noch bei unter 0°C, während es im Tagesverlauf von Norden her abtrocknet. So dürfte sich die Glättesituation allmählich entspannen. Bis Samstagmorgen dürften bis auf die südlichsten Bereiche des Landes verbreitet zwischen 5 und 10cm liegen, in den Höhenlagen mehr.



    Bis Samstagabend sollten dann landesweit verbreitet um die 10cm Schnee bis in tiefe Lagen liegen, dort wo bis morgen Abend noch Schnee liegt kommen diese Mengen entsprechend neu hinzu.


    In der Nacht zum Sonntag schwenkt die LMG nun recht zügig nach Südwesten durch und die Kaltluft flutet ganz Deutschland. Aus Nordosten klart es nun teils auf, was über der vorhanden Schneedecke für teils strengen Frost in den Nächten zu Sonntag und Montag sorgt! So sind in Thüringen dann verbreitet um -15°C möglich, wenn es denn aufklart. In senken oder durchweg klarer Nacht wären auch -20°C vorstellbar. Ab Dienstag wird es dann bereits wieder zügig milder und die winterliche Episode nimmt nach derzeitigem Stand ihr Ende.



    Es gilt also speziell ab Donnerstagnachmittag Vorsicht bzgl. Glätte und schlechten Straßenverhältnissen walten zu lassen und ab Samstagmittag dann das Winterwetter zu genießen!

    Wintergewitter in Leipzig am Abend des 13.01.2021 mit blizzardähnlichen Bedingungen.


    Zu Beginn verschwinden die Hochhäuser der Innenstadt nach und nach in der Wand aus Schnee, dazu ab und zu Wetterleuchten. Dann bricht der Schneesturm herein, die Sicht geht für 20min auf um die 100m zurück, teils bis 50m. Währenddessen gab es einen Naheinschlag mit lautem Donner und Sturmböen. Blick vom bzw. am Völkerschlachtdenkmal. Viel Spaß!


    PS: Für mich wohl das bisher beste Wintergewitter, das ich miterleben durfte!

    Ausgangslage ist, dass ein Tief über der Ostsee liegt, dessen KF im Tagesverlauf von Norden her das Land überquert. Durch ein Randtief über NO Frankreich wird die KF auf dem Weg nach Süden etwas ausgebremst, sodass sich die Hauptwetteraktion auf den Bereich nördlich der Mittelgebirge konzentrieren wird. Bereits vor der KF ist maritime Polarluft eingeflossen, die nun durch eher kontinentalere ersetzt wird. Jedenfalls herrschen bereits vor der Front -7°C in 850 dahinter dann -10 oder knapp darunter. In 500 sinkt die Temperatur auf -25 bis -30 mit den tieferen Werten im Osten. Das führt an der KF mit den Hebungsprozessen zu einer Labilisierung, die für Konvektion sorgt. Beginnen wird das ganze am frühen Vormittag von Dänemark her und erreicht am Abend die Mittelgebirge.





    Da die ganze Sache auch sehr gut geschert ist, DLS bei 100kt und LLS bei teils über 40kt, dürfte sich die KF sehr gut organisieren. Da auch der Wind in der mittleren Troposphäre nicht allzu schwach ist, dürfte mit der organisierten KF durch mit Sturmböen zu rechnen sein.

    Modellkarten für Deutschland (Vertikale Windscherung 0-1 km) | Mitteleuropa Super HD (3 Tage) Modellkarten für Deutschland (Vertikale Windscherung 0-6 km) | Mitteleuropa Super HD (3 Tage)


    Die Folge ist eine schöne konvektive Linie oder vll sogar ein oder mehrere Bowechos(semente), zumindest nach SuperHD. Andere Lokalmodelle werden morgen sicher ähnliches zeigen.

    Modellkarten für Deutschland (Simulierte max. Radarreflektivität) | Mitteleuropa Super HD (3 Tage)


    Da das Temperaturniveau bereits sehr niedrig ist, dürfte mit der KF und dem NDS die Temperatur auf 0°C oder knapp darunter abkühlen, was mit den Sturmböen und teils heftigen NDS als Schnee und oder Graupel zu kurzzeitig blizzardähnlichen Bedingungen führen dürfte. Auch einzelne Blitze in den Bowsegmenten sind nicht auszuschließen, ebenso wie eine dünne Schneedecke, die sich binnen weniger Minuten ausbilden dürfte.


    Eine sehr spannende Lage steht da bevor. Für mehr Details sollte man aber noch die nachfolgenden Läufe abwarten.

    Nach einer langen entbehrungesreichen Zeit steht uns ab morgen wieder ein schönes Schneeevent bevor. Eine Übersicht zur aktuellen Situation und ein Modellvergleich.


    Ausgangsituation: Aktuell liegt ein Trog bzw. Tiefdruckkomplex über ME und dem Mittelmeerraum. Gleichzeitig reicht eine Hochdruckzone vom Atlantik bis nach Skandinavien und Russland. Über dem Ligurischen Meer hat sich ein eigenständiges Tief entwickelt, dass langsam nach Norden zieht und einen Leetiefableger über Süddeutschland und Tschechien bildet.


    Während bodennah eine kühle O bis NO Störmung herrscht gleitet in der Höhe Warmlauf auf und es setzt auf der kalten Seite des Tiefs über der Mitte Deutschlands Schneefall ein. Da die Luftmasse nicht wirklich kalt ist, braucht es die Niederschlagsabkühlung, um die Temperaturen auch im Tiefland auf 0°C zu drücken. Entsprechend wird der Schnee sehr nass und matschig sein und ggf. im Tiefland nicht vollständig liegen bleiben. In Sachsen und Brandenburg kommt im Laufe des Tages auch bodennah Warmluft um das Tief herum aus Osten herein, sodass speziell in den östlichen Landesteilen der Schnee vom Morgen wieder teilweise oder vollständig wegschmilzt.


    Auch bis Montagfrüh ändert sich daran wenig, das Tief schwächt sich etwas ab und damit die Schneefälle und der Wind, wodurch wieder Niederschlagsabkühlung begünstigt wird.


    Oberhalb von 300m steht also ein tolles Schneeevent bevor, darunter wird die Sache sehr matschig, aber wir sehen dennoch das beste Schneeereignis seit mindestens 2 Jahren! Im Modellvergleich sieht man, dass im Tiefland häufig um 5cm zu erwarten sind, je höher man kommt und im Luv der Gebirge mehr mit bis 15cm. Unsicherheiten bzgl. der Schneehöhe bestehen noch in weiten Teilen Sachsens und im südöstlichen Brandenburg!


    Im Laufe der bevorstehenden Woche kommt es wiederholt zu Schneefällen, hier müssen aber noch Details abgewartet werden.


    Quellen: Wetter3- aktuelle Wetterkarten, Kachelmannwetter | Wetter HD: Radar, Vorhersage uvm.

    Heute zieht eine Kurzwelle von der Nordsee nach Südosten, die je nach Modell zwischen NDS und Sachsen kurzzeitig schwere Sturmböen bis in tiefe Lagen bringen könnte. In der genauen Intensität und Lage des Sturmfeldes gibt es noch Differenzen in den Modellen.


    Quellen: wetter3.de und kachelmannwetter.com

    Hallo zusammen! Ein kleines Update zur Situation von heute bis Sonntag.


    Heute liegen wir im Bereich einer Warmfront, die zu einem Tief über dem Ostatlantik gehört. Dieses Tief schaufelt auf seiner Vorderseite afrikanische Heißluft zu uns. Beides macht sich heute durch einige Wolkenfelder bemerkbar und durch Temperaturen, die bis auf knapp über 30°C ansteigen. Dazu bleibt es unter schwachem Hochdruckeinfluss trocken. Die kommende Nacht bringt nur noch wenige Wolken, aber es wird weiterhin sehr warme Luft herangeführt, weshalb die Tiefstwerte vor allem in den Städten nicht oder kaum unter 20°C sinken werden.


    Am Freitag scheint dann von wenigen Wolken abgesehen häufig die Sonne und die Luftmasse (bis 21°C in 850hPa) kann sich vollständig entfalten, weshalb die Temperatur auf 30-34°C, lokal bis 35°C ansteigen wird. Bei lebhaftem Südwestwind und recht trockener Luft sind diese Werte noch einigermaßen aushaltbar. In der folgenden Nacht zieht aus Westen eine Konvergenz durch, die sich aber in der trockenen Luftmasse als kaum wetterwirksam erweist. Es bleibt trocken, nur die Wolken werden dichter und mit Winddrehung auf Nordwest sickert bis zum Morgen etwas kühlere und feuchtere Luft ein. Durch die Wolken bleibt es dennoch oft bei einer tropischen Nacht mit Tiefstwerten, die häufig über 20°C liegen. Zum Morgen hin greift aus Westen die Kaltfront des Tiefs über dem Ostatlantik über und bringt ganz im Westen meist leichten skaligen Regen.


    Der Samstag bringt selbst viele Wolken, anfang sind speziell nach Osten hin noch einige sonnige Momente denkbar und ab den Mittagsstunden lockert es von Westen wieder auf. Dazwischen liegt die Kaltfront, welche durch einen bereits vordringenden Bodenhochkeil kaum noch Niederschläge produziert. Nachmittags setzt sich von Westen her bei böigem Wind ein freundlicher Sonne-Wolken-Mix durch, vielleicht bildet sich nochmal ein kurzer Schauer. Die Temperaturen steigen hinter der Kaltfront am Nachmittag auf bis zu 26°C.


    Ähnlich gestaltet sich auch der Sonntag, der bei einem Wechselspiel von Sonne und Wolken allenfalls einen kurzen Schauer hervorbringt. Gleichzeitig ist nun deutlich kühlerer Luft eingeflossen in der die 25°C-Marke nicht mehr erreicht wird.

    Neupflanzungen werden die ersten 5 Jahre definitiv regelmäßig gewässert. Nach meinem Eindruck zwar nur mit mäßigem Erfolg, aber immerhin. Die Stadt selbst hat auch Bürger aufgerufen Straßenbäume zu wässern, da man alleine auf keinem Fall die Chance hat etwas auszurichten. Am Ende ist es bei Altbäumen egal, wenn der Grundwasserspiegel zu weit abgesunken ist, da ist nicht mehr viel zu retten...

    Heute war ich nach den vergangenen Hitzetagen in Leipzig im Friedenspark unterwegs, um den aktuellen Stand der Schäden der Trockenheit an der Vegetation zu dokumentieren. Die Bodenfeuchte ist derzeit rekordniedrig, wie schon 2019 und 2018. Der Grundwasserspiegel liegt mit bis zu 2m unter Norm und damit rekordtief!


    Und nun einige unkommentierte Bilder aus dem Friedenspark. Es sind alle Baumarten von Linde über Ahorn, Birke, Kastanie und Platane betroffen. Mittlerweile fangen auch die ersten Eichen an von der Baumspitze ausgehend zu vertrocknen.










    Der Parkboden häufig laubbedeckt, wer hier grillt, löst mglw. einen Brand aus!



    Absterbende Eiche.



    Bereits letztes Jahr wurden etliche Bäume wegen Trockenschäden gefällt, derzeit sind ca 50% der Bäume betroffen, viele werden es nicht überleben. Zumal die Schäden noch massiver werden, da nennenswerter Regen nicht in Sicht ist und die Temperaturen weiterhin viel zu warm bleiben.


    Das Bild zeigt sich auch in vielen anderen Parks und Wälder in und um Leipzig, die nicht direkt im Augebiet liegen.

    NLC – Woher sie herkommen und wohin sie gehen



    Die NLC sind nach dem gestrigen Tag in aller Munde, viele hören von ihnen das erste Mal, die Aufmerksamkeit steigt. Doch wieso ist das so? Wolken gab es doch schon immer! So einfach ist das bei den NLC allerdings nicht.


    Zunächst die Frage, wie und wo sie entstehen?


    NLC entstehen den polaren Breiten der Sommerhemisphäre in 80-90km Höhe (Mesosphäre). Im Sommer werden in diesen Höhen die tiefsten Temperaturen erreicht, was Aufstiegsbewegungen der Atmosphäre in diesen Bereichen geschuldet ist. Durch Trockenadiabatisches Aufsteigen kühlt die Luft hier bis auf -130°C ab. Die Luft in dieses Höhen enthält quasi keinen Wasserdampf, aber das bisschen Wasserdampf, was noch vorhanden ist, kondensiert bei derart niedrigen Temperaturen und es bilden sich Eiswolken (adäquat zu Cirren). Durch die Aufstiegsbewegungen entsteht unterhalb der Mesopause (Temperaturanstieg oberhalb der Mesosphäre, adäquat zur Troposphäre/Tropopause) eine Konvergenz aus, die Luftmassen strömen vom Pol weg in Richtung Äquator und weiter zum Pol der Winterhemisphäre. Die entstandene Zirkulation nennt sich Brewer Dobson Zirkulation und sorgt dafür, dass sich die NLC von den polaren Breiten unter Umständen bis in die mittleren Breiten ausbreiten können. Auf dem Weg nach Süden erwärmt sich die Luft in der Mesosphäre aber wieder und sorgt dafür, dass sich die NLC auf dem Weg nach Süden auflösen.



    Wann und wo kann ich NLC sehen?


    Das heißt als Bedingung NLC auch in Deutschland sehen zu können, ist im Sommer nicht nur der Nordwind in der Höhe entscheidend, sondern auch, dass es in diesen Höhen kalt genug ist. Auch besteht das Problem, dass, wenn sie in zu hohen Breiten auftreten, sie ebenfalls nicht zu sehen sind, da Polartag herrscht und sie immer von der Sonne überstrahlt werden. NLC sind ein Phänomen hohen Breiten der Nord- und Südhemisphäre, weil sie sich auf dem Weg Richtung Äquator durch Temperaturzunahme ab den mittleren Breiten auflösen.



    Zusammenhang von NLC und menschengemachtem Klimawandel?


    Ich denke jeder hat von uns hat den Eindruck, dass NLC die letzten 10 Jahren zunehmend bekannt und ein Thema wurden. Aber rein physikalisch gab es NLC schon immer. Täuscht der Eindruck oder hat sich an der Häufigkeit etwas geändert? Die erste Sichtungen gab es bereits Ende der 1880s, die aber dem Vulkanausbruch des Krakatoa zugeschrieben wurden. Ab den 1900er gab es erste Theorien aber keine Messungen aus den Höhen, die begannen erst in den 1960ern mit Raketen und Radaren. Wirklich vorwärts ging es bei der Erforschung erst in den letzten 20 Jahren und besonders ab 2007 als Erdbeobachtungssatellit Aeronomy of Ice in the Meosphere (AIM) gestartet wurde.

    Wie geschrieben, brauch es für NLC kalte Temperaturen und Wasserdampf in der Mesosphäre. Je kälter es ist, desto weniger Wasserdampf wird benötigt, da kalte Luft weniger Wasserdampf beinhalten kann und je mehr Wasserdampf da ist, umso wärmer kann es sein für NLC. Durch den vermehrten CO2 Ausstoß wird die Troposphäre immer wärmer, da sich das CO2 hauptsächlich in den unteren 20km der Atmosphäre aufhält (CO2 ist ein schweres Molekül). Die Wärme, die wir in der Troposphäre gefangen halten, wird nicht in den Weltraum bzw. in die Atmosphäre darüber abgestrahlt. Hinzu kommt, dass durch den Rückgang des Ozons in der Stratosphäre (20-50km Höhe) in den 80er und 90er Jahren (wir verharren seither auf recht niedrigem Niveau) auch weniger UV-Strahlung der Sonne absorbiert und in Wärme umgewandelt wird. Das führt zusätzlich zu einem Temperaturrückgang in der Mesosphäre, der seit etwa 20 Jahren beobachtet werden kann. Daher ist vor allem in den letzten 10 Jahren eine verstärkte Beobachtung von NLC auch in den mittleren Breiten festgestellt wurden, weil es in den betreffenden Höhen kälter geworden ist.


    Ein weiterer Punkt ist das Methan (CH4), was ebenfalls ein Treibhausgas ist, was wir in der Viehwirtschaft, Reisanbau und beim tauen des Permafrostes ausstoßen. Ein Methanmoklekül ist leichter als ein CO2-Molekül. Methan gelangt daher auch bis in die Mesosphäre, wo es nach einigen Jahren zu Wasser und CO2 abgebaut wird (CH4 + 2 O2 => 2 H20 +CO2). Das führt dazu, dass der Wasserdampfanteil in besagten Höhen weiter steigt und im Zusammenhang mit kühleren Temperaturen zu mehr NLC führt. Da sich beide Trends in den nächsten Jahrzehnten mit Sicherheit erstmal nicht umkehren werden, steht für alle NLC-Freunde eine leuchtende Zukunft bevor!


    PS: Viele Details bzgl. der NLC sind aber weiterhin unklar, auch ob sie ebenfalls einen Einfluss auf das Klimasystem haben.

    Der Tag gekennzeichnet durch eine sumpfige Südostgewitterlage mit sehr viel CAPE, aber wenig Scherung und speziell hinter dem Erzgebirge mit trockener Luft. Bereits am frühen Nachmittag lösten südlich und östlich von Leipzig immer wieder kleine Zellen aus, die aber kurze Zeit später wieder vertrockneten. Währenddessen zündete über Süd-Brandenburg ein Cluster durch, der entlang der Elbe langsam nordwestwärts zog. Im Laufe des Nachmittags löste es auch im mittleren Sachsen-Anhalt aus. Der Outflow des Brandenburgkomplexes arbeitere sich sehr langsam nach Südwesten vor. Wir hatten uns bei Wurzen postiert. Hier bildete sich nun eine Konvergenz aus, die bereits aus einer Linie von Südost nach Nordwest einige Türmchen wachsen ließ, welche aber kurze Zeit später wieder zusammen fielen. Unter einem Kirschbaum sitzend und Kirschen essend und auf die Quellungen wettend, welche den ersten Donner produzieren würde, ging eine knappe Stunde ins Land. Dann der erste Donner und mit ziemlich viel Wind (drehte von Südost auf Nordwest) ging die erste Zelle hoch und 15min später direkt wieder ein. Die Zellen zogen sehr langsam, aber brachten heftige Böen durch die trockene Luft hinter dem Erzgebirge. An der Zelle, nach dem kurzen Downburst, zeigte deutlich Rotation und wir standen direkt drunter. Evtl. bildete sich kurzzeitig ein Funnel aus, das war aber direkt drunter stehend schwer auszumachen. Jedenfalls drehte der Wind nun munter mehrfach um 360° und endete schließlich wieder bei Südost. Der Outflow triggerte direkt südlich den nächsten Cu con, der auch 10min später donnerte und unseren Standort wenige 100m nördlich passierte. Die Zelle war deutlich besser organisiert, das Bodenwindfeld deutlich konvergenter. Und 15min später stand da eine tolle Wasserbombe vor uns.



    Sonnenschein rückseitig in die Zelle, Mohnfelder, ein tolles Gewitter. Genial!



    Wir verfolgten die Zelle durch Eilenburg nach Nordwesten. Dies gestaltete sich zunehmend schwierig, da der Downburst viele Straßen durch abgerissene Äste und umgestürzte Bäume unpassierbar machte. In Eilenburg selbst waren auch große Wassermassen vom Himmel gekommen.


    Schließlich bei Delitzsch angekommen, löste es direkt über uns am Outflow der Wurzenzelle wieder aus. Die Auslöse zog sich dann auf ganzer Linie bis Halle. Neuer Standort bei Halle-Queis.



    Während die Zelle den Norden Halles unter Wasser setzte, blieben wir dran und postierten uns bei Halle-Oppin, wo die Zelle an der Outflowboundary des Komplexes über Sachsen-Anhalt und Brandenburg stationär wurde und nordwestlich von Halle über 100mm abwarf! Auf der warmen Seite unterm Aufwind stehend, gab es Blitze zu bestaunen.



    Erste Fracti rechts im Bild wurden nun deutlich mehr und ein Band aus Fracti zog unter der Aufwind hindurch nach Südosten. Der Outflow hatte gewonnen und lief in die Wamrluft hinein und hob nun langsam aber flächig die Warmluft darüber. So löste es über dem nun nach Südost ziehgenden Stratus immer wieder Zellen nach Nordwest ziehend aus. Wir packten unsere Sachen und fuhren wieder zurück nach Leipzig.

    Wie auch bei vielen anderen wurde der Tag mit Spannung erwartet. Gute Scherung und ausreichend CAPE sahen vielversprechend aus. Die Modelle waren allerdings sehr zurückhaltend, das Radarbild ebenso für lange Zeit. Am Abend löste es dann im nördlichen Thüringen und Ostharz erste Zellen aus. Die Chasinggruppe der Uni Leipzig machte sich nun auf den Weg, erstmal nur nach Schkeuditz. Dort sah man die ersten Zellen, noch westlich von Halle befindlich, mit schon guter Trennung von Auf- und Abwind. Der entscheidene Push fehlte aber noch. Eine Zelle bei Könnern hatte sich bereits gut entwickelt, war aber von unserem Standort durch 3 südlichere Zellen verdeckt. Unsicher welche das Rennen machen würde, fuhren wir zunächst etwas nach Norden. Während der Fahrt explodierte die mittlere der 3 Zellen über dem Norden von Halle und scherte nach Osten aus (zuvor Zugrichtung SW=>NO). Wir sahen uns auf der A9 bei Halle direkt unter dem Aufwind wieder. Dieser zeigte sich als großer flacher Teller und die Nacht brach herein, während die Sonne von hinten durch den NDS schien. Also die A9 nach Osten über die B100 bei Halle verlassen und nun mussten wir über die B183 nach Süden ausweichen. Dabei ging es kurz durch den Downburst der Zelle. Wieder davor postierten wir uns auf der Ortsumfahrung von Delitzsch und bestaunten die Rückseite der Zelle.



    Während sich nun von Südwesten die südlichere Zelle nördlich von Leipzig ins Bild schob, gab es zwischen den Zellen einen kleinen Regenbogen, während sich links schön der Niederschlagskern abzeichnete. Viel Zeit blieb nicht, denn hinter uns, zwischen den Bäumen, war bereits wieder eine Böenlinie mit tiefen Fracti zu sehen, die fast über den Boden schleiften. Diese gehörten zur ehemaligen Könnern-Zelle, die nach Südosten zog und bei Delitzsch die Zugbahn unsere bisherigen Zelle kreuzen würde.



    Wir fuhren nun ein Stück nach Norden auf die B184 bis kurz vor die B100. Die Fahrt auf dem Weg zur Hölle!



    Schnell auf einen Feldweg und fertig!



    Mit der untergehenden Sonne eine geniale Lichtstimmung.






    Der Niederschlagsfuß der Zelle war beeindruckend auch die Dynamik an und hinter der Böenfront.



    Dann kam die Sonne wieder heraus und tauchte die Felder in orangenes Licht, während nach Süden die Zelle, welche nördlich an Leipzig vorbeizog, am Himmel stand.



    Mit Rückwind durch den Coldpool der Zelle ging es nun zurück nach Leipzig, wo weitere Teile der Stadt bislang keinen Tropfen Regen gesehen haben.


    Nach langer Warterei ein gelungener Tag!