Beiträge von Christoph Geissler

    Wintergewitter in Leipzig am Abend des 13.01.2021 mit blizzardähnlichen Bedingungen.


    Zu Beginn verschwinden die Hochhäuser der Innenstadt nach und nach in der Wand aus Schnee, dazu ab und zu Wetterleuchten. Dann bricht der Schneesturm herein, die Sicht geht für 20min auf um die 100m zurück, teils bis 50m. Währenddessen gab es einen Naheinschlag mit lautem Donner und Sturmböen. Blick vom bzw. am Völkerschlachtdenkmal. Viel Spaß!


    PS: Für mich wohl das bisher beste Wintergewitter, das ich miterleben durfte!

    Ausgangslage ist, dass ein Tief über der Ostsee liegt, dessen KF im Tagesverlauf von Norden her das Land überquert. Durch ein Randtief über NO Frankreich wird die KF auf dem Weg nach Süden etwas ausgebremst, sodass sich die Hauptwetteraktion auf den Bereich nördlich der Mittelgebirge konzentrieren wird. Bereits vor der KF ist maritime Polarluft eingeflossen, die nun durch eher kontinentalere ersetzt wird. Jedenfalls herrschen bereits vor der Front -7°C in 850 dahinter dann -10 oder knapp darunter. In 500 sinkt die Temperatur auf -25 bis -30 mit den tieferen Werten im Osten. Das führt an der KF mit den Hebungsprozessen zu einer Labilisierung, die für Konvektion sorgt. Beginnen wird das ganze am frühen Vormittag von Dänemark her und erreicht am Abend die Mittelgebirge.





    Da die ganze Sache auch sehr gut geschert ist, DLS bei 100kt und LLS bei teils über 40kt, dürfte sich die KF sehr gut organisieren. Da auch der Wind in der mittleren Troposphäre nicht allzu schwach ist, dürfte mit der organisierten KF durch mit Sturmböen zu rechnen sein.

    Modellkarten für Deutschland (Vertikale Windscherung 0-1 km) | Mitteleuropa Super HD (3 Tage) Modellkarten für Deutschland (Vertikale Windscherung 0-6 km) | Mitteleuropa Super HD (3 Tage)


    Die Folge ist eine schöne konvektive Linie oder vll sogar ein oder mehrere Bowechos(semente), zumindest nach SuperHD. Andere Lokalmodelle werden morgen sicher ähnliches zeigen.

    Modellkarten für Deutschland (Simulierte max. Radarreflektivität) | Mitteleuropa Super HD (3 Tage)


    Da das Temperaturniveau bereits sehr niedrig ist, dürfte mit der KF und dem NDS die Temperatur auf 0°C oder knapp darunter abkühlen, was mit den Sturmböen und teils heftigen NDS als Schnee und oder Graupel zu kurzzeitig blizzardähnlichen Bedingungen führen dürfte. Auch einzelne Blitze in den Bowsegmenten sind nicht auszuschließen, ebenso wie eine dünne Schneedecke, die sich binnen weniger Minuten ausbilden dürfte.


    Eine sehr spannende Lage steht da bevor. Für mehr Details sollte man aber noch die nachfolgenden Läufe abwarten.

    Nach einer langen entbehrungesreichen Zeit steht uns ab morgen wieder ein schönes Schneeevent bevor. Eine Übersicht zur aktuellen Situation und ein Modellvergleich.


    Ausgangsituation: Aktuell liegt ein Trog bzw. Tiefdruckkomplex über ME und dem Mittelmeerraum. Gleichzeitig reicht eine Hochdruckzone vom Atlantik bis nach Skandinavien und Russland. Über dem Ligurischen Meer hat sich ein eigenständiges Tief entwickelt, dass langsam nach Norden zieht und einen Leetiefableger über Süddeutschland und Tschechien bildet.


    Während bodennah eine kühle O bis NO Störmung herrscht gleitet in der Höhe Warmlauf auf und es setzt auf der kalten Seite des Tiefs über der Mitte Deutschlands Schneefall ein. Da die Luftmasse nicht wirklich kalt ist, braucht es die Niederschlagsabkühlung, um die Temperaturen auch im Tiefland auf 0°C zu drücken. Entsprechend wird der Schnee sehr nass und matschig sein und ggf. im Tiefland nicht vollständig liegen bleiben. In Sachsen und Brandenburg kommt im Laufe des Tages auch bodennah Warmluft um das Tief herum aus Osten herein, sodass speziell in den östlichen Landesteilen der Schnee vom Morgen wieder teilweise oder vollständig wegschmilzt.


    Auch bis Montagfrüh ändert sich daran wenig, das Tief schwächt sich etwas ab und damit die Schneefälle und der Wind, wodurch wieder Niederschlagsabkühlung begünstigt wird.


    Oberhalb von 300m steht also ein tolles Schneeevent bevor, darunter wird die Sache sehr matschig, aber wir sehen dennoch das beste Schneeereignis seit mindestens 2 Jahren! Im Modellvergleich sieht man, dass im Tiefland häufig um 5cm zu erwarten sind, je höher man kommt und im Luv der Gebirge mehr mit bis 15cm. Unsicherheiten bzgl. der Schneehöhe bestehen noch in weiten Teilen Sachsens und im südöstlichen Brandenburg!


    Im Laufe der bevorstehenden Woche kommt es wiederholt zu Schneefällen, hier müssen aber noch Details abgewartet werden.


    Quellen: Wetter3- aktuelle Wetterkarten, Kachelmannwetter | Wetter HD: Radar, Vorhersage uvm.

    Heute zieht eine Kurzwelle von der Nordsee nach Südosten, die je nach Modell zwischen NDS und Sachsen kurzzeitig schwere Sturmböen bis in tiefe Lagen bringen könnte. In der genauen Intensität und Lage des Sturmfeldes gibt es noch Differenzen in den Modellen.


    Quellen: wetter3.de und kachelmannwetter.com

    Hallo zusammen! Ein kleines Update zur Situation von heute bis Sonntag.


    Heute liegen wir im Bereich einer Warmfront, die zu einem Tief über dem Ostatlantik gehört. Dieses Tief schaufelt auf seiner Vorderseite afrikanische Heißluft zu uns. Beides macht sich heute durch einige Wolkenfelder bemerkbar und durch Temperaturen, die bis auf knapp über 30°C ansteigen. Dazu bleibt es unter schwachem Hochdruckeinfluss trocken. Die kommende Nacht bringt nur noch wenige Wolken, aber es wird weiterhin sehr warme Luft herangeführt, weshalb die Tiefstwerte vor allem in den Städten nicht oder kaum unter 20°C sinken werden.


    Am Freitag scheint dann von wenigen Wolken abgesehen häufig die Sonne und die Luftmasse (bis 21°C in 850hPa) kann sich vollständig entfalten, weshalb die Temperatur auf 30-34°C, lokal bis 35°C ansteigen wird. Bei lebhaftem Südwestwind und recht trockener Luft sind diese Werte noch einigermaßen aushaltbar. In der folgenden Nacht zieht aus Westen eine Konvergenz durch, die sich aber in der trockenen Luftmasse als kaum wetterwirksam erweist. Es bleibt trocken, nur die Wolken werden dichter und mit Winddrehung auf Nordwest sickert bis zum Morgen etwas kühlere und feuchtere Luft ein. Durch die Wolken bleibt es dennoch oft bei einer tropischen Nacht mit Tiefstwerten, die häufig über 20°C liegen. Zum Morgen hin greift aus Westen die Kaltfront des Tiefs über dem Ostatlantik über und bringt ganz im Westen meist leichten skaligen Regen.


    Der Samstag bringt selbst viele Wolken, anfang sind speziell nach Osten hin noch einige sonnige Momente denkbar und ab den Mittagsstunden lockert es von Westen wieder auf. Dazwischen liegt die Kaltfront, welche durch einen bereits vordringenden Bodenhochkeil kaum noch Niederschläge produziert. Nachmittags setzt sich von Westen her bei böigem Wind ein freundlicher Sonne-Wolken-Mix durch, vielleicht bildet sich nochmal ein kurzer Schauer. Die Temperaturen steigen hinter der Kaltfront am Nachmittag auf bis zu 26°C.


    Ähnlich gestaltet sich auch der Sonntag, der bei einem Wechselspiel von Sonne und Wolken allenfalls einen kurzen Schauer hervorbringt. Gleichzeitig ist nun deutlich kühlerer Luft eingeflossen in der die 25°C-Marke nicht mehr erreicht wird.

    Neupflanzungen werden die ersten 5 Jahre definitiv regelmäßig gewässert. Nach meinem Eindruck zwar nur mit mäßigem Erfolg, aber immerhin. Die Stadt selbst hat auch Bürger aufgerufen Straßenbäume zu wässern, da man alleine auf keinem Fall die Chance hat etwas auszurichten. Am Ende ist es bei Altbäumen egal, wenn der Grundwasserspiegel zu weit abgesunken ist, da ist nicht mehr viel zu retten...

    Heute war ich nach den vergangenen Hitzetagen in Leipzig im Friedenspark unterwegs, um den aktuellen Stand der Schäden der Trockenheit an der Vegetation zu dokumentieren. Die Bodenfeuchte ist derzeit rekordniedrig, wie schon 2019 und 2018. Der Grundwasserspiegel liegt mit bis zu 2m unter Norm und damit rekordtief!


    Und nun einige unkommentierte Bilder aus dem Friedenspark. Es sind alle Baumarten von Linde über Ahorn, Birke, Kastanie und Platane betroffen. Mittlerweile fangen auch die ersten Eichen an von der Baumspitze ausgehend zu vertrocknen.










    Der Parkboden häufig laubbedeckt, wer hier grillt, löst mglw. einen Brand aus!



    Absterbende Eiche.



    Bereits letztes Jahr wurden etliche Bäume wegen Trockenschäden gefällt, derzeit sind ca 50% der Bäume betroffen, viele werden es nicht überleben. Zumal die Schäden noch massiver werden, da nennenswerter Regen nicht in Sicht ist und die Temperaturen weiterhin viel zu warm bleiben.


    Das Bild zeigt sich auch in vielen anderen Parks und Wälder in und um Leipzig, die nicht direkt im Augebiet liegen.

    NLC – Woher sie herkommen und wohin sie gehen



    Die NLC sind nach dem gestrigen Tag in aller Munde, viele hören von ihnen das erste Mal, die Aufmerksamkeit steigt. Doch wieso ist das so? Wolken gab es doch schon immer! So einfach ist das bei den NLC allerdings nicht.


    Zunächst die Frage, wie und wo sie entstehen?


    NLC entstehen den polaren Breiten der Sommerhemisphäre in 80-90km Höhe (Mesosphäre). Im Sommer werden in diesen Höhen die tiefsten Temperaturen erreicht, was Aufstiegsbewegungen der Atmosphäre in diesen Bereichen geschuldet ist. Durch Trockenadiabatisches Aufsteigen kühlt die Luft hier bis auf -130°C ab. Die Luft in dieses Höhen enthält quasi keinen Wasserdampf, aber das bisschen Wasserdampf, was noch vorhanden ist, kondensiert bei derart niedrigen Temperaturen und es bilden sich Eiswolken (adäquat zu Cirren). Durch die Aufstiegsbewegungen entsteht unterhalb der Mesopause (Temperaturanstieg oberhalb der Mesosphäre, adäquat zur Troposphäre/Tropopause) eine Konvergenz aus, die Luftmassen strömen vom Pol weg in Richtung Äquator und weiter zum Pol der Winterhemisphäre. Die entstandene Zirkulation nennt sich Brewer Dobson Zirkulation und sorgt dafür, dass sich die NLC von den polaren Breiten unter Umständen bis in die mittleren Breiten ausbreiten können. Auf dem Weg nach Süden erwärmt sich die Luft in der Mesosphäre aber wieder und sorgt dafür, dass sich die NLC auf dem Weg nach Süden auflösen.



    Wann und wo kann ich NLC sehen?


    Das heißt als Bedingung NLC auch in Deutschland sehen zu können, ist im Sommer nicht nur der Nordwind in der Höhe entscheidend, sondern auch, dass es in diesen Höhen kalt genug ist. Auch besteht das Problem, dass, wenn sie in zu hohen Breiten auftreten, sie ebenfalls nicht zu sehen sind, da Polartag herrscht und sie immer von der Sonne überstrahlt werden. NLC sind ein Phänomen hohen Breiten der Nord- und Südhemisphäre, weil sie sich auf dem Weg Richtung Äquator durch Temperaturzunahme ab den mittleren Breiten auflösen.



    Zusammenhang von NLC und menschengemachtem Klimawandel?


    Ich denke jeder hat von uns hat den Eindruck, dass NLC die letzten 10 Jahren zunehmend bekannt und ein Thema wurden. Aber rein physikalisch gab es NLC schon immer. Täuscht der Eindruck oder hat sich an der Häufigkeit etwas geändert? Die erste Sichtungen gab es bereits Ende der 1880s, die aber dem Vulkanausbruch des Krakatoa zugeschrieben wurden. Ab den 1900er gab es erste Theorien aber keine Messungen aus den Höhen, die begannen erst in den 1960ern mit Raketen und Radaren. Wirklich vorwärts ging es bei der Erforschung erst in den letzten 20 Jahren und besonders ab 2007 als Erdbeobachtungssatellit Aeronomy of Ice in the Meosphere (AIM) gestartet wurde.

    Wie geschrieben, brauch es für NLC kalte Temperaturen und Wasserdampf in der Mesosphäre. Je kälter es ist, desto weniger Wasserdampf wird benötigt, da kalte Luft weniger Wasserdampf beinhalten kann und je mehr Wasserdampf da ist, umso wärmer kann es sein für NLC. Durch den vermehrten CO2 Ausstoß wird die Troposphäre immer wärmer, da sich das CO2 hauptsächlich in den unteren 20km der Atmosphäre aufhält (CO2 ist ein schweres Molekül). Die Wärme, die wir in der Troposphäre gefangen halten, wird nicht in den Weltraum bzw. in die Atmosphäre darüber abgestrahlt. Hinzu kommt, dass durch den Rückgang des Ozons in der Stratosphäre (20-50km Höhe) in den 80er und 90er Jahren (wir verharren seither auf recht niedrigem Niveau) auch weniger UV-Strahlung der Sonne absorbiert und in Wärme umgewandelt wird. Das führt zusätzlich zu einem Temperaturrückgang in der Mesosphäre, der seit etwa 20 Jahren beobachtet werden kann. Daher ist vor allem in den letzten 10 Jahren eine verstärkte Beobachtung von NLC auch in den mittleren Breiten festgestellt wurden, weil es in den betreffenden Höhen kälter geworden ist.


    Ein weiterer Punkt ist das Methan (CH4), was ebenfalls ein Treibhausgas ist, was wir in der Viehwirtschaft, Reisanbau und beim tauen des Permafrostes ausstoßen. Ein Methanmoklekül ist leichter als ein CO2-Molekül. Methan gelangt daher auch bis in die Mesosphäre, wo es nach einigen Jahren zu Wasser und CO2 abgebaut wird (CH4 + 2 O2 => 2 H20 +CO2). Das führt dazu, dass der Wasserdampfanteil in besagten Höhen weiter steigt und im Zusammenhang mit kühleren Temperaturen zu mehr NLC führt. Da sich beide Trends in den nächsten Jahrzehnten mit Sicherheit erstmal nicht umkehren werden, steht für alle NLC-Freunde eine leuchtende Zukunft bevor!


    PS: Viele Details bzgl. der NLC sind aber weiterhin unklar, auch ob sie ebenfalls einen Einfluss auf das Klimasystem haben.

    Der Tag gekennzeichnet durch eine sumpfige Südostgewitterlage mit sehr viel CAPE, aber wenig Scherung und speziell hinter dem Erzgebirge mit trockener Luft. Bereits am frühen Nachmittag lösten südlich und östlich von Leipzig immer wieder kleine Zellen aus, die aber kurze Zeit später wieder vertrockneten. Währenddessen zündete über Süd-Brandenburg ein Cluster durch, der entlang der Elbe langsam nordwestwärts zog. Im Laufe des Nachmittags löste es auch im mittleren Sachsen-Anhalt aus. Der Outflow des Brandenburgkomplexes arbeitere sich sehr langsam nach Südwesten vor. Wir hatten uns bei Wurzen postiert. Hier bildete sich nun eine Konvergenz aus, die bereits aus einer Linie von Südost nach Nordwest einige Türmchen wachsen ließ, welche aber kurze Zeit später wieder zusammen fielen. Unter einem Kirschbaum sitzend und Kirschen essend und auf die Quellungen wettend, welche den ersten Donner produzieren würde, ging eine knappe Stunde ins Land. Dann der erste Donner und mit ziemlich viel Wind (drehte von Südost auf Nordwest) ging die erste Zelle hoch und 15min später direkt wieder ein. Die Zellen zogen sehr langsam, aber brachten heftige Böen durch die trockene Luft hinter dem Erzgebirge. An der Zelle, nach dem kurzen Downburst, zeigte deutlich Rotation und wir standen direkt drunter. Evtl. bildete sich kurzzeitig ein Funnel aus, das war aber direkt drunter stehend schwer auszumachen. Jedenfalls drehte der Wind nun munter mehrfach um 360° und endete schließlich wieder bei Südost. Der Outflow triggerte direkt südlich den nächsten Cu con, der auch 10min später donnerte und unseren Standort wenige 100m nördlich passierte. Die Zelle war deutlich besser organisiert, das Bodenwindfeld deutlich konvergenter. Und 15min später stand da eine tolle Wasserbombe vor uns.



    Sonnenschein rückseitig in die Zelle, Mohnfelder, ein tolles Gewitter. Genial!



    Wir verfolgten die Zelle durch Eilenburg nach Nordwesten. Dies gestaltete sich zunehmend schwierig, da der Downburst viele Straßen durch abgerissene Äste und umgestürzte Bäume unpassierbar machte. In Eilenburg selbst waren auch große Wassermassen vom Himmel gekommen.


    Schließlich bei Delitzsch angekommen, löste es direkt über uns am Outflow der Wurzenzelle wieder aus. Die Auslöse zog sich dann auf ganzer Linie bis Halle. Neuer Standort bei Halle-Queis.



    Während die Zelle den Norden Halles unter Wasser setzte, blieben wir dran und postierten uns bei Halle-Oppin, wo die Zelle an der Outflowboundary des Komplexes über Sachsen-Anhalt und Brandenburg stationär wurde und nordwestlich von Halle über 100mm abwarf! Auf der warmen Seite unterm Aufwind stehend, gab es Blitze zu bestaunen.



    Erste Fracti rechts im Bild wurden nun deutlich mehr und ein Band aus Fracti zog unter der Aufwind hindurch nach Südosten. Der Outflow hatte gewonnen und lief in die Wamrluft hinein und hob nun langsam aber flächig die Warmluft darüber. So löste es über dem nun nach Südost ziehgenden Stratus immer wieder Zellen nach Nordwest ziehend aus. Wir packten unsere Sachen und fuhren wieder zurück nach Leipzig.

    Wie auch bei vielen anderen wurde der Tag mit Spannung erwartet. Gute Scherung und ausreichend CAPE sahen vielversprechend aus. Die Modelle waren allerdings sehr zurückhaltend, das Radarbild ebenso für lange Zeit. Am Abend löste es dann im nördlichen Thüringen und Ostharz erste Zellen aus. Die Chasinggruppe der Uni Leipzig machte sich nun auf den Weg, erstmal nur nach Schkeuditz. Dort sah man die ersten Zellen, noch westlich von Halle befindlich, mit schon guter Trennung von Auf- und Abwind. Der entscheidene Push fehlte aber noch. Eine Zelle bei Könnern hatte sich bereits gut entwickelt, war aber von unserem Standort durch 3 südlichere Zellen verdeckt. Unsicher welche das Rennen machen würde, fuhren wir zunächst etwas nach Norden. Während der Fahrt explodierte die mittlere der 3 Zellen über dem Norden von Halle und scherte nach Osten aus (zuvor Zugrichtung SW=>NO). Wir sahen uns auf der A9 bei Halle direkt unter dem Aufwind wieder. Dieser zeigte sich als großer flacher Teller und die Nacht brach herein, während die Sonne von hinten durch den NDS schien. Also die A9 nach Osten über die B100 bei Halle verlassen und nun mussten wir über die B183 nach Süden ausweichen. Dabei ging es kurz durch den Downburst der Zelle. Wieder davor postierten wir uns auf der Ortsumfahrung von Delitzsch und bestaunten die Rückseite der Zelle.



    Während sich nun von Südwesten die südlichere Zelle nördlich von Leipzig ins Bild schob, gab es zwischen den Zellen einen kleinen Regenbogen, während sich links schön der Niederschlagskern abzeichnete. Viel Zeit blieb nicht, denn hinter uns, zwischen den Bäumen, war bereits wieder eine Böenlinie mit tiefen Fracti zu sehen, die fast über den Boden schleiften. Diese gehörten zur ehemaligen Könnern-Zelle, die nach Südosten zog und bei Delitzsch die Zugbahn unsere bisherigen Zelle kreuzen würde.



    Wir fuhren nun ein Stück nach Norden auf die B184 bis kurz vor die B100. Die Fahrt auf dem Weg zur Hölle!



    Schnell auf einen Feldweg und fertig!



    Mit der untergehenden Sonne eine geniale Lichtstimmung.






    Der Niederschlagsfuß der Zelle war beeindruckend auch die Dynamik an und hinter der Böenfront.



    Dann kam die Sonne wieder heraus und tauchte die Felder in orangenes Licht, während nach Süden die Zelle, welche nördlich an Leipzig vorbeizog, am Himmel stand.



    Mit Rückwind durch den Coldpool der Zelle ging es nun zurück nach Leipzig, wo weitere Teile der Stadt bislang keinen Tropfen Regen gesehen haben.


    Nach langer Warterei ein gelungener Tag!