Beiträge von Felix Dietzsch

    Mahlzeit in die Runde. Die gröbsten Sachen sind nun erstmal vorbei, und es kehrt wieder Ruhe ein. Da stellt sich doch die Frage: Wie gehts jetzt eigentlich weiter?


    Heute liegen wir noch auf der Rückseite einer geneigten Trogachse mit Zentrum über den britischen Inseln. In der damit verbundenen Westströmung fließt mildere, leicht labile Luftmasse ein, die bis in den Abend hinein noch für Schauer und einzelne Gewitter sorgt. Diese lassen dann mit dem Tagesgang nach.


    Am Mittwoch geraten wir vorübergehend unter Hochdruckeinfluss unter einem schwachamplitudigen Rücken, der durch Warmluftadvektion auf atlantischer Seite gestützt wird, und vorderseitig auf einen Langwellentrog über Osteuropa aufläuft. Nach ECMWF bleibt die Luftmasse dabei labil, so dass durch kurzwellige Anteile nochmal der ein oder andere Schauer möglich sein könnte, aber relativ unwahrscheinlich ist. In anderen Modellen bleibt es trocken und freundlich.


    Am Donnerstag gelangen wir dann auf die Trogvorderseite eines zentral steuernden Tiefs. In der Höhe zunächst noch antizyklonal, wandert der Rücken im Verlauf ostwärts, und es setzt dann zunehmend kräftige Warmluftadvektion ein. Am Abend könnte dann sogar im Südwesten Deutschlands die 20°C-Isotherme in 850 hPa schonmal Hallo sagen. Da die WLA auch in der Höhe so kräftig ist, führt dies zunächst eher zu einer Stabilisierung der Luftmasse, d.h. die Warmfront wird auch kaum wetterwirksam sein und es bleibt trocken, eventuell mit interessanter Bewölkung im Warmluftsektor.


    Am Freitag zieht dann die zugehörige Kaltfront langsam von Nordwesten kommend herein, dort angelagert sind dann stellenweise schwere Gewitter. Im Vorfeld steigen mit dem WLA-Peak die T2m nochmal örtlich auf über 36°C (In der Nacht zuvor in NRW oder Niedersachsen möglicherweise Minima von bis zu 24°C). Im Vorfeld der Kaltfront wird im Moment hohes CAPE-Angebot im Bereich des Harzes simuliert, so dass es im Zusammenspiel mit der Orografie dort eventuell schon vorher auslösen könnte. PPW-Werte von knapp 40 kg m⁻² spielen da auch gut mit, mir fehlt jetzt aber ein Prognose-Sounding für das Gesamtfeuchte-Angebot. Mit in Betracht ziehen muss man auch immer der Front vorlaufende Konvergenzen, die hier auch als Trigger wirksam werden. Dass die gröberen Modelle kein Signal zeigen, muss da erstmal noch nix heißen.


    Die eigentliche Kaltfront zieht dann Stand jetzt im Verlauf der Nacht zu Samstag und am Samstag Vormittag über Thüringen hinweg. Das CAPE-Angebot ist dabei überschaubar, wird aber von straffer Windscherung kompensiert, die, wenn es denn passt, bis zu 50 kt betragen kann (0-6 km). Allerdings ist der Antrieb in der Höhe dann wohl auch schon recht frontenparallel, so dass die Dynamik möglicherweise doch eher überschaubar bleibt. Alles in allem läuft es dann wohl auf nordostwärts ziehende Cluster hinaus, die sich immer weiter nach Osten verlagern. In dem System eingelagert - nämlich dort, wo die Scherung am stärksten ist - sind auch einzelne größere linienartige Komplexe mit mehr Dynamik möglich.

    Mahlzeit in die Runde,


    gestern Abend das erste Display des Jahres im Rhein-Main-Gebiet, aber was für eines! Hier meine Aufnahmen mit Blickrichtung NW bis NNW.

    Bilder

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    Nach einträchtiger Beobachtung des Radars hat sich heute wieder klassische Entwicklung in Mittelhessen abgezeichnet. Aus Richtung Lahn war eine vielversprechende Zelle unterwegs. Also ab ins Vehikel, und via A661, A5 und A45 Gießen angesteuert, wo ich mich südlich bei Lützelinden positioniert habe.


     Radar HD+, Regenradar vom 10.05.2020, 16:20 Uhr - Hessen | Wetter von kachelmann.


    Ich habe spekuliert, dass das Teil ganz knapp nördlich vorbeischrammt und ich schön die Basis vor die Linse kriege. Aber wie das so ist, habe ich mal wieder die Rechnung ohne das Eigenleben der Meso gemacht, und so bog sie, wie sich das gehört, schön nach rechts ab.


    Ja, richtig, eine Meso. Was das Radar zeigte, ließ sich dann sogar kurz mit bloßem Auge beobachten. Nur: So perfekt wie der Standort war, so besch…eiden waren die Gegebenheiten fürs Fotografieren.


    Gießen-Lützelinden, im Hintergrund Ansatz einer Böenfront erkennbar.



    etwa 5 min später


    Das da wäre dann die Basis... Tja...



    Hier mit so wenig Baum wie möglich. Rechts naht schon Unheil.


    Keine 2 min später.


    Das sah zumindest schon gut aus, also an der nächsten Abfahrt umgedreht und nichts wie hinterher in der Hoffnung, mich nochmal vor die Zelle setzen zu können. Bis auf Höhe Wölfersheim zog die Zelle auch parallel zur A45. Eigentlich perfekt, wären da nicht noch die anderen Verkehrsteilnehmer und deren erratisches Verhalten während eines Core Punches... Nach kurzem Stop zum Checken der Lage dann in Florstadt runter von der Bahn und hinein in den Kaninchenbau namens Wetterau. Wenn man da die richtigen Spots kennt, kann man im dortigen hügeligen Gelände sehr gute Motive bekommen. Aber man muss sie kennen. Dazu klassisch enge Landstraßen, die vieles sind, aber sicher nicht schnell. Zwischen Nidda und Glashütten fand ich dann endlich geeignete Stellen mit guter Sicht:



    Und etwas später nochmal auf dem Weg Richtung Schotten:




    Anschließend noch weiter bis auf den Hoherodskopf in der Hoffnung auf Ausblick. Leider war dann die sich inzwischen gebildet habende Linie schneller, und es schüttete bereits aus Kübeln bei Ankunft. Also den direkten Heimweg angetreten, und auf dem Weg noch die dabei ostwärts laufenden Wasserbomben gepuncht. Alles in allem nichts revolutionäres, aber es gab mit Sicherheit schon schlechtere Saisonstarts.


    Nach einträchtiger Beobachtung des Radars hat sich heute wieder klassische Entwicklung in Mittelhessen abgezeichnet. Aus Richtung Lahn war eine vielversprechende Zelle unterwegs. Also ab ins Vehikel, und via A661, A5 und A45 Gießen angesteuert, wo ich mich südlich bei Lützelinden positioniert habe.


    Radar HD+, Regenradar vom 10.05.2020, 16:20 Uhr - Hessen | Wetter von kachelmann.


    Ich habe spekuliert, dass das Teil ganz knapp nördlich vorbeischrammt und ich schön die Basis vor die Linse kriege. Aber wie das so ist, habe ich mal wieder die Rechnung ohne das Eigenleben der Meso gemacht, und so bog sie, wie sich das gehört, schön nach rechts ab.


    Ja, richtig, eine Meso. Was das Radar zeigte, ließ sich dann sogar kurz mit bloßem Auge beobachten. Nur: So perfekt wie der Standort war, so besch…eiden waren die Gegebenheiten fürs Fotografieren.


    Gießen-Lützelinden, im Hintergrund Ansatz einer Böenfront erkennbar.

    etwa 5 min später


    Das da wäre dann die Basis... Tja...

    Hier mit so wenig Baum wie möglich. Rechts naht schon Unheil.



    Keine 2 min später.


    Das sah zumindest schon gut aus, also an der nächsten Abfahrt umgedreht und nichts wie hinterher in der Hoffnung, mich nochmal vor die Zelle setzen zu können. Bis auf Höhe Wölfersheim zog die Zelle auch parallel zur A45. Eigentlich perfekt, wären da nicht noch die anderen Verkehrsteilnehmer und deren erratisches Verhalten während eines Core Punches... Nach kurzem Stop zum Checken der Lage dann in Florstadt runter von der Bahn und hinein in den Kaninchenbau namens Wetterau. Wenn man da die richtigen Spots kennt, kann man im dortigen hügeligen Gelände sehr gute Motive bekommen. Aber man muss sie kennen. Dazu klassisch enge Landstraßen, die vieles sind, aber sicher nicht schnell. Zwischen Nidda und Glashütten fand ich dann endlich geeignete Stellen mit guter Sicht:



    Und etwas später nochmal auf dem Weg Richtung Schotten:




    Anschließend noch weiter bis auf den Hoherodskopf in der Hoffnung auf Ausblick. Leider war dann die sich inzwischen gebildet habende Linie schneller, und es schüttete bereits aus Kübeln bei Ankunft. Also den direkten Heimweg angetreten, und auf dem Weg noch die dabei ostwärts laufenden Wasserbomben gepuncht. Alles in allem nichts revolutionäres, aber es gab mit Sicherheit schon schlechtere Saisonstarts.


    Zitat

    Die Modelle sind noch im Detail recht diffus für morgen.

    Ein schöner Euphemismus dafür, dass man nach der Synoptik genau so schlau ist wie vorher.

    Die frühere Konvektion ist nur bei SuperHD noch zu sehen, die Euros hier sehr spät. Rapid im Moment fast mit Totalausfall, mal sehen was die nächsten Läufe machen.

    Alles in allem ausgesprochen chaserunfreundlich.