Gewittertage in Österreich

  • Hallo liebe Community,


    zum Jahresbeginn möchte ich Euch noch meine Bilder aus dem letzten Sommerurlaub präsentieren. Die folgenden Aufnahmen sind Anfang August in den österreichischen Alpen entstanden, genauer gesagt im Bundesland Kärnten, Grenzregion zwischen Ost- und Südtirol.

    Während die Gewitteraktivität in unserem Mittelgebirgsraum gefühlt und statistisch belegbar, signifikant nachgelassen hat, so sind die Gewitter in der Alpenregion seit Jahren ein Garant für das Himmelsspektakel.


    Seitdem das Reisen nach der Wiedervereinigung uneingeschränkt möglich wurde, sind in all den Jahren unzählige Reisen und Urlaube in unser südliches Nachbarland getätigt worden, jeder Besuch war von Blitz und Donner begleitet. Die ersten Hochgebirgsgewitter, welche ich erleben durfte, haben diese Leidenschaft bis zum heutigen Tag beflügelt. Leider kann ich für die Bildabfolge keine genaueren Parameter in jeglicher Form mit beilegen. Alle Radarbilder, Warnungen, Vorhersagen, Blitzanalysen etc. hatte ich mir gedownloaded und als Screenshot gespeichert, aber wie das mit der Technik so ist, hat ein Systemabsturz meines Handys dazu geführt, dass sämtliche Daten und Dateien unwiderruflich verloren waren.


    Angekündigt wurde ein Einschub feuchter Meeresluft aus dem Mittelmeerraum, welcher im Forecast für die gesamte Woche ab den Mittagsstunden eine Gewitter Warnung hinterlegte. Damit wurden die Planungen für längere Unternehmungen ziemlich eingeengt, besonders was die Aktivitäten im Outdoorbereich betraf. Temperaturen zwischen 30-34 Grad im Zusammenspiel mit der Orografie beflügelten die Zusammensetzung zur Gewitterbildung. Fast jeden Abend gab es für uns die Gelegenheit Wetterleuchten zu bewundern, mal traf es unser Tal, am nächsten Tag das Nachbartal und immer so weiter.


    Vor diesem Hintergrund, lasse ich einfach die Bilder ihre eigene Sprache sprechen. In diesem Sinne wünsche ich Euch einen warmen und elektrisierend schönen Start ins neue Jahr. Bleibt wohlbehalten und stets optimistisch. Liebe Grüße und bis bald.


    Ein starker Erdblitz - aufgezeichnet durch den Einsatz eines Triggers, dieser fand bereits in den frühen Nachmittagsstunden seinen Weg zur Erde.



    Wie sinnvoll die Installation einer Fangeinrichtung ist, lässt sich aus diesem Kompositbild erahnen: Einschlag in ein Wirtschaftsgebäude auf einer Alm.



    Dieses Bild zeigt zwar nicht den genauen Einschlagpunkt, aber diese Entladung brachte das Ortsnetz teilweise zum erliegen.



    Aufzug bei Nacht! Tiefhängende Wolken kreieren ein imposantes Stimmungsbild.



    Die Entladungen werden deutlicher und immer besser sichtbar.



    Mittlerweile sind wir mittendrin im Geschehen.



    Hierbei offenbarten sich für mich die schönsten Erdblitze der letzten Jahre.



    Diese Aufnahme stellt eindrucksvoll die hohe zur Verfügung stehende

    Energie dar. Die erste Aufgabelung des Flächblitzes, liegt bei ca. 1. 300m, die zweite Abzweigung befindet sich in einer Höhe von 1000m.

    Die Abspannung von der linken zur rechten Gabelung beträgt ungefähr 3,6km. Man betrachte die vielen kleinen Verästelungen, welche sich Raumfüllend von den Hauptzweigen ausbreiten.



    Alex Hermat beschreibt in seiner Publikation "Gewitter - Faszination eines Phänomens" das Ereignis der Mehrfachentladung ab Seite 189.


    Dieses Abbild einer Blitzfigur mit gewaltigen Querschnitt, bildet den Rahmen für den 2.250m hohen "Rosskofel". Die Silhouette der kleinen Kapelle samt Kreuz auf der Turmspitze, lässt einem die Ehrfurcht vor dieser Himmelsgewalt noch eindrucksvoller erscheinen.



    "Eigenmagnetische Kräfte, Wind und zufällige Ladungsnester lassen solche ringförmigen Strukturen entstehen und formen dabei Blitzschleifen, deren Endstücke bei Annäherung kurzgeschlossen werden."


    So beschreibt es Herr Ampft in seiner Publikation: Elektrische Entladungen in Natur und Technik / Teil 2. Wer mehr über das technisch/physikalische Verständnis zur Blitzenstehung in Erfahrung bringen möchte, kommt an dieser Lektüre nicht vorbei.


    Andere Perspektive der zweiten Kamera.



    Zu diesem letzten Bild, fehlt mir bis dato noch das weitere Verständnis. Zur Erklärung: Diese Bild entstammt aus einer Videosequenz mit 60fps. In einer einsekündigen Abfolge, wurde diese Struktur nur einmal aufgezeichnet, das bedeutet, dass dieses Ereignis nicht länger als 0,016 Sekunden andauerte. Kurze Zeit später erreichten mich die Schallwellen, welche ich in der Form eines Donners wahrgenommen hatte. Ein Wechselspiel zwischen Thermodynamik und elektrischer Aktivität, wird dieses Schlauchartigegebilde in seiner Form geprägt haben. Ich werde mich mit diesem Bild weiterbeschäftigen, und versuche Hilfe bei der genaueren Analyse zum dargestellten Sachverhalt zu erhalten. Sobald ich diesbezüglich eine Antwort erhalte, werde ich darüber informieren und den Bericht entsprechend anpassen.



    MfG Carsten.

    Bilder

    • 20200731-g6kiek.jpg

    2 Mal editiert, zuletzt von Carsten ()

  • Hallo Carsten,


    hast du die Dateianhänge nochmal bearbeitet bzw. gelöscht? Ich sehe ich nur verwaiste Links?

    1. Vorsitzender Thüringer Storm Chaser e.V.
    ESSL Voluntary Observer Person (Qualitätslevel QC1) (European Severe Storms Laboratory)
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