Beiträge von Felix L.

    Hallo zusammen, ab Samstag steht eine neue Gewitterlage an, die uns wohl das Wochenende über begleiten wird. Der Thread wird später sicher noch ergänzt, zum Start schon mal der Extended Forecast für Samstag bis Sonntagmorgen:


    Quelle: Estofex

    Moin!


    Am 20.06. ging es gemeinsam mit Birgit, Andre und Markus auf Gewitterjagd.


    Zur Lageübersicht verweise ich hier gerne nochmal auf den Thread: Ab 18.06.2021: GEWITTER (Unwettergefahr)


    Wir trafen uns am Nachmittag an der Anschlussstelle Arnstadt Süd - A71. Nachdem Gepäck und Verpflegung umgeladen waren, konnten wir uns erst noch einer entspannten Gesprächsrunde widmen, bevor wir nochmals die Entwicklungen auf Radar und Modellen betrachteten. Nicht nur für uns, sondern generell für viele Chaser stand fest: „Einheitlich modelliertes Bow-Echo aus Südbayern/Ba-Wü und gegebenenfalls noch einige vorlaufende Zellen. Wer die Linie noch im Abendlicht erwischen will, muss nach Süden.“ Die Gewitteraktivität über Frankreich, der Schweiz und beginnend auch im äußersten Südwesten Deutschlands machte Hoffnung. Die Blitzzahlen der Zellen waren mit >500 innerhalb von 10 Minuten enorm.


    RadarHD-Stormtracking vom 20.06.2021, 17:45 Uhr - Baden-Württemberg | Wetter von kachelmann.


    Aufgrund der aus dem Sat-Bild erkenntlichen, besseren Einstrahlungswerte, höheren Temperaturen und dem Fakt das ggf. noch Feuchtigkeit durch die vorherigen Regenbänder (durch den durch die Linie generierten Ostwind) heran getrieben werden könnte, entschlossen wir uns zum Aufbruch nach Würzburg. Die Anfahrt durch den Thüringer Wald und seine Tunnel, sowie wegen der generellen Distanz, zog sich eine Weile. Nicht mehr weit vom Zielort entfernt jedoch eine erste, ungute Nachricht.

    Die zwar weiterhin sehr kräftige, nun Gewitterlinie, im Südwesten, bildete vorlaufenden, stratiformen Regen (auch Frontregen genannt) aus. Dies würde einerseits die Sichtbedingungen stark einschränken und für schlechtere Grundzutaten sorgen. Erste Aufnahmen der Linie im Süden waren strukturell bis auf die Superzelle(n) recht enttäuschend.

    Zusätzlich hatte sich hinter der eigentlichen Gewitterfront eine weitere, blitzarme aber sehr definierte Front ausgebildet. Diese kam ohne vorlaufenden Niederschlag aus und war bedingt durch eine höhere Zuggeschwindigkeit jetzt auf Verfolgungskurs.


    Radar HD+, Regenradar vom 20.06.2021, 18:55 Uhr - Baden-Württemberg | Wetter von kachelmann.


    Bei Poppenhausen ging es daher auf einen Parkplatz nahe der Autobahn. Man merkte allerdings bereits beim Aussteigen das irgendwas nicht so richtig passte… Es war zwar warm, aber nicht heiß und die Luft machte keinen allzu schwülen Eindruck. Noch dazu war der Himmel über uns doch stärker bewölkt, als man aus den Satellitenaufnahmen erwartete. Nicht so gut…



    Aber wie dem auch sei, es hieß abwarten. Die Front war weiterhin erst über Baden-Württemberg und integriert bzw. dahinter auch die ein oder andere Superzelle. Die Linie sollte eigentlich zum Abend hin durch die Ausbildung des Coldpools einen richtigen Antrieb bekommen und dann mit ca. 80-100km/h über das Land ziehen.


    Etwa 18:20 angekommen, warteten wir bis kurz nach 20 Uhr. Es passierte? Nichts. Die Linie im Süden kam einfach nicht in Fahrt, war daher noch weit entfernt und zerlegte sich mittlerweile in Teilen selbst.


    Auch beim Blick auf das Wetterradar und das Feuerwerk im Süden wurde die Lage vor Ort leider nicht viel spannender. ^^



    Währenddessen gab es dennoch mal eine schöne Phase mit leichten Asperitas:



    Bereits zu einem guten Stück mit dem Verlauf der Lage abgeschlossen, bot sich jetzt doch noch ein kleiner Lichtblick. Ein paar kleinere Schauer hatten sich in der Region gebildet: Radar HD+, Regenradar vom 20.06.2021, 20:10 Uhr - Schweinfurt | Wetter von kachelmann.


    In der Spekulation auf Neuentstehungen vor der eintreffenden Front, machten wir uns auf den Rückweg nach Thüringen. Nach der wiederholten Tunnel-Passage, ließ sich doch endlich mal leichte Gewitteraktivität ausmachen! ;) Die in Linien angeordneten Schauer über Thüringen begannen zu Blitzen: RadarHD-Stormtracking vom 20.06.2021, 22:15 Uhr - Thüringen | Wetter von kachelmann.


    Wir trafen kurze Zeit später wieder an unserem Ausgangspunkt, dem Parkplatz bei Arnstadt, ein und machten uns nach kurzer Absprache auf den Weg Richtung Stadtilm. Etwas oberhalb der Kleinstadt bot sich eine akzeptable Sicht auf die Schauer, die jetzt allerdings auch keine Blitze mehr produzierten… Milde Begeisterung brach dann etwas später doch noch aus, als ein schlagartig bei Coburg entstandenes Gewitter gute Blitzaktivität brachte und anscheinend nicht mehr nachlassen wollte.


    RadarHD-Stormtracking vom 20.06.2021, 22:35 Uhr - Thüringen | Wetter von kachelmann.


    Da wir unter einer der zahlreichen Wolkenbasen standen und leicht beregnet wurden, bezogen wir nochmals bei Dornheim leicht nordöstlich von Arnstadt Position. In der Ferne war das Flackern bereits gut sichtbar und auch weitere Neuentwicklungen in unserer Nähe produzierten hin und wieder einige Erdblitze. RadarHD-Stormtracking vom 20.06.2021, 23:10 Uhr - Thüringen | Wetter von kachelmann.


    Nachdem die ersten Gewitter jetzt Richtung Erfurt/Gotha abzogen waren, gab es erstmal eine ordentliche Dusche… Radar HD+, Regenradar vom 20.06.2021, 23:30 Uhr - Ilm-Kreis | Wetter von kachelmann.


    Danach gab es allerdings endlich einen schönen, klaren Bereich und wir konnten die Blitze des ehemals bei Coburg entstandenen Clusters mitnehmen.





    Wir blieben noch etwa bis 0:30 Uhr am Spot, bis wir die Jagd beendeten. Man bemerkte bereits leichte Strukturen an der Front im Süden, allerdings noch zu verwaschen um eine klare Aussage über Qualität und Stärke machen zu können.


    Etwa kurz vor 1 Uhr beobachtete ich die Front dann noch von zu Hause aus… und es offenbarte sich das, was wohl alle von diesem Tag beziehungsweise dem Bow-Echo erwartet hatten: Eine lange, äußerst definierte Shelfcloud zog heran, inklusive einer mächtigen Böenwalze die fast den Boden erreichte. Es war zu spät und kurzfristig um nochmal über einen anderen Beobachtungspunkt nachzudenken, daher nahm ich als Abschluss kurz noch den wunderbaren Eindruck des Frontaufzugs mit.




    Fazit?


    Der Beinahe-Bust blieb glücklicherweise aus und selbst wenn, wäre es ein zumindest ganz spaßiger Sonntagsausflug gewesen. ;-)


    Für die Entwicklung während unserer Standzeit bei Würzburg hätte man allerdings gut das Anti-Gewitter-Memory auspacken können… Fehlende Einstrahlung, vorlaufender Niederschlag, zu wenig Antrieb. Allerdings muss man sagen, wer auf die Frontankunft in der Nacht vorbereitet war, dessen Erwartungen dürften quasi vollends erfüllt worden sein. Anhand der Nachbetrachtung des Radarbildes könnte man vermutlich sagen, weder die anfängliche Option West- noch Ostbayern wären schlecht gewesen. Allerdings war das Timing zu spät. Die Hoffnungen auf eine schnelle Verlagerung nordwärts ebenfalls einfach zu groß. Vermutlich hätte man auch in Bayern bleiben können und den ursprünglichen Plan des einfachen „Überrollen lassen“ einhalten können. Damit wäre uns jedoch die Blitzshow im Vorfeld über Thüringen verloren gegangen. Problematisch wäre vorlaufender Regen jedoch quasi in allen Bereichen bis auf das südliche Endstück gewesen. Eine vollständige Verlagerung von Würzburg, bspw nach Bayreuth oder Amberg, wäre aufgrund des zeitlichen Aufwands knapp gewesen und die Entwicklung war vorher schlecht abzuschätzen. Man muss allerdings festhalten das das ID2 Modell, gerade mit der Ausbildung der nördlich verlaufenden Gewitterflanke und der nachziehenden Front ab dem frühen Nachmittag äußerst präzise lag.


    Letztendlich hätte ein langes Abwarten in Thüringen auch nicht geschadet. Die Entscheidung oberhalb von Würzburg zu bleiben und später abzubrechen war etwas inkonsequent, allerdings war eine solche Entwicklung auch nur schwer zu erahnen. Entweder hätte man deutlich früher nach Süden aufbrechen müssen, oder gleich auf die lokal berechnete Aktivität setzten sollen. Somit war es gewissermaßen lehrhaft und letztendlich bei der Blitzshow über Mittelthüringen und gerade der wahnsinnigen Shelfcloud am Ende dennoch ein voller Erfolg!


    VG, Felix

    UPDATE ZUR GEWITTERLAGE / Stand 18.06. - 21 Uhr


    Im Rahmen der Lagebesprechung jetzt eine Auffrischung der Informationen:


    AUSGANGSLAGE:


    Deutschland befindet sich unter dem Einfluss einer Süd/Südwestströmung, wodurch warm-heiße Luftmassen herangeführt werden. Über dem Westen Europas (Großbritannien / Frankreich) befindet sich ein Trog, der für die kommenden Tage wetterbestimmend sein wird.


    Quelle: wetter3.de


    SAMSTAG


    Steht aus aktueller Sicht nochmal fast gänzlich im Zeichen der Hitze und Trockenheit. Aufgrund eines von Westdeutschland nach Nord/Nordwesten abziehenden Bodentiefs, zieht am Morgen eine leichte Konvergenz über Thüringen. Diese bringt temporär ein dünnes Wolkenband und zieht zum Mittag ab.


    Die Windströmung am Samstag ist in der Höhe weiterhin stark süd/südwestlich geprägt, bodennah gibt es allerdings kaum Bewegung. Genug energiereiche Luft ist bei Werten um 30-33°C und einem Taupunkt von 16 - 18°C bereits vorhanden. Eine Inversion über der Landesmitte sollte eine Auslöse jedoch größtenteils verhindern. Gewitter kommen somit bestenfalls durch orographische Bedingungen oder Konvergenzen zustande, bleiben somit aber sehr beschränkt.


    Sollten einige Gewitter entstehen, werden diese sich aufgrund der eingeschränkten Dynamik kaum verlagern. Somit besteht eine geringe Gefahr durch Starkniederschläge in den betroffenen Regionen (Mittelgebirge). Entlang der abziehenden Konvergenz sind östlich von Thüringen eventuell noch einige leichte Schauer/Gewitter im späteren Tagesverlauf zu erwarten.


    Ab Samstagnachmittag verbessern sich die Windscherungswerte aus Westen aufgrund eines weiteren Bodentiefs langsam.


    NACHT VON SAMSTAG AUF SONNTAG


    Eine erste spannendere Phase könnte es am Sonntagmorgen in Westthüringen geben. Dabei erreicht vor allem den Westen Deutschlands ein Bowecho aus Frankreich. Aktuell ist in den Modellen noch recht unklar wie weit dieser Gewitterkomplex ausgreifen wird, Super HD bietet aktuell eine der östlichsten Optionen und erfasst mit einem Regengebiet auch noch die Mitte und den Ostrand Thüringens.


    Trotz eher reduzierter, verfügbarer Energie zum Tagesbeginn am Sonntag, ergibt sich entlang der Front aufgrund der Temperaturunterschiede und Scherungsbedingungen *eventuell* ein interessantes Bild. Trotz der nur noch recht geringen Gewitteraktivität, ist die Wahrscheinlichkeit kräftiger Sturmböen 80-100km/h im Frontalbereich erhöht. Gerade die durch den Sonnenaufgang auf östlicher Seite des Systems bereitgestellte Wärme, beflügelt diesen Temperaturgegensatz nochmals.

    Hierbei würde der Aufzug der Front mit allen möglichen optischen Begleiterscheinungen (Böenfront, Shelfcloud) einhergehen. Allerdings ist eine derartige Entwicklung, vor allem im Bezug auf Thüringen, aktuell quasi nur im Super HD Modell vertreten! Arome und EZ4 rechnen mit einem weit westlicheren Ablauf der Lage, maximal bis zum äußersten Westen Thüringens.


    Die Ausprägung und der zeitliche Ablauf dieses Bowecho´s sind für die weitere Lage am Sonntag nicht unerheblich.


    SONNTAGVORMITTAG


    Auszugehen ist momentan von einer schnellen Aufheizung durch quasi ungebremste Sonneneinstrahlung etwa ab der Mitte Deutschlands Richtung Osten. Außerdem erreichen uns aus Südosten weiterhin sehr förderliche, warme Luftmassen. Hierbei können gegen 15 Uhr in einem Bereich über Sachsen/Sachsen-Anhalt/Brandenburg bis zu 35-36°C, Thüringen um 28-32°C erreicht werden. Währenddessen steigen von Westen die Taupunkte zum Nachmittag auf Werte von 18-19°C an.


    Aktuell rechnen die Modelle (wie oben bereits erwähnt) meist eine sehr geringe Auswirkung des Bowechos auf Thüringen. Sollte es jedoch zu einer östlichen Ausbreitung mit späterem Timing kommen, könnte dies durch das Wolkenfeld auch leicht abschwächend auf die Lage am Nachmittag wirken.


    SONNTAGNACHMITTAG


    Erreicht uns im Vorlauf der aus Westen heranziehenden Kaltfront ein ausgesprochen guter Antrieb für starke Gewitter. Dabei werden sehr gute Scherungswerte in hohen und tiefen Schichten berechnet. Aus Osten strömt dabei weiterhin warme Luft ein. Im Extremfall erreichen die CAPE Werte auf einer Linie vom Nordosten Bayerns, bis ins südliche Brandenburg um 1600-2200J/kg.


    Die Kombination aus starker Windscherung und sehr energiereicher Luftmasse ist über der Mitte schon länger so nicht mehr zustande gekommen. Sollte es tatsächlich zu einer derartigen Entwicklung kommen, sind Schwergewitter, vorlaufend auch im Rahmen von einzelnen Superzellen nicht ausgeschlossen.


    Das Gefahrenspektrum geht hier dann von Starkregen über größeren Hagel bis hin zu erhöhter Tornado-Wahrscheinlichkeit. Die genaue räumliche Entwicklung ist dabei aus aktueller Sicht jedoch noch nicht einzuschätzen.


    Im Nachgang der ersten Zellen sorgen spätestens größere Cluster dann für ein erstes Ausräumen der warmen Luft.


    VG


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    Auf Discord wird es Samstagabend (19.06.) um 18:30 Uhr eine weitere, kurze Besprechung zur möglichen Entwicklung des Bowechos aus Frankreich geben. Zusätzlich stimmen wir uns Sonntagvormittag um 11:00 Uhr nochmals bezüglich der genaueren Entwicklung ab. Kanal: Stammtisch

    Moin!


    Im Dauerregen des aktuellen Gewittersumpfs kann man auch mal ein paar andere Bilder bearbeiten. ;) Ich habe mir am 02. Juni abends etwas Zeit genommen um den unerwartet netten Sonnenuntergang zu beobachten. Während sich die Sonne immer weiter zum Horizont senkte, kamen immer wieder neue Strukturen in den Wolkenschichten zum Vorschein. Eine Handvoll Fotos von der gesamten Szene habe ich zwar auch gemacht, sind allerdings weniger ansprechend als die Details, daher die recht spezifische Auswahl.


    Erste verwehte Streifen und Wellen wurden sichtbar:



    Die Sonne senkte sich, manche der feinen Wolkenstrukturen wurden jetzt von unten angeleuchtet und warfen in die Höhe einen Schatten:



    Allzu passend zog in der Zeit eine 747 vorbei, erst in einer großen Kurve eindrehend... (eine AirBridgeCargo 747-400, für die Interessierten :D)



    ... über einen bereits vorher gezogenen Kondensstreifen...



    ... und die angestrahlten Wolken hinweg.



    Im späteren Verlauf wurden nach Norden darüber noch ein paar weitere Cirren sichtbar :



    Es dauerte nicht lang bis wirklich Feuer angesagt war, dabei wurde immer weitreichender auch diese Wellenstruktur sichtbar:





    Beleuchtete Fallstreifen (Virga):



    Ich habe mir mal noch diesen Spaß erlaubt und das Bild auf den Kopf gestellt, wirkt fast wie eine nebelbedeckte Landschaft... ;)



    VG, Felix


    Quelle: estofex.org


    Letztes Wochenende etwas ungewollt recht früh aufgewacht. Kurz nach Sonnenaufgang hat ein Blick in den Himmel immer etwas, gerade wenn interessante Wolken unterwegs sind. Beim Durchsuchen einiger Bilder ist mir dabei gerade aufgefallen das an einer Wolke sogar etwas Irisieren sichtbar war:



    VG, Felix

    Da es draußen nicht schon genug HKL-Kram gibt, hier noch ein bisschen was oben drauf. ;-)


    Irgendwie wird das mit den ganzen Schauern auch langsam echt anstrengend. ^^ Es ist aufgrund der aktuellen Häufigkeit von Kaltluft fast etwas eintönig, aber die hohe Anzahl von recht schönen Zellen und/oder Strukturen verleitet trotzdem immer wieder dazu einen Blick nach draußen zu werfen.


    15.05. - Abziehende Zelle im Abendlicht




    17.05. - Spontan den recht eindrucksvollen Aufzug eines Schauers aus dem Fenster gesehen und kurz festgehalten:



    Zum Nachmittag dann noch eine der wenigen ganz gut isolierten Zellen etwa über Stadtilm:



    Richtung EF flog fast nur noch Watte am Himmel:



    VG, Felix

    Hallo zusammen,


    nach einer, an den letzten Jahren gemessenen, kleinen Ewigkeit bis zur ersten sommerlich anmutenden Gewitterlage war es am 11. Mai endlich soweit. Ein Warmluftvorstoß aus dem Süden brachte hauptsächlich in der Mitte und Osten Deutschlands in den vergangenen Tagen warme bis heiße Temperaturen, während im sich Westen die nächste Kaltfront ausbreitete. Am Dienstag entwickelte sich durch die südliche Anströmung der Alpen erwartungsgemäß ein Bodentief, das im Tagesverlauf den Weg Richtung Mitteldeutschland aufnahm.


    Die dabei entstehende Konvergenz aus N/NW Bodenströmung und S/SW Wind erreichte gegen Nachmittag den Thüringer Wald und das Erzgebirge.


    Wir orientierten uns an der zu Tagesbeginn langsam aufbauenden Gemeinsamkeit in den Wettermodellen. Maßgeblichen Einfluss hatten in der Simulation die Wolkenfelder. Währenddessen am Morgen für uns hier bereits weitestgehend klar war, dass die Einstrahlung etwa ab Ostthüringen quasi ungehindert für Aufheizung sorgen konnte, hatten einige Modelle die Wolkengrenze zu weit östlich verschoben und waren vorerst unbrauchbar.


    Zum frühen Nachmittag stabilisierte sich die Lage der Modelle und es zeigte sich eine recht einheitliche Darstellung von Gewittern, die ab dem Nachmittag aus dem Thüringer Schiefergebirge und Erzgebirge ins Flachland ziehen sollten.


    Markus und ich machten uns ab dem frühen Nachmittag auf den Weg nach Osten. Erster, kurzzeitiger Anlaufpunkt war Rüdersdorf.



    Über unsere Köpfen gab es ein paar feine Wolkenstrukturen zu bestaunen:



    Es ging kurz danach ein Stück weiter Richtung Meerane / Zwickau:



    Im Südosten schon erstes Geblubber:



    Nach einer Weile stieß Carsten zu uns. Bis zum Start der Gewitterlage war noch ein gutes Stück Zeit, eine kraftvolle Auslöse wollte noch auf sich warten lassen. Wir unterhielten uns also eine Weile und bereiten das Equipment auf den Einsatz vor.


    Wir behielten vorerst beide Optionen einer westlichen oder eher östlichen Entwicklung im Kopf und verständigten uns permanent via Discord oder Telefon. Die westliche Variante sollte sich recht bald entwickeln und war etwa ab 16:10 schon auf dem Radarbild gut auszumachen.


    Quelle: Unwetteralarm / Unwetteralarm GmbH – Unwetter- und Sturmwarndienst


    Etwas grübeln machte sich breit, wir beschlossen zu dritt jedoch weiterhin auf einer östlichen Entwicklung über dem Erzgebirge zu beharren, auch wenn sich bisher noch nicht viel tat. Die bestehende Luftmasse war gut und letztendlich war weiter Richtung Osten für eine Neuentwicklung erstmal open-end angesagt. Eine Begrenzung wie die nach Nordwesten ziehenden Zellen im thüringischen Raum zu erwarten hatten, traf auf eine mögliche Gewitterentwicklung hier nicht zu.


    Etwa zur Zeit des Zell-Splits gegen 16:30/35 im südlichen SOK, beschlossen wir uns endgültig noch weiter nach Osten zu verlagern. Die Thüringer Jagd-Option war aufgrund der Distanz hinfällig und in der Nähe des Erzgebirges zeigt sich langsam etwas ernstere Aktivität, jedoch weiterhin keine große Gewitterzelle wie sie bspw im Super HD oder EZ4 Modell dargestellt wurden.


    Aufteilung (Split) der Gewitter an der thüringisch / bayrischen Grenze:


    Quelle: Unwetteralarm / Unwetteralarm GmbH – Unwetter- und Sturmwarndienst


    Eine Landstraße im Raum Limbach-Oberfrohna, nahe dem chemnitzer Stadtteil Rabenstein wurde unser nächster Standort. Auch hier hieß es vorerst abwarten und eventuell etwas Verpflegung einwerfen. Blick nach Chemnitz:



    Es dauerte etwa bis 17:15, als sich die bisher noch recht verhaltenen Zellen in Sichtweite verstärkten.


    Quelle: Unwetteralarm / Unwetteralarm GmbH – Unwetter- und Sturmwarndienst



    Gegen 18 Uhr hüllte sich die Hügelkette in der Entfernung in Niederschlag, an der linken (östlichen) Flanke des Gewitters war seitdem auch eine schwache Kante zu erkennen, die in den Niederschlag hineinragte.



    Schlagartig verstärkte sich jetzt die Blitzaktivität und erste kräftige Erdblitze wurden sicht- und hörbar. Damit kam schonmal ein gutes Feeling auf. :D

    Was jedoch feststand - hier konnten wir nicht bleiben. Wir standen quasi genau vor / im Niederschlagsbereich / FFD der Zelle und nach kurzer Zeit wurde der Regen erwartungsgemäß stärker.



    Es ging dann recht zügig zurück in die Autos und weiter nach Osten.


    Ab hier wurde die Einschätzung der frischen Superzelle visuell schwierig. Die Sicht von der A4 ist im Bereich zwischen Chemnitz und Nossen aufgrund von Begrünung / Lärmschutzwänden etwas verbaut und wir bekamen nur sehr kurzzeitig einen Blick auf das Gewitter. Dem Gefühl und der bisherigen Zugbahn nach stoppten wir bei Oberlichtenau. Hier waren tatsächlich auf dem erstmöglichen Parkplatz schon einige Chaser, wir stoppten etwas unterhalb.




    Der Schornstein in Chemnitz sorgte wunderbar als Inflow-Indikator / Windfahne ;-)



    Radarbild zu der Zeit:


    Quelle: Unwetteralarm / Unwetteralarm GmbH – Unwetter- und Sturmwarndienst


    Auch hier erreichte uns nach einer Weile der Niederschlag und wir verlagerten uns abermals. Diesmal wurde es die Aussicht auf den Rand des nun langsam verclusternden Gewitterkomplexes, unterhalb von Nossen. Auf der A4 grüßten wir kurz noch Marco, wir hatten uns bei Oberlichtenau um wenige Minuten verfehlt.



    Da sich rein strukturell nicht mehr viel bot nahmen wir noch mit was ging. Kurzzeitig war an der Wolkenbasis eine Böenwalze auszumachen.




    Der Standort war relativ interessant, nicht nur war die Aussicht gut, auch wurde hier scheinbar ein Windpark zurückgebaut. Direkt neben uns lagen einige Bauteile eines ehemaligen Windrads, eine recht einzigartige und skurrile Ansicht. Das wussten wohl auch einige Personen aus der Gegend und kamen vorbei um ein paar Fotos zu machen sowie den verbliebenen Rest der Anlage zu begutachten.




    Im Westen zuckten entlang des Clusters immer wieder einige Blitze, die Luft war jedoch wortwörtlich raus. Ein Outflow-Boundary war bereits gegen 16 Uhr auf dem Radarbild nahe Dresden zu erkennen und bekam auch für uns spürbar etwa ab 19 Uhr nochmal einen richtigen Push.


    Am besten ab hier mal durchklicken: Radar HD+, Regenradar vom 11.05.2021, 18:30 Uhr - Sachsen | Wetter von kachelmann.




    Wir entschieden uns an dieser Stelle das Chasing zu beenden. Endlich wieder etwas Chasingstimmung und Atmosphäre waren eigentlich schon Grund genug, die Zelle sowie Blitze und Donner haben somit quasi nur noch dazu beigetragen. Letztendlich rückte auch die Ausgangssperre etwas näher, die man zumindest so noch im Blick behalten sollte / musste. Gegen 20 Uhr verabschiedeten wir uns von Carsten und machten uns auf den Heimweg.


    Zusammenfassend noch ein Zeitraffer von Markus:



    Fazit: Zelle = gut / Planung = gut / Stimmung = ebenfalls gut


    Wir hatten unsere Entscheidung eine östliche Entwicklung abzugreifen bereits früh getroffen und die letztendlich an Faktoren wie der Einstrahlung / Luftmasse und dem Windfeld gefestigt. Somit lief das Chasing quasi nach Plan, auch wenn die Entwicklung gerade mit dem Zell-Split bei Gefell durchaus etwas unerwartet war.


    Jetzt geht es temporär erstmal wieder in eine etwas erfrischende Wetterphase… ;-)


    Viele Grüße, Felix / Markus

    Guten (späten) Abend ;)


    Ich habe heute spontan hin und wieder die Schauer, die in der Umgebung vorbeigezogen sind, beobachtet. Dazu ein paar Eindrücke:


    Das erste Exemplar ließ sich am Vormittag blicken und schob sich mit schönen Fallstreifen über die Landschaft. Kurz wurde es dazu auch recht dunkel:




    Nachdem dieser recht kräftige Schauer etwas später abgezogen war bin ich kurz raus, um zu sehen ob es bereits Strukturen zu sehen geben würde. Ich lasse das Bild mal für sich selbst sprechen:



    Am Nachmittag nahm dann eine weitere, interessantere Schauerlinie am TH Wald Fahrt auf. Etwas zögerlich konnte man durch den restlichen Niederschlag am Horizont bereits ein paar der üblichen Mammatusstrukturen ausmachen. Ich lief also nochmal ein Stück, allerdings verabschiedeten sich die soeben erkannten Mammaten recht schnell wieder. Zudem mangelte es größtenteils an Licht um den Wolken rückseitig zumindest etwas Tiefe zu verleihen. Vermutlich hätte es zum späteren Abend mit sonst recht klaren Himmel wieder gut gewirkt. Diesmal war es jedoch einfach zu früh und ein weiterer Eisschirm verdeckte bereits wieder Großteile des Sonnenlichts.


    Eine Wolkenlücke sorgte dennoch kurz für einen schönen Augenblick:





    Der aus Westen bereits recht nahe, zweite Eisschirm:



    Ich entschloss mich trotz des unangenehm kalten Windes dazu eine größere Strecke zu laufen, wer weiß, eventuell tut sich ja noch etwas auf.


    Auf einem Waldweg begegnete ich dann tatsächlich mal etwas größeren Sturmschäden, bisher waren in der Umgebung maximal eine Vielzahl von kleineren Zweigen durch die Gegend geflogen. Hier lag jedoch ein ca. 3m großer, frischer Ast:



    Etwas weiter lag dann auch ein vermutlich bereits vorher abgestorbener Baumstamm, präzise im 90° Winkel, auf dem Weg:



    Es war bereits früher Abend, die Sonne allerdings noch zu hoch um wirklich einen Effekt auf die Wolken zu haben. Abermals versteckte sich das Sonnenlicht hinter den Wolken. Ich beschloss es hiermit gut sein zu lassen, ein paar spärliche Strukturen waren noch auszumachen.



    ... auch wenn ich die Trockenheit und Hitze nicht wirklich vermisse, eine sommerliche Gewitterlage, die auch akzeptabel chasebar ist, wäre schon so langsam mal etwas. Wer hätte nach 2018 gedacht das man sich über ein Übermaß an Kaltluft-Lagen beschweren würde... ^^


    VG, Felix

    Ich war kurz vor Sonnenuntergang noch eine Runde laufen und bekam eher spontan noch etwas von der Zelle mit die Ronny ebenfalls abgefangen hat. Tele und Weitwinkel dabei, keins passte so richtig. Die Wirkung von dem Pano verpufft mit der 1000x Auflösung etwas, das Bild hat als Original knapp 20000 Pixel in der Breite... ? Die Struktur war unerwartet recht gut:




    Eine kleine Cessna von nahegelegenen Flugplatz drehte vor den Wolkenmassen noch ihre Runden:



    Blick Richtung West:



    Die Böenwalze ging wie zu erwarten mit der Zeit bzw umso näher sie dem TH Wald kam kaputt. Ein paar Überreste, quasi nur noch kleine Wolkenhaufen, machten sich dann aber ganz gut vor dem leicht beleuchteten Niederschlag.



    VG, Felix

    Moin!


    Eigentlich, weiß ich gar nicht wie ich richtig anfangen soll zu schreiben... Kurz als Vorwort, das hier wird keine Analyse der Wetterlage sondern eher ein bilderlastiger Erlebnisbericht.


    So viel sei gesagt, ich habe den heutigen Tag massiv unterschätzt.


    Nachdem die Kaltluftlagen in den letzten Wochen zwar immer wieder bewiesen hatten, welch tolle Strukturen sich vor allem rückseitig zeigen konnten, war ich etwas ausgelaugt. Dazu kam in letzter Zeit häufiger das Gefühl, zur richtigen Zeit und mit prinzipiell passender Erwartung beim Chasing am falschen Ort zu gelandet zu sein. Irgendwie... (bspw. am 13.03.) hatte ich eine korrekte Einstellung zur Lage, es passte jedoch nie wirklich von der Positionierung. Zu weit weg, zu lange unter dem Niederschlag... bei dynamischen, schnell ziehenden Schauerlagen mit dazu noch pulsierenden Zellen war es nicht leicht den richtigen Standort auszumachen, häufiger als gedacht hätte man sich auf die erste Intuition und nicht spontane Ablenkungen einlassen sollen.


    Wie dem auch sei, nachdem der Tag eigentlich schon recht schön mit einer größeren Böenwalze startete, die ich jedoch nur aus dem Fenster mitbekam, hieß es erstmal warten... Es waren immer wieder Mammaten am Ende der Schauer zu sehen. Allerdings fehlt meist bis zum Erreichen eines tiefen Sonnenstands das passende Licht, um die gewünschten Kontraste zu erzeugen. Größer wurde die Ernüchterung dann noch, als Richtung Sömmerda eine der vermutlich beeindruckendsten Kaltluft-Gewitteraufzüge der letzten paar Jahre stattfand. Markus und Ronny haben dazu schon einige schöne Eindrücke im Forum geteilt und es kommen sicher auch noch ein paar weitere. 8)


    Der Tag verging, Schauer, Sonne, Schauer, Sonne... dunkler Himmel... Schneeregen, es ging langsam in den Abend. Doch in der Ferne klarte der Himmel doch nochmal auf, ein Blick nach oben, nichts, noch ein Blick... mal abwarten.


    Wenige Minuten später dann nochmal ein kurzer Check...



    Kamera gegriffen, die Sonne senkte sich langsam zum Horizont, erste Lichtstrahlen an der Wolkenunterseite. Kurze Zeit später war ich draußen und legte meinen bisher vermutlich schnellsten Sprint zum nächstbesten Aussichtspunkt aller Zeiten hin... Durchatmen, versuchen zu Entspannen, auch wenn es schwer war... die Aussicht passte.



    Was war das denn bitte?! Wie groß war die Wahrscheinlichkeit passend zum Sonnenuntergang den Abzug dieses großen Schauerkomplexes zu haben, mit diesen Mammatuswolken?! Zu aller Freude schien die Sonne auch noch halb durch den Niederschlag und wirkte deshalb noch nicht sehr grell.



    Eine unglaubliche Tiefe in den Strukturen, manche Bereiche erschienen zum Greifen nah, währenddessen die Wolkenbasis an anderen Stellen weit entfernt war.





    Der Komplex zog schnell nach Osten weg...





    ...und eröffnete im Sonnenlicht immer wieder neue Details.




    Es war noch nicht vorbei! Die zweite Flanke sollte für nicht weniger atemberaubende Ausblicke sorgen, vorerst war nur ein kleiner Teil an der westlichsten Spitze sichtbar:



    Auch hier begann bald die Farbenexplosion von blau zu rot-orange, allerdings machte sich langsam die am Horizont bereits fast verschwundene Sonne bemerkbar. Ein kleinerer Bereich auf der Westseite blieb jedoch noch eine Weile lang schön beleuchtet...







    Ich war sprachlos, was mir wohl bisher nur am 18.08.2017 und 20.06.2019 passierte. Derartig ausgeprägte, definierte Mammatuswolken waren für mich eine neue Erfahrung die ich so noch nicht aus der Nähe gesehen hatte.



    Die Sonne verschwand am Horizont, die Wolken blieben noch für eine Weile fahl angeleuchtet. Richtung Osten verschwanden langsam auch die letzten Strukturen und ich machte mich auf den Rückweg.


    VG, Felix

    Moin!


    Die Frontlagen haben es mir momentan irgendwie angetan, gerade mit den Bildern der Mammaten aus Berlin vor 2 Tagen wollte ich gerne noch einen weiteren Versuch starten. Aus dem Plan sich einfach nur in der Umgebung Dachwig / Schmira aufzustellen und abzuwarten, wurde kurzum ein doch etwas größerer Ausflug bis in die Umgebung um Greussen. Daher nochmal ein kleinerer Bericht.


    Ab ca. 16:30 ging es los, dabei erstmal mit dem Plan unter bzw hinter die kleine, blitzende Zelle die sich noch bei Mühlhausen befand zu kommen.

    RadarHD-Stormtracking vom 13.03.2021, 17:00 Uhr - Thüringen | Wetter von kachelmann.


    Die Erwartungen waren nicht allzu groß, das Teil hatte zu meinem Erstaunen bis nach Thüringen durchgehalten, war aber ein einziges Auf und Ab bezüglich der Intensität. Dennoch, der Cluster im Südwesten war recht weit entfernt und die Zeit bis zur Ankunft konnte man nutzen.


    Der Anblick beim ersten Stopp noch südlich von Greussen gegen 17:30 war trotz des nur noch verhaltenen Radarechos nicht so übel. Die Fallstreifen zogen schön geordnet und halb-transparent über die Landschaft, sogar recht gut abgegrenzt zu einer kleinen Böenwalze.





    Im Forum fällt es bei den Herunterskalierten Bildern kaum auf, ich sollte jedoch erst ein gutes Stück später merken, das durch ein paar Einstellungen vom Vortag meine Kamera einerseits nur JPEGs aufnahm und die Stabilisierung am Objektiv abgeschaltet war... Bei den Windböen war selbst bei nicht allzu langsamer Verschlusszeit nichts zu machen. Hachja... man muss sich auch selbst hin und wieder mal beweisen was für ein Voll***** man sein kann... ^^ ;)



    Etwas oberhalb von Greussen bot sich dann ein Blick auf die Rückseite der Zelle, dabei gab es auch kurzzeitig einen schwachen, doppelten Regenbogen:




    Ein kurzer Blick zum Horizont entflammte ein paar Befürchtungen, die Schauerlinie auf der rechten Bildseite begann bereits das Sonnenlicht zu blockieren.



    Ein Teil des Lichtes erreichte den Schauer dennoch, die Struktur war hier rückseitig allerdings nicht so schön. Am linken Rand ließen sich jedoch ein paar der gewünschten Strukturen erkennen.



    Es ging wieder ein Stück zurück, etwa zwischen die Orte Kirch- und Holzengel. Hier zeigte sich im ersten Moment die recht interessante Beleuchtung von weiteren Schauern, die ein paar Quellwolken im Schlepptau hatten.



    Die Wolken in direkter Nähe hatten mit immer wieder spontan auftauchenden Regenbögen bisher jegliche Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Richtung Süden machte sich jedoch langsam etwas breit, das ich schon fast nicht mehr auf dem Schirm hatte. Der Cluster über dem Thüringen Wald war eingetroffen und ebenfalls bereits rückseitig zu sehen...




    WOW! In dieser Fülle hatte ich mit Mammtuswolken nicht mehr gerechnet und trotz der recht großen Entfernung waren sie immer noch sehr ausgeprägt und zahlreich zu sehen! Der Blick dürfte in etwa Richtung Erfurt gehen.



    Auch etwas weiter östlich strahlte das Sonnenlicht dann nochmal kurz tiefer in die Basis...:



    Leider wurde der Sonnenuntergang dann auch durch die oben erwähnte Schauerlinie im Westen schnell verkürzt, auf dem Rückweg konnte man die Mammaten über der Region noch ewig erahnen, es fehlte jedoch an Licht um genügend Kontrast zu erzeugen.


    Auch gegen 19 Uhr waren Sie südlich von Erfurt weiterhin auszumachen:



    Unter dem Aspekt war es fast schon etwas ärgerlich nicht früher an dem Cluster gewesen zu sein, die Aussicht war aber auch aus der Ferne gut.


    Fazit: Man überprüfe vor Antritt eines Chasings bitte kurz die Kamera-Eintstellungen! :rolleyes:


    Insgesamt war es ein schöner Nachmittag. Um kurz ein Zitat von Markus aus dem letzten Jahr anzubringen, das sich mir mittlerweile ins Hirn eingebrannt hat: "Ankunft ist langweilig bei so was. Rückseite! Rüüüüuckseiteeeee" ;)

    Anhand der Intensität auf dem Radar hätte man sich eventuell dazu entschließen können weiter südlich abzuwarten, aber das im Voraus zu erahnen lässt sich wohl nur mit mehr Erfahrungswerten entscheiden. Die Farben und Schauspiele etwas weiter nördlich waren jedoch auch schön, somit ist es schwer zu sagen an welchem Ort man jetzt lieber gewesen wäre... ^^


    Das wars erstmal, danke fürs lesen! ;-)


    Viele Grüße,

    Felix

    Moin! Ein paar Bilder von heute aus der Umgebung bei Arnstadt. Ich hatte bereits im Voraus geplant zum Nachmittag hinter einem Schauer / Front aufzubrechen, während der stärksten Phase (bei der über dem Raum Weimar diverse Mammtus-Wolken zu sehen waren) steckte ich jedoch noch unter dem recht kräftigen Niederschlag fest. Nachdem der Regen größtenteils abgezogen war schwang ich mich aufs Rad. Nicht unbedingt die beste Art und Weise sich bei dem Wind fortzubewegen aber wie dem auch sei... ich wollte ja nur lokal ein bisschen Ausschau halten.


    Kurz nach der Abfahrt blockierte (wie sollte es auch anders kommen) ein LKW bei einem Ausparkmanöver die gesamte Hauptstraße im Ort. Nach einem Umweg gelangte ich endlich mit etwas Verspätung auf die freien Flächen rund um die Landstraßen.


    Hier bot sich ein erster Ausblick Richtung Thüringer Wald, mit den noch abziehenden Zellen:



    Richtung EF:



    Kurz darauf kamen dann auch hier ein paar kleine Mammaten durch, inkl. Regenbogen:


    (Nicht so hübsch, eher zur Dokumentation ;-))



    Bei Bösleben, Blick Richtung Riechheimer Berg:



    Die paar kleinen Dinger verschwanden recht bald in der Ferne. Bei der Zuggeschwindigkeit und dem Umweg am Start war an ein Herankommen generell nicht zu denken. Leider konnte ich mich deshalb auch nicht etwas früher am eigentlich geplanten Spot platzieren, dann hätte es mit dem Regenbogen ggf. noch etwas besser gepasst.


    Hinter den Zellen war jetzt nochmal ordentlich Sturm angesagt. Auf dem Weg zurück kämpfte sogar jemand ebenfalls wacker (aber sehr krampfhaft) auf einem Rad gegen den Sturm an... Unter derartigen Bedingungen bei Böen bis roundabout 50km/h gilt es den Lenker ordentlich festzuhalten und konzentriert zu fahren, gerade auf Landstraßen kann es sonst gefährlich werden.


    Nach ein paar Kilometern gab es dann noch einen Ausblick auf die letzten Zellen über dem Bergland:



    Deshalb nochmal kurz zum üblichen Spot:



    Man konnte auch ohne Zeitraffer zuschauen wie die Zelle, einmal aus dem Höhenzug raus, immer mehr zerfiel.




    Ich war etwa eine Stunde unterwegs, mit dem Wind und letztendlich der Kälte war es dann auch genug. Nicht unbedingt der fotogenste Ausflug, Spaß hat es in dem Sturm an der frischen Luft & Sonne aber dennoch gemacht. Der Abschluss mit dem zerfallenden Schauer war auch recht nett.


    VG, Felix