Beiträge von Felix L.

    Ich war kurz vor Sonnenuntergang noch eine Runde laufen und bekam eher spontan noch etwas von der Zelle mit die Ronny ebenfalls abgefangen hat. Tele und Weitwinkel dabei, keins passte so richtig. Die Wirkung von dem Pano verpufft mit der 1000x Auflösung etwas, das Bild hat als Original knapp 20000 Pixel in der Breite... 😅 Die Struktur war unerwartet recht gut:




    Eine kleine Cessna von nahegelegenen Flugplatz drehte vor den Wolkenmassen noch ihre Runden:



    Blick Richtung West:



    Die Böenwalze ging wie zu erwarten mit der Zeit bzw umso näher sie dem TH Wald kam kaputt. Ein paar Überreste, quasi nur noch kleine Wolkenhaufen, machten sich dann aber ganz gut vor dem leicht beleuchteten Niederschlag.



    VG, Felix

    Moin!


    Eigentlich, weiß ich gar nicht wie ich richtig anfangen soll zu schreiben... Kurz als Vorwort, das hier wird keine Analyse der Wetterlage sondern eher ein bilderlastiger Erlebnisbericht.


    So viel sei gesagt, ich habe den heutigen Tag massiv unterschätzt.


    Nachdem die Kaltluftlagen in den letzten Wochen zwar immer wieder bewiesen hatten, welch tolle Strukturen sich vor allem rückseitig zeigen konnten, war ich etwas ausgelaugt. Dazu kam in letzter Zeit häufiger das Gefühl, zur richtigen Zeit und mit prinzipiell passender Erwartung beim Chasing am falschen Ort zu gelandet zu sein. Irgendwie... (bspw. am 13.03.) hatte ich eine korrekte Einstellung zur Lage, es passte jedoch nie wirklich von der Positionierung. Zu weit weg, zu lange unter dem Niederschlag... bei dynamischen, schnell ziehenden Schauerlagen mit dazu noch pulsierenden Zellen war es nicht leicht den richtigen Standort auszumachen, häufiger als gedacht hätte man sich auf die erste Intuition und nicht spontane Ablenkungen einlassen sollen.


    Wie dem auch sei, nachdem der Tag eigentlich schon recht schön mit einer größeren Böenwalze startete, die ich jedoch nur aus dem Fenster mitbekam, hieß es erstmal warten... Es waren immer wieder Mammaten am Ende der Schauer zu sehen. Allerdings fehlt meist bis zum Erreichen eines tiefen Sonnenstands das passende Licht, um die gewünschten Kontraste zu erzeugen. Größer wurde die Ernüchterung dann noch, als Richtung Sömmerda eine der vermutlich beeindruckendsten Kaltluft-Gewitteraufzüge der letzten paar Jahre stattfand. Markus und Ronny haben dazu schon einige schöne Eindrücke im Forum geteilt und es kommen sicher auch noch ein paar weitere. 8)


    Der Tag verging, Schauer, Sonne, Schauer, Sonne... dunkler Himmel... Schneeregen, es ging langsam in den Abend. Doch in der Ferne klarte der Himmel doch nochmal auf, ein Blick nach oben, nichts, noch ein Blick... mal abwarten.


    Wenige Minuten später dann nochmal ein kurzer Check...



    Kamera gegriffen, die Sonne senkte sich langsam zum Horizont, erste Lichtstrahlen an der Wolkenunterseite. Kurze Zeit später war ich draußen und legte meinen bisher vermutlich schnellsten Sprint zum nächstbesten Aussichtspunkt aller Zeiten hin... Durchatmen, versuchen zu Entspannen, auch wenn es schwer war... die Aussicht passte.



    Was war das denn bitte?! Wie groß war die Wahrscheinlichkeit passend zum Sonnenuntergang den Abzug dieses großen Schauerkomplexes zu haben, mit diesen Mammatuswolken?! Zu aller Freude schien die Sonne auch noch halb durch den Niederschlag und wirkte deshalb noch nicht sehr grell.



    Eine unglaubliche Tiefe in den Strukturen, manche Bereiche erschienen zum Greifen nah, währenddessen die Wolkenbasis an anderen Stellen weit entfernt war.





    Der Komplex zog schnell nach Osten weg...





    ...und eröffnete im Sonnenlicht immer wieder neue Details.




    Es war noch nicht vorbei! Die zweite Flanke sollte für nicht weniger atemberaubende Ausblicke sorgen, vorerst war nur ein kleiner Teil an der westlichsten Spitze sichtbar:



    Auch hier begann bald die Farbenexplosion von blau zu rot-orange, allerdings machte sich langsam die am Horizont bereits fast verschwundene Sonne bemerkbar. Ein kleinerer Bereich auf der Westseite blieb jedoch noch eine Weile lang schön beleuchtet...







    Ich war sprachlos, was mir wohl bisher nur am 18.08.2017 und 20.06.2019 passierte. Derartig ausgeprägte, definierte Mammatuswolken waren für mich eine neue Erfahrung die ich so noch nicht aus der Nähe gesehen hatte.



    Die Sonne verschwand am Horizont, die Wolken blieben noch für eine Weile fahl angeleuchtet. Richtung Osten verschwanden langsam auch die letzten Strukturen und ich machte mich auf den Rückweg.


    VG, Felix

    Moin!


    Die Frontlagen haben es mir momentan irgendwie angetan, gerade mit den Bildern der Mammaten aus Berlin vor 2 Tagen wollte ich gerne noch einen weiteren Versuch starten. Aus dem Plan sich einfach nur in der Umgebung Dachwig / Schmira aufzustellen und abzuwarten, wurde kurzum ein doch etwas größerer Ausflug bis in die Umgebung um Greussen. Daher nochmal ein kleinerer Bericht.


    Ab ca. 16:30 ging es los, dabei erstmal mit dem Plan unter bzw hinter die kleine, blitzende Zelle die sich noch bei Mühlhausen befand zu kommen.

    RadarHD-Stormtracking vom 13.03.2021, 17:00 Uhr - Thüringen | Wetter von kachelmann.


    Die Erwartungen waren nicht allzu groß, das Teil hatte zu meinem Erstaunen bis nach Thüringen durchgehalten, war aber ein einziges Auf und Ab bezüglich der Intensität. Dennoch, der Cluster im Südwesten war recht weit entfernt und die Zeit bis zur Ankunft konnte man nutzen.


    Der Anblick beim ersten Stopp noch südlich von Greussen gegen 17:30 war trotz des nur noch verhaltenen Radarechos nicht so übel. Die Fallstreifen zogen schön geordnet und halb-transparent über die Landschaft, sogar recht gut abgegrenzt zu einer kleinen Böenwalze.





    Im Forum fällt es bei den Herunterskalierten Bildern kaum auf, ich sollte jedoch erst ein gutes Stück später merken, das durch ein paar Einstellungen vom Vortag meine Kamera einerseits nur JPEGs aufnahm und die Stabilisierung am Objektiv abgeschaltet war... Bei den Windböen war selbst bei nicht allzu langsamer Verschlusszeit nichts zu machen. Hachja... man muss sich auch selbst hin und wieder mal beweisen was für ein Voll***** man sein kann... ^^ ;)



    Etwas oberhalb von Greussen bot sich dann ein Blick auf die Rückseite der Zelle, dabei gab es auch kurzzeitig einen schwachen, doppelten Regenbogen:




    Ein kurzer Blick zum Horizont entflammte ein paar Befürchtungen, die Schauerlinie auf der rechten Bildseite begann bereits das Sonnenlicht zu blockieren.



    Ein Teil des Lichtes erreichte den Schauer dennoch, die Struktur war hier rückseitig allerdings nicht so schön. Am linken Rand ließen sich jedoch ein paar der gewünschten Strukturen erkennen.



    Es ging wieder ein Stück zurück, etwa zwischen die Orte Kirch- und Holzengel. Hier zeigte sich im ersten Moment die recht interessante Beleuchtung von weiteren Schauern, die ein paar Quellwolken im Schlepptau hatten.



    Die Wolken in direkter Nähe hatten mit immer wieder spontan auftauchenden Regenbögen bisher jegliche Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Richtung Süden machte sich jedoch langsam etwas breit, das ich schon fast nicht mehr auf dem Schirm hatte. Der Cluster über dem Thüringen Wald war eingetroffen und ebenfalls bereits rückseitig zu sehen...




    WOW! In dieser Fülle hatte ich mit Mammtuswolken nicht mehr gerechnet und trotz der recht großen Entfernung waren sie immer noch sehr ausgeprägt und zahlreich zu sehen! Der Blick dürfte in etwa Richtung Erfurt gehen.



    Auch etwas weiter östlich strahlte das Sonnenlicht dann nochmal kurz tiefer in die Basis...:



    Leider wurde der Sonnenuntergang dann auch durch die oben erwähnte Schauerlinie im Westen schnell verkürzt, auf dem Rückweg konnte man die Mammaten über der Region noch ewig erahnen, es fehlte jedoch an Licht um genügend Kontrast zu erzeugen.


    Auch gegen 19 Uhr waren Sie südlich von Erfurt weiterhin auszumachen:



    Unter dem Aspekt war es fast schon etwas ärgerlich nicht früher an dem Cluster gewesen zu sein, die Aussicht war aber auch aus der Ferne gut.


    Fazit: Man überprüfe vor Antritt eines Chasings bitte kurz die Kamera-Eintstellungen! :rolleyes:


    Insgesamt war es ein schöner Nachmittag. Um kurz ein Zitat von Markus aus dem letzten Jahr anzubringen, das sich mir mittlerweile ins Hirn eingebrannt hat: "Ankunft ist langweilig bei so was. Rückseite! Rüüüüuckseiteeeee" ;)

    Anhand der Intensität auf dem Radar hätte man sich eventuell dazu entschließen können weiter südlich abzuwarten, aber das im Voraus zu erahnen lässt sich wohl nur mit mehr Erfahrungswerten entscheiden. Die Farben und Schauspiele etwas weiter nördlich waren jedoch auch schön, somit ist es schwer zu sagen an welchem Ort man jetzt lieber gewesen wäre... ^^


    Das wars erstmal, danke fürs lesen! ;-)


    Viele Grüße,

    Felix

    Moin! Ein paar Bilder von heute aus der Umgebung bei Arnstadt. Ich hatte bereits im Voraus geplant zum Nachmittag hinter einem Schauer / Front aufzubrechen, während der stärksten Phase (bei der über dem Raum Weimar diverse Mammtus-Wolken zu sehen waren) steckte ich jedoch noch unter dem recht kräftigen Niederschlag fest. Nachdem der Regen größtenteils abgezogen war schwang ich mich aufs Rad. Nicht unbedingt die beste Art und Weise sich bei dem Wind fortzubewegen aber wie dem auch sei... ich wollte ja nur lokal ein bisschen Ausschau halten.


    Kurz nach der Abfahrt blockierte (wie sollte es auch anders kommen) ein LKW bei einem Ausparkmanöver die gesamte Hauptstraße im Ort. Nach einem Umweg gelangte ich endlich mit etwas Verspätung auf die freien Flächen rund um die Landstraßen.


    Hier bot sich ein erster Ausblick Richtung Thüringer Wald, mit den noch abziehenden Zellen:



    Richtung EF:



    Kurz darauf kamen dann auch hier ein paar kleine Mammaten durch, inkl. Regenbogen:


    (Nicht so hübsch, eher zur Dokumentation ;-))



    Bei Bösleben, Blick Richtung Riechheimer Berg:



    Die paar kleinen Dinger verschwanden recht bald in der Ferne. Bei der Zuggeschwindigkeit und dem Umweg am Start war an ein Herankommen generell nicht zu denken. Leider konnte ich mich deshalb auch nicht etwas früher am eigentlich geplanten Spot platzieren, dann hätte es mit dem Regenbogen ggf. noch etwas besser gepasst.


    Hinter den Zellen war jetzt nochmal ordentlich Sturm angesagt. Auf dem Weg zurück kämpfte sogar jemand ebenfalls wacker (aber sehr krampfhaft) auf einem Rad gegen den Sturm an... Unter derartigen Bedingungen bei Böen bis roundabout 50km/h gilt es den Lenker ordentlich festzuhalten und konzentriert zu fahren, gerade auf Landstraßen kann es sonst gefährlich werden.


    Nach ein paar Kilometern gab es dann noch einen Ausblick auf die letzten Zellen über dem Bergland:



    Deshalb nochmal kurz zum üblichen Spot:



    Man konnte auch ohne Zeitraffer zuschauen wie die Zelle, einmal aus dem Höhenzug raus, immer mehr zerfiel.




    Ich war etwa eine Stunde unterwegs, mit dem Wind und letztendlich der Kälte war es dann auch genug. Nicht unbedingt der fotogenste Ausflug, Spaß hat es in dem Sturm an der frischen Luft & Sonne aber dennoch gemacht. Der Abschluss mit dem zerfallenden Schauer war auch recht nett.


    VG, Felix

    Hallo zusammen,

    ich möchte mich heute mal an einer Nachbetrachtung für das Unwetterereignis das mich ursprünglich hier ins TSC-Forum / Verein geführt hat versuchen. Bilder gibt es dazu jedoch (leider) nicht, allenfalls habe ich damals ein paar kurze Schadensaufnahmen gemacht, während des Durchzugs war an fotografieren o.ä. aber absolut nicht zu denken.


    Ich vermute hier wird nur Einigen noch bewusst sein, welche Wetterlage & Bedingungen damals herrschten. Noch dazu war die lokale Abgrenzung der Gewitter letztendlich recht stark, die Zellen am Nachmittag des 03.07. befanden sich quasi nur entlang des Thüringer Waldes bzw. westlich von Erfurt.


    Wie komme ich nun dazu, bald 6 Jahre im Nachgang etwas dazu schreiben zu wollen?


    Auf längere Zeit gesehen, war die Lage wohl die Einzige, bei dem ein wirklich starkes Gewitter meine Region erfassen konnte. Gerade nach einigen aufschlussreichen Lageanalyse anderer Mitglieder hier im Forum, auf Discord und / oder Zoom, wurde mein Interesse dieses Gewitter nochmal genauer unter die Lupe zu nehmen geweckt. Letztendlich wusste ich über lange Zeit nicht genau was eine derartige Entwicklung überhaupt möglich machte. Andererseits ist weiterhin Lockdown und Gewitter gibt es auch (noch) keine... da kann man schon mal in der Vergangenheit schwelgen. ;)


    Das Wipfratal (östlich von Arnstadt) befindet sich bei W/SW Anströmung im Lee des Thüringer Waldes. Die meisten Gewitter auf Basis von Westwetterlagen fallen deshalb, aufgrund der Berge / Erhebungen, in unserer Region zusammen. Sie spalten sich auch hin und wieder in Nord- und Südteil auf oder legen hier ihre ersten Quellungen an bevor sie im Tiefland bessere Bedingungen vorfinden (selten). Einzig die stationären Wasserbomben über dem Thüringer Wald kann man im Sommer regelmäßig sehr gut beobachten, diese erreichen jedoch fast nie äußere Gebiete.


    Wie konnte es nun also am 03.07. bei einem typischen, eventuell leicht modifizierten, Hitzegewitter-Setting hier zu einem Unwetter kommen?


    Hitzegewitter...? Laaaannnnngweilig. :sleeping: Optisch größtenteils sicherlich, die Entwicklung bzw. das betroffene Gebiet machen die Lage (zumindest für mich) dennoch zu etwas besonderem.


    Ich beziehe mich im weiteren *nur* auf die Gebiete in der Mitte Thüringens und beachte somit den Gewittercluster am Morgen des Tages nicht weiter. Outflow der Linie aus Nordthüringen / Niedersachsen spielt denke ich eher eine untergeordnete Rolle. Anhand der Winddaten ist dieser zwar in den Morgenstunden zu erkennen, verläuft sich aber am Vormittag.


    Großwetterlage:



    Quelle: 2015070312_1.gif


    Quelle DWD / Wetter3 Archiv: 2015070312_0.gif


    Wirft man einen Blick auf die Druckkarten, wird erstmal auffällig das die Auslöse nicht durch eine "klassische" (Kalt-)Frontlage erzeugt wurde. Auf der Bodendruckkarte des DWD fand sich um 12z (14 lokal) ein Tiefdruckkomplex noch recht weit über dem Atlantik, eine Okklusion verlief etwa von der iberischen Halbinsel, entlang der nördlichen Küste Frankreichs bis zur Südspitze / Küste Norwegens. In 500hpa war eine starker Höhenrücken östlich dieser Okklusion erkenntlich. Über dem Schwarzen Meer befand sich dazu noch ein kleines Höhentief. Die Strömung aus südwestlicher Richtung erlaubte währenddessen die Heranführung von heißen Luftmassen aus Südeuropa.

    Die Bodenströmung über dem Osten Deutschlands ist am Morgen des 03.07. noch größtenteils aus öst/südöstlicher Richtung dominiert und wird dann kurzzeitig durch das Outflow Boundary der nördlichen Linie gestört. In der 500hpa Karte sind auch ganz gut die Windrichtungen zu erkennen, während der Wind am Boden nur leicht aus O/SO weht, dreht er in der Höhe auf eine schwach bis mittelmäßig ausgeprägte SW Strömung.


    Quelle: 10548 Meiningen Sounding


    Das Ganze spiegelt sich auch recht gut im 12z Sounding aus Meiningen wieder. Bodenströmung leicht aus Südost, darüber drehend auf West, später Südwest. Das Kondensationsniveau liegt bei ca. 775hpa und damit noch recht hoch, darüber ein Deckel für die Luftmasse bis etwa 680/690hpa. Ein CAPE Wert von rund 356 J/kg stellt sich im Verhältnis zu den hohen berechneten Mengen um 1500 - 2000J/kg auch noch recht moderat dar. Der Wert für niederschlagbares Wasser (PWAT) ist bei 32,3 aber ordentlich.


    Man sollte beachten das die Temperaturen und Taupunkte erst gegen 16/17 Uhr ihren Höchstwert erreichten, das 12er Sounding deckt die Entwicklung daher nicht vollständig ab. Zum Nachmittag ging es aufwärts bis 34°C (TP 15-16°C). Es bildete eine High-Energy / Low Shear Lage, die dennoch durch ihr Auftreten außerhalb des recht restriktiven, üblichen Gebiets für Wasserbomben (tiefer TH Wald - Ilmenau / Suhl...), nicht komplett stationär gelähmt sein sollte.


    Für einen etwas verzögerten Überblick der Luftschicht bietet sich auch das 00z Sounding vom 04.07. an:

    Quelle: 10548 Meiningen Sounding


    Berechnetes CAPE-Profil:


    Quelle: 2015070318_48.gif


    Bis kurz vor 14 Uhr waren noch einige kleinere Schauer südwestlich von Thüringen, knapp bis vor Meiningen, unterwegs. Reste der Linie vom Morgen. Zum Nachmittag zeigte sich über ganz Thüringen dann ein klarer Himmel und die Temperaturen stiegen weiter.


    Bedingt durch die Aufheizung des TH Walds bildete sich dort am Nachmittag ein Hitzetief aus, das durch seine Strömung die passende Konvergenz zur Entstehung der Gewitter bereitstellte. Durch die zusätzliche O/NO Anströmung aus der Landesmitte zeichnete sich im Vorland des TH Walds (im Kreis Gotha sowie im Ilm Kreis) eine kleinräumige, explosive Mischung für Gewitterzellen ab.


    Die Entwicklung gut auf den Sat-Bildern zu erkennen:



    Interessant ist das (nord)westlich von Gotha gar keine Auslöse mehr zustande kam. Es fehlte in der Region an Hebung durch zusammenströmende Windfelder. Die leichte Umströmung des Harzes spielt hier eventuell auch noch eine untergeordnete Rolle.


    Windkarte 17 Uhr: Windrichtung, Messwerte Deutschland vom 03.07.2015, 17:00 Uhr | Wetter von kachelmann.


    Neben der reinen Ostwärts-Bewegung der Zellen, entwickelte sich gegen 18:15 Uhr auch ein leichtes Abdriften nach Norden, angetrieben durch den jeweiligen Outflow.

    Radar HD+, Regenradar vom 03.07.2015, 18:15 Uhr - Thüringen | Wetter von kachelmann.


    Etwa gegen 18 Uhr traf uns der erste Teil der Zellen, die sich ebenfalls von ca. 17:50 bis 18:20 leicht nordwestwärts voran arbeiteten. Kurz darauf zerfielen die Gewitter im Flachland langsam wieder, während sich der Cluster bei Erfurt noch bis ca. 19:40 halten konnte. Die Zellen am Thüringer Wald bewegten sich für den Rest des Tages weiter an den Bergen entlang, bis etwa 21 Uhr Schluss war.


    Die Auswirkungen der Gewitterzelle hier waren verglichen mit dem bisher erlebten recht stark. Während des Ereignisses drückte es an mehreren Fensterrahmen / Türen Wasser durch die Dichtungen(!). Kleinere Äste, diverse Zweige und Laub wurden teils abgerissen, die Sichtweite fiel zeitweise auf wenige Meter. Es hagelte auch, aber “nur” mit einer Korngröße bis max. 1cm. Durch die generell hohe Wolkenbasis der Zellen, dürfte dafür ein Downburst verantwortlich gewesen sein. Ein beeindruckendes wenn auch nicht ganz angenehmes Schauspiel...


    Die DWD Radarsummen erreichten in den betroffenen Gebieten für dieses recht kurze Zeitfenster von ca. 45min bis zu 60l/m²!


    Niederschlagssumme Ilm-Kreis (1std) vom 03.07.2015, 18:50 Uhr | Wetter von kachelmann.


    Die Lage war wohl nur durch ein Zusammenspiel der Konvergenz mit der restlichen Anströmung aus Ost/Nordost, dem Outflow der Zellen selbst und den orografischen Gegebenheiten möglich. Daher auch der (aus dieser Richtung recht seltene) Fall das es die Luft im Vorland regelrecht zusammengequetscht hat, für eine Auslöse über dem Thüringer Wald selbst reichte es aufgrund fehlender Hebung nicht.


    Eine kurze Übersicht des Tages von Markus (mit einem Video aus Dachwig) findet man hier: RE: Thread Hitzewelle + Schwergewitterlagen ab 03.07.2015 Anhand der Strömungskarte zeigt sich dort auch nochmal hervorragend die Konvergenz.


    Ronny konnte die Entwicklung im Bereich Erfurt an dem Tag ebenfalls dokumentieren: 03.07.2015 |Weimar-Erfurt| - Gewittercluster mit Starkregen und Hagel


    Insgesamt (zumindest während meiner aktiveren Zeit) ein bisher recht einzigartiges und einprägendes Ereignis.


    Ein Dank geht noch an Anton, der den Beitrag nochmal Korrektur gelesen hat und mir bei ein paar fachlichen Fragen helfen konnte. :thumbup:


    Viele Grüße,

    Felix

    Eben noch 2 Sachen, hätte nicht erwartet das es heute mit dem Sonnenuntergang und den Wolken doch so passt... wird mir selbst zwar langsam etwas über mit den ganzen Sunset-Beiträgen aber was solls... :D


    Ein kurzer Zeitraffer, für die Sonne selbst war ich leider nicht mehr schnell genug:



    Gerade eben, ist bestimmt hin und wieder mal sichtbar, noch eine leichte Mond-Korona:



    VG, Felix

    Schöner Bericht! Ich musste bei deiner Beschreibung der Anfangsphase über Thüringen etwas schmunzeln... bin gefühlt auch alle 30min zum Fenster um zu checken ob es denn auch wirklich noch schneit. :D Am Montagmorgen (8.2.) auch gleich um kurz vor 6 nochmal wach gewesen (auch weil unser Kater bei den Verhältnissen die Nacht lieber drinnen verbringen wollte und mittlerweile wie ein alter Mann schnarcht), die folgenden Tage ging es dann aber mit der Begeisterung...


    Zitat

    Diesmal ging es mit dem Rad in die Stadt, was sich als erstaunlich 'machbar' rausstellen sollte.


    Wirklich erstaunlich, aber vermutlich auch mit passenden Reifen. Ich hatte mich im Januar mal in ein kleines Schneetreiben begeben, ohne Schutzbleche und mit der Einstellung "Wie schlimm kann es schon sein, ist ja eh alles gefroren". Gecrasht bin ich nicht, aber für Fahrer und Ausrüstung war es dennoch nicht unbedingt wiederholenswert... ^^


    Hatte bisher auch gar nicht so sehr auf dem Schirm das Jena so ein "Wanderparadies" ist, kann man sich mal merken... Hier ist man zwar auf dem Land, läuft aber meistens auf Dauer ziemlich langweilige Feld- oder Verbindungswege.


    VG, Felix

    Was'n das fürn krasser Kran? Kann es sein, dass das so nen oldschool GDR Kran ist? Hab ich noch auf so alten Fotos. Cause als echter Nerd war ich natürlich auch mal Kran-Enthusiast. Die Teile haben mein Bruder und ich glaube ich Erfurter Kran getauft :P

    Ich bin jetzt kein Kran-Experte, einem kurzen Blick auf Google Maps nach zu urteilen steht das Ding auf dem Gelände der IBW - Ichtershäuser Betonwerk GmbH. Eventuell hilft dir das bei der Recherche weiter... ;-)

    Ebenfalls unterwegs gewesen, etwa bei Ingersleben / Molsdorf dann dieser Wert. Erst kurz nach der Ankunft dort aufgenommen, allzu viel Zeit ohne Fahrtwind sollte nicht dabei gewesen sein, um 19-20°C sind sicher realistisch. Dazu dann noch hin und wieder auf der Strecke letzte Schneereste die immer mal für eine kurze Erfrischung sorgten... absolut verrückt.



    Um mal etwas Kritik an der aktuellen Lage zu üben, auch wenn es alles Aktivitäten unter freiem Himmel und bei leichtem Wind waren. Die schiere Menge an Personen war, so wie der Wetterwechsel, nicht ganz zu fassen. Wir waren zu 2. unterwegs und sind mehrfach bis zu (geschätzt) 10-15 Personen starken Gruppen begegnet. Klar will jeder raus, gerade bei diesem Wetter und keiner Möglichkeit für Urlaub etc.. Man sollte sich aber mal fragen was denn noch verhältnismäßig ist... es war mehr los als im Hochsommer.


    Ein kurzer Eindruck aus Arnstadt entlang der Gera, hier war dann endlich langsam wieder etwas Ruhe:



    VG, Felix

    Mal noch etwas mehr der weißen Pracht im Detail





    Irisieren war auch kurz zu sehen, leider waren die hohe Wolkenschicht etwas später zu dick, ansonsten hätte man vermutlich ein wirklich ausgeprägtes Display sehen können. (starker Crop)



    Bäume im Schnee ;)


    Ein paar kurze Eindrücke aus dem Wipfratal, insgesamt ist die Situation verhältnismäßig ruhig. Zwar hat sich der ein oder andere PKW festgefahren und ÖPNV ist nur sehr begrenzt verfügbar, größere Rückstaus und / oder Unfälle gab es jedoch keine. Jeder ist am morgen aktiv und räumt und räumt und räumt...




    Der Regenmesser ist aktuell out of order und zum Eishörnchen mutiert:



    Je nachdem wo man hier die Schneehöhe misst immer etwas unterschiedliche Werte, grundsätzlich dürften es auf den freien, nicht geräumten Strecken so um die 30 bis maximal 35cm sein.



    Schneeflocken im Detail ;)



    VG, Felix

    Kurz etwas zu den Geminiden, ich habe gestern kurz nach Mitternacht noch einen Blick nach draußen gewagt wobei mir auffiel das sich über unserer Region ein Wolkenloch befand. Über ca. 30-40min konnte ich noch einige Sternschnuppen beobachten. Interessant dabei fand ich das, obwohl ja das Sternbild der Zwillinge als Orientierungspunkt dient, die Sternschnuppen teilweise direkt über mir oder auch sehr horizontnah zu sehen waren. Allgemein schien mir die Fläche die man beobachten konnte sehr groß. (Ich habe jedoch keine wirklich Ahnung was astronomische Ereignisse betrifft, also höchstwahrscheinlich ist das ganz normal ;) .) Gegen 1 Uhr war die Show dann auch wieder vorbei, das nächste Wolkenfeld schob sich von SW herein.


    Ein Bild konnte ich noch machen: