Beiträge von Florian T. L.

    In der Nacht zum 17. August um 01:38 (23:38 UTC) konnten von einer AllSkys Kamera (AllSky7.net) zur Meteorbeobachtung mindestens zwei Mal Red Sprites festgehalten werden. Blickrichtung des Kameraabschnittes ist West / Nordwest, so dass es sich um die Gewitter westlich von Bad Hersfeld gehandelt haben dürfte:

    RadarHD-Stormtracking vom 17.08.2020, 01:35 Uhr - Hessen | Wetter von kachelmann.


    Dazu Bild und Video (Quelle: VdS Sternwarte Kirchheim):



    WhatsApp Video 2020-08-19 at 00.15.00.mp4

    Meinerseits auch ein paar Bilder von gestern aus Bucha (SHK).

    Die Multizellengruppe in Richtung Saalfeld:


    Immer wieder wenige Mammaten:


    Die Zellebgruppe schwächte sich zunehmend von Westen her ab, zuletzt befand sich vor Kahla ein starkes Gewitter:


    Und während Anton, Andy, Kay und Ronny wohl das Highlight der Saison in Thüringen abgriffen, konnte ich von Bucha aus Ausläufer und am Horizont knapp den Hauptteil der Shelf bei Gera sehen:

    Hallöchen an die Runde,


    Ich melde mich mal wieder mit einem kleinen Bericht, diesmal aus dem sächsischen Dresden.


    Die Modelle schwankten in den einzelnen Läufen doch recht rabiat, besonders Rapid sprang hin und her, ob es in Dresden was zu sehen gäbe oder nicht. So ganz wollten die Zellen aus dem Erzgebirge nicht herausziehen, wie zuvor berechnet. Eine lokale Konvergenz, die zunächst über der Region Bautzen lag, schwenkte dann durch bzw. regenerierte sich, so dass sie dann auf einer Linie Leipzig-Riesa-Dresden lag.


    Zu Beginn, bevor es sehr dunstig wurde und es versprach, eine absolute Sumpflage zu werden, zeigte sich doch noch ein schöner 22 Grad Ring:


    Anschließend setzte Konvektion ein und die ersten Zellen außerhalb des Erzgebirges entstanden südlich und westlich von Dresden. Auch über dem Ostenrand Dresdens entwickelten sich Zellen, vermutlich mit Ourflowbedingter Unterstützung aus dem Erzgebirge. Was jedoch das eine triggert, killt das andere. Eine Zelle bei Meißen mit Backbuilding entschärfte es sofort, man konnte förmlich zusehen, wie es den südlichsten Aufwind abwürgte. Hier letzte Reste:


    Im Dunst wurden die Zellen in Ostdresden zunehmend interessant und tatsächlich, sie entwickelte eine Böenwalze, die sich später zu einer Shelfcloud mauserte:


    Ähnlich wie Ende August letzten Jahres bei mir in Bucha (SHK) kündete eine Absenkung bzw. "Pseudowallcloud" vom Höhepunkt des Zelllebens:


    Wenig später begann dann die Shelf auch schon auszurollen und sich zu entkoppeln:



    Die Reste überquerten uns und die Böenlinie kam durch. Die Temperatur wurde von 28 Grad Celcius auf 21 gedrückt:


    Dahinter entwickelte sich eine neue Zelle, welche nochmals den Ansatz machte, Strukturen auszubilden und began, die letzten Reste der vorangegangenen Shelf um sich herum zu ziehen:


    Bis auf wenige Erdblitze war an elektrischem nicht viel zu sehen, aber dennoch eines der wenigen strukturellen Highlights im karken Jahr 2020.


    Da zunehmend rings um unseren Standort neue Zellen entstanden, fuhren wir zurück und beobachteten von der Wohnung aus. Unser Standort blieb dennoch mit 2,2mm am trockensten.

    Siehe hierzu die Niederschlagskarte:

    Niederschlagssumme Dresden, 6std) vom 14.08.2020, 21:50 Uhr | Wetter von kachelmann.


    Das ganze System gewann nun auch etwas am Zuggeschwindigkeit und so gerieten wir schnell in den rückseitigen Niederschlag.

    Dennoch war der Himmel schön dynamisch, neben einzelnen Erdblitzen, u.a. einen 72kA starken Posi:


    Überraschend interessanter Tag gestern, auch wenn es mit dem Regen nicht komplett geklappt hat.


    Mal sehen, was die nächsten Tage noch kommt,

    Gruß Florian

    Heute Vormittag gegen 9 Uhr wurden mein Freund und ich von Donnergrummeln geweckt.

    Nach einem kurzen Blick auf das Radar stationierten wir uns auf einer Freifläche in Dresden-Omsewitz und beobachteten das Geschehen über Radebeul und weiter nördlich.

    Schon auf dem Weg dahin waren Erdblitze zwischen den Häusern zu sehen, dieser Strike empfing uns dann am Standort:




    Netten Sound gab es auch dazu ;) Der Komplex schien zu stehen, baute an seiner Südwestflanke jedoch immer weiter an. Immer wieder entstanden neue Aufwinde, aus denen wenig später Erdblitze zuckten:


    Nach kurzem Rückzug für Frühstück ging es zurück aufs Feld:




    Mindestens 3 Mal konnten wir den ganzen Zyklus einer Zelle uns ansehen, wie sie entstand, sich austobte und wieder zusammenfiel. Die Hoffnung, dass das System auch mal soweit anbaut, damit es auch mal bei meinem Freund nass wird war jedoch vergebens. Von den kläglichen Resten schafften es 1,3 Liter auf den Boden.

    Zum Vergleich die Summen aus Radebeul und Co:

    Niederschlagssumme Meißen (24std) vom 10.08.2020, 15:50 Uhr | Wetter von kachelmann.


    Rapid simuliert für heute Abend evtl. noch etwas, wir halten die Augen offen ^-^


    Gruß Florian

    Gestern Abend zog relativ überraschend ein Schauer westlich von Dresden auf, der einen doppelten Regenbogen mit Interferenzen im Abendlicht hervorbrachte. Sagenhafte Lichtstimmung!



    Panorama:


    Zwei Bildern von den sehr deutlichen Interferenzen:



    Der Schauer zog weiter und mit der untergehenden Sonne verschwand auch der Regenbogen immer mehr:


    Ein schönes Wochenende allesamt ^^

    Florian

    Ich möchte gerne auch noch ein paar Bilder beisteuern.

    Unter anderem zunächst eins von Samstag aus Dresden Ockerwitz:


    Gestern Abend traf ich mich kurzerhand mit meinem Physiklehrer, welcher ein Teleskop dabei hatte. Somit konnten wir, ehe Neowise zu sehen war, noch Jupiter und Saturn bestaunen. Rein zufällig, anders kann man das nicht sagen, flog ein Flugzeug genau dort entlang, wo Neowise sich befand. Er saß förmlich auf dem Kondensstreifen^^

    Die Dämmerung war noch nicht vollkommen abgeklungen:


    Mit voran geschrittener Zeit kam der Schweif mehr und mehr zur Geltung:


    Mit zunehmender Dunkelheit wurde auch die Milchstraße dunkler und so nahm auch ich sie ins Visir, ehe es nachhause ging. Jupiter und Saturn sind in der unteren linken Bildecke rechts des Baumes als zwei helle Lichtpunkte zu sehen. Starlink-Satelliten waren zu diesem Zeitpunkt zum Glück nicht zu sehen, auch wenn ich sie ab und zu erspähen konnte:


    Gruß Florian

    Grüße an die Runde ^^


    Ein gewaltiges Display war das gestern, also wirklich astrein unbeschreiblich.

    Gegen 22.30 Uhr begann ich mit den ersten Aufnahmen, zu diesem Zeitpunkt zogen gerade die Reste einer Kaltfront ab, die NLC reichten noch bis etwa 10° über den Zenit:



    Zwei Detailaufnahmen mit meinem Teleobjektiv, die wellenartigen Strukturen waren sehr imposant:






    Einfach unbeschreiblich, mitsamt Strukturen... gegen 23.30 ging ich wieder zurück, auch wenn der Himmel noch schimmerte.

    Bei den Kollegen des AKM ist von einem Ereignis die Rede, dass es in den letzten 25 Jahren wohl noch nicht gab...


    Gerne wieder, am besten noch dieses Jahr,

    Gruß Florian

    Ich konnte heute in Dresden auch etwas abfangen.

    Zunächst sich entwickelnde Zellen nördlich von Dresden, mit einem schönen Eisschirm an der Rückseite:


    Währenddessen Richtung West vermehrt Neuentwicklungen:


    Sogar mit etwas Struktur, während sich weitere Niederschlagskerne entwickelten:


    VG Florian

    Am Samstag bahnte sich eine wohl doch interessante Lage aus östlicher Richtung an. Fest stand auf jeden Fall, dass die Auslöse orographisch entlang der Gebirge stattfinden würde. Die meisten Modelle sahen am Morgen die Auslöse gegen 13 / 14 Uhr im Vogtland.

    So fuhren Christopher und ich erst einmal von Bucha startend nach Triptis (bzw. Raum Triptis). Dort warteten wir zunächst die ersten Entwicklungen ab. Der Himmel, mit zunächst zahlreichen Cumulus humilis verschönert, geriet allmählich in Unruhe, als erste höhere Quellungen auftraten. Dabei sahen wir auch Pileus-Kappen:



    Wir verlagerten uns ein Stück wieder in Richtung A9, als eine Zelle aus Plauen kommend fahrt aufnahm. So positionierten wir uns an einer alten Mühle. Ronny K. und Luise waren auch kurzerhand anwesend. Die Zelle zunächst aus weiterer Entfernung als Panorama:



    Die Donner wurden lauter, erste Blitze waren zu sehen. Eine gewisse Euphorie breitete sich aus und so standen wir vor der Zelle und ließen die Zelle immer näher kommen, bis schlussendlich etwa 1km vor uns ein Blitz einschlug. Unter anderem diesen 4-Schlag bekamen wir zu Gesicht:



    Bevor wir wieder ins Auto stiegen, machte die Zelle bereits Ansätze, eine Böenwalze auszubilden:



    Wir gerieten in den Niederschlagskern, Erdblitze schlugen nah ein und wir fuhren auf der A9 aus der Zelle heraus, die nun mehr und mehr um sich herum neue Zellen triggerte. Zwischenzeitlich trat kurz Aquaplaning auf. Ronny und Luise hatten wir verloren und wir fuhren zunächst nach Leipzig, um eine einzelne Zelle, an der Andy dran war, abzufangen. Sie zerfiel jedoch, nur noch einzelne Mammaten waren zu sehen. Richtung Nord sahen wir den ausladenden Eisschirm des Zellkomplexes bei Wittenberg / Magdeburg. Nach kurzem Versuch, bis nach Magdeburg zu kommen, kehrten wir auf der A14 um und fuhren entlang der A9 bis kurz vor Dessau, nur um resigniert zu sehen, dass strukturell nicht viel zu holen war. Man konnte aber sehen, wie immer mehr Zellen linienartig nach Süden hin anbauten, was dann am Abend noch für Action sorgen sollte.


    Zunächst ging es zurück zum Kreuz Rippachtal, um dort zu rasten. Die Ruhe währte jedoch nicht lange, denn schon auf dem Weg sahen wir eine freistehende Congestus, die immer weiter wuchs und kurz darauf auch schon rumpelte. Wir positionierten uns irgendwo zwischen Merseburg und Halle an der A38 und beobachteten die Zelle:



    Mit längerem Beobachten organisierte sich die Zelle mehr und mehr, bis schlussendlich wir einen rotierenden Aufwindturm beobachteten. Das hatte echt ein USA Feeling:



    Währenddessen baute sich die Linie immer weiter auf. Wir fuhren unter der sich nun abschwächenden Zelle hindurch zur A71 und dann zum Kreuz Erfurt, um eigentlich den Zellen bei Jena entgegenzufahren. Dabei sahen wir diese aufstrebende Quellung und Mammaten:



    Doch schon unterwegs zeichnete sich eine Neuentwicklung bei Arnstadt ab, so dass wir zunächst diese in Augenschein nahmen. Hier beobachteten wir eine überraschende Entwicklung. Sehr kräftiger Rückenwind ließ eine gewisse Anspannung entstehen und Tatsache: Neben zahlreichen Erdblitzen entstand eine Böenwalze:



    Dabei feuerte sie unerbittlich weiter Erdblitze:



    Dazu noch 3 Composits:





    Und zum Abschluss noch ein Panorama der Böenwalze, während nun die Zellen aus Jena kommend langsam näher zu uns vordrangen:



    Wir ließen uns überrollen und fuhren dann nach Bucha. Dort angekommen gab es dann noch eine kleine Privatvorstellung direkt vor der Haustür.

    685km… das ist die Bilanz des Tages. Als Chasing-Neuling mit einer ersten großen Tour ist das Feeling einfach unbeschreiblich. Gerne wieder, es macht mega Spaß.


    Mit diesen Worten und bis zur nächsten Lage,

    Florian

    I 10.05.2020 I Erster Chase überhaupt: Von Jena nach Gera & zurück


    Gestern war ich das erste mal überhaupt großräumiger unterwegs - zusammen mit Ronny und Luise 8)

    Gestartet sind wir gemeinsam von Bucha aus gegen 16 Uhr, als die Konvektion schon zunehmend in Gang kam. Während erste dicke Tropfen schon fielen, hielten wir im Nachbardorf kurzzeitig mal an:


    Wir fuhren anschließend nach Mörsdorf, unterwegs bildete sich ein kräftiger Niederschlagskern mit Hagel aus:


    Am Standpunkt angekommen, konnte ich den ersten Donner überhaupt der diesjährigen Saison hören... welch Ironie, wenn man sich allein darüber freut im Mai :/

    Wir fuhren dann bis Gera weiter, da uns nachrückender Niederschlag einholte. Am nächsten Standort angekommen, ergab sich doch eine nette Szenerie. Alle drei beobachteten wir einen Fractus, der doch etwas verdächtig aussah. Rotation war nicht auszumachen, kurzerhand verschwand dieser auch wieder:


    Wir verlagerten uns ein weiteres mal in Richtung Osten und beobachteten weiter. Wir dachten, der Komplex schwächt sich weiter ab, da er auch zunehmend verclusterte. Doch dann entwickelte sich direkt vor uns ein netter Niederschlagskern:


    Auch die Ansätze einer Böenwalze konnten wir ausmachen, welche jedoch nur sehr kurz anhielt. Die Fractus lösten sich schnell wieder auf:


    Anschließend kehrten wir um, in der Annahme, dass sich aus den Zellen nichts mehr großartig entwickeln würde - Pustekuchen, wie sich schlussendlich zeigte.

    Während auf der einen Seite diese Strahlen zu sehen waren...:


    ...präsentierte sich 90° weiter diese Szene, pure Stormchase Romance mit dem herzförmigen Fractus, der hochgezogen wurde<3:


    Daraufhin ging es wieder nachhause, um evtl. die zweite Welle abzuwarten, welche dann Abends nochmals für etwas Lightshow sorgte, welche ich mir vom Dachboden aus ansah.


    Alles in allem ein netter Einstieg,

    Gruß Florian

    Ein paar Bilder von heutigem frühen Nachmittag, als eine Schauerstaffel aufzog.


    Erster Blick:


    Panorama:


    Endlich wieder ein paar wenige Liter für die Natur:


    Kurzzeitig waren Fractus zu sehen, welche nach oben gezogen wurden:


    Panorama zum Abschluss, ehe dann der Regen fiel:


    Gruß Florian

    Auch meinerseits zwei Bilder von gestern. Schön, mal wieder ein paar interessante Wolken gesehen zu haben. @Kay H , gerne habe ich den Baum für dich mit weggeräumt ;)


    Mammaten bei Abzug eines Schauers gegen 11 Uhr:


    Auch optisch gab es etwas zu beobachten: Bei Abzug des Schauers entstand auch eine Nebensonne, später ab und zu auch der Zirkumzenitalbogen:



    Alles in allem ging der Sturm glimpflich durch bei mir, nur einzelne Bäume fielen dem Wind zum Opfer.


    Florian :winken

    Mit der gestrigen Veranstaltung im Klimapavillon Jena schloss dieser nun seine Türen, um nächstes Jahr in Gera und 2021 in Nordhausen Thüringer und andere über die folgen des Klimawandels zu informieren und zahlreiche Lösungsansätze vorzubringen. Mit ein paar Freunden ging ich gestern zu einer letzten Veranstaltung, welche um 17 Uhr mit Live-Musik gemütlich begonnen wurde. Kurz nach 18 Uhr eröffnete Frau Sabine Wosche (Geschäftsführerin der Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur) die Abendveranstaltung und übergab das Wort anschließend unserer Ministerin für Energie, Umwelt und Naturschutz, Anja Siegesmund. Mit ihrer Rede zog Frau Siegesmund ein Resumé zu den vergangenen 131 Tagen, unter anderem, dass 22.000 Menschen das Bauwerk besucht haben und dies in der dreijährigen Geschichte des Klimapavillons einen Besucherrekord aufstellt. Heißt also: Das Thema Klima und Klimaschutz dringt zunehmend in das Bewusstsein der Thüringer vor! Zum Ende ihrer Rede übergab die Ministerin den Schlüssel des Pavillons an den Gerarer Oberbürgermeister, welcher sich anschließend bedankte. Unter Ankündigung ging es in eine kurze Pause, ehe der Gast des Abends Prof. Dr. Harald Lesch mit einem Vortrag über die Klimaentwicklung der Erde fortfuhr.



    "Von der Eiszeit zur Heißzeit - Das steckt hinter dem Wort des Jahres 2018"


    So lautete das große Thema des Professors. Herr Lesch begann mit der Erläuterung des Strahlungshaushaltes der Sonne und erklärte, wie einigen bereits bekannt ist, dass im Strahlungsgleichgewicht der Sonne die Erde ohne einer Atmosphäre eine Durchschnittstemperatur von -18°C hätte. Nach Erklärung des natürlichen Treibhauseffektes der Uratmosphäre, also überwiegend durch Methan und Kohlenstoffdioxid kam er auf die Polargebiete zu sprechen und welche Folgen dies für das Weltklima und der Erde hätte. Knapp gesagt: Ohne den Eiskappen gingen der Erde gewaltige Reflektionsflächen verloren, welche durch zusätzliche Absorption ersetzt werden würde. Mitunter würde dies neue Wirtschaftswege, die sogenannte Nordost-Passage bringen, man stelle sich persönlich die Frage: Zu welchem Zweck?
    Der neudeutsche Begriff "Starkregen" zeige eigentlich schon, wie spürbar die Klimaentwicklung uns schon beeinflusst, ebenso die Hitze. So ist bekannt, dass Europa mitunter wieder heftige Hitzewellen durchlebt hat. Den Menschen in Deutschland wurde dies durch neue medienbekannte Hitzerekorde bewusst - zweifelhaft positionierte Messstation hin oder her. Nicht nur Hitzetage haben zugenommen, sondern auch die Hitze in Form der Temperatur(rekorde) habe sich massiv erhöht. So sind in den Schweizer Alpen Temperaturabweichungen zwischen 15 und 20 Kelvin gegenüber dem langjährigen Durchschnitt erfasst worden. Aber auch Starkregen und lokale extreme Niederschlagssummen waren dieses Jahr wieder ein Thema. Wir sahen es zuletzt in Spanien.


    Wir kennen sie, die Karte der Temperaturabweichungen gegenüber dem langjährigen Mittel auf der Welt und auch, dass besonders im arktischen Raum die Temperaturen schon um 2 Kelvin im Durchschnitt zugenommen haben. Die damit verbundene Problematik des auftauenden Permafrosts ist uns ebenso bekannt. Zusammenfassen lässt sich dies unter dem Begriff "Arktischer Klima-Teufelskreis". Durch weltweite Waldbrände, insbesondere Amazonas, Gran Canaria und Sibirien gelangen gewaltige Mengen an Ruß etc. in die Troposphäre und lagern sich auf den Eisflächen ab. Die Oberfläche wird dadurch dunkler, heißt also, der Albedowert (spezifisches Reflektionsvermögen eines Stoffes) fällt ab, sprich die damit verbundene Absorption steigt, was zum schnelleren Abtauen führt. Dadurch schwinden die Eismassen - Die Werte dieses Jahr für die Arktis zeigen: Der Eispanzer war nur einmal seit Messbeginn kleiner als dieses Jahr. Neben dieser Entwicklung im arktischen Raum Russlands setzte Herr Lesch mit einer diesjährigen ungewöhnlichen Hitzewelle in Alaska fort. Der Sommer 2019 war für Alaska der heißeste aller Zeiten - vorerst. Zurückzuführen ist dies auf den abschwächenden Jetstreams. Stabiler Hochdruck sorgte für eine stetige Wärmezufuhr für den nördlichsten Teil der USA. Damit geriet ein weiteres Thema in den Fokus Leschs: Der auftauende Permafrost. Denn durch diese hohen Temperaturen, nicht nur in Alaska steigt die Methanausgasung aufgrund wieder "zum Leben erwachender" Mikroorganismen zunehmend. Damit verbunden: Stabilitätsverlust der auf dem Boden gebauten Häuser und Abrutschen von ganzen Küstenabschnitten. Für das Klima gibt es bestimmte Schalter, welche dieses regulieren: Die Kipppunkte. Dazu zählen nicht nur Permafrostböden, sondern auch die Regenwälder etc. Sind bestimmte Prozesse, wie eben das Auftauen einmal in Gang, lassen sich die damit verbundenen Schäden und die Eigenschaft des Permafrosts allgemein nicht mehr umkehren. Sie sind irreparabel. Diese Kipppunkte können zum einen für den Zusammenbruch der atlantischen thermohalinen Zirkulation sorgen, worin der für Europa wichtige Golfstrom inbegriffen ist und zusätzlich auf dem Pazifik einen dauerhaften El Nino verursachen. Das eine geschieht nicht ohne dem anderen, was einen Dominoeffekt also aufzeigen lässt. Der Mensch hat es für seine Lebensverhältnisse in der Hand: Das Klima stabilisieren oder auf eine schwer händelbare Heißzeit zusteuern. Die Natur wird weiterarbeiten, ob nun der Mensch seine Zutaten mit hingibt oder nicht. So kam es zum Satz des Abends: Mit der Natur ist nicht verhandelbar!



    Mit den rapid sich beschleunigenden Prozessen des Klimawandels werden bestimmte Lebensabläufe zunehmend gestört. So treten neue Allergien auf, die Vegetationsperioden verschieben sich, neue Krankheiten tauchen auf, saisonale setzen früher ein (Frühsommermeningitis). Es zeigt sich: Der Mensch dreht die "Klimauhr zurück". Schon teilweise heute, spätestens 2030 herrscht ein weltweites Klima wie vor etwa 30 Millionen Jahren. Vor 56 Millionen Jahren kam es zu einen kurzen massiven Anstieg der CO2 Emissionen, wobei hier etwa 2 Gigatonnen des Treibhausgases jährlich in die Atmosphäre gelangten. Der Mensch stößt etwa 42 Gigatonnen pro Jahr in die Atmosphäre, sodass der CO2-Anteil in der Luft mittlerweile auf 415 p/mio gestiegen ist. Wenn wir Menschen den Ausstoß ungehindert fortsetzen, steigt dieser Wert irgendwann auf 550 p/mio und, so tritt in den mindestens nächsten 50.000 Jahren keine Eiszeit auf. Diese sind vorwiegend durch astronomische Einflüsse entstanden und so zeigt sich folgende erschreckende Erkenntnis: Der Mensch gleicht astronomische Einflüsse des Weltklimas aus! Die Treibhauswirkung hat sich seit 1990 verdoppelt. Veranschaulicht zeigt sich: Die Temperaturen steigen seit 1980 rapide und gipfelt in immer wieder neuen Rekorden.


    Nach dieser Ausführung in die CO2 - Bilanz setzte Lesch wieder mit der Entwicklung der Eisverteilung fort. Dabei stellte er klar, dass viele Länder, auch Bundesländer in Deutschland das 2°C-Ziel aus dem Pariser Abkommen längst überschritten haben. Die Temperaturentwicklungen bewirken, dass der Eispanzer der Arktis und der Antarktis exponentiell steigend Eis verlieren. Durch geringere Masse der aufliegenden Eisfläche hebt sich der Erdboden und bewirkt ein schnelleres Abströmen des Eises. So sind es besonders an den Küsten Grönlands 280 Gigatonnen Verlust pro Jahr, in der Antarktis 185 Gigatonnen. Dies zeigen die GRACE-Messungen. Der auf langer Sicht damit verbundene Anstieg des Meeresspiegels könnte bis 2060 1,4 Milliarden Menschen betreffen. Professor Lesch merkte an, dass wir die eigentliche Wirkung des Klimawandels noch nicht in voller Stärke spüren würden, denn die Ozeane speichern 93% der überschüssigen Wärme. Die Atmosphäre und die Kontinente dagegen jeweils rund 2%.


    Mit der Erderwärmung ist auch eine Verschiebung der Klimazonen zu rechnen. So besteht die Möglichkeit, dass die Sahelzone als neue Tropen ergrünt, die Sahara dafür aber in Europa Einzug hält. Die Regionen entlang des Äquators mit 1000 km jeweils Richtung Nord und Süd Ausdehnung werden mit "normalen Temperaturen" von mehr als 42°C unbewohnbar. Die derzeitige Entwicklung stellt schon viel erwähnt klar: Die Polregionen erwärmen sich extrem, der Anrieb für Luftströmungen wie den Jestream fehlt. Dies erzwingt einen gewaltigen Strukturwandel von einer fossilen zu einer nachhaltigen Industriegesellschaft.


    Mit diesen Worten und ein Appell an die Gesellschaft für mehr Klimaschutz beendete Professor Lesch seinen Vrotrag. Applaus und Pfiffe sind das Resultat. Anschließend hielt Herr Lesch ein Live-Interview mit HeutePlus im ZDF:


    Der Abend wurde nun mit weiterer Livemusik zum Ausklang gebracht.



    Die Bilder sind nur mit Handy gemacht, es werden jedoch bald weitere Bilder auf der Webseite der Thega gezeigt.


    Anbei noch die Präsentation vom Professor zur privaten "Nacharbeitung":
    https://umwelt.thueringen.de/f…villon2019_Prof_Lesch.pdf


    Das war es nun von mir, euch ein schönes Wochenende :winken