Beiträge von KarSteN

    Kein Chaser weiter? Das ist ja heutzutage schon ein Hauptgewinn!


    Unsere Vermutung ist die, dass sich alle auf die nördliche Zelle gestürzt haben, welche ja auch ordentlich Tornados geworfen hat. Sowas ist für uns (Strukturchaser ) natürlich optimal. Wobei die High Plains (ab östlicher Colorado Stateline kann man sie so nennen, da man sich dann iirc schon über 1000m asl bewegt) sowieso nicht so stark bejagt werden. Einerseits nicht so tornadolastig, andererseits lange Anfahrtswege für die meisten, so ja in der Regel auch für uns.

    Die Mammaten am 22.05. hätten mich entschädigt...Die Entwicklung am 25. gefällt mir auch sehr gut!


    Oooh ja, der 25. war großartig. Damit wären wir für das Jahr bereits vollauf zufrieden gewesen. Zwei Stunden an einer Stelle, dabei 2 LP-Superzellen beobachtend und keinen Chaser weit und breit sehend ... das war schon absolut einzigartig :thumbup: .


    GTZ KarSteN


    Absolut richtig die Erklärung. LP-Zellen kommen bisweilen auch mal völlig ohne Niederschlag aus. Da fliegen ein paar Hagelsteine und ansonsten sterben sie irgendwann ab und der Rest verdunstet. Dazwischen gibts noch die Classic-Superzelle, so wie wir sie letztlich am 31.Mai hatten. Da ist wenn man so will alles gut ausbalanciert, Auf- und Abwind. Muss zwar deswegen noch keinen Tornado werfen (da spielt der rear flank downdraft - RFD - wohl eine übergeordnete Rolle), aber es erhöht die Wahrscheinlichkeit ungemein ;) . Die Zustände sind selbstredend nicht gleichbleibend. Es geht meist mit LP los und wird dann oft über Classic zur HP. Direkt HP dürfte vermutlich gar nicht gehen, würde ich aber jetzt nicht meine Hand für ins Feuer legen.


    Ansonsten habe ich mit den Begriffen vermutlich wieder recht schlampig um mich geschmissen. Da bitte ich Euch, bei Klärungsbedarf einfach nochmal nachzuhaken. Ich (oder andere) versuchen dann die entsprechenden Erläuterungen zu geben.


    GTZ KarSteN


    Moin Markus!


    Von so einem Ding haben wir nicht mal gewagt zu träumen. Das ist einfach nur Glück und davon hatten wir diesmal offenbar sehr sehr viel. Janek hat es mal schön auf den Punkt gebracht: Jetzt braucht man sich endlich vor den lieben Verwandten nicht mehr fragen lassen, was man dort eigentlich macht. Stattdessen zückt man die Bilder und dann ist Ruhe :D . Ansonsten träume ich seitdem direkt schon vom nächsten Mal 8o .


    In Schland bin ich wohl erst Ende des Jahres wieder ein bisschen länger, weils momentan aufs Ende zugeht und ich somit recht eingebunden bin. Aber danach dafür (hoffentlich) irgendwann umso entspannter. Wenns mal passt geb ich bescheid.


    Dominator und Co. habe ich noch nicht wirklich gesehen. Habe nur mal ein paar grauenvoll schlecht gemachte Folgen irgendso ner Chaser-Soap während unserer freien Tage im Weatherchannel gesehen. Zwar prinzipiell reale Szenen, aber diese Pseudospannung die bei sowas leider eingebaut wird zwingt mich zum Umschalten :tired: . Wo läuft das eigentlich bei uns? DMAX etwa?


    GTZ KarSteN

    Nun war zum Glück mal ein paar Tage Ruhe, Zeit um in Norman rumzuchillen. Am 30.Mai ging es dann auf dem neuerlichen Weg nach Kansas noch einmal in Oklahoma auf Jagd. Zwar sehr geringe AUssichten auf Superzellen, aber wenn es halt auf dem Weg liegt. Das mit Abstand beste Stadium gab es am spätern Nachmittag nahe Enid zu sehen. Nicht wirklich der Hammer, aber man nimmt was man bekommt ;-):






    Auch diesem Tag war uns schlussendlich ein paar Zeilen auf der SChaPLe-Page wert:


    --> www.schaple.com


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    Nun aber zum Showdown. Auch wenn der Wissenschaft und der Tornadocommunity an diesem 31.Mai 2010 ein wichtiger Wegbereiter abhanden gekommen ist (R.I.P. Nikolai Dotzek), so wird dieser Tag für uns in ganz anderer Erinnerung bleiben. Aber wir haben ja bereits ausreichend berichtet, daher hier kein langes Gerede mehr. Zur besten Nachmittagszeit sind wir schließlich an der Basis einer eher müden Zelle, die Motivation unterirdisch. Nach mehr als einer halben Stunde Warterei, habe ich zum ersten mal zur Kamera gegriffen und vermutlich weitere 20 Minuten später ist dann das erste vorzeigbare Bild entstanden:




    Witzigerweise ging es ab da ziemlich rasant und vor allem seeeeeehr überraschend weiter. Erst bildet sich eine schicke Wallcloud:




    Dann fängt das Teil auch noch an wie wild zu funneln:




    Da schien sich also völlig unerwartet Großes anzubahnen, denn eine derart "schmeißwillige" Zelle ist uns bisher noch nicht untergekommen. Etwas später lässt der RFD (mitte) etwas Hagel fallen, während der main downdraft (ganz rechts) einen derben Hagelschaft aufweist:




    Ein kleines Stückchen noch nach Süden, wo wir an der Stateline zwischen Colorado und Oklahoma unseren finalen Spot gefunden haben. Zunächst nähert sich die Basis in recht unauffälliger Weise:






    Dann beginnt es rechts der nun sichtbar rotierenden Wallcloud aufzureißen:




    Das ist der berühmte clear slot, der Bereich wo der RFD sich befindet, in diesem Fall jedoch ohne Niederschlag zu produzieren, wodurch er in den Hauptaufwindbereich mit einbezogen werden kann und somit zusätzliche bodennahe Vorticity (bzw. Helicity) zur Verfügung stellt:




    Kurz darauf schiebt sich ein extrem laminarer Funnel aus der Wallcloud:




    Und nun nimmt das schier unglaubliche Geschehen seinen Lauf:






    Dabei kamen dann auch die folgenden Schnappschüsse zustande, welche allerdings (wie schon das vorangegangene Bild) nachbearbeitet sind:








    Es war sogar Zeit, ein pseudoentspanntes Bild mit TSC-Shirt zu schießen:




    Während auf der einen Seite der Tornado langsam dahinschwebt, gibts auf der anderen Seite ein nicht minder beeindruckendes Panorama zu bewundern, hier garniert mit einem interessanten Werbeaufdruck an einem Truck:




    Aber zurück zum eigentlichen Geschehen:








    Nach etwas mehr als 15 Minuten Tornado on the ground, wechseln wir die Stellung noch einmal. Jetzt trägt auch noch die Sonne ihren Teil zum Event bei:






    Die Meso bewegt sich nun langsam von uns weg:




    Daraufhin fahren wir der Zelle noch ein Weilchen hinterher und bekommen später u.a. diese Rückseite zu sehen:




    Als krönender Abschluss des Tages - soviel Kitsch muss sein - gabs zum Abschied diesen Sonnenuntergang:




    --> www.schaple.com
    --> www.karstenhaustein.de


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    Mehr geht nun wirklich nicht. Da können einem selbst die tollsten Shelfcloud-Ansätze am Folgetag nicht mal mehr ein müdes Lächeln entlocken:






    Ein letzter Kurzeintrag dazu auf unserer SChaPLe-Seite, bevor es am 6.Juni wieder zurückging für uns alle:


    --> www.schaple.com


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    Damit wäre ich durch ;-). Hochzufrieden konnten wir die Heimreise antreten. Kein Ahnung, ob es noch einmal ein so erfolgreiches Jahr geben wird. Auf jeden Fall aber werden wir bald wieder dort sein, das nächste Mal voraussichtlich 2012.



    Es grüßt aus BCN,
    der KarSteN

    Am 21.Mai gab es eine geringe Chance auf Auslösung im Texas-Panhandle. Tatsächlich haben es ein paar Zellen geschafft, weit sind sie allerdings nicht gekommen. Los ging es mit diesem Zellsplit:




    Der verbliebene right-mover zog an uns vorbei und machte wahrlich keinen gesunden Eindruck mehr:




    Wenig später blieb nicht mehr als dieser klägliche Rest:




    Kurz vor Sonnenuntergang gingen dann im Süden einige kurzlebige Türme hoch. Der Amboss dennoch abartig genial:




    Dazu gibts auch noch ein paar Zeilen auf der SChaPLe-Homepage:
    --> www.schaple.com


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    Zwei entspannte Tage später ging es wieder auf Tour, diesmal war Kansas das Ziel, wo es in unserer bisherigen Chasehistorie noch nicht soviel zu holen gab. Nachdem wir ein bisschen Crap haben nach Norden ziehen lassen, gab es diese hübsche Meso zu sehen:




    Daraus wurde trotz etwas zugequollener Umgebung ein sehr ansehnlicher Teller mit Lowering und Blick auf den Updraft:




    Wenig später bereits der Höhepunkt mit herrlicher Wallcloud. Beinahe hätte das Tel noch geschmissen, aber vermutlich hats ein bisschen an RFD-support gemangelt:




    Wir sind dann noch an eine weitere hochaktive Superzelle rangerast, aber mehr als dieser abendliche Shot inklusive begeisternder Blitzshow war nicht drin, wenn man von der netten Begebenheit in Goodland mal absieht. Dazu lest ihr aber am besten den Bericht auf der SChaPLe-Seite :-):




    --> www.schaple.com
    --> www.karstenhaustein.de


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    Der Tag darauf war ein großer Griff ins Klo. Low-Level-Sturm parallel zur Bodenfront. Das ist wohl die unansehnlichste Squallline ever gewesen. Ich erspare mir dazu weitere Ausführungen. Ich lasse die zwei Bilder als Dokumentation der "Höhepunkte" des Tages für sich sprechen:






    Erstaunlicherweise gibts dafÜr sogar einen kurzen Bericht auf der SChaPLe-Seite:


    --> www.schaple.com


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    Diesen bust schnell abgehakt und gleich weiter zum 25.Mai. Wir befinden uns diesmal wieder in Kansas direkt an der Stateline zu Colorado. Das absolute Gegenteil zum Vortrag. Zuggeschwindigkeit der Zellen quasi null und Struktur dafür umso beeindruckender. Ausreichend Zeit um das TSC-Shirt mit mir in günstige Position zu bringen:




    Ohne personelles Beiwerk sieht die erste Meso mit Wallcloud derart aus:




    Dahinter macht sich bereits die nächste Meso mit krassem Updraft bemerkbar. Der Amboss schießt direk in einen bereits vorhandenen Amboss einer südlicheren Zelle:






    Man beachte das Bäumchen, welches wie schon bei der ersten Meso auch jetzt wieder dokorativ zum Einsatz kommt:




    Langsam nähert sich uns die Basis:




    Der Updraft nimmt nun erst diese Form an:




    Und er wird wenig später zum herrlichen Korkenzieher-Updraft. Was für ein Prachtstück:






    Danach ist der Aufwind nicht mehr ganz so vehement unterwegs:




    Zeit nach zwei Stunden zum ersten Mal die Stellung zu wechseln und die sonnenbeschienene Rückseite in Augenschein zu nehmen:




    Die LP-Basis fängt direkt an zu hovern (wie schon am ersten Tag) und löst sich langsam, aber deutlich sichtbar auf:




    In der Umgebung sieht es derweil nicht minder pittoresk aus:






    Einer der wild aufschießenden Türme zu unserer Linken schafft es sogar noch ein wenig rumzufunneln:




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    --> www.karstenhaustein.de


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    weiter in Teil 3 ...

    Hallo zusammen,


    obwohl einige sicher schon mitbekommen haben, dass www.SChaPLe.com dieses Jahr wieder in den US-Plains unterwegs war, soll es hier nochmal eine kleine Zusammenfassung der besten Events geben. Insgesamt eine sehr erfreuliche Saison, die auch momentan noch jede Menge Spannung bietet. Sie fällt vor allem dadurch auf, dass es seit Wochen ununterbrochen zur abendlichen Clusterbildung in den nördlichen Plains kommt. Das ist so ungefähr das Gegenteil von dem was wir Mitte Mai, als es für uns losging, befürchtet hatten. Ein klein wenig eingebauter Pessimismus hat noch nie geschadet. Das hält die Erwartungen niedrig und die Enttäuschung extrem gering ;-). Ich werde die Bilder kurz chronologisch kommentieren und darunter jeweils die weiterführenden Links zur SChaPLe- sowie zu meiner Homepage angeben.


    Bei Bedarf gibts alle Bilder in voller Auflösung auf Nachfrage sehr gern persönlich zugeschickt :-).


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    Gleich am ersten Tag, dem 16. Mai, ging es unweit unserer Homebase los. Erstmal allerdings mit dieser unansehnlich, outflow-dominierten Linie:




    Dem Ganzen ein bisschen unmotiviert zugeschaut, bevor sich dann doch noch was basisartiges zeigen sollte:




    Die Basis vollzog einen move nach rechts und bescherte uns eine Weile später diesen Ufo-esken Anblick:






    Daraus wurde eine wunderschöne LP-Zelle mit beeindruckendem Updraft. Für Strukturchaser wie uns ein Traum:






    Ewig währte der Spaß nicht, denn die Basis hob zunehmend ab und verhungerte schließlich:




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    Dennoch ein sehr guter Start, dem zwei Tage später im Texas-Panhandle schon das nächste highlight folgte. Kurz nach Ankunft ging es los und wenig später erwartete uns eine breite Meso mit jeder Menge Fraktus-Gedöns:




    Die Zelle nahm weiter an Struktur zu und nach einer Weile schmiss der RFD Niederschlag und Hagel im Aufwindbereich. Zeit für die Zelle, sich ein wenig neu zu strukturieren:






    Derweil schliffen der outflow-induzierte Fraktus fast auf dem Boden, nahm aber (erfreulicherweise) keine Böenkragenstruktur an, machte allerdings (unerfreulicherweise) auch keine ernstzunehmenden Wallcloudansätze:






    Die Struktur insbesondere der Vorderflanke beeindruckte dennoch, auch wenn die Zelle zunehmend HP-lastig wurde:






    Später dann nette Shelfcloud-Ansätze:








    Daneben ein paar laminar geformter inflow-Wolken:




    Bevor es am Ende in Stinnett eine der mittlerweile sehr häufig anzutreffenden Chaser-Konvergenzen gab:




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    Der darauffolgende 19.Mai sollte unser erstes live erlebtes SPC-HIGH-risk bringen, und dazu noch mitten in der Saison fast oin central-Oklahoma. Wie eingangs erwähnt, Ball flach halten zahlt sich gerade in solchen Fällen ganz besonders aus. Sowas wird schnell zum strukturtechnischen Rohrkrepierer, denn das SPC macht seine Vorhersage nicht unter ästhetischen Gesichtspunkten. Ob sowas zum Outbreakt werden kann, entscheidet sich meist erst spät. Diesmal wurde es keiner. Nur eine Zelle hat wirklich ordentlich Tornados geschmissen, es war allerdings
    nicht unsere ;-). Egal, empfangen wurden wir hiermit:






    Zu Beginn also schon mal schwer HP-verdächtig und mit ordentlichem Böenkragen. Später gabs immer mal wieder Versuche ein bisschen Strktur reinzubringen:




    Gelungen ist es aber nie ernsthaft. Auch die Vortex-2-Leute waren diesmal an der "falschen" Zelle:




    Das Teil baute immer wieder hinten an, hatte aber ständig mit dem Outflow zu kämpfen:






    Dennoch hat natürlich auch eine solch massive HP-Zelle ein paar nette Impressionen zu bieten:




    Es hieß aber stets Flucht, sowohl von dem Hagel, als auch vor der unfassbar hohen Anzahl Chaser. Etwas später bildete sich in den Ortschaften tatsächlich veritabler Stau, ein insbesondere in Zukunft nicht zu unterschätzendes Problem:




    Irgendwann ist dann rundherum alles fies verclustert, sodass wir nach diesem Stopp bereits zurückfuhren:




    Erfreulicherweise gabs gleich bei uns in Norman noch diese Rückseite als Highlight des HIGH-risk-Tages zu bestaunen:






    --> www.schaple.com
    --> www.karstenhaustein.de


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    Weiter in Teil 2 ...

    Moinsen,


    wie ich sehe, habt ihr unsere Aktivitäten mit Interesse verfolgt :) . Vielen Dank dafür!


    War in der Tat ein überaus erfolgreiches Jahr, mit einem sehr überraschenden Höhepunkt. Vielleicht stelle ich noch ein paar Bilder als Nachtrag später hier rein. Die wichtigsten Infos gabs ja bereits auf http://www.SChaPLe.com


    Vergangene Nacht gabs in Colorado übrigens erneut einen absoluten Hammerevent. Mothership mit Tornado! Das ist so ziemlich das ultimative Erlebnis, wobei ein derartiges Mothership selbst schon abgefahren genug ist. Willoughby Owen hat es (mal wieder) perfekt festgehalten:
    http://www.stormtrack.org/forum/showthread.php?t=24446


    Schöne Grüße,
    KarSteN